Trizeps Nerv Schmerzen Ursachen: Ein umfassender Überblick

Schmerzen im Bereich des Trizeps, also an der Rückseite des Oberarms oder des Ellbogens, können vielfältige Ursachen haben. Oftmals sind Muskelverspannungen, Überlastungen oder sogar Verletzungen die Auslöser. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Trizeps Nerv Schmerzen, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Anatomie des Trizeps

Der Musculus triceps brachii, kurz Trizeps genannt, ist ein dreiköpfiger Muskel, der sich auf der Rückseite des Oberarms befindet. Er ist für die Streckung des Ellenbogens und das Zurückziehen des gebeugten Unterarms verantwortlich. Die drei Muskelköpfe sind:

  • Caput longum (langer Kopf): Entspringt am Schulterblatt unterhalb der Gelenkpfanne.
  • Caput mediale (mittlerer Kopf): Entspringt am rückseitigen Oberarmknochen.
  • Caput laterale (äußerer Kopf): Entspringt ebenfalls am rückseitigen Oberarmknochen.

Die drei Muskelköpfe vereinen sich in einer gemeinsamen Sehne, die an der Elle (Ulna) ansetzt.

Trizepstendinopathie (Trizepssehnenentzündung)

Eine häufige Ursache für Trizepsschmerzen ist die Trizepstendinopathie, eine Entzündung der Trizepssehne. Diese tritt meist infolge von wiederholten oder langanhaltenden Aktivitäten auf, bei denen die Trizepssehne unter Spannung steht. Dies geschieht häufig durch wiederholtes Drücken oder Strecken des Ellbogens gegen Widerstand. Auch abrupte hohe Belastungen, wie ein kräftiges Abstützen bei einem Sturz oder intensives Training ohne ausreichende Vorbereitung, können eine Trizepstendinopathie verursachen.

Ursachen einer Trizepssehnenentzündung

  • Überlastung: Wiederholte Bewegungen, die den Trizeps stark beanspruchen, wie z.B. Gewichtheben oder Wurfsportarten.
  • Fehlbelastungen: Unsymmetrische oder nicht-physiologische Bewegungen.
  • Traumata: Unfälle oder Stürze, die zu Anrissen oder Durchrissen im Bereich der Trizepssehne führen können.
  • Muskelimbalancen: Zu schwache oder verkürzte Gegenspielermuskeln.
  • Knochenanomalien: Knochenvorsprünge, die die Sehne reizen können.

Symptome einer Trizepssehnenentzündung

  • Schmerzen im Bereich des Oberarms auf Höhe der Trizepssehne (hinterer Ellenbogen).
  • Bewegungsabhängige Schmerzen, die sich bei Belastung verstärken.
  • Ruheschmerzen oder Schmerzen bei Druck auf den Muskel in fortgeschrittenen Fällen.
  • Bewegungsbeeinträchtigung aufgrund der Schmerzen.
  • Ausstrahlung der Schmerzen in den Schulterbereich oder Unterarm.
  • Die Schmerzen werden als unangenehm und ziehend bis brennend beschrieben.

Diagnose einer Trizepssehnenentzündung

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die Entstehungsgeschichte der Beschwerden und die Art der Schmerzen.
  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Funktion des Trizeps durch Tests und Abtasten des Muskels. Dabei wird der Patient immer symmetrisch untersucht und linke und rechte Körperseite verglichen, die Muskeln betastet und die muskuläre Ausbildung betrachtet. Neben der Untersuchung in Ruhe wird der Patient auch eigene Bewegungen durchführen lassen, um darunter erneut die Ausprägung der Muskeln zu untersuchen.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Ultraschalluntersuchung: Darstellung von Sehnen und Muskeln, um Verdickungen oder Auftreibungen der Sehne zu erkennen.
    • Röntgenuntersuchung: Darstellung von Knochen und verkalkten Strukturen, um andere Ursachen auszuschließen.
    • MRT (Magnetresonanztomographie): Beurteilung von Muskeln und Sehnen, um entzündliche Veränderungen oder Ödeme darzustellen.

Behandlung einer Trizepssehnenentzündung

  • Konservative Therapie:
    • Schonung: Vermeidung von Überlastungen und Fehlbelastungen.
    • Kühlung: Auflegen von Eispacks für 10 Minuten in einem Handtuch umwickelt auf den schmerzenden Bereich.
    • Entzündungshemmende Gele: Auftragen von Gelen wie Docgel oder Diclogel auf die schmerzende Stelle.
    • Bandagierung: Ruhigstellung des Arms durch eine Bandage oder Orthese.
    • Schmerzmedikamente: Kurzfristige Einnahme bei starken Schmerzen.
    • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Kräftigung und Dehnung des Trizeps.
    • Stoßwellentherapie: Anregung der Heilungsprozesse durch mechanische Wellen.
    • ACP-Behandlung (Eigenbluttherapie): Injektion von aufbereitetem Eigenblutplasma zur Förderung der Heilung.
    • Kinesiotaping: Anbringen von Kinesiotapes zur Unterstützung der Muskulatur und zur Schmerzlinderung.
  • Operative Therapie: In seltenen Fällen, wenn die konservative Therapie nicht erfolgreich ist, kann eine Operation erforderlich sein, um die Sehne zu reparieren.

