Demenz ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Angehörigen und Pflegekräfte. Ergotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Unterstützung von Menschen mit Demenz, da sie darauf abzielt, deren Lebensqualität zu verbessern und ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.
Was ist Demenz?
Der Begriff „Demenz“ bedeutet „ohne Geist“. Demenz bezieht sich auf eine Gruppe von Symptomen, die mit einem Rückgang der Gedächtnisleistung, der Urteilsfähigkeit und anderen kognitiven Fähigkeiten einhergehen, was erhebliche Auswirkungen auf die Fähigkeit einer Person hat, ihren Alltag selbstständig zu gestalten. Es handelt sich nicht um eine spezifische Krankheit, sondern um ein Syndrom, das durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden kann, am häufigsten durch die Alzheimer-Krankheit.
Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen u. a. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Wahrnehmung und Problemlösung. Auch Emotionen haben einen wesentlichen kognitiven Anteil. Kognitive Fähigkeiten werden von verschiedenen Wissenschaften untersucht, z. B. der Psychologie, der Neurowissenschaft und der Linguistik.
Bei der Demenzerkrankung verringern sich die geistigen Funktionen. Das führt dazu, dass die Fähigkeit langsam verloren geht, Dinge im alltäglichen Alltag zu bewältigen. Es treten u.a. auch Sprachprobleme auf. Zudem leidet sehr oft die Orientierung. Zu beobachten ist, dass Demenz auch das Verhalten der Betroffenen zu ihren Angehörigen verändert. Auch die Persönlichkeit dieser Menschen ist betroffen.
In Deutschland sind rund 1,6 Millionen Menschen von der Demenzerkrankung betroffen. Es trifft häufiger Menschen ab dem 65. Lebensjahr.
Lesen Sie auch: Rehabilitation bei Gesichtsfeldausfall
Formen der Demenz
Eine degenerative Demenz zeichnet sich durch den Abbau (Degeneration) der Nervenzellen im Gehirn aus. Bekannte Formen sind u.a.:
- Alzheimer-Krankheit (ca. 60 % der Fälle)
- Vaskuläre Demenz (ca. 20 % der Fälle)
- Lewy-Körperchen-Demenz
- Frontotemporale Demenz
Mit zunehmendem Alter treten häufig Mischformen der vaskulären und degenerativen Demenzen auf. Vaskuläre Demenzen entwickeln sich aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Sekundäre Demenzen sind eine seltenere Demenzform. Sie kann beispielsweise durch eine Medikamentenvergiftung, durch Gifte wie Alkohol oder Drogen, aber auch durch Depressionen ausgelöst werden.
Anteil der Demenzerkrankungen ca. Erkrankungen, die zu einer sekundären Demenz führen können sind z.B.:
- Kardiovaskuläre Erkrankungen z.B. chron. Herzinsuffizienz
- Chron. Lungenerkrankungen z.B. COPD
- Stoffwechselstörungen z.B. Diabetes Mellitus
- Intoxikationen z.B. Alkoholabusus
Rolle der Ergotherapie bei Demenz
Ergotherapie ("Occupational Therapy") wird hier verstanden als Intervention zur Verbesserung und Stützung von Alltagsfunktionen und Handlungsfähigkeit mit dem Ziel der Verbesserung von Teilhabe und Lebensqualität im individuellen Alltag und Lebenskontext. Ergotherapie spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Demenz, indem sie darauf abzielt, deren Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und die Lebensqualität zu erhalten. Durch die individuelle Anpassung der Therapiemaßnahmen an die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Einzelnen können Ergotherapeuten helfen, die Ausführung alltäglicher Aktivitäten zu erleichtern und das Wohlbefinden zu steigern. Dies umfasst die Entwicklung von Strategien zur Gedächtnisunterstützung, die Anpassung der häuslichen Umgebung zur Reduzierung von Risiken und die Förderung von Aktivitäten, die sowohl Freude als auch kognitive und physische Stimulation bieten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Beratung und Schulung von Angehörigen, um ein tieferes Verständnis der Erkrankung zu erlangen und effektive Unterstützungsstrategien im Umgang mit den Herausforderungen der Demenz zu entwickeln.
