Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Erkrankungen, die die Bewegungsfähigkeit und Funktionalität des Arms beeinträchtigen können. Dazu gehören Frakturen des Oberarms, Unterarms und der Finger, die oft durch Unfälle oder Stürze verursacht werden. Darüber hinaus wird die Frozen Shoulder (Schultersteife) behandelt, eine schmerzhafte Erkrankung, die die Beweglichkeit des Schultergelenks einschränkt. Abschließend wird auf den Morbus Parkinson eingegangen, eine neurodegenerative Erkrankung, die Bewegungsstörungen verursacht.
Schulterfraktur
Eine Schulterfraktur kann die Bewegungsfreiheit der Betroffenen erheblich einschränken und wird häufig durch altersbedingte Osteoporose, Unfälle oder Stürze verursacht.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen einer Schulterfraktur sind vielfältig. Bestimmte Risikofaktoren können jedoch reduziert werden:
- Osteoporose: Eine frühzeitige Entdeckung und Behandlung von Osteoporose ist wichtig.
- Vorsicht im Sport und Alltag: Zusätzliche Vorsicht kann weitere Risikofaktoren minimieren. Unfälle können jedoch trotzdem zu Schulterfrakturen führen.
Symptome
Typische Symptome einer Schulterfraktur sind:
- Schmerzen in der Schulter
- Schwellung der Schulter
- Probleme bei Armbewegungen
Diagnose
Um eine Schulterfraktur eindeutig festzustellen, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Diese umfasst:
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- Befragung: Die Ärztin/der Arzt befragt die Patient:innen zur Entstehung der Beschwerden.
- Körperliche Untersuchung: Eine genaue Untersuchung der Schulter erfolgt.
- Röntgenbild: Ein Röntgenbild gibt Aufschluss über die Schwere des Bruchs.
- Weitere bildgebende Verfahren: Bei Bedarf können MRT, CT oder Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz kommen.
Behandlung
Der Großteil der Schulterfrakturen kann konservativ behandelt werden, um die Mobilität der Schulter wiederherzustellen.
- Konservative Behandlung: Bei einem nicht verschobenen Bruch genügen häufig Ruhigstellung, Schmerzmittel und Krankengymnastik.
- Operative Behandlung: Bei einem verschobenen Bruch ist oft ein operativer Eingriff notwendig, um die Bruchstücke durch Schrauben und Metallplatten zu fixieren und Langzeitschäden zu verhindern.
Die Genesungszeit beträgt in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Eine zeitnahe Planung der Behandlungsschritte ist wichtig, um die volle Funktionsfähigkeit der Schulter wiederherzustellen und Langzeitschäden zu vermeiden.
Distale Radiusfraktur (Handgelenksbruch)
Die distale Radiusfraktur ist ein Bruch nahe dem Handgelenk und eine der häufigsten Frakturen bei Erwachsenen.
Ursachen
Die Ursache ist meist ein Sturz auf den ausgestreckten Arm oder seltener direkte Gewalteinwirkung auf das Handgelenk. Weitere Ursachen können sein:
- Stürze: Die häufigste Ursache ist ein Sturz auf den ausgestreckten Arm bei Alltagsaktivitäten oder beim Sport.
- Knochenerkrankungen: Osteoporose erhöht das Risiko, da die Knochen brüchiger sind.
- Alter: Personen über 60 Jahre sind anfälliger für distale Radiusfrakturen aufgrund schwächerer Knochen.
Symptome
Die Anzeichen für eine distale Radiusfraktur sind oft offensichtlich:
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- Starke bis sehr starke Schmerzen
- Starke Schwellung des Handgelenks
- Kribbeln in den Fingerspitzen
- Eingeschränkte Fingerbeweglichkeit
- Verformung des Handgelenks (bei Knochenverschiebung)
Bei Verdacht auf eine Fraktur sollte man auf folgende Symptome achten:
- Starke Schmerzen unmittelbar nach dem Unfall
- Ungewöhnliche Schwellungen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingerkuppen
- Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
- Ungewöhnliche Verformungen
Diagnose
Bei Verdacht auf eine distale Radiusfraktur sollte man umgehend ein Krankenhaus oder einen Orthopäden aufsuchen. Die Diagnose erfolgt durch:
- Anamnese: Der Arzt erfragt die Situation, in der man sich verletzt hat, und die Symptome.
