Hirnstammtumor: Symptome und Schluckbeschwerden im Fokus

Kopf-Hals-Tumoren umfassen verschiedene Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich. Umfassende Informationen zu Diagnose und Behandlung unterstützen Patienten und Angehörige bei der Bewältigung dieser Diagnose.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie häufig sind Kopf-Hals-Tumore?
  2. Ursachen und Risikofaktoren für Kopf-Hals-Tumore
  3. Symptome und Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren
  4. Diagnose von Kopf-Hals-Tumoren
  5. Therapie und Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren
  6. Nebenwirkungen der Therapie bei Kopf-Hals-Tumoren
  7. Prognose bei Kopf-Hals-Tumoren
  8. Nachsorge bei Kopf-Hals-Tumoren
  9. Zusammenfassung

Was sind Hirnstammtumore?

Ein Hirntumor ist eine Wucherung im zentralen Nervensystem, die gutartig oder bösartig sein kann. Betroffen sein können das Gehirn selbst, das Rückenmark, Rückenmarks- und Hirnhäute sowie die Hirnnerven. Hirntumoren sind insgesamt selten, in Deutschland erkranken jährlich nur rund 7.000 Menschen neu. Die Tumorerkrankung kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Bei Kindern machen Hirntumore jedoch rund ein Viertel aller Krebserkrankungen aus. Hirntumoren werden oftmals erst spät entdeckt, da die Symptome zunächst eher unspezifisch sind. Zudem variieren die Anzeichen der Gehirnwucherung stark, je nach Größe und Lage des Tumors.

1. Kopf-Hals-Tumoren: Eine Übersicht

Unter der Bezeichnung Kopf-Hals-Tumore werden mehrere verschiedene Tumorerkrankungen des Kopf- und Hals-Bereiches zusammengefasst. Sie unterscheiden sich nach dem Ort, an dem sie entstehen, und zusätzlich auch nach Art und Ausbreitung der Tumore selbst. Im engeren Sinn werden Tumore des Rachens, des Kehlkopfes, der Lippe und der Mundhöhle als Kopf-Hals-Tumoren aufgefasst.

Dazu zählen Tumore:

  • der Mundhöhle, d. h. Tumore von Lippen, Zunge, Mundboden, Gaumen, Speicheldrüsen
  • des Rachens (Pharynxkarzinom)
  • des Kehlkopfes (Larynxkarzinom)
  • der Nase
  • der Nasennebenhöhlen
  • des äußeren Halses, insbesondere der Schilddrüse

Nicht zu den Kopf-Hals-Tumoren gehören Krebserkrankungen der Augen und des Gehirns.

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Die Mehrheit der Kopf-Hals-Tumore sind Plattenepithelkarzinome. Sie entstehen in den Zellen der Schleimhaut von Mundhöhle, Zunge, Rachen, Schlund, Kehlkopf, Nasenrachen, der inneren Nase, der Nasennebenhöhlen, des Ohres, der Speicheldrüsen oder der Haut am Gesicht und Hals.

2. Wie häufig sind Kopf-Hals-Tumore?

Bösartige Tumore im Kopf-Hals-Bereich rangieren in der weltweiten Tumorrangliste unter den zehn häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland gibt es ca. 20-25.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Mit ca. 5 % sind Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region bei Männern in Deutschland der vierthäufigste Tumor. Seit 2011 haben die Neuerkrankungen beim Mundhöhlen- und Rachenkarzinom bei Männern abgenommen und bei Frauen leicht zugenommen.

Am weitesten verbreitet sind Tumoren der Mundhöhle und des Rachens. In Deutschland erkrankten im Jahr 2020 etwa 9.000 Männer und 4.000 Frauen. Männer sind im Durchschnitt zwei bis drei Jahre früher betroffen als Frauen. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind sie durchschnittlich 63 Jahre, Frauen 66 Jahre alt. An Kehlkopfkrebs erkrankten im selben Jahr rund 2.700 Männer und 500 Frauen betroffen.

