Der menschliche Körper ist ein komplexes System, in dem der Säure-Basen-Haushalt eine zentrale Rolle für das reibungslose Funktionieren der Stoffwechselprozesse spielt. Ein ausgeglichener pH-Wert ist essentiell für die Gesundheit. Eine Abweichung von diesem Gleichgewicht, insbesondere eine Übersäuerung (Azidose), kann verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen oder verstärken, einschließlich Kopfschmerzen und Migräne.
Der Säure-Basen-Haushalt im Körper
Der Säure-Basen-Haushalt ist ein komplizierter körperlicher Vorgang. Unter physiologischen Bedingungen wird im menschlichen Körper der pH-Wert, als Maß für den sauren Charakter einer wässrigen Flüssigkeit, in einem erstaunlich engen Bereich konstant gehalten. So entspricht der übliche Normbereich des Blut-pH 7,37 bis 7,43. Für optimale Funktionen braucht unser Körper einen PH wert von 7,4. Sinkt dieser Wert unter 7,35, spricht man von einer Azidose, welche umgangssprachlich häufig als Übersäuerung bezeichnet wird.
Ursachen einer chronischen Übersäuerung
Eine chronische Übersäuerung des Körpers, von Medizinern auch als Azidose bezeichnet, beeinflusst den gesamten Organismus. Der menschliche Organismus produziert Säuren zum Beispiel als Abfallprodukte bei der Gewinnung von Energie. Im Rahmen des Abbaus von Eiweiß entstehen besonders viele Säuren.
Mögliche Ursachen einer Azidose sind:
- Ernährung: Normale Zivilisationskost besteht häufig zu 80-90 % aus Säurebildnern wie Wurst, Fleisch, Fisch, Käse und Weißmehl, frittierte Speisen, Fertiggerichte, Kantinenkost, zuckerhaltige Lebensmitteln, Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol. Eine säurelastige Ernährung ist jedoch nicht die alleinige Ursache.
- Stress: Bei Stress werden vermehrt Stresshormone wie Corisol, Adrenalin ausgeschüttet, welches bestimmte Organfunktionen heruntersetzt, wie ein optimales Verdauungssystem. Stress, Entzündungen und Schlafmangel fördern die Freisetzung von freien Radikalen, die u.a. die Gefäß- und Nervenzellen schädigen können.
- Mangelnde Bewegung:
- Störung der Nierenfunktion: Das einzige Organ, das Säuren selbst ausscheiden kann, ist die Niere. Mit zunehmendem Alter lässt die Nierenfunktion langsam nach. Senioren haben daher ein erhöhtes Risiko, eine chronische Azidose zu entwickeln. Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung sind häufig in ihrer Fähigkeit eingeschränkt, Säuren über den Urin auszuscheiden. Daher ist ihr Risiko für eine chronische Azidose erhöht.
- Störung der Lungenfunktion:
- Einseitige Diäten und Fastenkuren: Wer eine einseitige Diät macht, muss ebenfalls damit rechnen, in eine chronische Übersäuerung abzugleiten. Der Abbau von Fettgewebe überschwemmt den Stoffwechsel mit Ketosäuren, die den pH-Wert des Blutes erniedrigen können.
Risikogruppen für Übersäuerung
Einige Personengruppen sind anfälliger für Übersäuerung:
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- Senioren:
- Schwangere und Frauen nach den Wechseljahren: Da der weibliche Organismus einen Teil seiner überschüssigen Säuren mit der Monatsblutung ausscheidet, steigt das Risiko eine chronische Azidose zu entwickeln in der Schwangerschaft und nach der Menopause.
- Personen, die Diät machen:
- Personen mit Nierenerkrankungen:
Symptome einer chronischen Übersäuerung
Eine chronische Azidose entwickelt sich schleichend. Ihre einzelnen Symptome sind unspezifisch und es ist nicht einfach, sie der richtigen Diagnose zuzuordnen.
