Traubenkernextrakt und seine potenzielle Rolle bei Parkinson: Ein umfassender Überblick

Susanne Meier, wie viele andere gesundheitsbewusste Menschen, setzt auf natürliche Substanzen wie Echinacea und Zink, um ihr Wohlbefinden zu fördern. Die Wirksamkeit solcher Stoffe ist jedoch oft Gegenstand von Diskussionen. Während einige Studien ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bestätigen, raten Experten zu einer ausgewogenen Ernährung und ärztlicher Beratung, bevor man zu Nahrungsergänzungsmitteln greift. In diesem Artikel wird der Fokus auf Traubenkernextrakt gelegt und dessen potenzielle Bedeutung im Zusammenhang mit Parkinson beleuchtet.

Was ist Traubenkernextrakt?

Traubenkernextrakt wird aus den Kernen von Weintrauben gewonnen. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe, insbesondere oligomere Proanthocyanidine (OPC), die für ihre starken antioxidativen Eigenschaften bekannt sind. Diese OPCs gehören zur Gruppe der Flavanole und sind natürliche Pflanzenstoffe, die in verschiedenen Pflanzen vorkommen. Ursprünglich wurden sie 1948 von Jack Masquelier entdeckt, der ihre positive Wirkung bei der Behandlung von Venenerkrankungen feststellte.

Die potenziellen Vorteile von Traubenkernextrakt

Antioxidative Wirkung

OPC sind starke Antioxidantien, die freie Radikale neutralisieren können. Freie Radikale entstehen durch Stoffwechselprozesse und können DNA sowie Zellstrukturen schädigen. OPC schützen die Zellen vor diesen Schäden und wirken oxidativem Stress entgegen. Im Vergleich zu anderen bekannten Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin erweisen sich OPC als mindestens genauso wirksam, wenn nicht sogar überlegen. Sie schützen die Zellen auch vor Schäden durch externe Faktoren wie Nikotin, UV-Licht und Strahlung.

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Traubenkernextrakt kann die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen, indem er den Blutdruck senkt und die Elastizität der Blutgefäße verbessert. Studien haben gezeigt, dass die tägliche Einnahme von Traubenextrakt den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 6,08 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 2,8 mmHg senken kann. Diese Effekte tragen dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Zudem verbessert OPC die Durchblutung und kann Schwellungen reduzieren.

Anti-Aging-Effekt auf die Haut

OPC können die Haut vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung schützen und die Kollagenproduktion fördern. Kollagen ist ein essentielles Protein für die Haut, das zur Erhaltung der Hautelastizität und zur Reduktion von Falten beiträgt. OPC können auch instabiles Kollagen reparieren und so die Haut straff und jugendlich halten.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

Verbesserung der Wundheilung

Studien haben gezeigt, dass OPC die Wundheilung beschleunigen und die Bildung von neuem Gewebe und neuen Blutgefäßen anregen können. In einer klinischen Studie aus dem Jahr 2014 erholten sich Wunden, die mit Traubenkernextrakt behandelt wurden, bereits nach acht Tagen vollständig, während es in der Kontrollgruppe 14 Tage dauerte.

Schutz vor Krebs

OPC können die Bildung von Tumoren entgegenwirken, indem sie die Migration der Tumorzellen verhindern und ihre Eindringung in gesunde Körperzellen blockieren. Sie können auch das Tumorwachstum hemmen und die chemotherapeutische Wirksamkeit erhöhen.

Wirkung auf kognitive Funktionen

OPC können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und direkt im Gehirn antioxidativ wirken, was das Gehirn vor oxidativen Schäden schützt. Studien haben gezeigt, dass OPC die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern und das Gedächtnis stärken können. Sie fördern auch die Durchblutung des Gehirns, was die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Gehirnzellen optimiert.

Unterstützung des Immunsystems

OPC können das Immunsystem unterstützen, indem sie freie Radikale neutralisieren und Entzündungen im Körper reduzieren. Diese Effekte tragen zur Gesundheit und Funktion des Immunsystems bei.

Traubenkernextrakt und Parkinson: Der aktuelle Forschungsstand

Die Ursache von Parkinson ist noch nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass Ablagerungen des Eiweißes Alpha-Synuclein eine Rolle spielen, die zum Absterben von Nervenzellen führen. Diese Nervenzellen sind wichtige Dopamin-Lieferanten, und ihr Verlust führt zu einem Dopaminmangel, der die typischen Parkinson-Symptome verursacht.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Oxidativer Stress steht im Verdacht, Parkinson zu begünstigen. Menschen mit Parkinson weisen deutlich höhere Marker für oxidativen Stress auf als gesunde Menschen. Auch das Level an Glutathion, ein wichtiges körpereigenes Antioxidans, ist bei Parkinsonpatienten erniedrigt.

