Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über verschiedene Erkrankungen, darunter Thrombose, Muskelkrämpfe und Lebensmittelvergiftung, sowie andere relevante Gesundheitsthemen. Ziel ist es, leicht verständliche Informationen bereitzustellen, die sowohl für Laien als auch für Angehörige von Betroffenen nützlich sind.
Saisonale Krankheiten und Zivilisationskrankheiten
Manche Krankheiten treten gehäuft zu bestimmten Jahreszeiten auf und werden umgangssprachlich als saisonale Krankheiten bezeichnet. Typische Beispiele sind Heuschnupfen oder Grippe. Andere Erkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck und Bandscheibenvorfälle, haben in den letzten Jahrzehnten als sogenannte Zivilisationskrankheiten zugenommen.
Was ist eine Krankheit?
In der Medizin spricht man von einer Krankheit, wenn eine Störung der körperlichen oder psychischen Funktion vorliegt, die das Wohlbefinden und/oder die Leistungsfähigkeit subjektiv oder von außen wahrnehmbar beeinträchtigt. Meist geht eine Krankheit mit bestimmten Krankheitszeichen (Symptomen) einher.
Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)
Präeklampsie, früher auch Schwangerschaftsvergiftung oder Gestose genannt, ist eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung, die bei etwa zwei bis fünf Prozent der Schwangerschaften auftritt. Sie ist durch einen erhöhten Blutdruck (arterielle Hypertonie) gekennzeichnet.
Symptome und Diagnose
Nicht jede Schwangere mit einem Blutdruck von über 140/90 mmHg hat eine Präeklampsie. Erst wenn zu einem Hypertonus zusätzliche Beschwerden (beispielsweise Oberbauchschmerzen) oder Organschäden (zum Beispiel an Leber, Niere, Gehirn und Nervensystem, Lunge oder Plazenta) auftreten, die neu sind und keine andere Ursache haben, spricht man von einer Präeklampsie. Da Präeklampsie anfänglich oft keine Symptome auslöst, ist es sinnvoll, an einem Screening im Rahmen des ersten Trimesters teilzunehmen. Hier können Schwangere mit erhöhtem Risiko herausgefiltert werden.
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Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursache für Präeklampsie ist noch nicht ganz geklärt. Es wird vermutet, dass es zu einer gestörten Plazentaentwicklung kommt. Die plazentare Dysfunktion bedingt in der Folge eine Dysbalance bestimmter Stoffe im mütterlichen Blut, die zu Funktionsstörungen der innersten Zellschicht von Blutgefäßen führen können. Frauen über 35 Jahren haben ein erhöhtes Risiko. Auch genetische Faktoren oder eine Präeklampsie in vorangegangenen Schwangerschaften kann die (erneute) Erkrankung begünstigen.
HELLP-Syndrom
Aus einer Präeklampsie kann sich eine lebensgefährliche Komplikation entwickeln: das HELLP-Syndrom. Es kann sich auch ohne das Symptom Bluthochdruck entwickeln. Das HELLP-Syndrom kann über eine Veränderung bestimmter Blutwerte festgestellt werden. Beim HELLP-Syndrom sind vor allem die Leber und die Blutgerinnung betroffen.
Behandlung
Bei einer leichten Form der Präeklampsie (Frühstadium) reicht oft körperliche Ruhe und Schonung. Manchmal ist Bettruhe sinnvoll. Zusätzlich kann es nötig sein, blutdrucksenkende Mittel einzunehmen. Prophylaktisch kann ein Blutverdünner (ASS 100) verordnet werden, sofern vor der 17. SSW mit der Prophylaxe begonnen wird. Die Beendigung der Schwangerschaft ist oft die einzige Möglichkeit der Behandlung, um die Mutter zu behandeln.
