Tennisballmassage zur Linderung von Gesäßmuskel-Triggerpunkten und Hexenschuss

Dauerhafte Fehl- oder Überbelastungen der Muskulatur können zu Verkrampfungen führen, was wiederum die Durchblutung in der betroffenen Region verschlechtert und Schmerzen begünstigt. Im Zentrum dieser verkrampften Muskulatur befinden sich sogenannte Triggerpunkte. Diese sind lokal begrenzt, druckempfindlich und als harte Stränge oder Knoten tastbar. Oftmals erkennen Betroffene den Zusammenhang zwischen einem ertasteten Triggerpunkt und ihren Schmerzen nicht, da der Ort der Schmerzentstehung und der Ort der Schmerzwahrnehmung oft weit auseinanderliegen.

Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind schmerzhafte Muskelverknotungen, die in fast jeder Körperpartie auftreten können und uns im Alltag regelmäßig ausbremsen. Sie entstehen durch Überbelastung, Fehlhaltung oder andere Faktoren, die zu einer Verkrampfung der Muskulatur führen. Auch psychische Ursachen wie Stress können Muskelverspannungen und Triggerpunkte verursachen.

Ursachen für Triggerpunkte im Gesäßmuskel

Im Bereich des Gesäßes können Triggerpunkte durch verschiedene Faktoren entstehen:

  • Fehlbelastungen: Häufiges, längeres Sitzen in ungünstigen Positionen, beispielsweise durch den sogenannten "Portemonnaiedruck" oder eine schiefe Sitzhaltung, kann zu einer Fehlbelastung der Gesäßmuskulatur führen. Auch eine Beinlängendifferenz oder muskuläre Dysbalancen können Fehlbelastungen verursachen.
  • Überlastung: Wiederholte, einseitige Bewegungen oder sportliche Aktivitäten, die eine starke Beanspruchung des Gesäßes und der Hüfte erfordern (z.B. Laufen, Radfahren, Tennis), können den Piriformis-Muskel überlasten.
  • Direkte Verletzungen: Verletzungen oder Traumata im Bereich des Gesäßes oder der Hüfte (z.B. durch Stürze, Schläge oder Prellungen) können den Piriformis-Muskel irritieren und zu Schwellungen führen.
  • Anatomische Variationen: Bei manchen Menschen kann es zu anatomischen Abweichungen in der Beziehung zwischen dem Piriformis-Muskel und dem Ischiasnerv kommen. In einigen Fällen verläuft der Ischiasnerv durch den Piriformis-Muskel oder teilt sich in Äste auf, die den Muskel durchqueren.

Symptome von Triggerpunkten im Gesäßmuskel

Triggerpunkte im Gesäßmuskel können verschiedene Symptome verursachen:

  • Lokaler Schmerz: Druckempfindlichkeit und Schmerzen im Bereich des Triggerpunkts selbst.
  • Ausstrahlender Schmerz: Schmerzen, die in andere Bereiche ausstrahlen, z.B. in den unteren Rücken, die Hüfte, den Oberschenkel oder das Bein.
  • Bewegungseinschränkungen: Schwierigkeiten bei bestimmten Bewegungen, z.B. beim Gehen, Sitzen oder Aufstehen.
  • Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Brennen im Bein.

Die Tennisballmassage als Selbstbehandlung

Triggerpunkte im Bereich des Gesäßes lassen sich gut selbst behandeln. Ein einfacher Tennisball kann dabei als Therapiegerät dienen. Durch die Massage mit dem Tennisball können die Triggerpunkte gelöst, die Durchblutung verbessert und die Schmerzen gelindert werden. Die Tennisballmassage kann auch mit der Dehnung des Piriformis in Rückenlage kombiniert werden, um den Effekt zu verstärken.