Ziele der Ergotherapie
- Erhalt der Selbstständigkeit im Alltag
- Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens
- Förderung kognitiver, motorischer und sozialer Fähigkeiten
- Anpassung der häuslichen Umgebung zur Reduzierung von Risiken
- Beratung und Schulung von Angehörigen
Ergotherapeutische Maßnahmen
Die Behandlung beginnt mit einer umfassenden Bewertung der individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Betroffenen. Ergotherapeuten entwickeln einen maßgeschneiderten Behandlungsplan, der darauf abzielt, die vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Der Plan beinhaltet individuell abgestimmte Übungen zur Gedächtnisförderung, Alltagskompetenzen und zur Aufrechterhaltung der motorischen Fähigkeiten.
Lesen Sie auch: Parkinson und B1: Ein Erfahrungsbericht
Zu den ergotherapeutischen Maßnahmen gehören:
- das Analysieren, Anpassen und (wieder) Einüben von Betätigungen, die der Mensch mit Demenz weiterhin tun möchte oder die von ihm erwartet werden. Wie z.B.
- Anleiten des dementen Menschen zu früheren Tätigkeiten des täglichen Lebens. Dabei ist darauf zu achten, dass die an Demenz erkrankten Menschen nicht überfordert werden und es zu keinem Negativerleben kommt!
- Erhaltung/Förderung der Körperwahrnehmung z.B. durch gezielte Berührungen, Einsatz von Igelbällen oder Bürsten. Der Demenzkranke soll sich möglichst lange noch selbst spüren z.B. Prof. Das Perfetti-Konzept orientiert sich an der physiologischen Funktionsweise des Gehirns und seinen Möglichkeiten zur Reorganisation. Wichtig sind die gezielte Aufmerksamkeit des Patienten sowie ein zielgerichteter, sinnvoller Bewegungsauftrag. Ohne diese Kombination ist das Erlernen bzw.
- Erhaltung der kognitiven Fähigkeiten, wie z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Orientierung.
- Steigerung / Erhalt der Körperwahrnehmung - dem Zusammenspiel der Aufnahme von Sinnesreizen und der Verarbeitung im Gehirn (z. B.
- Emotionale Unterstützung (z. B.
- Hirnleistungstraining
- Training der Tätigkeiten des täglichen Lebens
- Bewegungs- und Gedächtnistraining
- Entspannung
- Anpassung der häuslichen Umgebung
- Beratung und Schulung von Angehörigen und Pflegekräften
HED-I: Ergotherapeutische Kurzzeitintervention im häuslichen Umfeld
Das Interventionsprogramm HED-I wurde entwickelt, um Menschen mit beginnender oder mittelgradiger Demenz und ihren Angehörigen im eigenen häuslichen Umfeld Unterstützung und Beratung im Alltag insbesondere bei Alltagsaktivitäten bereitzustellen. HED-I ist eine ergotherapeutische Kurzzeitintervention mit 20 Therapieeinheiten, die direkt im häuslichen Umfeld stattfindet. Sie ist ausgerichtet auf Menschen mit leichter und mittelgradiger Demenz und deren pflegenden Angehörigen. Das Therapiemanual, ermöglicht eine systematische und übersichtliche Behandlungsplanung und -durchführung.