Cola-Konsum und Kaliummangel
Exzessiver Cola-Konsum kann zu Hypokaliämie führen, einem Mangel an Kalium im Blut, der schlimmstenfalls lebensbedrohliche Muskellähmungen auslösen kann. Die Fälle, die in dem Fachbeitrag aufgezählt werden, lesen sich spektakulär. Eine 21-jährige Frau etwa habe rund drei Liter Cola pro Tag getrunken und über Müdigkeit, Appetitverlust und permanentes Erbrechen geklagt. Außerdem habe man bei ihr Herzprobleme und einen niedrigen Kaliumgehalt im Blut festgestellt. Eine weitere Frau habe sogar bis zu sieben Liter Cola pro Tag getrunken - und zwar über zehn Monate.
Ursachen und Folgen
Der griechische Mediziner Elisaf glaubt, dass der gefährliche Kaliummangel durch die drei gebräuchlichen Cola-Inhaltsstoffe Zucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) und Koffein verursacht wird. Die Folgen des Kaliummangels können übel sein: "Zwar erholen sich die meisten Patienten, wenn sie keine Cola mehr trinken und Kaliumpräparate nehmen", erklärt Elisaf. Doch chronischer Kaliummangel könne sie "anfällig machen für potentiell tödliche Komplikationen wie etwa Herzrhythmusstörungen".
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Darminfarkt
Ein akuter Darminfarkt ist eine lebensgefährliche Durchblutungsstörung des Darms. Ähnlich wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall wird er meistens durch Blutpfropfen oder Gerinnsel ausgelöst. Innerhalb von nur zwei Stunden können durch die Minderdurchblutung Teile des Dünndarms zerfallen und absterben. Die Sterblichkeit bei akutem Darminfarkt liegt bei ungefähr 50 Prozent.
Symptome und Diagnose
Das Hauptsymptom beim Darminfarkt sind immer starke und krampfartig einschießende Bauchschmerzen. Dazu kommen seltener auch Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Blut im Stuhl. Besonders gut geeignet ist eine Kontrastmittel-Computertomografie (CT), die Gefäßverschlüsse sichtbar macht.
Risiken und Ursachen
Wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall ist auch beim Darminfarkt meistens ein wichtiges Blutgefäß verschlossen. Bei Patienten mit Vorhofflimmern können sich im Herzen Pfropfen bilden, die sich lösen und in den Darmgefäßen hängen bleiben können (Embolie). Risikogruppen sind außerdem Patienten mit Arteriosklerose, bei denen sich die Blutgefäße durch Ablagerungen verkleinern, sowie Patienten, deren Blut zur Gerinnung neigt (Thrombose).
Behandlung
Bei einem akuten Darminfarkt ist in den meisten Fällen eine schnelle Operation notwendig. Zunächst wird in der Regel versucht, den Blutstrom wiederherzustellen. Blutpfropfen können gegebenenfalls über einen eingeführten Katheter entfernt oder mit Medikamenten aufgelöst werden. Bereits abgestorbene Darmabschnitte können chirurgisch entfernt werden.
Lebensmittelvergiftung und Lebensmittelinfektion
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe "Lebensmittelinfektion" und "Lebensmittelvergiftung" häufig gleichbedeutend verwendet, da sich die Anzeichen beider Erkrankungen ähneln. Streng genommen gibt es jedoch Unterschiede.
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Lebensmittelinfektion
Von einer Lebensmittelinfektion sprechen Fachleute, wenn Nahrungsmittel mit krank machenden Erregern wie Bakterien, Viren oder Parasiten kontaminiert sind, die sich im Magen-Darm-Trakt vermehren und dann Beschwerden auslösen. Ein bekanntes Beispiel ist die Salmonelleninfektion, die häufiger nach dem Verzehr von rohen Eiern oder nicht ausreichend gegartem Fleisch auftritt. Auch Infektionen mit Bakterien wie Campylobacter, Escherichia coli oder Listerien kommen öfter vor, ebenso wie mit Noro- oder Rotaviren.
Lebensmittelvergiftung
Bei einer Lebensmittelvergiftung entstehen die damit verbundenen Beschwerden nicht direkt durch Erreger, sondern durch deren Giftstoffe (Toxine). Toxinbildende Erreger - zum Beispiel Staphylokokken - können über verunreinigte Lebensmittel in den Körper gelangen und dort die Gifte absondern. Zudem ist es möglich, dass sich die Giftstoffe bereits direkt im Lebensmittel befinden. Darüber hinaus gibt es Nahrungsmittel, die (häufig in roher Form) von Natur aus giftige Stoffe enthalten - etwa bestimmte Pilze oder rohe grüne Bohnen. Ein Beispiel für eine Lebensmittelvergiftung ist der sogenannte Botulismus: Dieser entsteht durch giftige Stoffwechselprodukte, die das Bakterium Clostridium botulinum ausscheidet.
