Fraktionierte Thermokoagulation bei Trigeminusneuralgie: Erfahrungen, Verfahren und Wirksamkeit

Die Trigeminusneuralgie ist eine schmerzhafte neurologische Erkrankung, die durch plötzlich einsetzende, stechende oder brennende Schmerzen im Versorgungsbereich des Trigeminusnervs gekennzeichnet ist, insbesondere im Gesicht. Diese Schmerzen können extrem intensiv und oft sehr belastend sein, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigt. Die fraktionierte Thermokoagulation ist eine therapeutische Methode, die bei der Behandlung von Trigeminusneuralgie eingesetzt wird.

Was ist Fraktionierte Thermokoagulation?

Die fraktionierte Thermokoagulation, auch als radiofrequente Thermokoagulation bezeichnet, ist ein minimal-invasives Verfahren. Dabei werden hochfrequente Radiowellen genutzt, um gezielt Nervenfasern zu veröden (koagulieren). Wärme wird erzeugt, die gezielt auf bestimmte Nervenstrukturen angewendet wird, um deren Schmerzsignale zu blockieren. Im Fall der Trigeminusneuralgie wird dieses Verfahren verwendet, um den Trigeminusnerv, insbesondere die Wurzeln des Nervs, so zu behandeln, dass die Schmerzübertragung unterbrochen wird. Dabei wird nicht der gesamte Nerv zerstört, sondern nur ein gezielter Bereich, der für die Schmerzübertragung verantwortlich ist.

Verfahren der Fraktionierten Thermokoagulation

Das Verfahren der fraktionierten Thermokoagulation umfasst mehrere Schritte:

  1. Lokalanästhesie: Zunächst wird der Patient lokal betäubt. In der Regel wird das Verfahren in einer MRT-gesteuerten Umgebung durchgeführt, um präzise das zu behandelnde Areal des Trigeminusnervs anzusteuern.
  2. Elektrodenplatzierung: Ein dünner Nadel-Elektrodenleiter wird durch die Haut oder über die Mundhöhle an das betroffene Gebiet des Trigeminusnervs geführt. Dies kann entweder durch die Haut oder durch eine gezielte Punktionsstelle innerhalb des Mundes erfolgen (je nach dem Bereich des Nerven, der betroffen ist).
  3. Radiofrequente Energie: Über die Elektrode wird dann hochfrequente Radiofrequenzenergie abgegeben, die Wärme erzeugt. Diese Wärme koaguliert (verödet) die betroffenen Nervenfasern, insbesondere die schmerzleitenden Fasern, ohne den gesamten Nerv zu schädigen.
  4. Fraktionierung: Die fraktionierte Thermokoagulation bezieht sich darauf, dass diese Technik nicht den gesamten Nerv auf einmal behandelt, sondern in schrittweisen, kleinen Zonen (fraktioniert). Dadurch werden die schmerzleitenden Bereiche gezielt behandelt, während die funktionellen Nervenanteile, die für andere Funktionen wie die Gesichtsmuskeln zuständig sind, erhalten bleiben.

Ziele und Vorteile der fraktionierten Thermokoagulation

Die fraktionierte Thermokoagulation bietet mehrere Ziele und Vorteile:

  • Schmerzlinderung: Das Hauptziel dieser Methode ist die signifikante Reduktion oder Beseitigung der starken Schmerzen, die mit der Trigeminusneuralgie einhergehen. In vielen Fällen führt die Behandlung zu einer sofortigen oder kurzfristigen Schmerzlinderung.
  • Minimal-invasiv: Die fraktionierte Thermokoagulation ist ein weniger invasiver Eingriff im Vergleich zu chirurgischen Verfahren wie einer Mikrovaskulären Dekompression (MVD), bei der das umliegende Gewebe des Nervs operativ entlastet wird.
  • Gezielte Behandlung: Da die Technik gezielt auf den betroffenen Bereich des Trigeminusnervs angewendet wird, bleibt das gesunde Nervengewebe weitgehend intakt, was das Risiko von Nebenwirkungen oder funktionellen Beeinträchtigungen minimiert.
  • Wiederholbarkeit: Sollte es zu einem Rückfall der Symptome kommen, kann die fraktionierte Thermokoagulation oft wiederholt werden, da sie ein flexibles und reversibles Verfahren ist.
  • Kurze Erholungszeit: Nach der Behandlung kann der Patient in der Regel schnell wieder nach Hause gehen und sich in den meisten Fällen schnell erholen, da keine großflächige Operation erforderlich ist.

