Foster Nexthaler: Nebenwirkungen, Anwendung und wichtige Hinweise

Foster Nexthaler ist ein Medikament, das zur Behandlung von Asthma und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt wird. Es enthält zwei Wirkstoffe: Beclometasondipropionat, ein Kortikosteroid, das Entzündungen in der Lunge reduziert, und Formoterolfumarat-Dihydrat, einen langwirksamen Bronchodilatator, der die Atemwege erweitert. Wie alle Medikamente kann auch Foster Nexthaler Nebenwirkungen verursachen. Es ist wichtig, sich über diese Nebenwirkungen, die richtige Anwendung und andere wichtige Hinweise zu informieren, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Anwendungsgebiete von Foster Nexthaler

Foster Nexthaler wird hauptsächlich in folgenden Fällen eingesetzt:

  • Regelmäßige Behandlung von Asthma bei Erwachsenen: Wenn das Asthma mit inhalativen Kortikosteroiden und kurzwirksamen Bronchodilatatoren zur bedarfsweisen Inhalation nicht ausreichend beherrscht werden kann oder das Asthma auf die Behandlung mit Kortikosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren gut anspricht.
  • Behandlung der Symptome einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) bei Erwachsenen: COPD ist eine chronische Erkrankung der Atemwege in der Lunge, die in erster Linie durch Zigarettenrauchen verursacht wird.

Wichtige Hinweise vor der Anwendung

Bevor Sie mit der Anwendung von Foster Nexthaler beginnen, sollten Sie folgende Punkte mit Ihrem Arzt besprechen:

  • Allergien: Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie allergisch gegen Beclometasondipropionat, Formoterolfumarat-Dihydrat oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
  • Vorerkrankungen: Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie an Herzproblemen, Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck, Arteriosklerose, Aneurysma, überaktiver Schilddrüse, niedrigem Kaliumspiegel im Blut, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes oder einem Tumor des Nebennierenmarks leiden.
  • Geplante Narkose: Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine Narkose geplant ist, da Foster Nexthaler unter Umständen mindestens 12 Stunden vor der Narkose nicht mehr angewendet werden sollte.
  • Lungentuberkulose oder Atemwegsinfektionen: Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie wegen Lungentuberkulose behandelt werden oder wurden oder wenn Sie an Atemwegsinfektionen leiden, die durch Pilze oder Viren verursacht werden.
  • Verschwommenes Sehen: Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn bei Ihnen verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Foster Nexthaler wird von Ihrem Arzt individuell festgelegt. Im Allgemeinen gelten folgende Empfehlungen:

  • Asthma:
    • Erwachsene ab 18 Jahren: 2-mal täglich 2 Inhalationen. Die maximale Tagesdosis beträgt 4 Inhalationen.
  • COPD:
    • Erwachsene ab 18 Jahren: 2-mal täglich 2 Inhalationen. Die maximale Tagesdosis beträgt 4 Inhalationen.

Es ist wichtig, die Inhalationstechnik korrekt anzuwenden. Lassen Sie sich die Handhabung des Inhalators von Ihrem Arzt oder Apotheker genau erklären und führen Sie die erste Anwendung möglichst unter Aufsicht durch.

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Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle Medikamente kann auch Foster Nexthaler Nebenwirkungen verursachen, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
    • Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum (orale Candidose)
    • Kopfschmerzen
    • Heiserkeit
    • Rachenentzündung
    • Muskelschmerzen und -krämpfe
  • Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
    • Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautallergien, -jucken, -ausschlag, -rötungen, Schwellung der Haut oder Schleimhaut)
    • Herzklopfen, ungewöhnlich schneller Herzschlag und Herzrhythmusstörungen
    • EKG-Veränderungen
    • Übelkeit, Veränderungen oder Beeinträchtigung des Geschmackssinns
    • Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden, Verdauungsstörungen, Magenverstimmung, Durchfall
    • Zittern, Ruhelosigkeit, Schwindel
    • Verringerung der Leukozyten, Thrombozytenanstieg
    • Erniedrigte Kaliumwerte, erhöhte Zucker- und Insulinwerte, erhöhte freie Fettsäuren und Ketonkörper im Blut
  • Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):
    • Engegefühl in der Brust
    • Aussetzen des Herzschlags
    • Nierenentzündung
    • Schwellung der (Schleim-) Haut über mehrere Tage
    • Atembeschwerden, Kurzatmigkeit, Asthmaverschlimmerung
    • Verringerung der Blutplättchenanzahl
    • Anschwellen von Händen und Füßen
    • Verschwommenes Sehen

Einige Patienten haben nach der Umstellung von Foster 100/6 auf 200/6 über Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen und unerträgliche Schmerzen in Schulter, Arm und Hand berichtet. In solchen Fällen sollte die Dosis angepasst oder das Medikament gewechselt werden.