Mögliche erste Anzeichen für eine chronische Übersäuerung Ihres Blutes:
- Müdigkeit
- Antriebslosigkeit
- Appetitlosigkeit
- Hautprobleme
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Gelenkbeschwerden
- Konzentrationsstörungen
- Haarausfall
- Brüchige Nägel
- Osteoporose
- Immunschwäche
Diagnose einer chronischen Azidose
Es ist nicht möglich, den pH-Wert des Körpers mit einem einzigen Streifentest im Urin festzustellen. Der Urin hat seinen eigenen pH-Wert, der sich deutlich vom Wert des Blutes und der Zellen unterscheiden kann. Ein übersäuerter Urin kann auch bedeuten, dass die Nieren aktuell besonders effektiv Säuren aus dem Körper ausscheiden.
- Urin-Tagesprofil nach der Sander-Methode: Aussagekräftiger ist ein Urin-Tagesprofil nach der Sander-Methode. Urinproben werden zu festgelegten Tageszeiten gesammelt und sogenannte Aziditätsquotienten bestimmt. Nur wenige Labore bieten diese Methode an, um den pH-Wert des Körpers annährend zu bestimmen.
- Methode nach Jörgensen: Exaktere Werte ermittelt die Methode nach Jörgensen. Hier wird die Pufferkapazität der roten Blutkörperchen in einer Blutprobe bestimmt. Der Wert gibt Auskunft über die Basenreserven des Organismus.
Übersäuerung und Migräne
Kopfschmerzen oder Migräne kennt fast jeder. In Deutschland leiden etwa 54 Millionen Menschen unter anfallsweisen oder chronischen Kopfschmerzen. Eine schwere Form der Übersäuerung, die sogenannte respiratorische Azidose, kann ebenso oft zu Kopfschmerzen führen.
Säuren werden als Milch- und Kohlensäure im Stoffwechsel bei der Verarbeitung von Eiweiß und Kohlenhydraten sowie in arbeitenden Muskeln gebildet. Wenn der Abtransport von Säuren gestört ist, weil man dem Körper zu viele Säuren - beispielsweise durch die Nahrung - zuführt, oder wenn nicht genügend Basen zur Neutralisation zur Verfügung stehen, kommt es zu einer Übersäuerung. Die Folgen können unter anderem Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen sein. Zudem fördert eine Azidose aber auch Kopfschmerzen und Migräne.
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Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne bei Übersäuerung
Im Vordergrund der Behandlung steht die Neutralisation der Übersäuerung. Diese kann durch eine Umstellung der Ernährung auf eine überwiegend basische Kost erfolgen. Basentherapeutika aus der Apotheke können als Unterstützung für eine schnelle Entsäuerung herangezogen werden. Gemäßigte Bewegung an der frischen Luft regt den Kreislauf an und stellt dem Körper ausreichend Sauerstoff zur Verfügung. Da aber generell der Lebenswandel auch Einfluss auf Kopfschmerzen oder Migräne hat, sollte dieser genau unter die Lupe genommen werden, um negative Faktoren, wie beispielsweise übermäßigen Stress, zu erkennen und somit auch zu vermeiden.
Bei Patienten mit einem gestörten Säure-Basen-Gleichgewicht, bei denen der Säure-Basen-Test auffällig ist, sprechen ausgezeichnet auf eine Infusionskur mit Baseninfusionen an.
Ernährung bei chronischer Übersäuerung
Im Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers ist die Ernährung ein Faktor, der weiterhin erforscht wird. Lebensmittel können jedoch nicht einfach nach ihrem eigenen pH-Wert beurteilt werden. Zum einen treffen sie im Magen auf ein stark saures Milieu, das das Potenzial hat, Basen zu neutralisieren. Zum anderen können auch saure Nahrungsmittel basisch verstoffwechselt werden. Ein gutes Beispiel sind hier Zitrusfrüchte. Ein weiteres Beispiel sind Milchprodukte, die aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts sauer verstoffwechselt werden.
Betrachten Sie Lebensmittel also stets unter dem Gesichtspunkt, wie sie von Ihrem Körper verwertet werden. Legen Sie mit einer Ernährung aus 80 Prozent basenbildenden Produkten und 20 Prozent Säurebildnern eine solide Basis für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt.