Vorbeugung einer Trizepssehnenentzündung

  • Aufwärmen: Ausreichendes Aufwärmtraining vor sportlichen Aktivitäten.
  • Dehnen: Regelmäßiges Dehnen des Trizeps, indem die Hand auf den Rücken gelegt und mit der anderen Hand der Ellenbogen Richtung Wirbelsäule gezogen wird.
  • Richtige Ausführung: Achten Sie beim Trainieren des Trizepses auf eine richtige Ausführung der Bewegungen.
  • Angemessene Belastung: Anpassen der Trainingsintensität und der Anzahl der Wiederholungen an das individuelle Fitnesslevel.
  • Vermeidung von Überlastung: Vermeiden Sie Überlastungen des Oberarms. Gerade Bewegungen, die mit einer Streckung des Unterarms oder aber einer Armhebung einhergehen können, wenn sie ungewohnt sind oder die Patienten untrainiert sind zu einer Entzündung der Sehnen führen.

Riss des Trizepsmuskels

Bei zu großen Kräften kann die Trizepssehne oder der Muskel teilweise oder vollständig reißen. Dies kann beispielsweise beim Gewichtheben oder bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm passieren.

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Symptome eines Trizepsrisses

  • Plötzlicher, stechender Schmerz im Bereich des Trizeps.
  • Kraftverlust beim Strecken des Arms.
  • Schwellung und Bluterguss im Bereich des Trizeps.
  • Sichtbare oder tastbare Delle im Muskel.

Diagnose eines Trizepsrisses

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den Arm und beurteilt die Funktion des Trizeps.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Ultraschalluntersuchung: Darstellung des Risses.
    • MRT: Genaue Beurteilung des Ausmaßes des Risses.

Behandlung eines Trizepsrisses

  • Konservative Therapie: Bei kleinen Rissen kann eine konservative Therapie mit Ruhigstellung, Kühlung und Schmerzmitteln ausreichend sein.
  • Operative Therapie: Bei größeren Rissen ist in der Regel eine Operation erforderlich, um die Sehne oder den Muskel zu nähen.

Schulter-Arm-Syndrom (Zervikobrachialgie)

Das Schulter-Arm-Syndrom beschreibt einen ausstrahlenden Schmerz, der meist vom Nacken ausgeht und über die Schulter und den Ellenbogen teilweise bis zur Hand und in die Finger ausstrahlt. Die Ursache der Schmerzen kann unterschiedliche Gründe haben. Neben Verschleißerscheinungen in den Gelenken der oberen Extremität kommen meist muskuläre Verspannungen als Hauptursache der Beschwerden in Betracht. Diese können durch ungewöhnlich starke körperliche Belastungen auftreten. Viel häufiger beobachtet wird diese Erkrankung allerdings bei einseitigen und langen statischen Belastungen, wie zum Beispiel die sitzende Tätigkeit am Computer.

Ursachen des Schulter-Arm-Syndroms

  • Muskuläre Verspannungen: Knotige, schmerzende Verspannungen, eine zu hohe Spannung in den Faszien oder ein muskuläres Ungleichgewicht.
  • Bandscheibenprobleme: Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbelsäule mit Druck auf den Nerven (Radikulär-Syndrom).
  • Verschleißerscheinungen: Arthrose in den Gelenken der Schulter oder des Arms.
  • Fehlhaltungen: Langfristig hat dies Folgen für deinen Bewegungsapparat. Denn die Muskulatur samt Faszien, die für eine optimale Funktionsfähigkeit deines Schultergürtels sorgen sollen, passen sich den eingeschränkten Bewegungsmustern nach und nach an.
  • Impingement-Syndrom: Der Oberarmknochen schiebt sich immer weiter nach oben und klemmt Teile der Rotatoren-Manschette und den Schleimbeutel unter dem Schulterdach ein.
  • Frozen Shoulder: Entzündungen in der Schulter treten auf und Durchblutung und Stoffwechsel verschlechtert sind. Auch andere Erkrankungen wie Diabetes Mellitus können eine Frozen Shoulder begünstigen.
  • Kalkschulter: Ablagerungen von Kalk in den Sehnen der Rotatorenmanschette.

