Therapiehunde, Diabetes und Epilepsie: Ausbildung und Möglichkeiten

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist etwas Besonderes. Hunde schenken uns bedingungslose Liebe und Unterstützung. Roger A. Caras, ehemaliger Präsident des britischen Tierschutzbundes, sagte treffend: "Wir schenken unseren Hunden ein wenig Liebe und Zeit. Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben. Es ist zweifellos das beste Geschäft, was der Mensch je gemacht hat." Diese tiefe Verbindung kann besonders wertvoll sein, wenn Hunde als Therapie- oder Assistenzhunde ausgebildet werden, um Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Diabetes oder Epilepsie zu unterstützen.

Die positive Wirkung von Tieren auf die Gesundheit

Der Kontakt zu Tieren, oder allein deren Anwesenheit, fördert die Gesundheit, soziale Interaktionen, emotionale Kompetenz und reduziert Angst. Verschiedene Studien dokumentieren allein durch das Streicheln einen Anstieg von „Wohlfühlhormonen“ sowohl beim Menschen als auch beim Tier.

Was ist ein Therapiehund?

Ein Therapiehund lebt bei seinem Menschen, der in sozialen Einrichtungen pädagogisch oder therapeutisch beruflich tätig ist. Hierzu setzt er unter anderem seinen Hund als Unterstützung ein und arbeitet somit tiergestützt.

Was ist ein Assistenzhund?

Ein Assistenzhund lebt bei seinem Menschen mit einer Beeinträchtigung. Das kann eine chronische Erkrankung wie Diabetes, Epilepsie oder auch Beeinträchtigungen des Gehörs, der Motorik, des Sehvermögens oder ähnliches sein. Ein Assistenzhund ist individuell auf die Bedürfnisse seines Menschen trainiert und verhilft zu mehr Teilhabe am öffentlichen Leben und gibt Sicherheit, verhindert Notfälle oder ist in der Lage, Hilfe zu holen. Ein Assistenzhund kann Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder besonderen Bedürfnissen im Alltag stark entlasten. Viele kennen Blindenführhunde - doch Assistenzhunde helfen in vielen weiteren Bereichen.

Einsatzgebiete von Assistenzhunden

Assistenzhunde können viel mehr als führen. Sie unterstützen bei psychischen Belastungen, körperlichen Einschränkungen oder im Alltag. Je nach Bedarf werden die Hunde in folgenden Bereichen ausgebildet:

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  • Warnhunde (z. B. bei Epilepsie oder Diabetes)
  • LPF-Hunde (Lebenspraktische Fähigkeiten zur Unterstützung im Alltag)
  • Mobilitätshunde (Hilfe bei körperlichen Einschränkungen und beim Gehen)
  • Hunde für FAS (Fetales Alkoholsyndrom)
  • Anzeigehunde (z. B. bei Allergien oder medizinischen Notfällen)
  • PTBS-Assistenzhunde (Unterstützung bei posttraumatischer Belastungsstörung)
  • PSB Assistenzhunde für PTBS & Autismus: Begleiten Menschen mit PTBS oder Autismus im Alltag, schaffen Abstand in sozialen oder öffentlichen Situationen und unterbrechen Flashbacks sowie akute Panikattacken sofort.

Assistenzhunde für Menschen mit Diabetes (Hypohunde)

Ein Hypohund unterstützt seinen Diabetiker im kompletten Diabetesmanagement. Er weist schon frühzeitig auf einen extrem sinkenden oder auf Wunsch auch steigenden Blutzucker hin. Ein Hypohund ist in der Lage, Unterstützung (Eltern) oder im Ernstfall auch Hilfe zu holen.

Assistenzhunde für Menschen mit Epilepsie (Epilepsie-Warnhunde)

Die Ausbildung dauert meist bis zu zwei Jahre. Sowohl das Anfallsgeschehen an sich als auch die Auswirkungen der epileptischen Anfälle auf den Alltag des Betroffenen sind sehr unterschiedlich. Daher bilde ich Hunde für die Unterstützung und Anzeige bei Epilepsie ausschließlich nach individuell gestalteten Ausbildungsplänen aus. Epilepsiehunde werden dafür ausgebildet im Falle eines epileptischen Anfalls ihrer Bezugsperson verschiedene Hilfeleistungen auszuführen. Die Einsatzmöglichkeiten von Epilepsie(warn)hunden für Kinder sind fantastisch. Die Selbstausbildung eines Hundes für diese besondere Aufgabe ist jedoch herausfordernd und komplex.

