Übelkeit, Erbrechen, Migräne, kalter Schweiß: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens unangenehme Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Migräne und kalten Schweiß. Diese Beschwerden können isoliert oder in Kombination auftreten und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, die möglichen Ursachen zu kennen und geeignete Maßnahmen zur Linderung und Vorbeugung zu ergreifen.

Reisekrankheit (Kinetose)

Die Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, ist ein häufiges Phänomen, das durch ungewohnte Bewegungsreize ausgelöst wird. Sie ist durch Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühl gekennzeichnet. Der Begriff "Kinetose" stammt aus dem Griechischen und leitet sich von "kinein" für "bewegen" ab, was auf die Ursache dieser Erkrankung hinweist.

Ursachen der Reisekrankheit

Die Ursache der Reisekrankheit liegt in einem Konflikt zwischen verschiedenen Sinneseindrücken. Um das Gleichgewicht zu halten, muss der Körper permanent unbewusste Bewegungen koordinieren. Dabei greift er auf Informationen von verschiedenen Sinnesorganen zurück:

  • Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr erfasst die Drehbewegungen des Kopfes.
  • Die Otolithenorgane im Ohr nehmen die vertikalen und horizontalen Bewegungen im Raum wahr.
  • Die Augen sind für die Wahrnehmung des Körpers im Raum verantwortlich.
  • Das propriozeptive System übermittelt über Rezeptoren der Gelenke und Muskeln Informationen über die Stellung der Arme, Beine und anderer Körperpartien. Drucksensoren in der Haut informieren das Gehirn darüber, in welcher Haltung wir uns befinden, auf welchem Untergrund und wie schnell wir uns bewegen.

Wenn das Gehirn von den Sinnesorganen widersprüchliche Informationen erhält, kann es diese nicht zu einem stimmigen dreidimensionalen Bild zusammensetzen. Die Augen nehmen beispielsweise etwas anderes wahr als das Gleichgewichtsorgan im Ohr. Diese Stressreaktion des Gehirns führt zur Ausschüttung der Botenstoffe Histamin und Serotonin, wobei Histamin das Brechzentrum im Gehirn stimuliert und Erbrechen auslösen kann.

Formen der Reisekrankheit

Abhängig von der Art der Reise kann die Reisekrankheit in verschiedenen Formen auftreten:

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  • Seekrankheit (Schifffahrtskinetose): Tritt bei der Fahrt mit einem Schiff oder einem anderen Wasserfahrzeug auf. Die Schaukelbewegungen des Schiffs und der visuelle Eindruck einer ruhigen Umgebung unter Deck stehen im Widerspruch zueinander.
  • Übelkeit beim Autofahren und im Zug: Entsteht, wenn die Bewegung des Fahrzeugs dem visuellen Eindruck der Ruhe widerspricht, beispielsweise beim Lesen während der Fahrt. Stop-and-Go-Verkehr und kurvige Strecken können die Übelkeit beim Autofahren verstärken. Im Zug kann die Übelkeit entstehen, wenn der Betroffene entgegen der Fahrtrichtung sitzt.
  • Flugkrankheit: Tritt typischerweise bei Start und Landung auf, wenn die Beschleunigung und der Eindruck der Ruhe in der Flugkabine im Widerspruch zueinander stehen. Menschen mit Flugangst haben ein erhöhtes Risiko für Flugkrankheit.
  • Raumkrankheit: Eine bei Astronauten auftretende Kinetose, bei der die fehlende Schwerkraft zu Übelkeit und Schwindelgefühl führt.
  • Landkrankheit: Tritt bei Menschen auf, die nach einer Seereise wieder festen Boden betreten. Der Körper ist noch auf das Schaukeln des Schiffs eingestellt.
  • Pseudo-Kinetose: Wird nicht durch echte Bewegungen verursacht, sondern durch den Eindruck der Augen bei der Simulation von Bewegung, beispielsweise in 3D-Kinos, Computerspielen oder Flugsimulatoren.