3. Ursachen und Risikofaktoren für Kopf-Hals-Tumore

Vor allem bei Kehlkopfkrebs spielt Tabak eine wichtige Rolle: Vier von fünf Betroffenen mit einem bösartigen Tumor der Mundhöhle rauchen. Im Bereich Mundhöhle und Rachen ist eher der Alkoholkonsum zu beachten. Eine Kombination von Rauchen und regelmäßigem Alkoholkonsum in größeren Mengen ist besonders gefährlich.

Raucherinnen und Raucher erkranken an Krebs der Mundhöhle und des Rachens je nach Zigarettenmenge bis zu sechsmal häufiger als nichtrauchende Menschen. Auch der Umgang mit bestimmten Schadstoffen wie Asbest, chrom- und nickelhaltige Farben und Lacken birgt ein Risiko für Kopf-Hals-Tumore, insbesondere im Nasenbereich. Faktoren wie UV- und radioaktive Strahlung, schlechte Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem (zum Beispiel nach einer Organ- oder Knochenmarktransplantation) und chronische Verletzungen der Schleimhaut bergen ebenfalls ein Risiko, wenn auch deutlich geringer.

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Humanes Papillomvirus (HPV)

In den letzten Jahren ist ein neuer Risikofaktor dazu gekommen: Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) im Kopf-Hals-Bereich ist mit dem Auftreten dieser Tumore verbunden. Humane Papillomviren sind der Auslöser verschiedener Krebsarten. Sie sind in erster Linie in Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bekannt. Dieses Virus (wie auch mehrere andere Viren) löst das Karzinom nicht aus, ist aber ein wichtiger Faktor.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Infektion mit bestimmten HPV-Serotypen bei der Entstehung von manchen Kopf-Hals-Tumoren, besonders bei Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinome), eine Rolle spielt. Derzeit ist ein Anstieg von Rachenkrebserkrankungen bei zunehmend jüngeren Patientinnen und Patienten zu beobachten, welcher mit der weltweit zunehmenden Infektionsrate mit HPV 16 in Zusammenhang gebracht wird. Auch in Deutschland steigt die Anzahl der Neuerkrankungen mit Rachenkrebs. Gegen HPV gibt es für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren eine Schutzimpfung, die auch den Hochrisiko-Typ 16 abdeckt.

4. Symptome und Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren

Oft bemerken Betroffene anfangs nur wenig von dem Tumor. Die ersten Symptome können unspezifisch sein, und sich als Heiserkeit oder Schluckbeschwerden äußern. Hinzu kommt, dass die gefährdeten Patientinnen und Patienten selten zu einer Ärztin oder zu einem Arzt gehen und die Diagnose deshalb häufig erst spät gestellt wird. Nur Kehlkopf-Tumore - besonders wenn sie die Stimmbänder betreffen) fallen häufig früher wegen der einsetzenden Heiserkeit auf. Wird ein Tumor in der Kopf-Hals-Region frühzeitig erkannt und behandelt, sind die Aussichten auf Heilung gut.

Die wichtigsten Warnzeichen

Tumore im Kopf- und Halsbereich können sich durch verschiedene Warnzeichen ankündigen, die abhängig vom Ort des Tumors sind. Folgende Symptome können auftreten:

  • Schluckbeschwerden
  • (schmerzhafte) Schwellung
  • Fremdkörpergefühl im Hals
  • Veränderungen der Schleimhaut
  • Heiserkeit
  • anhaltendes Kratzen im Hals mit Zwang zum Räuspern
  • Mundgeruch
  • chronischer Husten
  • blutiger Auswurf
  • nicht heilende Wunden
  • Atemnot
  • einseitige Nasenatmung in Verbindung mit Nasenbluten
  • Zahnlockerungen
  • Gesichtsschmerzen, Sehveränderungen und Taubheitsgefühl

Sollte eines dieser Symptome für länger als drei Wochen anhalten, ist es ratsam, eine Facharztpraxis für HNO-Heilkunde aufzusuchen. Tumore im Bereich der Mundhöhle erkennen Fachärztinnen und Fachärzte häufig durch Veränderungen an der Schleimhaut.