Ursachen
Lebensmittelvergiftungen und -infektionen entstehen besonders häufig durch tierische Nahrungsmittel wie:
- rohes oder schlecht durchgegartes Fleisch, rohe Wurstwaren
- rohen Fisch
- Eier/Eierspeisen
- Rohmilch(-produkte)
Bei unzureichender Küchenhygiene kann es zudem passieren, dass Erreger bei der Zubereitung von befallenen Lebensmitteln wie etwa rohem Fleisch auf andere Nahrungsmittel übertragen werden.
Wadenkrämpfe
Wadenkrämpfe entstehen, wenn sich Muskeln oder Muskelteile der Wade plötzlich und ohne willentliche Beeinflussung schmerzhaft zusammenziehen. Meist sind Wadenkrämpfe harmlos.
Beschreibung
Bei einem solchen Muskelkrampf zieht sich ein Teil eines Muskels, ein ganzer Muskel oder eine Muskelgruppe plötzlich, unwillkürlich und schmerzhaft zusammen. Die betroffene Muskulatur ist tastbar verhärtet und bewegunsunfähig. Muskelkrämpfe halten nur kurz (Sekunden bis Minuten) an und klingen dann von allein wieder ab. Wadenkrämpfe sind somit die häufigste und wohl auch bekannteste Form von Muskelkrampf.
Wann zum Arzt?
Gehen Sie aber unbedingt zum Arzt, wenn die schmerzhaften Krämpfe
- häufiger auftreten,
- Nachtruhe oder Tagesablauf stören,
- nicht von allein oder durch Dehnen und sanfte Massage vergehen und/oder
- von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen begleitet werden.
Untersuchungen und Diagnose
Um die Ursache von Wadenkrämpfen (bzw. allgemein Muskelkrämpfen) aufzudecken, ist zunächst ein ausführliches Gespräch zwischen Ihnen und dem Arzt zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) nötig. Körperliche und neurologische Untersuchung, Messung der elektrischen Muskelaktivität (Elektromyografie), Messung der Nervenleitfähigkeit (Elektroneurografie) und Blutuntersuchungen können zum Beispiel einen Mangel oder Überschuss an Elektrolyten wie Magnesium, Kalzium oder Natrium aufzeigen.
Abgrenzung anderer Störungen
Von systemischen Muskelkrämpfen zu unterscheiden sind schmerzhafte Muskelkontraktionen anderer Entstehung sowie Symptome, die Muskelkrämpfen ähneln. Dazu zählen zum Beispiel: Dystonien, Tetanie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Stiff-Man-Syndrom (Stiff-Person-Syndrom), Strychnin-Vergiftung, Muskel Ischämie und Illusorischer Muskelkrampf.
Magen-Darm-Infekt
Ein Magen-Darm-Infekt ist nicht dasselbe wie eine Lebensmittelvergiftung. Wenngleich sich beide Erkrankungen ähnlich äußern: Ein Magen-Darm-Infekt ist etwas anderes als eine Lebensmittelvergiftung.
Ursachen
Ein Magen-Darm-Infekt heißt in der Fachsprache Gastroenteritis. Er entsteht durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder - seltener - Parasiten. Die Liste der krank machenden Keime ist lang. Typische Beispiele sind Infektionen mit: Noroviren, Rotaviren, Salmonellen (Bakterien), Campylobacter (Bakterien), Listerien (Bakterien) und Escherichia coli (Bakterien).
Übertragung
Krankheitserreger können auf verschiedenen Wegen in den Magen-Darm-Trakt gelangen:
- durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel oder Getränke
- über kontaminierte Gegenstände
- von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion
- von Mensch zu Mensch über Schmierinfektion
- durch Tierkontakt
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