Symptome der Reisekrankheit

Die verschiedenen Formen der Reisekrankheit äußern sich mit ähnlichen Symptomen:

  • Häufiges Gähnen und Müdigkeit
  • Erhöhte Speichelproduktion
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Blässe
  • Schweißausbrüche, kalter Schweiß
  • Hyperventilation
  • Übelkeit bis zum Erbrechen

Zusätzlich kann es zu einem Abfall des Blutdrucks und einer Beschleunigung des Herzschlags kommen. Betroffene fühlen sich teilweise schlapp und apathisch. In der Regel erholen sie sich jedoch schnell wieder, sobald die Sinneseindrücke wieder in Einklang gebracht wurden.

Hält die Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen über mehrere Tage an, kann dies zu einem gefährlichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann dieser Flüssigkeitsverlust lebensbedrohlich verlaufen. In seltenen Fällen kann die Reisekrankheit zu einem Kreislaufkollaps führen.

Risikofaktoren für eine erhöhte Anfälligkeit

Einige Menschen sind anfälliger für eine Reisekrankheit als andere. Dies liegt an der unterschiedlichen Reizwahrnehmung und der individuellen Verfassung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, wobei ein Zusammenhang mit dem weiblichen Hormonhaushalt vermutet wird. Während der Menstruation und in der Schwangerschaft tritt die Kinetose häufiger auf. Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren sind ebenfalls besonders anfällig.

Weitere Risikofaktoren sind:

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  • Häufige Migräneanfälle
  • Flugangst oder Angst vor der Reisekrankheit selbst
  • Schlafmangel
  • Alkoholkonsum vor Reiseantritt
  • Reiseantritt mit leerem Magen
  • Fettige und schwer verdauliche Mahlzeiten kurz vor Reisebeginn

Babys und Senioren sind hingegen seltener von Reisekrankheit betroffen. Bei Babys ist der Gleichgewichtssinn noch nicht vollständig ausgeprägt, während sich bei Senioren ab dem 50. Lebensjahr die Otolithen im Innenohr langsam zurückbilden.

Diagnose der Reisekrankheit

Die Diagnose der Reisekrankheit ist in der Regel einfach. Der Arzt führt ein Anamnesegespräch, um andere Erkrankungen auszuschließen und die Situationen zu identifizieren, in denen die Symptome auftreten. Bei Bedarf können Blutuntersuchungen oder körperliche Untersuchungen durchgeführt werden, um eine Infektion oder Vergiftung auszuschließen.

Behandlung der Reisekrankheit

Je früher die Behandlung der Reisekrankheit beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Es gibt verschiedene Medikamente und Verhaltensweisen, die zur Vorbeugung und Linderung der Symptome eingesetzt werden können.

Medikamentöse Behandlung

  • Reisetabletten: Enthalten den Wirkstoff Dimenhydrinat und sind in verschiedenen Dosierungen erhältlich. Alternativ gibt es Kaudragees, Kaugummis, Tropfen, Kapseln oder Zäpfchen mit dem gleichen Wirkstoff.
  • Reisepflaster: Enthalten den Wirkstoff Scopolamin und sind nur gegen Rezept erhältlich.

Die Medikamente können vor oder während der Reise eingenommen werden und sind auch wirksam, wenn die Übelkeit bereits eingesetzt hat. Es ist jedoch zu beachten, dass die meisten Medikamente müde machen oder zu verlangsamten Reaktionen führen. Daher sollte nach der Einnahme kein Kraftfahrzeug geführt werden.

Homöopathische und pflanzliche Mittel

  • Anamirta cocculus: Globuli, Tropfen oder Tabletten mit diesem Wirkstoff können Schwindelgefühl entgegenwirken.
  • Ingwerwurzel oder Schneebeere (Symphoricarpos): Tabletten, Kapseln oder Tropfen mit Extrakten aus diesen Pflanzen können ebenfalls helfen. Alternativ kann während der Reise ein Stück Ingwerwurzel gekaut oder Tee aus frischer Ingwerwurzel getrunken werden.

Behandlung bei Kindern

Nicht alle Medikamente gegen Reisekrankheit sind für Kinder geeignet. Zur Behandlung der Reisekrankheit bei Kindern eignen sich Säfte und Zäpfchen mit einer geringeren Dosierung des Wirkstoffs Dimenhydrinat.