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Krebsvorstufe: Leukoplakie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt diese Erkrankung als „weiße, nicht abwischbare, keiner definierten Krankheit zuzuordnende Schleimhautveränderung“. Sie entstehen durch eine krankhafte Verdickung der äußersten Schleimhautschicht. Wenn du bei dir eine solche weiße Stelle bemerkst, solltest du unbedingt zu einer Ärztin oder zu einem Arzt gehen und abklären, ob sie harmlos ist oder nicht. Bei Leukoplakie besteht das Risiko, dass sich ein Mundhöhlenkarzinom entwickeln kann. Diese Vorstufe ist für eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt gut zu erkennen.

Hirntumore: Symptome

Neu auftretende Kopfschmerzen können ein Hinweis auf einen Hirntumor sein. Durch die wachsende Geschwulst steigt der Hirndruck an, die Folge sind Schmerzen, die meist abends und morgens besonders ausgeprägt sind, sich im Liegen verschlimmern und im Tagesverlauf abnehmen. Zu den weiteren Hirndruckzeichen, die bei einem Hirntumor auftreten, gehören Übelkeit und Erbrechen. Diese kommen oftmals zeitgleich mit den Kopfschmerzen vor und sind auch bei leerem Magen möglich. Durch den steigenden Hirndruck kann es zu Bewusstseinsstörungen kommen, die sich etwa als Benommenheit, im schlimmsten Fall als Koma äußern.

Auch Augenprobleme und Sehstörungen können auf einen Hirntumor hindeuten. Ein erhöhter Hirndruck kann den Blutabfluss im Sehnerv behindern und diesen nachhaltig schädigen. Bei einer Augenuntersuchung macht sich dies durch eine Schwellung des Sehnervkopfes (Papille) in der Netzhaut bemerkbar. Ein weiteres Anzeichen für einen Hirntumor kann ein niedriger Puls sein. Bei einem epileptischen Anfall löst überschießende elektrische Aktivität im Gehirn motorische Störungen, etwa Zuckungen, und auch Bewusstseinstrübungen aus.

Empfindungsstörungen und Taubheitsgefühle in einzelnen Gliedmaßen oder einer Köperhälfte können Anzeichen eines Hirntumors sein. Auch eine erhöhte Empfindlichkeit bei Kälte, Hitze oder Schmerz sind möglich. Ein Hirntumor kann verschiedene neurologische Ausfälle auslösen. Neben Wassereinlagerungen des Sehnervs (Stauungspapille) kann ein Tumor auch zu neurologischen Sehstörungen führen, also solchen, die im Gehirn selbst ausgelöst werden und nicht im Auge. Je nach Lage des Tumors kann es zu Sprech- und Sprachstörungen (Aphasie) kommen. Bei Sprachstörungen ist das Sprachzentrum im Gehirn betroffen, es fällt etwa schwer, Gesprochenes zu verstehen oder Sätze zu bilden. Auch Wortfindungsstörungen sind möglich.

Ist die Muskulatur der Zunge oder des Rachens gelähmt, kann es zu Schluckbeschwerden (Dysphagie) kommen. Ein Hirntumor kann zu einer Veränderung der Persönlichkeit führen, Symptome sind etwa Aggression und erhöhte Reizbarkeit, Impulsivität sowie eine leichte Ablenkbarkeit. Ein Hirntumor kann die psychische Gesundheit beeinträchtigen und Auslöser verschiedener Erkrankungen wie einer Depression oder Angststörung sein.