Systemische Effekte: Bei längerer Anwendung inhalativer Kortikosteroide in hohen Dosen können systemische Effekte auftreten, wie Nebennierenrindensuppression, Abnahme der Knochenmineraldichte, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Glaukom und Katarakt.

Besondere Vorsicht: Bei Auftreten von Muskelkrämpfen, starken Schwindelgefühlen, Gesichtsrötung, Heiserkeit, Brennen in der Lunge, erhöhtem Augeninnendruck, Stimmungsschwankungen, Benommenheit, eingeschränktem Gesichtsfeld, Zittern oder Frieren sollte ein Arzt konsultiert werden.

Was tun bei Nebenwirkungen?

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind. Einige Maßnahmen können helfen, bestimmte Nebenwirkungen zu lindern:

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  • Orale Candidose: Nach jeder Inhalation die Zähne putzen oder den Mund gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Mundtrockenheit: Regelmäßig Wasser trinken oder zuckerfreie Kaugummis kauen.
  • Muskelschmerzen und -krämpfe: Auf eine ausreichende Magnesium- und Kaliumzufuhr achten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Foster Nexthaler kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen. Zu den Medikamenten, die Wechselwirkungen mit Foster Nexthaler haben können, gehören:

  • Beta-Blocker
  • Beta-adrenerge Arzneimittel
  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Chinidin, Disopyramid, Procainamid)
  • Arzneimittel zur Behandlung allergischer Reaktionen (Antihistaminika, z.B. Terfenadin)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Symptomen im Zusammenhang mit Depressionen oder psychischen Störungen wie Monoaminoxidasehemmer (z.B. Phenelzin, Isocarboxazid) oder trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitryptilin und Imipramin) oder Phenothiazine
  • Arzneimittel zur Behandlung von Parkinson (L-Dopa)
  • Arzneimittel zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (L-Thyroxin)
  • Arzneimittel, die Oxytocin enthalten (das Kontraktionen der Gebärmutter verursacht)
  • Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Störungen wie Monoaminoxidasehemmer (MAO- Hemmer), einschließlich Wirkstoffen mit ähnlichen Eigenschaften wie Furazolidon und Procarbazin
  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen (Digoxin)
  • Andere Arzneimittel zur Behandlung von Asthma (Theophyllin, Aminophyllin oder Steroide)
  • Diuretika (Wassertabletten)
  • Einige Arzneimittel können die Wirkung von Foster Nexthaler verstärken und Ihr Arzt wird Sie möglicherweise sorgfältig überwachen, wenn Sie diese Arzneimittel einnehmen (einschließlich einiger Arzneimittel gegen HIV: Ritonavir, Cobicistat)

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Foster Nexthaler während der Schwangerschaft vor. Während der Schwangerschaft sollten Sie Foster Nexthaler nur auf Anraten Ihres Arztes verwenden. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie die Anwendung von Foster Nexthaler während der Stillzeit abbrechen müssen oder ob Sie Foster Nexthaler anwenden, jedoch nicht stillen sollten.

Zusätzliche Hinweise

  • Kortison: Kortisonhaltige Arzneimittel werden von manchen Benutzern kritisch betrachtet. Im Falle der inhalativen Anwendung aber gelangen die Wirkstoffe direkt dahin, wo sie gebraucht werden: In die Atemwege bis zur Lunge. Im Gegensatz zu einer Einnahme über Tabletten landen also nur winzige Mengen des Kortisons über die Schleimhäute im Blutkreislauf, so dass diese Therapie über längere Zeiträume bedenkenlos durchgeführt werden kann - vorausgesetzt, die Anwendung wird korrekt durchgeführt.
  • Inhalationstechnik: Die richtige Inhalationstechnik ist enorm wichtig; ob Dosieraerosol oder Pulverinhalator, vor Beginn der Behandlung sollte man sich vom Arzt oder Apotheker die Handhabung genau erklären lassen und die erste Anwendung in der Praxis/Apotheke möglichst unter Aufsicht durchführen.
  • Reinigung: Auch Reinigungshinweise sind zu beachten, damit sich im Mundstück keine Wirkstoffreste ablagern.
  • Regelmäßige Kontrollen: Es ist wichtig, die Lungenfunktion regelmäßig überwachen zu lassen, um sicherzustellen, dass Foster® richtig wirkt.
  • Nicht plötzlich absetzen: Setzen Sie Foster® nicht plötzlich ab, sondern nur unter Anleitung eines Arztes.
  • Osteoporose: Hochdosierte inhalative Glukokortikoide erhöhen das Risiko für Osteoporose. Die aktuelle Osteoporose-Leitlinie empfiehlt deshalb bestimmten Personen, die hochdosiert Kortison-Sprays gegen Asthma nehmen, eine Knochendichtemessung: Für Frauen im Alter von mindestens 50 Jahren sowie für Männer von mindestens 60 Jahren.

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