Aufgaben von Epilepsie-Assistenzhunden

  • Signalisieren drohende epileptische Anfälle
  • Reagieren auf Alarme, indem sie die Person wecken oder Hilfe holen
  • Bringen Notfallmedikamente oder Telefon
  • Erhöhen Sicherheit in schwierigen Situationen

Assistenzhunde für Gehörlose Menschen

Die wichtigste Aufgabe ist die Übersetzung von Geräuschen im Alltag. Für jedes Geräusch erlernt der Hund ein Zeichen. Klingelt es z.B. an der Tür, macht er seinen Menschen gezielt aufmerksam, sodass er direkt weiß, er muss die Tür öffnen. In der Öffentlichkeit warnt er vor Gefahren wie z.B.

Auswahl der geeigneten Hunderasse

Es gibt viele Rassen, die sich grundsätzlich zur Ausbildung eines Assistenzhundes eignen. Bevor eine Entscheidung gefällt wird, lohnt es sich, das Ausbildungskonzept zu entwickeln und eine Rasse zu wählen, die man grundsätzlich mag und die gleichzeitig schon ein rassespezifisches Potenzial mitbringt, welches förderlich für die zu erlernenden Assistenzaufgaben ist. Beim Apportieren sind es z.B. Grundsätzlich sollten die Hunde ein ausgeglichenes Wesen, eine hohe Frustrationstoleranz, Arbeitswille, ein geduldiges Problemlöseverhalten und „will-to-please“ mitbringen.

Ausbildung zum Assistenzhund

Grundsätzlich kannst du gemeinsam mit deinem Hund die Ausbildung zum Assistenzhundeteam starten. Es muss im Vorfeld die Eignung deines Hundes offiziell überprüft werden. Dazu muss eine umfangreiche tierärztliche Untersuchung nach Vorgaben der Assistenzhundeverordnung durchgeführt werden. Im Anschluss findet eine Eignungsüberprüfung mit Blick auf Charakter, Veranlagung, Trainingsstand und ähnlichem in einer Assistenzhundeschule statt. Ich begleite den gesamten Weg: vom Eignungstest bis zur individuellen Ausbildung. Dabei achte ich darauf, dass der Hund die passenden Eigenschaften mitbringt - wie Ruhe, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit.Wenn der Hund geeignet ist, wird er gezielt für die zukünftige Halterin oder den zukünftigen Halter ausgebildet. Dabei orientieren wir uns an den persönlichen Bedürfnissen, Herausforderungen und Lebensumständen - damit Hund und Mensch im Alltag perfekt zusammenarbeiten können. Ziel ist eine vertrauensvolle Partnerschaft, bei der beide ein starkes Team bilden.

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Ablauf der Assistenzhundeausbildung

In der Assistenzhundeverordnung ist Art, Inhalt und Umfang der Assistenzhundeausbildung vorgeschrieben. Grob gesagt, muss im ersten Lebensjahr eine Basisausbildung absolviert werden, die mit einer gesundheitlichen Untersuchung und einer gezielten Eignungsüberprüfung abschließt. Erst danach, frühestens mit dem 15. Lebensmonat des Hundes, darf die individuelle Assistenzhundeausbildung mit einem Mindestumfang von 60 Trainingsstunden beginnen.

Alter des Hundes zu Beginn der Ausbildung

In der Regel muss dein Hund ein Alter von mindestens 15 Lebensmonaten vorweisen. Bei Warn- und Anzeigehunden kann eine Ausnahme gemacht werden.

Wo finde ich einen Assistenzhund?

Wir unterstützen bei der Selbstausbildung eines Assistenzhundes, indem wir das Training vorbereiten und begleiten. Wenn noch kein geeigneter Hund vorhanden ist, unterstützen wir bei der Suche nach einem geeigneten Hund. Das kann ein Welpe oder auch ein älterer Hund sein, je nach Situation und welche Aufgaben der Hund lernen soll. Geeignete Hunde kann man auf dem öffentlichen Tiermarkt wie bei Züchtern etc. finden.

Können Kinder einen Assistenzhund bekommen?

Ja, auch Kinder können einen Assistenzhund benötigen und bekommen. Sie sind aber niemals hauptverantwortlich und ein zielorientiertes Konzept zum Einsatz des Assistenzhundes für ein Kind ist unumgänglich.

Sauerlandpfoten Schule für Hunde

Jeder Mensch ist einzigartig, genauso wie jeder Hund. Wir fördern das individuelle Potenzial jedes Teams mit viel Herz, Geduld und Fachwissen. Unser Ziel ist es, Mensch und Hund optimal aufeinander abzustimmen, um eine vertrauensvolle und harmonische Partnerschaft zu schaffen. Ausbildung von Assistenzhunden für Menschen mit Beeinträchtigung oder besonderen Bedürfnissen und Therapiehundeausbildung für den Einsatz in sozialen, therapeutischen oder pädagogischen Einrichtungen.