CAUTION: Warnzeichen für Krebs

Die Amerikanische Krebsgesellschaft hat sieben Warnzeichen für Krebs unter der plakativen Abkürzung CAUTION zusammengestellt. Es bedeutet „Achtung“ oder „Vorsicht“ und steht für die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe von:

  • Veränderungen der Darm- oder Blasenfunktion (Change in bowel or bladder habits)
  • Nichtheilende Wunden (A sore that will not heal)
  • Ungewöhnliche Blutungen oder Ausfluss (Unusual discharge or bleeding)
  • Knoten (Thickening or lump in the breast, testicles or elsewhere)
  • Schluckbeschwerden (Indigestion or difficulty swallowing)
  • Hautveränderung in Muttermalen, Warzen oder Schleimhaut (Obvious change in a wart or mole)
  • Husten, Heiserkeit (Nagging cough or hoarseness)

Die US-Krebsgesellschaft rät zum Arztbesuch, wenn Beschwerden, die auf Krebs deuten können, keine andere, eindeutige Ursache haben und länger als zwei Wochen andauern.

5. Diagnose von Kopf-Hals-Tumoren

Besteht es ein Verdacht auf Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, wird deine Ärztin oder dein Arzt dich nach eventuellen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholgenuss oder familiärer Vorbelastung fragen (Anamnese). Danach wird er dir Blut abnehmen und dich körperlich untersuchen und die einsehbaren Bereiche deiner Mundhöhle und deines Rachens genauer betrachtet und abgetastet. Mithilfe von Spiegeln können auch Teile der Nasenhöhle, des Ohres, tiefere Rachenbereiche sowie der Kehlkopf untersuchen werden. So kann deine Ärztin oder dein Arzt einen ersten Eindruck gewinnen.

Endoskopie

Durch eine Spiegelung (Endoskopie) kann Gewissheit darüber erlangt werden, ob tatsächlich ein Tumor vorliegt und wenn ja, wie weit er sich schon ausgedehnt hat. Dabei werden deine oberen Luft- und Speisewege unter Narkose untersucht und gleichzeitig Gewebeproben (Biopsie) aus verdächtigen Bereichen entnommen. Diese werden anschließend mikroskopisch untersucht.

Ultraschalluntersuchung

Wenn der Tumor sich bereits über seinen Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat, lassen sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Halses vergrößerte Lymphknoten erkennen. Aus diesen verdächtigen Lymphknoten kann mit einer dünnen Nadel (Feinnadelpunktion) Gewebe entnommen und mikroskopisch untersucht werden.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Mit den bildgebenden Verfahren Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) kann die Ausbreitung des Tumors genau bestimmt werden. Sollten sich bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen gebildet haben, so können auch diese entdeckt werden. Im Gegensatz zur MRT können mit der CT die umliegenden Knochen beurteilt werden. Die MRT hat wiederum den Vorteil, dass die Betroffenen keine Röntgenstrahlung abbekommen. Selten kann auch eine Positronen-Emissions-Tomographie zum Einsatz kommen.

Klassifikation der Tumore

Zusätzlich muss die Ärztin oder der Arzt wissen, wie bösartig der Tumor ist, wie weit und schnell er sich ausgebreitet hat und ob er bereits andere Bereiche oder Organe des Körpers erreicht hat. Dafür gibt es die international einheitliche TNM-Klassifikation. Zusätzlich gibt das Grading Aufschluss über die Art des Tumorgewebes. Wichtig hierbei ist der Differenzierungsgrad - also wie sehr sich die Tumorzellen von den gesunden Körperzellen unterscheiden.

  • G1 - gut differenziert (ähneln den gesunden Zellen, weniger bösartig)
  • G2 - mäßig differenziert
  • G3 - schlecht differenziert
  • G4 - nicht differenziert (ähneln den gesunden Zellen nicht mehr, sehr bösartig)

Mithilfe dieser Informationen kann die Ärztin oder der Arzt beschreiben, wie weit der Krebs fortgeschritten ist.