Ein Schwerpunkt von HED-I ist eine detaillierte Befunderhebung zu Beginn der Therapie. Teil der Befunderhebung ist das COPM- Interview zur Erfassung der Betätigungsanliegen des Klienten sowie der Einsatz der Betätigungsanalyse, um die Qualität der Durchführung dieser bedeutungsvollen Betätigungen mit den Klientinnen und den Angehörigen gemeinsam beurteilen zu können. Daraufhin werden betätigungsorientierte Ziele erarbeitet, die die Grundlage der Intervention und auch der Ergebnisevaluation bilden. Fester Bestandteil des Vorgehens in HED-I ist auch die Anleitung des Angehörigen zur förderlichen Unterstützung des Erkrankten in seinen Alltagsaktivitäten sowie bei Bedarf das Ermitteln und Initiieren eines individuellen Netzwerks wohnortnaher demenzspezifischer Hilfen nach dem FIDEM-Modell. Im häuslichen Arbeitssetting mit Demenzerkrankten und deren Angehörigen begegnen Ergotherapeutinnen täglich neue und herausfordernde Situationen. HED-I bietet mit seiner Therapeutenmappe eine klare Orientierung für das ergotherapeutische Vorgehen. Für jede Therapieeinheit stehen Arbeitshilfen zur Verfügung, die Struktur und Sicherheit geben.
FIDEM-Modell
Die Umsetzung von HED-I im Rahmen der FIDEM-Modellprojekte (Frühzeitige Informationen und Hilfe bei Demenz, 2009 - 2012 und 2013 - 2016) zeigte, dass Menschen mit Demenz und ihre Familien von der interdisziplinären Vernetzung von Ergotherapie, den Hilfsangeboten für Demenzerkrankte sowie den Hausärzten profitieren. Hausärzte werden zunehmend sensibilisiert, Demenzerkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu diagnostizieren. Zeitnah werden Hilfen für die Betroffenen und ihre Familien initiiert. Zu den Unterstützungs-Anbietern nach dem FIDEM-Modell gehören neben der häuslichen Ergotherapie die spezifische Demenzberatung, Angebote zur Unterstützung im Alltag, sowie Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige.
HED-I-Schulung
Seit 2013 wird die HED-I-Schulung über die DVE AKADEMIE angeboten. Die HED-I-Schulung umfasst drei Teile (Modul 1 Basis, Modul 2 Aufbau, Modul 3 Implementierung / Zertifizierung) und befähigt die teilnehmenden Ergotherapeut*innen, die Alltagsbetätigungen des Menschen mit Demenz zu stärken und den Angehörigen einen angemessenen Umgang mit ihrem demenzerkrankten Familienmitglied zu ermöglichen.
Lesen Sie auch: Umfassende Informationen zu neurologischer Reha
Weitere Therapieansätze
Neben der Ergotherapie können auch andere Therapieformen unterstützend wirken bei einer Demenz, beispielsweise die Logopädie. In der Kunsttherapie geht es darum, sich mithilfe aller Medien auszudrücken, die die Kunst kennt. Anfertigen von Skulpturen geschehen. können, wenn ihre Sprachfähigkeit eingeschränkt ist. körperlicher Gesundheit ab. Sinne wahrzunehmen. Farben oder auch haptischen Reizen andere Formen des Zugangs für sie. hervorrufen. bei Menschen mit demenzieller Erkrankung hervorrufen. In der Kunsttherapie geht es für Menschen darum, etwas kreativ zu erschaffen. viel geben kann, die bei dem Ausführen alltäglicher Handlungen oft an ihre Grenzen stoßen. auf diese Weise „etwas schaffen bzw. erschaffen“ können. Zielen und Wertungen ist.
Musiktherapie
Jeder Mensch verfügt nicht nur über eine Lebens- sondern auch über eine Musikbiografie. häufig Situationen im Leben, in denen sich starke Gefühlsregungen mit Musik verbinden. Demenz abrufen. sehr lange angesprochen werden. berührt, kann sie Emotionen wecken oder auch verstärken. als auch schlechte - können wir in der Musik finden. der Arbeit mit Menschen mit Demenz einzusetzen. Menschen mit Demenz nehmen ihre Umwelt verstärkt über sinnliche Erfahrungen und Reize wahr. das Erleben von Gemeinschaft ermöglicht. Beim Erleben von Musik bewegt man sich häufig automatisch. dem Fuß, bewegt sich zum Rhythmus der Musik oder führt gar Tanzschritte aus. anderen Menschen. Musik verführt uns zu Tagträumen, dabei ist die Richtung aber nicht festgelegt. beim Hören von Musik unterschiedliche, ganz individuelle Fantasien. Klängen, Musikinstrumenten oder Liedern kann die Kreativität fördern. mehr erfüllen oder manche Dinge gar nicht mehr ausführen können. verloren geglaubte Ressourcen z.B. werden. Volkslied fehlerfrei zu singen.
