Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet ist. Typische Symptome sind Zittern, Muskelsteifigkeit und eine Unterbeweglichkeit. Die Stimme wird häufig monoton und leise und das Gangbild zunehmend kleinschrittig. Auch Schlafstörungen und eine gedrückte Stimmungslage können Anzeichen für Parkinson sein. Die Behandlung kann medikamentös, operativ oder therapeutisch, beispielsweise durch Logopädie oder Physiotherapie, erfolgen. Trotz der Fortschritte, die in den letzten Jahren bei der Entwicklung neuer Medikamente gemacht wurden, stößt die ambulante Behandelbarkeit der Erkrankung nicht selten an ihre Grenzen. Diagnostische Unsicherheit, eingeschränkte Verträglichkeit der Medikamente, Wirkungsfluktuationen, Verschlechterung der Symptomatik im Rahmen von allgemeinkörperlichen Erkrankungen sind häufige Indikationen für eine stationäre Krankenhausbehandlung. Aus diesem Grund spielen spezialisierte Therapiezentren und Rehakliniken in Deutschland eine entscheidende Rolle bei der umfassenden Versorgung von Parkinson-Patienten. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Aspekte der Therapiezentren für Parkinson in Deutschland.
Was ist Morbus Parkinson?
Morbus Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie geht mit einem fortschreitenden Absterben einer bestimmten Sorte von Nervenzellen im Gehirn einher. Der daraus resultierende Mangel an dem Botenstoff Dopamin führt zu den typischen Symptomen: verlangsamte Bewegungen oder Bewegungsverarmung, Muskelsteifheit, Zittern sowie Gleichgewichtsstörungen. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten kommen neuropsychiatrische Symptome wie Depressionen oder Gedächtnisstörungen hinzu. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 60 Jahre, doch auch jüngere Erwachsene können betroffen sein.
Seltene Formen und atypische Parkinson-Syndrome
Es gibt auch seltene genetische Varianten der Parkinson-Krankheit sowie atypische Parkinson-Syndrome inklusive Multisystematrophie (MSA-P, MSA-C), progressive supranukleäre Blickparese (PSP) und corticobasale Degeneration (CBD). Die Diagnostik und Behandlung dieser speziellen Formen erfordert besonderes Fachwissen und Erfahrung.
Die Rolle von Parkinson-Kliniken
Menschen mit Morbus Parkinson sollten sich möglichst in einer Parkinson-Klinik (Fachklinik) behandeln lassen. Die Ärzte und Therapeuten haben dort die meisten Erfahrungen in der Diagnostik und Therapie von Parkinson. Eine Parkinson-Klinik ist auf die Diagnose und Behandlung von Menschen mit "Schüttellähmung" spezialisiert. Manche dieser Spezialkliniken besitzen auch ein Zertifikat der Deutschen Parkinson-Vereinigung (dPV).
Diagnostik in Parkinson-Kliniken
Die Diagnosestellung erfolgt über den Ausschluss anderer Erkrankungen, die Parkinson-ähnliche Beschwerden hervorrufen können, sowie den Nachweis des Ansprechens auf Parkinson-Medikamente. Moderne Kliniken nutzen hierfür eine Vielzahl von diagnostischen Verfahren, um eine präzise Diagnose zu stellen und die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
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Behandlungsmethoden in Parkinson-Kliniken
Die medikamentöse Behandlung der Parkinson-Erkrankung besteht vor allem im Ausgleich des Dopaminmangels durch Gabe von sogenannten Dopaminagonisten oder L-Dopa. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien kann auch der Einsatz von Pumpentherapien (Duodopa-Pumpe, Apomorphin-Pumpe) oder der Tiefen Hirnstimulation sinnvoll sein. Neben Medikamenten sind Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie wichtige Bestandteile der Behandlung, die in früheren Erkrankungsstadien oft vernachlässigt werden.
Rehakliniken für Parkinson-Patienten
Folgende Rehakliniken haben Patient:innen mit der Krankheit Morbus Parkinson behandelt. Achten Sie bei Ihrer Auswahl auf die Bewertung der Rehaklinik und die Anzahl der Behandlungsfälle. Rehakliniken spielen eine wichtige Rolle bei der Rehabilitation von Parkinson-Patienten, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt oder in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung.
Ziele der Parkinson-Reha bei Medical Park
Bei Medical Park entwickeln wir ein individuelles Therapiekonzept für Ihre Parkinson Erkrankung, individuell auf Ihre persönliche Situation abgestimmt. Ziel Ihrer Parkinson Reha bei Medical Park ist es, eingeschränkte Fähigkeiten zu verbessern und auf einem möglichst hohen Niveau zu erhalten. Auch bereits verloren gegangene Fähigkeiten werden wieder neu vermittelt. Bei Medical Park stimmen wir die Therapie bei individuell auf Sie ab. Bei uns sind Gäste, Angehörige, Familie, Freunde herzlich willkommen.