Symptome des Schulter-Arm-Syndroms

  • Ausstrahlende Schmerzen vom Nacken über die Schulter und den Arm bis in die Hand und die Finger.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter.
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Arm oder in der Hand.
  • Kraftverlust im Arm oder in der Hand.
  • Schmerzen, die sich nachts verschlimmern.

Diagnose des Schulter-Arm-Syndroms

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die Entstehungsgeschichte der Beschwerden und die Art der Schmerzen.
  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Beweglichkeit der Schulter und des Arms, sowie der Funktion der Nerven.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Röntgenuntersuchung: Darstellung von Knochen und Gelenken, um Verschleißerscheinungen auszuschließen.
    • MRT: Beurteilung von Muskeln, Sehnen und Nerven, um Entzündungen, Risse oder Bandscheibenprobleme darzustellen.
  • Neurologische Untersuchung: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um Nervenschädigungen festzustellen.

Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms

  • Konservative Therapie:
    • Schmerzlinderung: Durch Lockerung der Muskulatur, Wärmetherapie, Kinesiotaping und manuelle Medizin (Chirotherapie). Bei starken Schmerzen können kurzfristig auch Schmerzmedikamente eingenommen werden.
    • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, Kräftigung der Muskulatur und Verbesserung der Körperhaltung.
    • Injektionen: Gezielte Einspritzungen mittels bildgebender Verfahren an der Halswirbelsäule, bzw. dem in seiner Funktion eingeschränkten Nerv die Beschwerden lindern.
    • Sportliche Aktivität: Regelmäßige sportliche Aktivität (Yoga, Pilates, Schwimmen, Nordic Walking, Qigong, uvm.) werden empfohlen. Hierbei gilt die Regel, den Sport zu betreiben, welcher Spaß macht und welcher von den Beschwerden her möglich ist.
  • Operative Therapie: In schweren Fällen mit sehr starken Schmerzen und neurologischen Ausfällender oberen Extremität besteht die Möglichkeit einer OP mit Freilegung des eingeklemmten Nervs (Foraminotomie) oder des Ersatzes der betroffenen Bandscheibe (Implantation einer Bandscheibenprothese).

Radialisparese

Die Radialisparese ist eine Lähmung des Nervus radialis, der für die Streckung des Handgelenks, der Finger und des Ellenbogens verantwortlich ist.

Ursachen der Radialisparese

  • Einklemmung des Nervs: Z.B. bei einer ungünstigen Schlafposition (Schlaf- oder Parkbanklähmung), durch Unterarm-Gehstützen oder zu enge Armbänder.
  • Nervenschädigung: Durch Knochenbrüche im Bereich des Oberarms oder des Ellenbogens.
  • Druck auf den Nerv: Im Radialtunnel, wo der Nerv das Ellenbogengelenk überkreuzt.

Symptome der Radialisparese

  • Fallhand: Handgelenk und Finger können nicht mehr gestreckt werden.
  • Lähmung des Trizeps: Kein Ellenbogenstreckung mehr möglich (bei Schädigungen, die weiter oben am Arm lokalisiert sind).
  • Störung der Gefühlswahrnehmung: Im seitlichen Ober- und Unterarm sowie dem Handrücken (Daumen bis Mittelfinger).
  • Abgeschwächte Reflexe: Am Arm.

Diagnose der Radialisparese

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die Entstehungsgeschichte der Beschwerden.
  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Funktion des Nervs.
  • MRT: Bei Unsicherheit in Bezug auf die Diagnose oder bei einem schlechten Genesungsprozess.
  • Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und der Muskelfunktion: In Ausnahmefällen.

Behandlung der Radialisparese

  • Konservative Therapie:
    • Abwarten: Die Radialisparese verschwindet normalerweise innerhalb weniger Wochen von selbst.
    • Schiene: Tragen einer Schiene, die das Handgelenk leicht gestreckt hält, um die Anwendung der Hand zu erleichtern.
    • Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der Funktion des Nervs und der Muskulatur.
  • Operative Therapie: Bei langanhaltenden Schmerzen, deren Ursache das Einklemmen des Nervs ist, kann ein operativer Eingriff nötig werden, um für eine Druckentlastung zu sorgen.

Triggerpunkte im Trizeps

Triggerpunkte sind kleinste Knötchen in der Muskulatur, die unter anderem zu Schmerzen führen können. Sie können auch im Trizeps auftreten und Schmerzen im Arm, Ellenbogen und sogar in den Fingern verursachen.

Behandlung von Triggerpunkten im Trizeps

  • Triggerpunkt-Selbstmassage: Mit einem Ball oder den Fingern.
  • Dehnübungen: Für den Trizeps und die umliegende Muskulatur.
  • Kräftigungsübungen: Um die Muskeln stärker und belastbarer zu machen.

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