Spinale Tumoren, einschließlich Meningeome und Neurinome, sind Geschwülste, die im Bereich der Wirbelsäule auftreten können. Während die Mehrheit gutartig ist, können sie dennoch erhebliche Risiken bergen, insbesondere wenn sie auf das Rückenmark oder Nervenwurzeln drücken. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken von Operationen bei spinalen Tumoren, insbesondere Meningeomen, und untersucht alternative Behandlungsmethoden.
Was ist ein spinales Meningeom?
Spinale Meningeome sind in der Regel gutartige Tumoren, die von den Meningen ausgehen, den Hirnhäuten, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Sie machen einen erheblichen Anteil der intraspinalen Tumoren aus und wachsen typischerweise langsam. Obwohl sie gutartig sind, können sie durch Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln neurologische Symptome verursachen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für die Entstehung spinaler Meningeome sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise auf einen Zusammenhang mit früheren Traumata und hormonellen Einflüssen, da sie häufiger bei Frauen auftreten und während der Schwangerschaft ein schnelleres Wachstum zeigen können.
Symptome und Diagnose
Viele spinale Meningeome verursachen lange Zeit keine Beschwerden und werden oft zufällig entdeckt. Mit der Zeit können sie jedoch Symptome wie Schmerzen, Missempfindungen und neurologische Ausfälle verursachen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Methode der Wahl, um diese Tumoren zu diagnostizieren und ihre Lage und Größe zu bestimmen.
Therapieoptionen bei spinalen Meningeomen
Die Behandlung spinaler Meningeome hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe und Lage des Tumors, das Vorhandensein von Symptomen und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.
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Mikrochirurgische Resektion
Die mikrochirurgische Resektion ist der Goldstandard in der Behandlung spinaler Meningeome. Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors, um eine Entlastung des Rückenmarks und der Nervenwurzeln zu erreichen. In vielen Fällen kann der Tumor vollständig entfernt werden.
Risiken der Operation
Wie bei jeder Operation birgt auch die mikrochirurgische Resektion spinaler Meningeome Risiken. Dazu gehören:
- Neurologische Verschlechterung: Neu auftretende sensible Störungen sind nach einem mikrochirurgischen Eingriff möglich, insbesondere wenn vor der Operation keine neurologischen Ausfälle bestanden.
- Myelopathie: Das Risiko einer Schädigung des Rückenmarks (Myelopathie) besteht, wenn der Wirbelkanal durch das Meningeom bereits stark verengt ist.
- Rezidiv: In seltenen Fällen können spinale Meningeome nach einer Operation wieder nachwachsen.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie kann als alternative oder ergänzende Behandlungsmethode eingesetzt werden. Sie kann entweder konventionell fraktioniert oder hochpräzise robotergeführt mit dem CyberKnife durchgeführt werden.
Konventionelle Strahlentherapie
Bei der fraktionierten Strahlentherapie wird die Behandlung in mehrere Einzelsitzungen aufgeteilt, um das umliegende Gewebe zu schonen. Sie wird häufig in Kombination mit einem mikrochirurgischen Eingriff eingesetzt, insbesondere wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte.
Robotergeführte CyberKnife-Therapie
Die robotergeführte CyberKnife-Therapie ist eine hochpräzise Form der Strahlentherapie, die es ermöglicht, Tumorzellen gezielt auszuschalten, während das umliegende Gewebe weitestgehend geschont wird. Sie kann als Ersttherapie bei kleineren, schwer operativ zu entfernenden Meningeomen eingesetzt werden oder als Alternative zu einer erneuten Operation bei Rezidiven.
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Regelmäßige Verlaufskontrolle
Kleinere Tumoren, die keine Beschwerden verursachen oder sensible Strukturen im Wirbelkanal eindrücken, können zunächst beobachtet werden. Regelmäßige Verlaufskontrollen mittels MRT sind wichtig, um ein Wachstum des Tumors frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.
Spinale Neurinome: Eine weitere häufige Tumorart
Spinale Neurinome sind gutartige Tumoren, die von den Schwann-Zellen der Nervenscheiden ausgehen. Sie sind die häufigsten primären Wirbelsäulentumoren und können in jeder Altersgruppe auftreten.
Symptome und Diagnose
Spinale Neurinome können ähnliche Symptome wie Meningeome verursachen, darunter Schmerzen, Missempfindungen und neurologische Ausfälle. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch MRT.
Therapieoptionen
Die Behandlung spinaler Neurinome ähnelt der von Meningeomen und umfasst mikrochirurgische Resektion, Strahlentherapie und regelmäßige Verlaufskontrollen. Die CyberKnife-Therapie stellt eine vielversprechende Alternative zur Operation dar, insbesondere bei schwer zugänglichen Tumoren oder Rezidiven.
Rückenmarktumoren: Ein breiteres Spektrum
Rückenmarktumoren umfassen eine Vielzahl von Geschwülsten, die im Bereich des Rückenmarks wachsen können. Sie können von den Wirbeln ausgehen (extradurale Tumoren) oder innerhalb der Rückenmarkshaut liegen (intradurale Tumoren). Zu den häufigsten intraduralen Tumoren gehören Meningeome und Neurinome, aber auch Ependymome und Lipome kommen vor.
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Symptome und Diagnose
Die Symptome von Rückenmarktumoren hängen von der Lokalisation des Tumors ab und können Schmerzen, neurologische Störungen, Taubheitsgefühl, Kraftminderung, Blasen-Mastdarm-Störungen und Störungen der Sexualfunktionen umfassen. Die MRT ist die Methode der Wahl, um eine Kompression des Rückenmarks oder der Nervenfasern zu beurteilen.
Therapieoptionen
Die Behandlung von Rückenmarktumoren hängt von der Art, Lage und Größe des Tumors ab. Die Operation ist oft die Therapie der Wahl, um das Rückenmark bzw. die Nervenwurzeln zu entlasten und/oder die Wirbelsäule zu stabilisieren. Bei gutartigen Tumoren kann bei vollständiger Tumorentfernung eine Heilung erzielt werden. Bei malignen Tumoren erfolgt nach der Operation in der Regel eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie.
Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Die Behandlung von spinalen Tumoren erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, darunter Neurochirurgen, Strahlentherapeuten, Neurologen und Rehabilitationsmediziner. In wöchentlichen Tumorkonferenzen wird interdisziplinär ein Behandlungskonzept erarbeitet, das dem Ausmaß der Erkrankung und dem Patientenwillen gerecht wird.
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