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Durchführung der Tennisballmassage

  1. Vorbereitung: Legen Sie sich auf den Rücken, am besten auf eine harte Unterlage (z.B. Boden oder Yogamatte). Stellen Sie die Beine an.
  2. Positionierung: Platzieren Sie den Tennisball unter dem Gesäß, in dem Bereich, in dem Sie den Triggerpunkt oder die Schmerzen spüren.
  3. Massage: Verlagern Sie Ihr Gewicht auf den Ball und suchen Sie durch kleine Rollbewegungen den schmerzhaftesten Punkt.
  4. Behandlung:
    • Statischer Druck: Üben Sie statischen Druck auf den Triggerpunkt aus und halten Sie diesen für etwa 30-60 Sekunden. Atmen Sie dabei ruhig und entspannt.
    • Rollbewegungen: Führen Sie kleine, langsame Rollbewegungen über den Triggerpunkt aus. Massieren Sie den Bereich für 1-2 Minuten.
  5. Wiederholung: Wiederholen Sie die Massage mehrmals täglich.
  6. Alternative Position: Sie können die Massage auch in Seitlage durchführen, um die seitliche Gesäßmuskulatur zu erreichen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Massage nicht zu schmerzhaft ist. Es sollte ein deutlicher Druck spürbar sein, aber keine unerträglichen Schmerzen verursacht werden. Bei Bedarf können Sie den Druck reduzieren oder die Massage unterbrechen.

Weitere Hilfsmittel

Neben einem Tennisball können auch andere Massagebälle oder Faszienrollen für die Selbstbehandlung von Triggerpunkten im Gesäß verwendet werden.

Der Hexenschuss (Lumbago)

Ein Hexenschuss (akute Lumbago) ist ein plötzlich einschießender, greller Schmerz im unteren Rücken, der sofort zu eingeschränkter Beweglichkeit im Rücken führt. Typisch sind heftige, meist einseitige Schmerzen im unteren Rücken, die jede weitere Bewegung fast unmöglich machen. Betroffene beschreiben die Schmerzen als stechend, ziehend oder bohrend im Bereich zwischen Gesäß und Lenden. Hexenschuss-Patienten nehmen oft eine nach vornüber gebeugte Schonhaltung ein.

Mögliche Ursachen für einen Hexenschuss sind blockierte Wirbelgelenke, verspannte Muskeln oder gereizte Nerven. Auch psychosoziale Faktoren wie Stress, Überarbeitung oder Übermüdung können eine Rolle spielen.

Die Rolle der Gesäßmuskulatur beim Hexenschuss

Die Gesäßmuskeln spielen bei der Bewegungseinschränkung im Rahmen eines akuten Lumbago eine wichtige Rolle. Verspannungen in den Gesäßmuskeln können die Beschwerden verstärken und die Beweglichkeit einschränken. Daher ist das Lösen von Verspannungen in den Gesäßmuskeln zur Wiederherstellung der Beweglichkeit äußerst sinnvoll. Die Tennisballmassage kann hierbei eine wertvolle Unterstützung bieten.

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Weitere Maßnahmen bei Hexenschuss

Neben der Tennisballmassage gibt es weitere Maßnahmen, die bei einem Hexenschuss helfen können:

  • Schmerzmittel: Kurzfristig können herkömmliche Schmerzmedikamente (NSAR: nichtsteroidale Antirheumatika) mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen die Schmerzen lindern. In manchen Fällen verschreibt der Arzt auch muskelentspannende Präparate oder eine lokale Infiltration.
  • Wärme: Wärmeanwendungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Gesäßes und des Bauches können die Schmerzen lindern und die Verspannung lösen. Geeignet sind Wärmflaschen, Wärmepflaster und Kirschkernsäckchen.
  • Stufenlagerung: Legen Sie sich auf eine nicht zu harte Unterlage und legen Sie die Unterschenkel im rechten Winkel auf einen Stuhl oder einen Kissenstapel. Dies entlastet die betroffene Körperregion und entspannt die Muskulatur.
  • Bewegung: So schwer es am Anfang fallen mag: Schonende Bewegung ist besser als Bettruhe. Vermeiden Sie langes Sitzen und das Heben von Lasten. Sobald Sie wieder ein wenig beweglicher sind, bauen Sie rückenkräftigende Übungen in Ihren Alltag ein.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Schmerzen zu lindern.
  • ZRT-Matrix-Therapie: Diese sanfte Therapieform eignet sich sehr gut, um den Spannungszustand von hypertoner (überspannter) Muskulatur zu normalisieren und den Stoffwechsel im Muskel zu verbessern.
  • Osteopathie: Die Osteopathie fokussiert sich auf die ganzheitliche Methode, bei der der ganze Mensch behandelt wird, um so die Selbstheilungskräfte des Körpers durch Lösung der Verspannungen und Blockaden zu unterstützen.