Neue Erkenntnisse in der Ergotherapie bei Demenz
Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die das Gedächtnis, das Denken und das Verhalten beeinträchtigt. Während es derzeit keine Heilung für Demenz gibt, konzentriert sich die Forschung zunehmend auf die symptomatische Behandlung und die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Ergotherapie spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Kognitive Stimulationstherapie (CST)
Bewährte Methode, die speziell für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz entwickelt wurde. Dieser Ansatz umfasst Aktivitäten und Übungen, die das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Problemlösungsfähigkeiten anregen. Studien zeigen, dass CST nicht nur die kognitive Funktion verbessern kann, sondern auch positive Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Patienten hat.
Alltagskompetenztraining
Neue Erkenntnisse betonen die Bedeutung des Trainings alltäglicher Fertigkeiten, um die Selbstständigkeit der Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Ergotherapeuten nutzen spezifische Übungen und Aufgaben, die auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Patienten zugeschnitten sind. Dabei wird auf praktische Tätigkeiten wie Kochen, Anziehen und Haushaltsführung fokussiert.
Umweltanpassungen
Der Lebensraum der Patienten kann signifikant zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Ergotherapeuten unterstützen dabei, das häusliche Umfeld sicherer und zugänglicher zu gestalten. Neue Ansätze beinhalten technologische Hilfsmittel, wie z.B. intelligente Haussysteme, die Sicherheit und Orientierung verbessern können.
Sensorische Integration
Aktuelle Forschungen legen nahe, dass sensorische Stimulation (wie Berührung, Musik und visuelle Reize) positive Effekte auf das emotionale Wohlbefinden und die Verhaltenssymptome von Menschen mit Demenz haben kann. Ergotherapeuten verwenden dabei spezifische sensorische Integrationstechniken, um die Reizverarbeitung zu unterstützen und Unruhe oder Angst zu reduzieren.
Soziales Engagement
Soziale Isolation kann die Symptome von Demenz verschlimmern. Ergotherapeuten fördern daher Aktivitäten, die soziale Interaktion und Teilnahme an Gruppenveranstaltungen beinhalten. Neue Programme und Technologien (wie Online-Interaktionsplattformen) bieten zusätzliche Möglichkeiten für ältere Erwachsene, sozial aktiv zu bleiben.
Erinnerungstherapie (Reminiscence Therapy)
Diese Therapieform nutzt das Langzeitgedächtnis, um positive Erinnerungen zu aktivieren und die Stimmung der Patienten zu verbessern. Ergotherapeuten setzen beispielsweise Fotoalben, Musik und persönliche Gegenstände ein, um Gespräche über die Vergangenheit zu initiieren und kognitive Fähigkeiten zu erhalten.
Personenzentrierte Ansätze
Ein sehr wichtiger neuer Ansatz in der Ergotherapie ist die personenzentrierte Pflege. Diese Methode stellt sicher, dass die Therapie an den individuellen Bedürfnissen, Vorlieben und der Lebensgeschichte des Patienten ausgerichtet ist.
Validationstherapie
Ein weiteres bedeutendes Konzept in der Ergotherapie bei Demenz ist die Validation. Die Validationstherapie wurde von Naomi Feil entwickelt und zielt darauf ab, die emotionale und kognitive Welt der Demenzkranken zu verstehen und anzuerkennen. Statt die oft fehlerhaften oder verwirrenden Aussagen der Patienten zu korrigieren, akzeptiert der Therapeut diese und versucht, die zugrunde liegenden Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen. Dieses Konzept der Anerkennung und Bestätigung kann das Selbstwertgefühl der Patienten stärken und ihnen helfen, sich verstanden und respektiert zu fühlen.
