Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Im Erwachsenenalter sind Frauen etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Sport kann sowohl ein Auslöser als auch eine präventive Maßnahme gegen Migräne sein. Bei manchen Menschen kann es nach dem Tennisspielen oder anderen Sportarten zu Migräneattacken kommen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Migräne nach dem Tennis, mögliche Behandlungen und vorbeugende Maßnahmen.
Ursachen von Migräne nach dem Tennis
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Migräneattacke nach dem Tennisspiel auslösen können:
- Anstrengung und Belastung: Tennis ist eine Sportart, die mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen verbunden ist. Diese können eine Migräne auslösen. Bei körperlicher Anstrengung pumpt das Herz das Blut schneller durch den Körper, um die Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen. Dadurch dehnen sich die Venen und Arterien aus, was die Spannung der Gefäße verändert. Da die Gefäßstrukturen im Kopf besonders schmerzempfindlich sind, könnte dies zu Kopfschmerzen führen.
- Energiedefizit im Gehirn: Während und nach dem Training verbrennt die Muskulatur mehr Fett und benötigt Energie. Dies kann zu einem Energiedefizit im Gehirn führen und eine Migräneattacke auslösen.
- Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. Wenn man beim Sport viel schwitzt und zu wenig trinkt, steigt das Risiko für Beschwerden.
- Verspannungen: Falsche Bewegungsabläufe oder eine ungünstige Haltung beim Sport können zu Verspannungen der Muskulatur führen, die wiederum Kopfschmerzen auslösen können.
- Individuelle Trigger: Bestimmte Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen können bei manchen Menschen Migräneattacken auslösen.
- Histamin-Intoleranz: Durch Sport schüttet der Körper Histamin aus, was bei Personen mit Histamin-Intoleranz problematisch sein kann.
Symptome
Die Symptome einer Migräne nach dem Tennis können vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Typische Symptome sind:
- Pochende, pulsierende Kopfschmerzen, meist auf beiden Seiten des Kopfes
- Starke Schmerzen, die einer Migräneattacke ähneln
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Aura-Symptome wie Augenflimmern oder Lichtblitze
Behandlung von Migräne nach dem Tennis
Die Behandlung von Migräne nach dem Tennis kann sowohl akut als auch präventiv erfolgen:
Akutbehandlung
- Schmerzmittel: Bei akuten Migräneattacken können Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol helfen.
- Triptane: In einigen Fällen können auch Triptane, spezielle Migränemedikamente, eingesetzt werden. Diese sollten jedoch nicht bei Menschen mit erhöhtem Risiko für vaskuläre Erkrankungen angewendet werden.
- Sport beenden: Bei Einsetzen der Schmerzen sollte das Training sofort beendet werden, um die Dauer der Kopfschmerzen zu verkürzen.
- Kaffee: Bei schlafgebundenem Kopfschmerz kann eine starke Tasse Kaffee in der Akutbehandlung helfen.
Vorbeugende Maßnahmen
- Regelmäßiger Ausdauersport: Regelmäßiger aerober Ausdauersport kann helfen, die Anfallshäufigkeit und -stärke günstig zu beeinflussen. Geeignete Sportarten sind Joggen, Nordic Walking, Radfahren, Skilanglauf und Schwimmen.
- Stressbewältigung: Stress ist ein bekannter Auslöser von Migräne. Entspannungstechniken und Stressbewältigung können helfen, die Häufigkeit von Migräneattacken zu verringern. Hierzu zählen verhaltenstherapeutische Programme und Entspannungsverfahren.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Trigger-Nahrungsmitteln können ebenfalls helfen, Migräne vorzubeugen. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln oder Kartoffeln können vor dem Sport gegessen werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.
- Flüssigkeitszufuhr: Ausreichend Flüssigkeit während des Trainings ist wichtig, um Dehydration zu vermeiden.
- Aufwärmen: Vor dem Sport sollte man sich ausreichend aufwärmen.
- Moderate Intensität: Die sportliche Aktivität sollte langsam gesteigert und nicht in großer Hitze trainiert werden.
- Magnesium: Die Einnahme von Magnesium kann zur Vorbeugung von Migräne beitragen.
- Entspannungstechniken: Entspannende Sportarten wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi können ebenfalls helfen, Migräne vorzubeugen.
- Routine im Alltag: Eine Umstrukturierung des Alltags und das Einführen einer Routine kann helfen, Migränesymptome zu reduzieren.
- Vorsicht bei Histamin-Intoleranz: Personen mit Histamin-Intoleranz sollten vorsichtig mit Sport beginnen und ruhige, moderate Aktivitäten ausprobieren.
Spezielle Aspekte
- Primärer Anstrengungskopfschmerz: Bei diesem reagiert der Patient auf körperliche Anstrengung mit Kopfschmerzen. Betroffene sollten nicht in großer Hitze trainieren und die körperliche Aktivität langsam steigern. Eine Kurzzeitprophylaxe mit Indometacin kann hilfreich sein.
- Schlafgebundener Kopfschmerz: Patienten wachen in der Nacht immer zur gleichen Zeit aufgrund von Kopfschmerzen auf. Hier kann eine starke Tasse Kaffee in der Akutbehandlung oder prophylaktisch vor dem Schlafengehen helfen.
- Migräne während der Periode: Während der Periode gelten für Migränepatientinnen zunächst auch die allgemeinen Tipps bei Migräne und Sport. Bei starken Beeinträchtigungen sollte entweder ganz auf Sport verzichtet werden.
- Migräne in der Schwangerschaft: Schwangere, die unter Migräne leiden, sollten ebenfalls darauf achten, intensive sportliche Betätigungen zu vermeiden. Bei einer Risikoschwangerschaft sollte meist ganz auf Sport verzichtet werden.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
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- Die Kopfschmerzen plötzlich und sehr stark auftreten.
- Die Kopfschmerzen nur bei körperlicher Anstrengung oder Belastung auftreten.
- Der Schmerz ausstrahlt, z.B. in den Kiefer.
- Begleitsymptome wie Bewusstseinstrübung, Erbrechen oder visuelle oder sensomotorische Ausfälle auftreten.
- Die Kopfschmerzen trotz Behandlung nicht besser werden.
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