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Prognose der Reisekrankheit

Die Reisekrankheit kann jederzeit auftreten, auch bei Menschen, die zuvor noch nie darunter gelitten haben. Bei Kindern kann die Reisekrankheit im Jugendalter verschwinden oder unempfindlicher werden. Zumeist verschwindet die Kinetose nach dem 50. Lebensjahr.

Vorbeugung der Reisekrankheit

Mit einfachen Maßnahmen kann einer Reisekrankheit schon vor der Fahrt vorgebeugt werden:

  • Leichte, fettarme Mahlzeit vor der Reise (Obst oder dünn belegte Brote)
  • Verzicht auf alkoholische Getränke am Tag vor der Reise
  • Nicht rauchen vor und während der Reise
  • Kaubewegungen (Kaugummi, Äpfel oder Möhren) können den Beschwerden entgegenwirken
  • Weniger oder keinen Kaffee vor der Reise, stattdessen Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees

Während der Reise können folgende Verhaltensweisen helfen, den Beschwerden entgegenzuwirken:

  • In Bahn oder Bus einen Platz in Fahrtrichtung wählen
  • Im Bus möglichst einen Platz in der vorderen Sitzreihe oder in der Mitte des Busses wählen
  • Im Flugzeug einen Platz in der Höhe der Tragflächen wählen, möglichst am Gang
  • Bei einer Schiffsreise möglichst viel an die frische Luft gehen

Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen äußert. Die Schmerzen sind oft pulsierend, pochend oder stechend und können von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein.

Phasen einer Migräne

Eine Migräne besteht nicht immer nur aus der Attacke selbst. Viele Betroffene erleben verschiedene Phasen, die sich in ihren Symptomen und ihrer Dauer unterscheiden. Experten unterscheiden fünf Phasen:

  1. Prodromalphase (Vorboten): Etwa 30 Prozent der Patienten spüren vor einem Migräneanfall unterschiedliche Anzeichen wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen oder Heißhunger. Diese Phase kann einige Stunden bis maximal zwei Tage vor dem Anfall beginnen. Es kann hilfreich sein, diese frühen Anzeichen zu erkennen und ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um Trigger und Prodrom-Symptome zu notieren.
  2. Auraphase: Diese Phase erleben 10 bis 15 Prozent der Betroffenen. Sie klagen über Sehstörungen wie helle Flecke, Lichtblitze und manchmal kurzzeitigen Sehkraftverlust. Weitere Symptome sind Kribbeln bzw. Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen, Gleichgewichtsstörungen und Sprachprobleme. Bei Beginn der Auraphase sollte man sich nach Möglichkeit in ein abgedunkeltes Zimmer zurückziehen.
  3. Kopfschmerzphase (Attacke): Sie ist das, was die meisten Menschen unter Migräne verstehen. Der Schmerz ist pochend, stechend oder pulsierend. Die Betroffenen sind licht- und geräuschempfindlich, manchmal können sie auch Gerüche oder Berührungen nicht ertragen. Hinzu kommen oft Übelkeit und Erbrechen.
  4. Auflösungsphase: Das Schlimmste ist überstanden, aber die Symptome sind noch da, werden aber weniger intensiv. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr pulsierend, sondern eher gleichbleibend. Patienten sind oft sehr müde. Die Übelkeit und die Empfindlichkeit z.B. gegen Licht werden weniger, sind aber noch nicht verschwunden. Diese Phase beginnt in der Regel 3 Tage nach Beginn der Attacke und geht in die Erholungsphase über.
  5. Erholungsphase (Postdrom): Die Patienten sind angeschlagen und fühlen sich wie nach einem Kater. Die Symptome ähneln denen der Prodromalphase. In dieser Phase braucht man viel Ruhe.

Nicht jeder Patient durchläuft alle diese Phasen. Die Migräne-Dauer kann daher variieren. Meist halten die Beschwerden mehrere Tage an. Von den Vorboten bis zur Erholungsphase kann die Migräne-Dauer eine Woche betragen.

Chronische Migräne

Von einer chronischen Migräne spricht man, wenn die Beschwerden über mehr als drei Monate an 15 oder mehr Tagen pro Monat auftreten. In diesem Fall sind Schmerzmittel nicht geeignet, da sie nicht dauerhaft eingenommen werden dürfen. Stattdessen kann der Arzt Medikamente zur Vorbeugung verschreiben, wie z.B. Betablocker, Flunarizin, Valproat, Topiramat, Propranolol und Metoprolol. Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, Auslöser (Trigger-Faktoren) zu finden.