- Körperliche Untersuchung: Das Handgelenk und der Unterarm werden auf Verrenkungen oder Verfärbungen untersucht.
- Röntgenaufnahmen: Dies ist die zuverlässigste Methode zur Diagnose.
- MRT- oder CT-Untersuchung: Diese können bei komplexen Frakturen oder zur Untersuchung zusätzlicher Verletzungen der Weichteile hilfreich sein.
- Szintigraphie: Ein Knochenscan kann Stoffwechselveränderungen im Knochen aufdecken.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die gebrochenen Teile wieder in ihre ursprüngliche Position zu bringen und sie während der Heilung zu fixieren.
- Konservative Behandlung: Bei guter Position des Handgelenks kann ein Gipsverband ausreichend sein. Wenn der Knochen nicht richtig ausgerichtet ist, müssen die Fragmente neu ausgerichtet werden, bevor ein Gipsverband angelegt wird. Der Gips wird in der Regel alle 2 bis 3 Wochen gewechselt.
- Chirurgische Behandlung: In schweren Fällen ist eine Operation erforderlich, um die Knochen zu korrigieren und neu auszurichten. Der Chirurg kann verschiedene Hilfsmittel einsetzen, um den Knochen während der Heilung zu fixieren, darunter Metallstifte, Gips, Platten, Schrauben oder einen externen Stabilisierungsrahmen.
Nach der Operation hilft Physiotherapie, das Handgelenk zu stärken und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Physiotherapie bei Distaler Radiusfraktur
Sowohl nach konservativer als auch nach operativer Versorgung ist Physiotherapie empfehlenswert. Die Behandlung umfasst:
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- Anamnesegespräch: Ein ausführliches Gespräch, um die Krankengeschichte, aktuelle Beschwerden und Ziele zu besprechen.
- Individueller Behandlungsplan: Auf Grundlage der Anamnese wird ein individueller Plan erstellt.
- Mobilisationstechniken: Aktive und passive Mobilisationstechniken verbessern die Beweglichkeit in Schulter, Ellbogen und Fingern.
- Beratung: Der Therapeut berät, welche Bewegungen im Alltag erlaubt sind und welche vermieden werden sollten.
- Schmerzlinderung und Schwellungsreduktion: Techniken zur Schmerzlinderung und Schwellungsreduktion werden angewendet.
- Kraft- und Stabilisationstraining: Nach Abnahme des Gipses oder nach der Entzündungsphase wird mit Kraft- und Stabilisationstraining begonnen.
- Manuelle Lymphdrainage und Kälteanwendungen: Abschwellende Maßnahmen wie Manuelle Lymphdrainage und Kälteanwendungen werden durchgeführt.
Frozen Shoulder (Schultersteife)
Die Frozen Shoulder ist eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks, die auf degenerative Prozesse im Bereich der Weichteile zurückzuführen ist.
Ursachen
Die Ursachen der primären Frozen Shoulder sind bislang nicht ausreichend geklärt. Die sekundäre Frozen Shoulder kann infolge von Verletzungen der Schulter auftreten. Weitere Auslöser können sein:
- Schulterarthrose
- Kalkschulter
- Unfall
- Bewegungsmangel
- Lokale Stoffwechselstörungen
- Hormonelle Umstellung
- Diabetes
- Störungen der Schilddrüse
- Ernährungsfehler
- Metabolisches Syndrom
Symptome
Die Frozen Shoulder beginnt oft unvermittelt mit plötzlich einschießenden Schmerzen, die unabhängig von Überlastung und Verletzung auftreten. Weitere Symptome sind:
- Schulterschmerzen
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel
- Druckschmerzhaftigkeit der entzündeten Gelenkkapsel
Im Verlauf der Erkrankung vernarbt und verklebt das Kapselgewebe um das Schultergelenk, was zu starken Bewegungseinschränkungen führt.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch:
- Befragung des Patienten
- Körperliche Untersuchung
- Feststellung einer Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel
- Ausschluss anderer Auslöser für Schulterschmerzen und Schultersteife
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
- Konservative Behandlung:
- Schmerztherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen
- Steroidinjektionen in das betroffene Gelenk (Kortisonbehandlung)
- Manuelle Therapie
- Zellbiologische Regulationstherapie (Matrixtherapie)
- Ultraschalltherapie
- Ernährungsumstellung auf basische Lebensmittel
- Wärmetherapie
- Krankengymnastik
- Operative Behandlung: Eine operative Behandlung kommt meistens nur bei langwierigem Krankheitsverlauf und bei Versagen der konservativen Therapie infrage. Die Operation erfolgt meist arthroskopisch.
