Trigeminusneuralgie: Erfahrungen, Behandlungen und Homöopathie

Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Charakteristisch sind heftige, einschießende Schmerzen im Gesicht, die durch Reizung des Trigeminusnervs ausgelöst werden. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Patienten mit Trigeminusneuralgie, konventionelle und alternative Behandlungsansätze, einschließlich der Homöopathie, und gibt einen Überblick über mögliche Therapieoptionen.

Was ist Trigeminusneuralgie?

Die Trigeminusneuralgie ist durch einseitige, heftige Schmerzattacken im Versorgungsgebiet der drei Äste des Nervus trigeminus gekennzeichnet. Die Schmerzen werden vom Gehirn der Körperregion zugeordnet, in der die jeweiligen Nervenfasern mit ihren Schmerzrezeptoren enden.

Ursachen und Auslöser

Ein großer Teil der Neuralgie entsteht dort, wo aufgrund anatomischer Gegebenheiten Nervengewebe durch körperliche Belastungen oder Verschleißerscheinungen dauerhaft, wie zum Beispiel durch Druck, geschädigt wird. Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Trigeminusneuralgie:

  • Gefäß-Nervenkontakt: In vielen Fällen wird die Trigeminusneuralgie durch einen Kontakt zwischen einem Blutgefäß und dem Trigeminusnerv verursacht. Dieser Kontakt kann zu einer Reizung und Schädigung des Nervs führen.
  • Entzündungen: Virusinfektionen, wie Herpes zoster (Gürtelrose), können ebenfalls Nervenschmerzen verursachen.
  • Stoffwechselerkrankungen: Diabetes mellitus kann Nervenschädigungen hervorrufen, die sich als Trigeminusneuralgie äußern können.
  • Multiple Sklerose: In seltenen Fällen kann eine Trigeminusneuralgie auch durch Multiple Sklerose verursacht werden.
  • Tumore: Sehr selten können Tumore im Bereich des Trigeminusnervs die Ursache für die Neuralgie sein.

Auslöser: Bestimmte Faktoren können die Schmerzattacken auslösen oder verstärken:

  • Berührung im Gesicht
  • Essen und Sprechen
  • Kälte oder Wind
  • Zahnpflege

Erfahrungen von Patienten

Viele Patienten mit Trigeminusneuralgie haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Die Schmerzen können so stark sein, dass sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Hier sind einige Erfahrungen von Betroffenen:

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  • Lange Diagnosewege: "Gut 1,5 Jahre hatte ich Schmerzen. Bin vom Zahnarzt zum HNO Arzt und zum Hausarzt hin und her. Jeder sagte er finde nichts."
  • Fehlinterpretationen: "Ich wurde vom Hausarzt 6 Wochen auf Gürtelrose behandelt, ohne Erfolg."
  • Eingeschränkte Lebensqualität: "Der leichteste Windhauch, ein Haar auf der Haut und es explodierte im Gesicht. Haare kämmen wurde zur Qual."
  • Verzweiflung: "Ich hatte Schmerzattacken bei denen man sich vor den Zug werfen möchte."

Einige Patienten berichten von erfolgreichen Operationen:

  • "Jetzt sind 3 Monate vergangen und ich bin zufrieden, mich für die OP entschieden zu haben. Tabletten nehme ich nicht mehr ein."
  • "Schon als ich anschließend auf der Intensivstation aufwachte hatte ich ein sehr gutes Gefühl… die Schmerzen waren weg."
  • "Im November wurde ich in der Sozialstiftung von Herrn Professor Dr. Dr. Feigl und Team am Trigeminusnerv operiert. Ich würde es sofort wieder machen lassen - meine Lebensqualität hat sich grundlegend verbessert."