Saure oder basische Einteilung der Nahrungsmittel mit dem PRAL-Wert
Zur besseren Orientierung wurde ein Rechenmodell entwickelt, das Lebensmittel nach dem Weg einteilt, auf dem sie verstoffwechselt werden. Der PRAL-Wert wird in der Einheit Milliäquivalent pro 100g Lebensmittel (mEq/100g) angegeben. Zusätzlich bezieht er die Aufnahme und Verarbeitung von Mikronährstoffen im Darm und die aus Eiweiß entstehenden Säuren mit ein.
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Ein negativer PRAL-Wert steht für basenüberschüssige Lebensmittel (Obst und Gemüse) und ein positiver Wert bezeichnet säureüberschüssige Lebensmittel (Käse, Fleisch, Fisch, Getreide).
Empfohlene Lebensmittel
Eine basenreiche Ernährung bildet die Basis für einen ausgeglichenen pH-Wert im Blut. Geben Sie pflanzlichen Lebensmitteln den Vorzug. Integrieren Sie folgende Nahrungsmittel regelmäßig in Ihren Speiseplan:
- Obst
- Gemüse
- Salat
- Pflanzliche Fette
- Speziell Kartoffeln
- Sojaprodukte
- Mandeln
- Rosinen
Generell wirkt sich eine große Trinkmenge positiv auf Ihren Stoffwechsel aus. Trinken Sie circa zwei Liter am Tag, je nach Wetterlage und Aktivitäten auch mehr. In erster Linie bietet sich Wasser an, möglichst ohne den Zusatz von Kohlensäure. Kräutertee und grüner Tee sowie Fruchtsaft kann zwischendurch eine gute Abwechslung sein. Genussmittel wie Rotwein und Kaffee sind ebenfalls Basenbildner.
Zu vermeidende Lebensmittel
Säurebildende Lebensmittel mit einem positiven PRAL-Wert verstärken eine chronische Azidose und sollten daher sehr reduziert in Ihrem Speiseplan vorkommen.
Beispiele sind:
- Milchprodukte, besonders Käse
- Eier
- Fleisch und Fleischprodukte
- Getreideprodukte (Vollkornprodukte bilden weniger Säuren als Weißmehl)
- Fisch
Verzichten Sie besser auf:
- Schwarzen Tee
- Alkohol
- Kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke
- Bier
Mineralstoffmangel bedingt durch chronische Übersäuerung
Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium oder Kalium haben die Eigenschaft, Säuren zu puffern. Ist die Zufuhr von Mineralstoffen mit der Nahrung unzureichend und kann eine chronische Azidose nicht abfangen, holt sich der Körper die benötigten Mineralien aus den Muskeln, Knochen und Zähnen ins Blut. Es können Mangelerscheinungen wie Osteoporose, Muskelkrämpfe und Zahnschäden folgen.
Mögliche Folgeerkrankungen der chronischen Übersäuerung
Eine chronische Übersäuerung des Organismus kann sich auf alle Organsysteme auswirken. Bleibt der Zustand des Körpers über einen langen Zeitraum unbemerkt, entstehen möglicherweise Folgeerkrankungen, da die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Auch die Ablagerung der sogenannten "Schlacken" wird als Ursache für Folgeerkrankungen diskutiert.
In einem möglichen Zusammenhang mit einer chronischen Azidose sehen Mediziner:
- Arthrose
- Rheuma
- Gicht
- Migräne
- Depressionen
- Gewichtszunahme
- Cellulitis
- Verkalkung der Arterien
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Erhöhte Blutzuckerwerte
Behandlungsmethoden zur Neutralisierung überschüssiger Säuren
Der einzige Weg, eine chronische Übersäuerung im Blut auszugleichen ist die Neutralisation überschüssiger Säuren.
Citrate
Citrate sind von Natur aus resistent gegen Magensaft und Bicarbonate können mit einer Schicht überzogen werden, die es ihnen erlaubt, den Magen zu passieren und ihre Wirkung im Dünndarm zu entfalten. Citrate sind Salze der Zitronensäure und treten in Verbindung mit verschiedenen Mineralstoffen auf:
- Kaliumcitrat
- Natriumcitrat
- Calciumcitrat
- Magnesiumcitrat
Sie sind sogenannte Basenbildner und gehören zum Puffersystem des Blutes. Citrate verbrauchen Säuren auf ihrem Stoffwechselweg, dem Citratzyklus. Ihr Wirkungsort ist der leicht alkalische Dünndarm. Das saure Milieu des Magens passieren Citrate unbeschadet. Die Abbauprodukte der Säuren werden über die Niere ausgeschieden und über die Lunge abgeatmet.