Ein zentraler Punkt bei der Therapie der Frozen Shoulder sind die damit verbundenen psychischen Belastungen für den Patienten. Durch intensive Beratung des Patienten muss die psychische Belastung aufgearbeitet werden.
Unterarmbruch (Unterarmfraktur)
Bei einem Unterarmbruch bricht einer der beiden Unterarmknochen, die Elle oder die Speiche. Es können auch beide Knochen von der Fraktur betroffen sein.
Ursachen
Typische Ursachen für einen Unterarmbruch sind:
- Sportunfälle
- Verkehrs- oder Berufsunfälle
- Sturz aus großer Höhe
- Quetschungen oder Einklemmungen
Symptome
Ein Bruch im Bereich des Unterarms bringt in der Regel eindeutige Anzeichen mit sich:
- Starke Schmerzen im Arm
- Unfähigkeit, die Hand zu strecken oder zu beugen
- Unfähigkeit, den Unterarm zu drehen
- Schwellung
- Deutliche Fehlstellung des Unterarms
- Weichteilverletzungen
- Instabilität
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch:
- Besprechung der Umstände: Die genauen Umstände, die zu dem Knochenbruch geführt haben, werden besprochen.
- DMS-Kontrolle: Die Durchblutung, Motorik und Sensibilität des betroffenen Unterarms werden genau untersucht.
- Röntgenuntersuchung: Eine Röntgenuntersuchung des Unterarms einschließlich der angrenzenden Gelenke (Ellenbogen- und Handgelenk) wird durchgeführt.
Behandlung
Zur Behandlung eines Knochenbruches am Unterarm empfiehlt der Arzt fast immer eine Operation. Der Knochen im Arm wird gerichtet und dann mit Hilfe von Schrauben und Platten fixiert. In der Heilungsphase reicht dann eine stützende Schiene. Ein Gipsverband ist für die Therapie und vollständige Heilung meist nicht notwendig.
Distale Humerusfraktur (Oberarmbruch)
Der Oberarmknochen (Humerus) verbindet das Schulter- mit dem Ellenbogengelenk. Mit einer distalen Oberarmfraktur müssen Sie umgehend fachärztlich versorgt werden.
Ursachen
Kinder sind besonders häufig von einer distalen Humerusfraktur betroffen. Aber auch Seniorinnen und Senioren sind durch Stand- und Gangunsicherheiten gefährdet.
Symptome
Bei einer distalen Humerusfraktur treten sofort heftige Schmerzen auf. Der Arm lässt sich kaum noch bewegen beim Versuch, die Finger zu strecken. Eine deutliche Fehlstellung des Oberarms ist ein Hinweis auf eine distale Humerusfraktur mit mehreren verschobenen Bruchstücken. Wurden bei dem Unfall Nerven verletzt, kann der Arm kribbeln oder sich taub anfühlen.