6. Therapie und Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Die systemische Behandlung eines Kopf-Hals-Tumors ist in der Regel gleich, egal, ob er in der Mundhöhle, in der Nase, im Rachen oder im Kehlkopf auftritt. Bei der Behandlung werden meist folgende Verfahren eingesetzt, häufig auch in Kombination:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie

Zunehmend werden auch neue Behandlungsverfahren wie die Immuntherapie angewendet. Wachstumshemmende Antikörper können das Therapiekonzept unterstützen. Fachärztinnen und Fachärzte für die verschiedenen Behandlungsformen werden gemeinsam ein Konzept entwickeln, das die Ergebnisse der Diagnose, die Größe, den Ort und die Ausbreitung des Tumors (TNM) sowie dein Alter und deinen Gesundheitszustand berücksichtigt. Die Entscheidung für die optimale Therapie für den Betroffenen wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen. Hier besprechen sich alle an der Tumorbehandlung beteiligten Fachdisziplinen (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Strahlentherapie, Onkologie, Nuklearmedizin, Radiologie, Zahnheilkunde, Logopädie, Diätassistenz, Psychologie, Sozialarbeit etc.). An dieser wichtigen Besprechung kannst du meist auch als Patientin oder Patient teilnehmen, wenn du das möchtest.

Operation

Ziel einer Operation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen, um eine Heilung zu erreichen. Lymphknoten im Halsbereich werden, wenn sie mitbetroffen sind, ebenfalls entfernt. Je nach Lage des Tumors müssen Teile des Kiefers, der Zunge, des Mundbodens, der Wange oder des Rachens entfernt werden. Deshalb ist es wichtig, sich an der Therapieentscheidung und der Abwägung von Vor- und Nachteilen zu beteiligen. Natürlich spielt das äußere Erscheinungsbild sowie die Fähigkeit zu essen, zu sprechen und zu schlucken bei diesen Operationen eine wesentliche Rolle. Viele Veränderungen können mithilfe plastischer Chirurgie wieder rekonstruiert werden. Vor allem bei Kehlkopfkrebs wird versucht, den Kehlkopf möglichst zu erhalten, weil die Beeinträchtigungen nach der Operation erheblich sein können.

Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie kann nach einer Operation (adjuvant) durchgeführt werden, wenn nicht der gesamte Tumor entfernt werden konnte oder wenn sich der Tumor bereits in Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hat. Manchmal findet eine Bestrahlung auch vor der Operation (neoadjuvant) statt. Sie kann die Heilungsaussichten der Operation verbessern. In der Regel wird sie dabei mit einer Chemotherapie kombiniert (Radiochemotherapie). Kann ein Tumor aus medizinischen Gründen nicht operiert werden, ist die Strahlentherapie eine Option. Dabei wird sie mit einer Chemotherapie oder einer Antikörpertherapie kombiniert - entweder gleichzeitig oder nacheinander.

Chemotherapie

Zytostatika - auch Chemotherapeutika genannt - zerstören das Erbmaterial in den Tumorzellen oder greifen in den Zellteilungszyklus ein. Dadurch verlieren die Zellen ihre Fähigkeit sich zu vermehren und das Tumorwachstum wird gebremst oder im besten Fall sogar ganz gestoppt. Da die Medikamente über den Blutkreislauf transportiert werden, wirken sie in der Regel im gesamten Körper. Dadurch können auch Krebszellen erreicht werden, die sich bei Untersuchungen nicht zeigen und daher durch eine Operation oder Bestrahlung nicht gezielt behandelt werden können. Durch verschiedene Untersuchungen wie Bluttests, Gewebeproben und bildgebende Untersuchungen lässt sich beurteilen, ob ein Tumor auf die Chemotherapie anspricht. Ist dies nicht der Fall, kann man die Behandlung auf andere Wirkstoffe umstellen oder gegebenenfalls durch eine zielgerichtete Therapie ergänzen. Bei Kopf-Hals-Tumoren wird die Chemotherapie meist mit einer Strahlentherapie kombiniert. Allein kommt sie nur bei bereits metastasierten Tumoren oder bei Rückfällen (Rezidiv) zum Einsatz.