Evidenzbasierung
„Es gibt Evidenz, dass ergotherapeutische, individuell angepasste Maßnahmen bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz unter Einbeziehung der Bezugspersonen zum Erhalt der Alltagsfunktionen beitragen. Der Einsatz sollte angeboten werden. Empfehlungsgrad B, Evidenzebene Ib, Leitlinienadaptation NICE-SCIE 2007 3.4.3“
HED-I basiert auf den Erkenntnissen der holländischen und amerikanischen Studien (s.u.). Signifikante Verbesserung der Alltagsfunktionen der Betroffenen, sowie Abnahme der Belastung bei Angehörigen, auch 6 Wochen nach Therapieende in gleicher Stärke nachweisbar (Graff et al. 2006; Graff et al. Reduzierte Häufigkeiten herausfordernden Verhaltens (ständiges Hinterherlaufen und ständiges Wiederholen der gleichen Fragen). Mehr und länger andauernde Selbstbeschäftigung der Betroffenen. Die Angehörigen benötigten weniger Zeitstunden, um sich um den Betroffenen zu kümmern und ständig auf der Hut zu sein, ebenso wurde von ihnen eine verbesserte Selbstwirksamkeit festgestellt (Gitlin et al. Die deutsche ERGODEM Studie zeigte, dass Alltagsaufgaben auch 9, 19 und 31 Wochen nach der Behandlung von den Betroffenen signifikant besser bewältigt wurden (Holthoff et al. Die REDALI-DEM Studie zeigt, dass Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer oder gemischten Typ von einem strukturierten Lerntraining, durchgeführt von Ergotherapeuten oder Psychologen, profitieren. (Voigt-Radloff et al.
Fallbeispiel
Herr Müller, ein 76-jähriger Rentner, wurde mit einer mittelschweren Demenz diagnostiziert. Er hatte zunehmend Schwierigkeiten, sich an tägliche Routinen zu erinnern, und berichtete von Verwirrung bei der Ausführung alltäglicher Aufgaben wie Ankleiden und Einkaufen.
Bei der ersten Begegnung in der Ergotherapiepraxis führten die Therapeuten eine umfassende Bewertung durch, um Herrn Müllers Fähigkeiten und Herausforderungen zu verstehen. Daraufhin entwickelten sie einen individuellen Behandlungsplan, der auf seine Bedürfnisse zugeschnitten war.
Die Therapie konzentrierte sich darauf, Herrn Müller Strategien zur Gedächtnisunterstützung zu vermitteln, wie das Verwenden von Erinnerungshilfen und das Einrichten einer strukturierten Tagesroutine. Zudem passten die Therapeuten seine Wohnsituation an, um die Sicherheit zu erhöhen und die Selbstständigkeit zu fördern. Dies beinhaltete die Installation von Handläufen im Bad und die Markierung wichtiger Gegenstände in der Küche.
Ein wesentlicher Teil der Therapie bestand darin, Herrn Müller in aktivierende und sinnvolle Aktivitäten einzubinden, die seine kognitiven Fähigkeiten und sein Wohlbefinden förderten. Dies umfasste einfache Gartenarbeit und angeleitete Bewegungsübungen.
Nach mehreren Monaten der ergotherapeutischen Begleitung zeigte Herr Müller deutliche Verbesserungen in seiner Alltagskompetenz und mehr Selbstständigkeit im Alltag.
Finanzierung
Es handelt sich bei der Ergotherapie bei Demenz in der Regel um eine Leistung der Krankenkassen - wobei auf Wunsch umfassendere Behandlungen und Beratungen als Privatleistung angeboten werden können. Ergotherapie kann von einem Arzt als zuzahlungspflichtige Kassenleistung verordnet werden. Die Kosten, deren Finanzierung durch die Krankenkassen gesetzlich geregelt ist. Die Anzahl der verordneten Rezepte, mehrere Monate oder noch länger betragen.
Patienten müssen eine Zuzahlung von insgesamt ca. eine Rezeptgebühr von 10,00 € pro Rezept bezahlt werden. selbst übernommen werden müssen, solange keine Zuzahlungsbefreiung vorliegt.
tags: #therapie #demenz #ergotherapie