Konventionelle Behandlungsmethoden

Die konventionelle Behandlung der Trigeminusneuralgie umfasst in der Regel:

  • Medikamentöse Therapie:
    • Antikonvulsiva: Carbamazepin und Oxcarbazepin sind häufig die Medikamente der ersten Wahl. Sie können die Schmerzattacken reduzieren oder verhindern.
    • Andere Medikamente: Baclofen, Gabapentin oder Pregabalin können ebenfalls zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
  • Injektionen:
    • Botulinumtoxin: Injektionen mit Botulinumtoxin können die Schmerzen reduzieren, indem sie die Muskeln entspannen.
    • Lokalanästhetika: Injektionen mit Lokalanästhetika können vorübergehend die Schmerzen lindern.
  • Chirurgische Eingriffe:
    • Mikrovaskuläre Dekompression (MVD): Bei dieser Operation wird der Kontakt zwischen dem Blutgefäß und dem Trigeminusnerv beseitigt.
    • Radiofrequenzablation: Bei diesem Verfahren wird der Trigeminusnerv durch Hitze geschädigt, um die Schmerzübertragung zu unterbrechen.
    • Stereotaktische Radiochirurgie (Gamma Knife): Hierbei wird der Trigeminusnerv mit hochdosierter Strahlung behandelt.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben den konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative Ansätze, die bei Trigeminusneuralgie eingesetzt werden können:

  • Akupunktur: Die Akupunktur kann helfen, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Neuraltherapie: Bei der Neuraltherapie werden Lokalanästhetika in bestimmte Punkte gespritzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
  • Osteopathie: Die Osteopathie kann helfen, Verspannungen im Körper zu lösen und die Nervenfunktion zu verbessern.
  • Homöopathie: Die Homöopathie ist ein ganzheitlicher Ansatz, der darauf abzielt, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Homöopathie bei Trigeminusneuralgie

Die Homöopathie kann bei der Behandlung von Trigeminusneuralgie eine unterstützende Rolle spielen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl des richtigen homöopathischen Mittels individuell auf den Patienten abgestimmt sein muss. Einige häufig verwendete Mittel sind:

  • Spigelia anthelmia: Dieses Mittel wird häufig bei linksseitigen Gesichtsschmerzen eingesetzt, die sich über die Schläfen, das Auge, die Wange und sogar bis in die Zähne ziehen. Die Schmerzen sind so heftig, dass die gesamte Region sehr berührungsempfindlich wird.
  • Magnesium phosphoricum: Dieses Mittel wird oft bei rechtsseitigen Gesichtsschmerzen eingesetzt, die positiv auf warme Kompressen reagieren.
  • Cedron: Cedron kommt bei weiblichen Patienten häufiger zum Einsatz als bei Männern. Sie leiden unter verschiedenen Nervenschmerzen und wechselhaften Fieberzuständen. Das charakteristischste Merkmal von Cedron ist eine Periodizität der Fieberzustände und verschiedene neuralgische Beschwerden. Fast alle Beschwerden wiederholen sich exakt zur selben Stunde.
  • Hypericum: Hypericum ist ein Mittel gegen Nervenschmerzen in allen Körperteilen.
  • Aconitum: Bei akuten Schmerzen kann Aconitum comp. (Wala) helfen.

Weitere homöopathische Mittel, die bei Trigeminusneuralgie in Betracht gezogen werden können:

  • Colocynthis
  • Verbascum
  • Hecla lava
  • Plantago
  • Ranunculus bulbosus

Wichtiger Hinweis: Die Homöopathie sollte immer in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen angewendet werden.

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Fallbeispiele und Erfahrungsberichte

Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der homöopathischen Behandlung von Trigeminusneuralgie:

  • "Die Ärzte hatten keine andere Lösung als eine Operation anzubieten. Aber die wöchentliche Einnahme dieses homöopathischen Mittels konnte die rezidivierend-remittierende Neuralgie schließlich beseitigen."

Weitere unterstützende Maßnahmen

Zusätzlich zu den genannten Behandlungen können folgende Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Stress vermeiden: Stress kann die Schmerzattacken verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Nervensystem stärken.
  • Wärme: Wärme kann die Muskeln entspannen und die Schmerzen lindern.
  • Kälte: In manchen Fällen kann Kälte die Schmerzen lindern.
  • Schonung: Auslösende und belastende Faktoren sollten erkannt und gemieden werden.

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