Polyphenole, zu denen auch die im Traubenkernextrakt enthaltenen OPC gehören, sind sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen und nervenschützenden Eigenschaften. In Laborstudien konnten Polyphenole wie Resveratrol, Curcumin und Epigallocatechingallat (EGCG aus grünem Tee) das Verklumpen von Alpha-Synuclein verhindern.

Bisher gibt es leider noch keine Studien am Menschen, die die Wirkung von Traubenkernextrakt auf Parkinson untersucht haben. Da Polyphenole jedoch auf vielerlei Weise positiv auf den Körper wirken, sind sie auf jeden Fall einen Versuch wert. Mikronährstoffe können helfen, oxidativem Stress und Entzündungen entgegenzuwirken, die bei der Entstehung von Parkinson eine wichtige Rolle zu spielen scheinen.

Eine Studie aus dem Jahr 2002, an der 80 Personen mit beginnendem Parkinson teilnahmen, fand heraus, dass die Teilnehmer, die Coenzym Q10 nahmen, seltener an Funktionsstörungen litten als die Kontrollgruppe.

Weitere wichtige Nährstoffe und Faktoren bei Parkinson

Neben Polyphenolen und Antioxidantien gibt es weitere Nährstoffe und Faktoren, die bei Parkinson eine Rolle spielen könnten:

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

  • Coenzym Q10: Ein wichtiges Antioxidans, dessen Produktion im Alter nachlässt. Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Coenzym Q10 das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamen kann.
  • Vitamin D: Unabhängig davon, ob Vitamin D den Verlauf der Erkrankung beeinflussen kann, sollten Menschen mit Parkinson auf eine gute Versorgung mit Vitamin D achten, da es viele wichtige Funktionen im Körper hat und die Knochen stärkt.
  • B-Vitamine: L-Dopa kann die Aufnahme von B-Vitaminen hemmen und so den Homocysteinspiegel erhöhen. Homocystein kann Nervenzellen schädigen und erhöhte Werte stehen im Verdacht, bei Parkinson Bewegungsstörungen zu begünstigen.
  • Darmgesundheit: Es gibt Hinweise darauf, dass die Darmgesundheit eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielt. Eine gestörte Darmflora kann Entzündungsstoffe in das Gehirn gelangen lassen. Pro- und präbiotische Lebensmittel können helfen, eine gesunde Darmflora zu fördern.
  • Omega-3-Fettsäuren: Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen mit der Parkinson-Erkrankung von der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren profitieren können. Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich und können so die Nervenzellen schützen.

Wie man Traubenkernextrakt in die Ernährung integriert

OPC sind in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten, darunter:

  • Trauben
  • Blaubeeren und Heidelbeeren
  • Preiselbeeren
  • Äpfel
  • Mandeln
  • Haselnüsse
  • Dunkle Schokolade und Kakaobohnen
  • Rotwein (in Maßen)

Für diejenigen, die ihre OPC-Aufnahme weiter steigern möchten, können Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein. Extrakte wie Traubenkernextrakt bieten eine konzentrierte Dosis an OPC. Es ist jedoch wichtig, Milchprodukte zu vermeiden, wenn man OPC einnimmt, da sie die Aufnahme beeinträchtigen können.

Die empfohlene Tagesdosis an OPC für Erwachsene liegt zwischen 150 und 500 Milligramm. Für eine präventive Einnahme wird empfohlen, OPC-haltige Pflanzenextrakte in einer Dosierung zwischen 150 und 300 mg einzunehmen.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Während OPC allgemein als sicher gilt, sollten bestimmte Personen Vorsicht walten lassen:

  • Menschen mit einer Weintrauben-Allergie sollten die Einnahme von Traubenkernextrakten vermeiden.
  • Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten die Einnahme von OPC mit ihrem Arzt besprechen, da OPC blutverdünnende Eigenschaften besitzt.
  • Schwangere, Stillende und Personen mit behandlungsbedürftigen Krankheiten sollten ebenfalls vor der Einnahme von OPC Rücksprache mit einem Arzt halten.

tags: #traubenkernextrakt #und #parkinson #erkrankung