Wirksamkeit der fraktionierten Thermokoagulation

Die fraktionierte Thermokoagulation ist eine der etablierten minimal-invasiven Methoden zur Behandlung von Trigeminusneuralgie und wird oft als Option für Patienten betrachtet, die nicht auf Medikamente ansprechen oder die eine chirurgische Intervention scheuen. Studien und klinische Erfahrungen zeigen, dass die Methode in vielen Fällen zu einer signifikanten Schmerzlinderung führen kann, wobei die Wirksamkeit häufig hoch ist, insbesondere wenn der Eingriff früh im Krankheitsverlauf durchgeführt wird. Die fraktionierte Thermokoagulation hat einen sehr guten Behandlungserfolg. Die fraktionierte Thermokoagulation hat einen sehr guten Behandlungserfolg.

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Die Wirksamkeit der Behandlung variiert jedoch je nach Patient, wobei etwa 60-80% der Patienten nach der Behandlung eine Verbesserung oder eine komplette Schmerzlinderung erfahren können. Die Dauer der Schmerzlinderung kann von Monaten bis zu mehreren Jahren reichen, und bei Rückfällen ist eine erneute Behandlung möglich.

Thermokoagulation des Ganglion Gasseri

Die Thermokoagulation des Ganglion Gasseri zur Behandlung der schweren, medikamentenrefraktären Trigeminusneuralgie ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren der Schmerztherapie. Bei diesem Verfahren wird durch die Haut der Wange der Nerv, der für die Sensibilität am Gesicht zuständig ist, punktiert. Die korrekte Position der Nadel kann mittels motorischer Teststimulation und radiologisch verifiziert werden. Der Patient befindet sich für diesen Teil der Operation in Narkose. Nach der Verifikation der Nadelposition muss in der Mehrzahl der Fälle eine weitere Eingrenzung der Nadelposition auf die einzelnen Endäste des Nerven erfolgen. Dies ist, bisher, durch Teststimulation und radiologisch nicht möglich, daher wird die Narkose für den zweiten Teil des Eingriffes beendet und eine Teststimulation am wachen Patienten vorgenommen um sicherzustellen, dass nur die von der Neuralgie betroffenen Areals behandelt werden. Dieser zweite Teil des Eingriffes stellt gerade für ängstliche Patienten eine nicht unerhebliche Belastung dar. Ältere Patienten werden auch hoch belastet, da sie länger brauchen, um wach zu werden, und selbst dann häufig nicht kooperativ sind. Ziel der Studie ist es zu überprüfen, ob elektrophysiologische Messungen unter Narkose der Teststimulation ebenbürtig sind und in Zukunft ggf. auf die Wachphase während des Eingriffes verzichtet werden kann. Die Thermokoagulation des Ganglion Gasseri zur Behandlung der schweren, medikamentenrefraktären Trigeminusneuralgie ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren der interventionellen Schmerztherapie. Bei diesem Verfahren wird perkutan durch die Haut der Wange das Foramen ovale an der Schädelbasis punktiert und die Spitze einer für diesen Zweck zugelassenen Läsionsnadel im G. ganglion gasseri platziert. Die korrekte Position der Nadel kann mittels motorischer Teststimulation und radiologisch verifiziert werden. Der Patient befindet sich für diesen Teil der Operation in Narkose. Nach der Verifikation der Nadelposition im Ganglion muss in der Mehrzahl der Fälle eine weitere Eingrenzung der Nadelposition auf die einzelnen Endäste des Trigeminus (Nn. ophtalmicus, maxillaris, mandibularis) erfolgen. Dies ist, bisher, durch Teststimulation und radiologisch nicht möglich, daher wird die Narkose für den zweiten Teil des Eingriffes beendet und eine sensorische Teststimulation am wachen Patienten vorgenommen um sicherzustellen, dass nur die von der Neuralgie betroffenen Areals behandelt werden. Dieser zweite Teil des Eingriffes stellt gerade für ängstliche Patienten eine nicht unerhebliche Belastung dar. Ältere Patienten werden auch hoch belastet, da sie länger brauchen, um wach zu werden, und selbst dann häufig nicht kooperativ sind. Ziel der Studie ist es zu überprüfen, ob elektrophysiologische Messungen unter Narkose der sensorischen Teststimulation ebenbürtig sind und in Zukunft ggf. auf die Wachphase während des Eingriffes verzichtet werden kann. Bei Patienten mit Trigeminusneuralgie und Indikation zur Thermokoagulation erfolgt der Eingriff unter IOM.