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Servicehunde Mitteldeutschland

Servicehunde ist der Oberbegriff für alle Hunde, die Menschen durch speziell erlernte Aufgaben oder durch ihre Anwesenheit zu mehr Unabhängigkeit und mehr Lebensfreude verhelfen. Durch gezielte Aufgaben oder ihre bloße Anwesenheit tragen diese Helferhunde zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Alle Servicehunde zeichnen sich durch bestimmte Eigenschaften aus:

  • Menschenbezogenheit und starke Bindungsfähigkeit
  • Wesensfestigkeit und ausgeglichene Persönlichkeit
  • hohe Reizschwelle, um den notwendigen Situationen adäquat zu reagieren
  • Freundlichkeit gegenüber Menschen

Kosten und Finanzierung

Die Kosten sind sehr unterschiedlich und richten sich nach der Intensität der zu erlernenden Aufgaben und die dadurch entstehende benötigte Unterstützung durch eine Trainerin oder einen Trainer. Die Ausbildung der Hunde dauert durchschnittlich zwei Jahre und ist kostenintensiv. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Assistenzhundeausbildung nicht. Die Assistenzhundeverordnung (AHundV) regelt, wer Anspruch auf einen Assistenzhund hat. Voraussetzung ist z. B. eine anerkannte Behinderung oder eine dauerhafte Einschränkung. Der Hund muss die Lebensqualität verbessern und Halter oder Halterin muss für die Haltung geeignet sein. Auch die Ausbildung muss bestimmten Standards entsprechen. Da sie mit hohen Kosten verbunden ist, ist eine sorgfältige Prüfung im Vorfeld wichtig.

Finanzierungsmöglichkeiten

Leider steht bisher nur der Blindenführhund im Hilfsmittelkatalog und wird von den Krankenkassen bezahlt. Andere Assistenzhunde müssen selber finanziert werden. Teilweise gibt es die Möglichkeit der Übernahme oder Bezuschussung der Kosten über Stiftungen und andere Töpfe. Hierzu beraten wir gerne.

Assistenzhunde e.V.

Die Hilfeleistung durch einen Assistenzhund soll, aus unserer Sicht, keine weitere finanzielle Belastung für die Betroffenen sein. Jedem erkrankten oder behinderten Menschen, dessen Herz auch für Hunde schlägt, soll die Möglichkeit bekommen, z.B. Wir sind auf jede Form der finanziellen Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass für einen Mitmenschen der Wunsch nach einem treuen Partner auf vier Pfoten erfüllt wird. Assistenzhunde e.V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Ihre Spende ist steuerlich abzugsfähig. Möchten Sie über die auf unserer Internetseite angegebene Bankverbindung eine Spende vornehmen, ist dies grundsätzlich ohne Angabe personenbezogener Daten uns gegenüber möglich. Die Speicherung Ihrer Daten bleibt solange bestehen, wie es dies durch gesetzliche Regelungen (steuer- und handelsrechtliche Aufbewahrungsfristen) vorgeschrieben ist.

Assistenzhunde im Alltag

Einige Betroffene sind nicht in der Lage, ihren Alltag ohne einen Assistenzhund zu bewältigen. Dazu gehört häufig auch der notwendige Einkauf. Durch den Assistenzhund und seine Unterstützung kann ein eigenständiger Einkauf wieder möglich werden. Im Bereich der psychischen Erkrankungen gibt der Hund z.B. Sicherheit, unterstützt, dass sein Mensch die benötigte Individualdistanz bekommt, verhindert, dass sein Mensch dissoziiert und hilft somit, im Hier und Jetzt zu bleiben und den Einkauf zu erledigen.

Warum sollte ein Assistenzhund in einen Lebensmittelladen?

Einige Betroffene sind nicht in der Lage, ihren Alltag ohne einen Assistenzhund zu bewältigen. Dazu gehört häufig auch der notwendige Einkauf. Durch den Assistenzhund und seine Unterstützung kann ein eigenständiger Einkauf wieder möglich werden. Im Bereich der psychischen Erkrankungen gibt der Hund z.B. Sicherheit, unterstützt, dass sein Mensch die benötigte Individualdistanz bekommt, verhindert, dass sein Mensch dissoziiert und hilft somit, im Hier und Jetzt zu bleiben und den Einkauf zu erledigen.

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