Diagnose
Bei Verdacht auf eine distale Humerusfraktur werden sich unsere Fachärztinnen und -ärzte zunächst den Unfallhergang genau schildern lassen. Danach prüfen sie, ob eine Fehlstellung vorliegt und wie stark der Arm im Bereich der Bruchstelle geschwollen ist. Eine starke Prellung des Oberarms kann ähnliche Beschwerden verursachen wie eine Fraktur. Um diese auszuschließen und die Schwere der distalen Humerusfraktur sicher zu bestimmen, sind Röntgenaufnahmen nötig. Da bei einem distalen Oberarmbruch die Bruchlinie nicht immer deutlich erkennbar ist (okkulter Bruch), kann eine Computertomografie herangezogen werden. Bei einer massiven Gewalteinwirkung auf den Oberarmknochen tragen unter ungünstigen Umständen auch Nerven und Blutgefäße Verletzungen davon. Die Nerven sind vor allem bei einer verschobenen distalen Humerusfraktur mit mehreren Fragmenten gefährdet. Um solche Verletzungen sicher auszuschließen, erheben wir in der Regel schon beim Erstkontakt mit den Patientinnen und Patienten den sogenannten DMS-Status (DMS = Durchblutung, Motorik, Sensibilität).
Behandlung
Frakturen können als einfach oder als komplex eingestuft werden. Generell gelten Brüche als einfach, wenn nur zwei Bruchstücke entstanden sind und sich diese nicht weit auseinandergeschoben haben. Für die Therapie der distalen Humerusfraktur ist darüber hinaus eine weitere Unterscheidung bedeutsam: Verläuft die Bruchlinie oberhalb des Ellenbogengelenks (suprakondylär) oder im Ellenbogen? Etwa 70 Prozent der distalen Humerusfrakturen sind suprakondylär. Die Therapie und der Heilungsprozess sind bei ihnen einfacher als bei komplexen distalen Oberarmfrakturen mit Beteiligung des Ellenbogengelenks.
Fingerbruch
Bei einem Fingerbruch ist mindestens ein Fingerglied gebrochen. Der gebrochene Finger ist meist geschwollen und schmerzt.
Ursachen
Die Ursache für den Fingerbruch ist eine zu starke Überlastung des Knochens, ausgelöst durch Gewalteinwirkung, Verdrehung, Verstauchung oder Überdehnung. Besonders häufig brechen Finger durch einen Unfall oder eine Sportverletzung.
- Direktes Trauma: Ärzte sprechen von einem sogenannten direkten Trauma.
- Hausunfälle: Quetschung durch eine Tür oder Schublade
- Sport- und Freizeitverletzungen: Vor allem Ballspiele
- Verkehrsunfälle
- Stürze und Arbeitsunfälle: Z.B. Hammerschlag
- Stürze im häuslichen Umfeld: Etwa durch Schwindel oder Schwäche
- Gangunsicherheit: Ursachen können beispielsweise Parkinson oder ein Schlaganfall sein
Symptome
Ein gebrochener Finger ist schmerzhaft. Weitere Symptome bei einem Fingerbruch sind Schwellungen und Blutergüsse (Hämatom). Außerdem können Betroffene den gebrochenen Finger nur eingeschränkt oder gar nicht mehr bewegen.
Einige Symptome sind eindeutige Hinweise auf einen gebrochenen Finger:
- Sichtbare Verkrümmung des Fingers, Verschiebung von Knochen (Dislokation)
- Der verletzte Finger lässt sich in ungewohnte Richtungen bewegen.
- Abstehen des Fingers
- Offener Bruch mit sichtbaren Knochensplittern
- Hör- und fühlbares Knirsch-Geräusch bei Bewegung des Fingers (Krepitation)
Weitere Hinweise für einen gebrochenen Finger sind:
- Instabilitätsgefühl
- Schmerzen (Bewegungs-, Ruhe- oder Wundschmerz)
- Taubheits- oder Kältegefühl im gebrochenen Finger oder anderen Teilen der Hand
- Schwellungen des Fingers
- Blutergüsse
Diagnose
Eine eindeutige Diagnose, ob es sich bei den Symptomen um einen Bruch handelt, stellt der Arzt durch eine Röntgenuntersuchung, die den Finger aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt.
Behandlung
Ziel der Behandlung eines einfachen Fingerbruchs ist, dass dieser möglichst schnell wieder zusammenwächst und der Finger danach wieder uneingeschränkt beweglich ist. Nach eingehender Untersuchung entscheidet der Arzt, welche Behandlung dafür geeignet ist.