Aufgrund der komplexen Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper enthalten Basenpräparate meist eine Mischung aus Magnesium-, Calcium-, Natrium- und Kaliumcitrat. So wird das Zusammenspiel der Mineralstoffe perfekt ausgenutzt und der Überdosierung eines Minerals vorgebeugt.
Citratpräparate liegen in Form von Pulver und Tabletten vor. Meist lautet die Empfehlung, den Wirkstoff zweimal täglich einzunehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlungsdauer in Ihrem Fall optimal ist. Eventuell reicht eine Kurbehandlung über einige Wochen bereits aus, um Ihren Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Bicarbonate
Weitere Präparate für die Basentherapie sind die Bicarbonate:
- Natriumhydrogencarbonat bzw. Natriumbicarbonat
Die Puffersubstanz reagiert stark basisch und wird bereits im Magen verbraucht, wenn sie nicht in magensaftresistenter Form eingenommen wird. Der Effekt ist bei Sodbrennen gewünscht, aber nicht bei der Therapie der chronischen Azidose.
Natriumbicarbonat liegt in Pulver- und Tablettenform vor. Meist lautet die Empfehlung, den Wirkstoff zweimal täglich einzunehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlungsdauer in Ihrem Fall optimal ist. Eventuell reicht eine Kurbehandlung über einige Wochen bereits aus, um Ihren Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Hausmittel
Kräuterteemischungen können den menschlichen Organismus bei dem Abbau und der Ausscheidung von Säuren unterstützen.
Beliebte Rezepte sind zum Beispiel:
- Überbrühen Sie 3 Teelöffel Löwenzahnkraut und je 1 Teelöffel Lindenblüten, Kamillenblüten und Melissenblätter mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee bis zu 5 Minuten ziehen. Trinken Sie eine Kanne der Teemischung am Tag.
- Mischen Sie je 2 Teelöffel Fenchel und Anis mit einem Teelöffel Kümmel, überbrühen Sie die Kräuter mit kochendem Wasser und lassen Sie die Mischung 5 Minuten lang ziehen. Trinken Sie eine Kanne Tee über den Tag verteilt.
- Schmerzen (z. B. 2 gehäufte Teelöffel Teemischung mit ¼ Liter siedenden Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen.
Tipps zur Vorbeugung einer chronischen Übersäuerung
Selbstverständlich ist es immer sinnvoller, eine gesunde Stoffwechselsituation aufrechtzuerhalten und gar nicht erst in eine Azidose abzugleiten. Hier finden Sie einige Tipps zur Vorbeugung einer chronischen Übersäuerung:
- Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge. Der Hauptanteil sollte aus Wasser oder Kräutertee bestehen.
- Regelmäßige Bewegung ist de…
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an basenbildenden Lebensmitteln.
- Reduzieren Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung.
Weitere Faktoren bei Migräne
Viele ursächliche Faktoren für Migräne lassen sich erfassen und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen verbessern.
Häufig sind bei chronischer Migräne auch die sogenannten Mitochondrien, die Energiekraftwerke der Zellen in Mileidenschaft gezogen. Sie sind an fast allen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt.
Der Ausgleich von nachgewiesenen Mangelsituationen (Vitamin B2, Coenzym Q10, Magnesium, Vitamin D) kann neben einer leitliniengerechten Behandlung zu einer Verminderung der Häufigkeit der Migräneanfälle und zu einer Verminderung der Krankheitsausprägung führen.
Naturheilkundliche Tipps
- Darmsanierung bei Migräne: Wenn die Darmflora deutlicher gestört ist, muss eine Darmsanierung erfolgen, da diese Störung zusätzlich mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit verbunden ist.