Seltene Arten der Migräne

  • Menstruelle Migräne: Betrifft etwa sieben Prozent der Migränepatientinnen. Die Migräneschübe während der Regelblutung sind oft länger und stärker und werden daher oft mit Schmerzmitteln behandelt, die lange wirken, wie z.B. Naproxen.
  • Wochenend-Migräne: Tritt vor allem am Wochenende auf. Häufig ist Stress der Trigger. Vorbeugend gegen Stress sind Entspannungsmethoden hilfreich.
  • Vestibuläre Migräne: Patienten leiden unter Schwindelattacken, die oft mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sind. Danach beginnen einseitige Kopfschmerzen mit meist typischem Migräne-Verlauf. Die vestibuläre Migräne dauert einige Minuten bis einige Stunden.
  • Status migraenosus: Eine seltene Komplikation, bei der Patienten länger als 72 Stunden unter Migräne leiden. Ursachen können Hormone sein, aber es gibt auch Patienten, bei denen die Medikamente nicht oder aufgrund von Übergebrauch nicht mehr wirken.

Behandlung der Migräne

Sobald der Kopfschmerz beginnt, sollten Medikamente eingenommen werden. Als Mittel der ersten Wahl gelten ASS (900 bis 1000 mg), Ibuprofen (400 mg), Naratriptan (2,5 mg), Paracetamol (1000 mg) bzw. Phenazon (1000 mg). Die Kombination mit Coffein ist besonders wirksam und gleichzeitig gut verträglich. Zusätzlich sollte man sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurückziehen und sich hinlegen.

Migräne und Stress

Stress wird bei jedem Menschen durch etwas anderes ausgelöst. Entscheidend ist, wie man die Situation selbst bewertet. Solange wir uns einer Situation gewachsen fühlen, ist alles gut. Sind Leistungen durch Erfolgserlebnisse und Anerkennung gekrönt, hat Stress durchaus sein Gutes und heißt Eu-Stress. Ergeben sich beim Abgleich zwischen den gestellten Anforderungen und den persönlichen Möglichkeiten zu deren Bewältigung jedoch Lücken, entsteht Di-Stress. Je größer die Kluft, desto stärker ist dieser.

Indem jeder Mensch an seinem Stresserleben aktiv beteiligt ist, wird das Problem zwar nicht kleiner, aber lösbarer. Denn damit verfügt jeder auch über eigene Möglichkeiten, mit »seinem« Stress besser umzugehen. Daraus ergeben sich zwei Lösungsansätze. Ist der Auslöser für Stresses bekannt, kann die Umwelt dahingehend verändert werden, um den Grund weitestgehend auszuschalten. Daneben können persönliche Strategien aufgebaut werden, die einen effektiveren Umgang mit all jenem ermöglichen, was stresst, jedoch unabänderlich ist.

Die Möglichkeiten, sich effektiv entspannen zu lernen, sind vielfältig. Jeder muss selbst herausfinden, welche Methode ihm am besten hilft. In Frage kommen unter anderem Atemtherapie, Autogenes Training oder auch Muskelentspannungstraining nach Jacobson. Wer es exotischer mag, kann auch durch Yoga und Meditation zur Entspannung finden.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind Symptome, die bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten können. Erbrechen ist eine schützende Reaktion des Körpers, die durch eine Reizung des "Brechzentrums" im Gehirn ausgelöst wird.