- Konservative Behandlung:
- Fixierende Gips-Stützverbände und Schienen
- Tapeverband
- Operative Behandlung: Bei komplizierten Brüchen ist eine Operation notwendig.
Nachbehandlung
Damit ein gebrochener Finger gut verheilt und die Beweglichkeit vollständig erhalten bleibt, ist es wichtig, ihn nach dem Verheilen so früh wie möglich wieder zu bewegen. Mithilfe einer Physiotherapie wird die Stabilität des verletzten Fingers schrittweise und kontrolliert wiederhergestellt.
Grundregeln für Patienten mit gebrochenen Fingern
- Lagern Sie die verletzte Hand regelmäßig hoch.
- Bewegen Sie täglich die nicht ruhiggestellten Gelenke der Hand aktiv.
- Halten Sie den Gipsverband immer trocken und vermeiden Sie starke Belastung.
- Nutzen Sie Schienen nur so oft, wie mit dem Arzt besprochen.
- Wenn sich die Schmerzen plötzlich verstärken oder Risse im Gips auftreten, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf!
Morbus Parkinson
Beim Morbus Parkinson handelt es sich um eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung. In bestimmten Gehirnbereichen, die für die unbewusste Steuerung von Bewegungen wichtig sind, sterben aus unbekannter Ursache die Nervenzellen ab. Die Folge sind erhebliche Störungen im Bewegungsablauf.
Ursachen
Beim Gesunden werden unbewusste Prozesse des Ablaufs und der Koordination von Bewegungen durch bestimmte Bereiche des Gehirns übernommen, zu denen auch die Substantia nigra („schwarze Substanz“) zählt. Die Nervenzellen dieses Gehirnbereichs geben beim Gesunden den Neurotransmitter (Signalstoff) Dopamin ab, der im Gehirn stimulierend auf Bewegungsabläufe wirkt. Beim Morbus Parkinson sterben die Dopamin-freisetzenden Nerven der Sustantia nigra ab. Die Ursache dieses Zelluntergangs ist, wie z. B. auch beim Morbus Alzheimer, noch immer unbekannt. Das Absterben der Dopamin-freisetzenden Nervenzellen führt zu einem Überwiegen eines anderen Neurotransmitters, Acetylcholin, der Bewegungsabläufe eher hemmt.
Symptome
Das Vollbild der Erkrankung ist durch die drei Symptome Rigor (Starre), Akinese (Bewegungslosigkeit) und Tremor (Zittern) charakterisiert: Bei voll erhaltenem Intellekt ist der Patient nicht in der Lage, willkürliche (=gewollte) Bewegungen auszuführen. Im Einzelfall ist die Ausprägung der Symptome sehr unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen steht die Bewegungsarmut im Vordergrund, andere sind vor allem durch das Zittern beeinträchtigt. Typische Symptome sind die Amimie (Ausdruckslosigkeit des Gesichts), eine auffällig kleine Schrift, sowie die Unfähigkeit, eine Bewegung (z. B. Gehen) zu beginnen oder aufzuhören. Der Körper scheint in einer bestimmten Position zu erstarren.
Die Krankheit beginnt schleichend mit relativ unspezifischen Symptomen. Oft führen Schulter-und Nackenschmerzen den Patienten zum Arzt. Relativ häufig finden sich auch depressive Verstimmungen in der Anfangsphase. Später bildet sich das Vollbild der Erkrankung heraus mit den nachstehend beschriebenen sog. Kardinalsymptomen:
- Akinese: Patienten haben Schwierigkeiten, einen Bewegungsablauf in Gang zu bringen und durchzuführen.
- Rigor: Tonuserhöhung der Muskulatur.
- Tremor: Ruhezittern.
