Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die viele Menschen betrifft und oft mit unangenehmen Symptomen wie Schmerzen, Taubheitsgefühl und Muskelschwäche einhergeht. Die Behandlung von Polyneuropathie kann komplex sein und erfordert oft einen multidisziplinären Ansatz. In diesem Artikel werden wir uns mit Tavegil, einem Antihistaminikum, und Duloxetin, einem Antidepressivum, im Zusammenhang mit Polyneuropathie befassen und die Erfahrungen und Therapieansätze diskutieren.
Tavegil: Ein Antihistaminikum zur Linderung von Allergiesymptomen
Tavegil ist ein Arzneimittel, dessen Wirkstoff bei Allergien hilft und den Juckreiz stillt. Es unterdrückt die Wirkung der körpereigenen Substanz Histamin, indem es sie von ihren Bindungsstellen verdrängt. Histamin spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen und allergischen Reaktionen. Tavegil wird zur Behandlung von Nesselausschlag und allergischem Schnupfen eingesetzt.
Dosierung und Anwendung von Tavegil
Die Dosierung von Tavegil Tabletten variiert je nach Alter:
- Kinder von 6-12 Jahren: ½ Tablette 2-mal täglich vor der Mahlzeit. Bei Bedarf kann die Dosis auf 2 Tabletten pro Tag gesteigert werden, wobei die Einzeldosis auf 1 Tablette gesteigert wird.
- Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene: 1 Tablette 2-mal täglich vor der Mahlzeit. Bei Bedarf kann die Dosis auf 6 Tabletten pro Tag gesteigert werden, wobei die Einzeldosis auf 2 Tabletten gesteigert wird.
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Das Arzneimittel wird mit Flüssigkeit eingenommen. Ohne ärztlichen Rat sollte Tavegil nicht länger als 14 Tage angewendet werden.
Gegenanzeigen und wichtige Hinweise zu Tavegil
Tavegil darf nicht angewendet werden bei:
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- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Porphyrie (Stoffwechselkrankheit)
- Eingeschränkter Nierenfunktion
- Eingeschränkter Leberfunktion
Unter Umständen sollte vor der Anwendung ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden bei:
- Verengung im Verdauungstrakt
- Herzerkrankungen
- Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer)
- Engwinkelglaukom
- Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
- Blasenhalsverengung
- Störungen des Salzhaushaltes
- Krampfanfälle (Epilepsie)
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens
- Einnahme von Alkohol
- Engwinkelglaukom
- Unverträglichkeit gegenüber Lactose
- Diabetes-Diät
Nebenwirkungen von Tavegil
Zu den möglichen Nebenwirkungen von Tavegil gehören:
- Übelkeit
- Magenschmerzen
- Verstopfung
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Sedierung
- Schläfrigkeit
- Erregung (vor allem bei Kindern)
- Pulsbeschleunigung
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
Duloxetin: Ein SNRI-Antidepressivum zur Behandlung von Schmerzen
Duloxetin ist ein selektiver Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), der extensiv metabolisiert wird. Es wird häufig zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt, kann aber auch bei bestimmten Schmerzzuständen, wie z. B. diabetischer Polyneuropathie, hilfreich sein.
Duloxetin in der Schwangerschaft
Die Anwendung von Duloxetin in der Schwangerschaft sollte sorgfältig abgewogen werden. Eine wissenschaftliche Auswertung von etwa 4.500 exponierten Schwangerschaftsverläufen erbrachte keinen Hinweis auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko nach intrauteriner Duloxetin-Exposition. Allerdings diskutierten die Autoren einer US-amerikanischen Registerstudie ein diskret erhöhtes Risiko für kardiale Fehlbildungen bei intrauterin exponierten Kindern. Dieses Signal trat jedoch nur in einigen Subanalysen auf und wurde in einer großen Folgestudie auf Basis skandinavischer Registerdaten nicht bestätigt. Auch für Spontanaborte wurde kein erhöhtes Risiko beobachtet.
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Nach einer antidepressiven Therapie werden bei etwa einem Drittel der Neugeborenen vorübergehend Symptome einer Anpassungsstörung beobachtet. Es können respiratorische, neurologische, gastrointestinale und/oder kardiovaskuläre Symptome auftreten, die einer ärztlichen Beobachtung oder Behandlung bedürfen. Bei stabiler Einstellung mit Duloxetin kann die Therapie fortgesetzt werden. Bei Neueinstellung einer antidepressiven Behandlung sollte zunächst geprüft werden, ob die am besten untersuchten Antidepressiva Sertralin oder Citalopram in Betracht gezogen werden können.
Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) rechtzeitig begegnen zu können. Bei Exposition im 1. Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. In den ersten Lebenstagen ist beim Neugeborenen auf etwaige Anpassungsstörungen zu achten.
Polyneuropathie: Ursachen, Symptome und Therapie
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die durch Schädigung mehrerer peripherer Nerven gekennzeichnet ist. Die peripheren Nerven verbinden das Gehirn und das Rückenmark mit den Muskeln, der Haut und den inneren Organen. Eine Schädigung dieser Nerven kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter:
- Schmerzen
- Taubheitsgefühl
- Kribbeln
- Muskelschwäche
- Koordinationsstörungen
- Verlust der Reflexe
Ursachen von Polyneuropathie
Es gibt viele mögliche Ursachen für Polyneuropathie, darunter:
- Diabetes
- Alkoholmissbrauch
- Vitaminmangel (z. B. Vitamin B12)
- Infektionen (z. B. Borreliose, HIV)
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Multiple Sklerose)
- Medikamente (z. B. Chemotherapeutika)
- Vergiftungen (z. B. Schwermetalle)
- Erbliche Faktoren
Therapie von Polyneuropathie
Die Therapie von Polyneuropathie richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. In einigen Fällen kann die Behandlung der Grunderkrankung die Polyneuropathie verbessern. Darüber hinaus gibt es verschiedene symptomatische Behandlungen, die helfen können, die Beschwerden zu lindern:
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- Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Opioide, Antidepressiva (z. B. Duloxetin), Antikonvulsiva (z. B. Gabapentin, Pregabalin)
- Physiotherapie: Verbesserung der Muskelkraft, Koordination und Beweglichkeit
- Ergotherapie: Anpassung des Alltags an die Einschränkungen durch die Polyneuropathie
- Psychotherapie: Bewältigung von Schmerzen und Einschränkungen
- Alternative Therapien: Akupunktur, TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation)
Multiple Sklerose (MS) und neue Therapiemöglichkeiten
Im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) wurden in einem Online-Chat Fragen zu neuen Therapiemöglichkeiten diskutiert. Einige interessante Punkte aus diesem Chat sind:
- Fampyra: Ein Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei MS-Patienten. Es gibt derzeit keine Nachfolger von Fampyra. Bei Patienten, bei denen Fampyra nicht wirkt, bleibt Krankengymnastik im Vordergrund.
- Lemtrada: Ein Medikament, das bei sehr aktiver MS Ruhe schaffen kann. Es erfordert jedoch häufige Blut- und Urinkontrollen aufgrund möglicher Nebenwirkungen.
- Biotin: Ein Nahrungsergänzungsmittel, das in hohen Dosen als Medikament zur Behandlung von MS eingesetzt werden könnte. Es gibt Hinweise auf mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen, aber Langzeitdaten liegen noch nicht vor.
- Anti-LINGO-1: Ein Wirkprinzip, das theoretisch Remyelinisierung hervorrufen kann, also die Reparatur geschädigter Nervenscheiden. Die bisherige Studienlage ist noch auf experimenteller Ebene, aber viel versprechend.
- Vitamin D: Ein wichtiger Faktor für den Verlauf von MS. Es ist sinnvoll, den Vitamin D-Spiegel im normalen Bereich zu halten.
- Fatigue: Gegen Fatigue bei MS können die Medikamente Amantadin oder Modafinil ausprobiert werden.
- Tageszeitlich abhängige Muskelschwäche: Dies könnte ein Hinweis auf Myasthenia gravis sein, eine Autoimmunerkrankung, die bei MS-Patienten zusätzlich auftreten kann.
- Leberbelastung durch MS-Medikamente: Bei jedem MS-Medikament sind Lebernebenwirkungen beschrieben. Relativ selten sind diese z.B. bei Copaxone.
- Cladribine: Ein Medikament, das in Europa nochmals zur Zulassung eingereicht werden soll.
- JC-Virus: Ein Virus, das bei Einnahme von Tysabri zu PML (progressiver multifokaler Leukenzephalopathie) führen kann. Es gibt Tests, um das Risiko einer PML zu bestimmen.
- Physiotherapie: Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von MS.
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