Erfahrungen von Patienten

Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der fraktionierten Thermokoagulation. Einige Erfahrungsberichte umfassen:

  • Ein Patient berichtete, dass er nach jahrelangen starken Schmerzen aufgrund einer Trigeminusneuralgie durch die Operation schmerzfrei geworden ist und wieder Lebensqualität genießen kann. Er fühlte sich von Anfang an ernst genommen und kompetent beraten.
  • Ein anderer Patient war sich sicher, dass er sich bedenkenlos am Kopf operieren lassen kann und wurde erfolgreich operiert. Die Schmerzen waren nach dem Aufwachen auf der Intensivstation verschwunden.
  • Ein weiterer Patient erlebte eine grundlegende Verbesserung seiner Lebensqualität nach der Operation und würde es sofort wieder machen lassen.

Es gibt jedoch auch Patienten, die nach dem Eingriff mit einem veränderten schlechten Gesichtsgefühl und Taubheit leben müssen. Einige berichten von Berührungsschmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit im Gesicht und im Ohr.

Alternative Behandlungen

Neben der fraktionierten Thermokoagulation gibt es auch andere Behandlungsmethoden für Trigeminusneuralgie:

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  • Medikamentöse Therapie: Zu Beginn der Therapie wird die klassische Trigeminusneuralgie meist mit Medikamenten behandelt. Typischerweise wird die medikamentöse Therapie mit Gabapentin oder Pregabalin begonnen. Andere antiepileptische Wirkstoffe, die bei der Trigeminusneuralgie eingesetzt werden können, sind beispielsweise Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin oder Phenytoin.
  • Mikrovaskuläre Dekompression: Die mikrovaskuläre Dekompression ist die einzige Behandlung, welche die wesentliche Ursache der klassischen Trigeminusneuralgie, den Konflikt zwischen Gefäß und Nerv, beseitigt. Bei der mikrovaskulären Dekompression werden der Nervus trigeminus sowie die mit ihm in Verbindung stehende Arterie über einen Hautschnitt hinter dem Ohr zugänglich gemacht. Anschließend wird die Arterie vorsichtig vom Nerv getrennt und ein Stück Kunststoff als Puffer zwischen die beiden eingebracht.
  • Stereotaktische Bestrahlung: Eine weitere Behandlungsmethode ist die radioaktive Bestrahlung der Trigeminuswurzel im Hirnstamm mit ionisierenden Strahlen (GammaKnife®, CyberKnife®). Durch die gezielte Bestrahlung wird ein millimeterkleiner Strahlenschaden im Nerven verursacht.
  • Perkutane Verfahren: Zu den sogenannten perkutanen („durch die Haut“) Verfahren zählen die Ballonkompression, die Glycerininjektion und die Thermokoagulation. Bei den Verfahren wird zunächst ein Nervenknoten, das Ganglion Gasseri, mit einer Nadel (Kanüle) zugänglich gemacht und dann ein oder mehrere Äste des Trigeminusnervs durch Druck (Ballonkompression), Alkohol (Glycerininjektion) oder Hitze (Thermokoagulation) geschädigt.
  • Elektrostimulation: Bei der Elektrostimulation wird zunächst eine Teststimulation über eine Nadelelektrode durchgeführt. Wirkt diese, so wird über verschiedene Zugangswege eine Elektrode im Bereich des Nervenknotens (Ganglion) eingesetzt. Mit der dauerhaft implantierten Elektrode kann zum Teil eine gute Schmerzlinderung erzielt werden.
  • Botox: Die Injektion von Botulinumtoxin in den schmerzhaften Bereich ist ein neuer Therapieansatz, der vor allem bei Patient:innen nützlich sein kann, die auf andere Medikamente nicht mehr ansprechen.
  • Alternative Medizin: Alternative Methoden bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie wurden bisher nicht so gründlich untersucht wie die medikamentösen oder chirurgischen Verfahren. Dennoch konnte manchen Patient:innen mit alternativen Behandlungen geholfen werden, zum Beispiel mit Akupunktur, Biofeedback, Chiropraktik, Vitaminen oder Nahrungsergänzungsstoffen.

Differentialdiagnosen

Mögliche Differentialdiagnosen der Trigeminusneuralgie sind beispielsweise die postzosterische Neuralgie, der Cluster-Kopfschmerz, die kraniomandibuläre Dysfunktion oder die Trigeminusneuropathie (mit Dauerschmerz und Gefühlsstörungen, kein Triggereffekt, oft nach Gesichtsverletzungen).

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