Im Verlauf der Erkrankung verlieren die Patienten häufig ihre Spontanität und wirken oft antriebsarm. Auch die Denkabläufe scheinen verlangsamt. Die Sprache kann manchmal leise werden, die Sprachmelodie wirkt monoton. Ursache ist wohl der Rigor der Atem- und Sprechmuskulatur. Diese Beeinträchtigung wirkt sich auch beim Essen aus: Der Vorgang des Essens ist verlangsamt, dazu gesellen sich noch Schluckstörungen. Daneben ist der natürliche Vorgang des Speichelschluckens gestört, so dass häufig der Speichel aus dem Mund rinnt. Die Darm- und Blasentätigkeit scheint ebenfalls gestört. Bei der Parkinson’schen Erkrankung kommt es darüberhinaus zu einer vermehrten öligen Talgproduktion der Haut, besonders im Bereich des Kopfes. Das sog. Offenbar ist auch die Schweißsekretion krankhaft beeinträchtigt. Es ist bekannt, dass Parkinson-Kranke zu exzessivem Schwitzen neigen. Dies bessert sich jedoch meist unter der medikamentösen Therapie. Die Muskulatur der Augenlider ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Der Lidschlag wird seltener, wodurch die „Scheibenwischfunktion“ der Augenlider beeinträchtigt ist. Es besteht ferner eine Beeintächtung der Handschrift. Dabei wird die Schrift immer kleiner, bis sie kaum noch lesbar ist.
Es muss betont werden, dass andere Gehirnfunktionen wie Bewusstsein, Aufmerksamkeit, Intelligenz oder Gedächtnis oft nicht betroffen sind.
Diagnose
Die Diagnose des Parkinson-Syndroms wird durch die klinische Untersuchung gestellt, wobei mindestens zwei der Kardinalsymptome vorliegen müssen. Die Diagnose kann abgesichert werden, wenn die Krankheit einseitig mit einem Ruhetremor (Zittern im Ruhezustand) begonnen hat und die Symptomatik sich auf die Gabe von L-Dopa oder Apomorphin bessert. Zur Zusatzdiagnostik gehört weiterhin ein CT (Computertomogramm, röntgenologische Schichtuntersuchung des Gehirns), um irgendwelche anderen Ursachen (z. B. Geschwülste, verkalkte Hirngefässe etc.) auszuschliessen. Mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) werden Veränderungen im Stoffwechsel der Botenstoffe sichtbar.
Behandlung
Eine Heilung der Parkinson’schen Krankheit ist bis heute nicht möglich. Man kann jedoch die Beschwerden der Betroffenen durch Medikamente erheblich lindern. Die Behandlung mit Medikamenten stellt den Schwerpunkt der Therapie des Morbus Parkinson dar. Eine wesentliche Ergänzung bilden krankengymnastische und sonstige physiotherapeutische Maßnahmen. Oft müssen jedoch die Patienten durch eine Arzneimittel-Therapie in die Lage versetzt werden, physiotherapeutische Behandlungen vorzunehmen.
- Medikamentöse Therapie: Die medikamentöse Therapie des Morbus Parkinson ist meistens eine Kombinations-Therapie, d. h., es werden mehrere Medikamente mit unterschiedlichen Wirkungsaspekten verabreicht. Nur in den Frühphasen der Erkrankung kommt man mit einem Arzneimittel aus. Die Dosierung sollte in jedem Fall individuell erfolgen - soviel wie nötig und so wenig wie möglich.
- Substanzen, die die Wirkung des Signalstoffes Acetylcholin hemmen.
- Gabe von Amantadin stimuliert die Dopamin-Freisetzung im Gehirn, daneben wirkt es auch anticholinergisch.
- Selegilin hemmt im Gehirn ein Enzym, das den Abbau von Dopamin fördert.
- Mittel, die zu einer vermehrten Empfindlichkeit an spezifischen Bindungsstellen für Dopamin im Gehirn führen.
- COMT-Inhibitoren hemmen ebenfalls ein Enzym, das am Abbau von Dopamin beteiligt ist.
- L-Dopa ist eine Aminosäure, die im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird, und damit dem Dopamin-Mangel im Gehirn des Parkinson-Kranken entgegenwirkt.
- Krankengymnastik und Sprachtherapie: Hierzu gehören Krankengymnastik mit einer speziellen Bewegungstherapie, um die Bewegungsstörungen zu lindern und Fehlhaltungen zu korrigieren. Eine Sprachtherapie unterstützt die medikamentösen Maßnahmen, besonders wenn die Sprech- und Schluckmuskulatur von der Krankheit beeinträchtigt ist.
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