Ursachen von Übelkeit und Erbrechen

Die Ursachen für Übelkeit und Erbrechen sind vielfältig:

  • Ernährungsbedingte Ursachen: Zu schnelles oder verdorbenes Essen, übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum
  • Infektionen: Infektionen des Magen-Darm-Traktes mit Bakterien, Viren oder Einzellern (z.B. Amöben)
  • Psychische Ursachen: Schreck, Ekel, Schmerzen, Stress oder Angst
  • Reisekrankheit (Kinetose)
  • Neurologische Ursachen: Schlaganfälle oder Durchblutungsstörungen im Gehirn, Migräneattacken
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz
  • Weitere Ursachen: Schwangerschaft (übermäßiges Erbrechen, besonders nach der 20. Schwangerschaftswoche), Medikamente

Warnsignale und Alarmzeichen

  • Warnsignale: Erbrechen hält länger als einen Tag an. Schmerzen nach dem Essen oder dem Verzehr bestimmter Lebensmittel und/oder beim Liegen oder Sichvorbeugen
  • Alarmzeichen: Mehrfaches, schwallartiges Erbrechen. Erbrechen mit: rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes; Blut im Erbrochenen (hellrote Streifen, schwarze Klümpchen, die an Kaffeesatz erinnern oder Blutgerinnsel); starken und/oder kolikartigen Bauchschmerzen; Nackensteifigkeit oder Schmerzen beim Vorbeugen des Kopfes; starken Kopfschmerzen; Benommenheit/Verwirrtheit, Lichtempfindlichkeit; Hautausschlag mit "Pünktchen", die bei Druck nicht verschwinden; Schwangerschaft (übermäßiges Erbrechen, besonders nach der 20. Schwangerschaftswoche)

Bei Auftreten von Alarmzeichen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Selbsthilfemaßnahmen bei Übelkeit und Erbrechen

  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, Tee oder Elektrolytlösungen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Leichte Kost: Essen Sie kleine, leichte Mahlzeiten, die leicht verdaulich sind. Vermeiden Sie fettige, scharfe oder stark gewürzte Speisen.
  • Ingwer: Ingwer wirkt beruhigend auf den Magen und kann Übelkeit lindern. Trinken Sie Ingwertee oder kauen Sie ein Stück frischen Ingwer.
  • Ruhe: Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und vermeiden Sie Stress.
  • Frische Luft: Sorgen Sie für eine gute Belüftung des Raumes.

Medikamentöse Behandlung von Übelkeit und Erbrechen

Bei Bedarf können Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika) eingenommen werden. Diese sind in verschiedenen Formen erhältlich (Tabletten, Zäpfchen, Tropfen) und wirken auf unterschiedliche Weise. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welches Medikament für Sie am besten geeignet ist.

Kalter Schweiß

Plötzliche Schweißausbrüche und Übelkeit können für viele Menschen zunächst harmlos erscheinen. Oft denkt man an Stress, eine Magenverstimmung oder Kreislaufprobleme. Doch gerade wenn diese Symptome ohne erkennbaren Grund auftreten, sollten sie ernst genommen werden.

Ursachen für kalten Schweiß

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz
  • Neurologische Ursachen: Schlaganfälle oder Durchblutungsstörungen im Gehirn, Migräneattacken
  • Angst und Panikattacken: Angstzustände und Panikattacken können zu plötzlichen Schweißausbrüchen, Übelkeit und Schwindel führen.
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung): Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann zu kalten Schweißausbrüchen, Zittern und Verwirrtheit führen.
  • Infektionen: Fieberhafte Infektionen können zu Schweißausbrüchen führen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren können Hitzewallungen und Schweißausbrüche verursachen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Schweißausbrüche verursachen.

Kalter Schweiß als Warnsignal für einen Herzinfarkt

In der Kardiologie sind plötzliche Schweißausbrüche und Übelkeit häufig ein wichtiges Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen - allen voran für akute Herzinfarkte oder andere kardiale Notfälle. Neben Brustschmerzen zeigen sich bei vielen Patienten Schweißausbrüche, Übelkeit und Atemnot. Besonders Frauen leiden häufiger unter „atypischen“ Infarktsymptomen wie Schwindel, Übelkeit und allgemeiner Schwäche.

Was tun bei kaltem Schweiß?

Wenn Sie plötzlich unter kalten Schweißausbrüchen und Übelkeit leiden, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Ruhe bewahren: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und sich nicht zu überanstrengen.
  • Arzt aufsuchen: Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, um die Ursache der Symptome abklären zu lassen.
  • Bei Verdacht auf Herzinfarkt: Rufen Sie sofort den Notruf (112), wenn Sie zusätzlich Brustschmerzen, Atemnot oder andere Symptome eines Herzinfarkts verspüren.

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