Vorbeugung von Hexenschuss und Triggerpunkten

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, einem Hexenschuss und der Entstehung von Triggerpunkten vorzubeugen:

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
  • Richtiges Heben: Achten Sie darauf, schwere Gegenstände rückenschonend zu heben.
  • Aufrechte Körperhaltung: Achten Sie beim Sitzen, Stehen und Gehen auf eine aufrechte Körperhaltung.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige sanfte Bewegung hält den Körper fit und beugt Rückenschmerzen vor. Geeignet sind z.B. Spaziergänge, Schwimmen oder Bewegung im warmen Wasser.
  • Dehnübungen: Führen Sie regelmäßige Dehnübungen durch, um die Flexibilität der Rückenmuskeln zu verbessern.
  • Kräftigung der Rumpfmuskulatur: Eine gut trainierte Rumpfmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und beugt damit künftigen Schmerzen vor.
  • Übergewicht vermeiden: Übergewicht kann zusätzlichen Druck auf die Wirbelsäule ausüben und das Risiko von Rückenschmerzen erhöhen.
  • Rauchverzicht: Rauchen kann die Blutzirkulation beeinträchtigen, auch im Bereich der Wirbelsäule.
  • Stressmanagement: Achten Sie auf ein gutes Stressmanagement, um Muskelverspannungen zu vermeiden.

Das Piriformis-Syndrom

Das Piriformis-Syndrom ist ein sogenanntes Engpass-Syndrom, das durch eine Einklemmung des Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) entsteht und Ischiasschmerzen verursacht. Dabei übt der Musculus piriformis Druck auf den Ischiasnerv aus. Mögliche Ursachen sind eine Überbelastung des Muskels durch Verletzungen oder Fehlhaltungen.

Symptome des Piriformis-Syndroms

Das Hauptsymptom des Piriformis-Syndroms ist ein stechender Schmerz im Gesäß. Mögliche Begleitsymptome sind Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen in den Beinen. Die Schmerzen können vom Gesäß in den hinteren Oberschenkel und sogar bis zum Knie ausstrahlen.

Diagnose des Piriformis-Syndroms

Die Diagnose kann durch einen im Piriformis-Syndrom erfahrenen Orthopäden anhand eines Gesprächs über die Beschwerden, einer gründlichen körperlichen Untersuchung und speziellen Muskeltests gestellt werden.

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Behandlung des Piriformis-Syndroms

Die Behandlung des Piriformis-Syndroms umfasst in der Regel konservative Maßnahmen wie:

  • Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen werden entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Übungen können helfen, die Muskulatur zu dehnen und zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Schmerzen zu lindern.
  • Dehnübungen: Dehnübungen sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung eines Piriformis-Syndroms.
  • Faszientraining: Ein gezieltes Faszientraining kann helfen, die bindegewebigen Hüllen im Bereich der tiefen Hüftmuskulatur zu lockern.
  • Tennisballmassage: Ein Tennisball eignet sich bei dem Piriformis sehr gut zur Selbstmassage.
  • Stoßwellentherapie: Bleibt eine Besserung der Symptomatik bei konservativer Behandlung aus, kann eine Stoßwellentherapie durchgeführt werden.
  • Kinesiologisches Tape: Kinesiologisches Tape kann verwendet werden, um eine Überbelastung der schmerzgeplagten Muskulatur zu verhindern.
  • Akupunktur: Die Akupunktur ist ein beliebtes alternatives Behandlungsverfahren, das Schmerzen lindern kann.
  • Wärmeanwendungen: Bei stark ausgeprägten Beschwerden können lokale Wärmeanwendungen genutzt werden.

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