Multimodale Therapieansätze
Die Mitarbeiter der Klinik für Neurologie des Krankenhauses Rummelsberg konnten seit über 25 Jahren Erfahrungen in der Behandlung von Parkinson Patienten sammeln. Es werden etwa 400 Patienten mit Parkinson Syndromen und anderen Bewegungsstörungen pro Jahr stationär behandelt. Aus der langjährigen Erfahrung mit der Behandlung von Parkinson Patienten im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium heraus entwickelten wir 2005-2007 unser RUMMELSBERGER PARKINSON KONZEPT, das seither kontinuierlich optimiert wird. Basis des Konzeptes ist die in der Zwischenzeit durch viele Studien belegte Erkenntnis, dass Bewegung, Koordination und Aktivität in der Parkinson Behandlung einen mindestens so großen Stellenwert haben wie die Medikamentöse Therapie. Unsere multimodale Parkinson Komplexbehandlung berücksichtigt diese Erkenntnis in hohem Maße. In der Gruppe und in Einzeltherapien wird geübt und gelernt, Behandlungselemente aus Physiotherapie, Ergotherapie, medizinischer Trainingstherapie, Logopädie, Psychologie und Sozialtherapie fügen sich in ein Ganzes.
Therapieangebote und Behandlungsschwerpunkte
Die Diagnostik und Behandlung des Morbus Parkinson gehört zu den Schwerpunkten unserer Klinik. Neben der Diagnosestellung inklusive der Abgrenzung gegenüber atypischen oder symptomatischen Parkinson-Syndromen bieten wir alle gängigen Therapieverfahren an, von der ambulanten medikamentösen Therapieanpassung über eine stationäre Parkinson-Komplexbehandlung bis hin zur Apomorphin- oder DuoDopa-Pumpeneinstellung und Tiefen Hirnstimulation.
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Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Dies geschieht in der Regel durch die Gabe von L-Dopa, Dopaminagonisten oder anderen Medikamenten, die die Dopaminwirkung verstärken. Die Medikamenteneinstellung erfordert eine sorgfältige Überwachung und Anpassung, um die bestmögliche Wirkung bei minimalen Nebenwirkungen zu erzielen.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Die Tiefe Hirnstimulation ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert werden. Diese Elektroden geben elektrische Impulse ab, die die Symptome von Parkinson lindern können. Die THS kann insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung und starken motorischen Schwankungen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bewirken.
Pumpentherapien
Pumpentherapien, wie die Duodopa-Pumpe oder die Apomorphin-Pumpe, ermöglichen eine kontinuierliche Medikamentenabgabe. Dies kann insbesondere bei Patienten hilfreich sein, die unter starken Wirkungsschwankungen ihrer Medikamente leiden. Die Pumpentherapie sorgt für einen gleichmäßigeren Dopaminspiegel im Gehirn und kann so die motorischen Symptome besser kontrollieren.
Physiotherapie
Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Behandlung. Sie hilft, die Beweglichkeit zu verbessern, Muskelsteifheit zu reduzieren und das Gleichgewicht zu trainieren. Durch gezielte Übungen und Techniken können Patienten lernen, ihre Bewegungen besser zu kontrollieren und Stürze zu vermeiden.
Ergotherapie
Ergotherapie unterstützt Patienten dabei, ihreAlltagsfähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen. Sie hilft, Aufgaben des täglichen Lebens, wie Anziehen, Essen oder Schreiben, selbstständiger auszuführen. Ergotherapeuten passen Hilfsmittel an und geben Anleitungen zur Anpassung der Wohnumgebung, um die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
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Logopädie
Logopädie ist wichtig für Patienten, die unter Sprach- und Schluckstörungen leiden. Logopäden arbeiten mit den Patienten an der Verbesserung der Artikulation, der Stimmkraft und der Schluckfunktion. Durch gezielte Übungen können Patienten lernen, ihre Sprache verständlicher zu machen und das Risiko von Verschlucken zu reduzieren.
Psychologische Beratung
Psychologische Beratung für Sie und Ihre Angehörigen hilft Ihnen ein besseres Krankheitsverständnis zu entwickeln und die Herausforderungen des Alltags besser zu meistern. Parkinson-Erkrankung kann erhebliche psychische Belastungen verursachen. Psychologische Beratung und Unterstützung können Patienten und ihren Angehörigen helfen, mit den emotionalen Herausforderungen der Erkrankung umzugehen, Ängste und Depressionen zu bewältigen und Strategien zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln.
Zertifizierte Parkinson-Zentren
Einige Parkinson-Kliniken in Deutschland sind von der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) zertifiziert. Diese Zertifizierung garantiert, dass die Klinik bestimmte Qualitätsstandards erfüllt und eine umfassende und spezialisierte Versorgung von Parkinson-Patienten gewährleistet.
Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Eine erfolgreiche Behandlung von Parkinson erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte und Psychologen arbeiten Hand in Hand, um ein individuelles Behandlungskonzept für jeden Patienten zu entwickeln. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht eine umfassende und ganzheitliche Versorgung, die alle Aspekte der Erkrankung berücksichtigt.
Unterstützung und Selbsthilfe
Neben der medizinischen und therapeutischen Versorgung spielen Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle für Parkinson-Patienten und ihre Angehörigen. In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene austauschen, gegenseitig unterstützen und Informationen erhalten. Die Deutsche Parkinson Vereinigung (dPV) bietet eine Vielzahl von Informationsmaterialien und unterstützt Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland.
ICD-Codes für Parkinson
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. G21 G22 G20
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