Zielgerichtete Krebstherapie

Zielgerichtete Arzneimittel greifen in Abläufe ein, die für das Krebswachstum wichtig sind. Sie sind auf bestimmte Eigenschaften der jeweiligen Tumorzellen ausgerichtet: Sie können zum Beispiel gezielt die Zelloberfläche angreifen, Botenstoffe der Krebszelle abfangen oder die Signalwege der Krebszellen blockieren. Bei Kopf-Hals-Tumoren gibt es die Möglichkeit der EGF-Blockade. EGF ist der epidermale Wachstumsfaktor, welcher zur Vermehrung von Tumorzellen führt. Diese Art der Therapie wird intensiv erforscht. Ob eine zielgerichtete Krebstherapie bei dir erfolgversprechend ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und muss mit deinem Behandlungsteam besprochen werden.

Krebsimmuntherapie

Statt die Krebszellen direkt anzugreifen, unterstützt die Krebsimmuntherapie das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs. Bei Kopf-Hals-Tumoren wird die Krebsimmuntherapie bisher bei palliativen Therapieansätzen oder bei Rückfällen eingesetzt. Dabei kann sie auch mit einer Chemotherapie kombiniert werden (Immunchemotherapie). Ob für dich eine Immuntherapie infrage kommen kann, kann dein Behandlungsteam herausfinden - hierfür muss dein Tumor bestimmte Eigenschaften aufweisen.

7. Der Glomustumor: Eine seltene Ursache für Schluckbeschwerden

Der Glomustumor ist kaum auszumachen, kann aber von Schluckbeschwerden über Ohrensausen bis hin zur Parese eine ganze Reihe unspezifischer Beschwerden auslösen. Auch über ihre Entstehung oder Risikofaktoren ist wenig bekannt. In einigen Fällen weisen Symptome - zum Beispiel ein Ohrgeräusch oder eine Hörminderung - auf den Glomustumor hin. Der Patient, der den Arzt zunächst unter dem Verdacht eines „einfachen Tinnitus“ aufsucht, erhält häufig nur zum Ausschluss einer seltenen Erkrankung eine MRT-Untersuchung. Hier zeigt sich dann in der Regel, ob sich hinter dem Ohrgeräusch eine durale arteriovenöse Fistel, die Stenose einer Hirnvene oder -arterie an der Schädelbasis - oder eben ein Glomustumor verbirgt. Es gibt allerdings auch Patienten, die sich wegen einer Schwellung am Hals vorstellen, die sich beim Öffnen des Mundes oder bei Kopfdrehungen unangenehm anfühlt.

Ab einer bestimmten Größe ist der Glomustumor radiologisch leicht zu diagnostizieren, da er eine ungewöhnlich starke Kontrastmittelaufnahme zeigt. Die Art der Behandlung hängt auch mit der Lage des Tumors zusammen.

Behandlung des Glomustumors

Ein Glomus-caroticum-Tumor ist gut operabel, da er sich am Hals in der Carotisgabel an einer leicht zugänglichen Stelle befindet. Glomus-jugulare-Tumoren stellen dagegen eine größere Herausforderung dar. Sie liegen oft sanduhrförmig an der Schädelbasis und können einen extrakraniellen Anteil unterhalb der Schädelbasis haben, aber sich auch entlang des foramen jugulare bis in die hintere Schädelgrube fortsetzen. Um einen solchen Tumor zu operieren, ist die Kooperation von HNO-Arzt und Neurochirurg nötig, um dem Glomustumor von allen Seiten beizukommen.

Vor einem solchen Eingriff müssen aber die zuführenden Gefäße verschlossen werden. Es ist möglich, Gefäße so zu embolisieren, dass - je nach Lokalisation - auch die Gefäße im Inneren des Tumors verschlossen werden.

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