- Histaminunverträglichkeit (Histaminintoleranz) bei Migräne: Wenn das Enzym „Diaminooxidase oder DAO) zum Abbau des Migräne- und Entzündungs-fördernden und blähungsfördernden Histamins vermindert ist, liegt eine sogenannte Histamin Unverträglichkeit vor.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten vom verzögerten Typ als Auslöser für Migräne: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten vom IgG Gesamt-Typ sind vor allem Milchprodukte, Eiprodukte, Weizen und einige Nussarten betroffen.
- Stressreduktion: Ergeben sich im Stresstest Hinweise auf chronischen Stress mit deutlichen Erschöpfungszeichen,sollte bei entsprechenden Migräne-Beschwerden ein zusätzlicher Test auf die sogenannte Silent Inflammation (unterschwellige Entzündungsreaktionen) durchgeführt werden.
- Evtl. vorhandene Übersäuerung des Stoffwechsels behandeln
Naturheilkundliche Medikamente und Wirkstoffe
- Mitochondrien: Sie sind an fast allen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt und bei chronischer Migräne häufig beeinträchtigt.
- Mikronährstoffe bei Migräne:
- Vitamin B2 (Riboflavin) in hoher Dosierung (100-400 mg) kann die Häufigkeit der Migräneanfälle fast um die Hälfte reduzieren.
- Da fast drei Viertel der Migränepatienten einen erniedrigten Coenzym Q10-Spiegel aufweisen, kann eine erhöhte Zufuhr mit geeigneten Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln zu einer Verminderung der Häufigkeit der Migräneanfälle und zu einer Verminderung der Krankheitsausprägung führen.
- Auch eine vermehrte Magnesiumaufnahme mit geeigneten Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln kann Migränesymptome deutlich vermindern.
- Omega-3-Fettsäuren hemmen die körpereigene Bildung von entzündlich-rheumatischen Stoffen.
- Ein hoher Obst- und Gemüse- sowie ein geringer Fleisch-, Zucker-, Fettkonsum führt zu einem guten Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper, der sich auf die Gefäße und Nerven im Körper entzündungshemmend auswirkt.
- Die Enzyme Bromelain (Annanas), Papain (Papaya), Rutin (Fenchel, schwarze Johannisbeere, Petersilie) wirken entzündungshemmend und abschwellend.
- Curcumin (E 100) aus der Kurkuma-Pflanze hergestellt, ist in entsprechend gelbgefärbten Nahrungsmitteln enthalten. Curcumin ist nachweislich stark entzündungshemmend.
- Vitamin C und Vitamin E sowie die Mineralstoffe Selen und Zink wirken gegen diese zellschädigenden sogenannten “freien Radikale“ als sogenannte „Antioxidantien“.
- Immunregulierende Bakterien wie z.B. Probiotika unterstützen den Aufbau des Darmimmunsystems und haben einen positiven Einfluss auf das Entzündungsgeschehen im Körper.
- Mögliche Erkrankungen und Stoffwechselstörungen mit dem Symptom Migräne-Kopfschmerz:
- Stresshormone: erhöhte Werte der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Cortisol begünstigen jegliches Erkrankungsrisiko:Stress-Profile
- Bluttest auf das Enzym Diaminooxidase zum Nachweis einer Histamin-Abbaustörung
- Stuhlprobe auf Bauchspeicheldrüsenenzyme (für die Verdauung von Eiweißen, Fetten und Zucker zuständig)
- Test auf Milchzuckerunverträglichkeit bzw. Fruchtzuckerunverträglichkeit bzw. Glucose (bei sogenanntem Overgrowth-Syndrom) mit Hilfe eines Atemgastestes
- Abklärung des Säure-Basenhaushalt (als Hinweis für eine Übersäuerung des Organismus aufgrund einer Darmaufnahmestörung oder einer Fehlernährung oder Stress)
- Stuhlprobe zum Test der Darmflora (Hinweise auf Ernährungsfehler, Antibiotikanebenwirkungen, Stresswirkungen)
- Test auf Darmdurchlässigkeitsstörung (sogenanntes leaky gut) mittels einer Stuhlprobe
- Blutprobe auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten
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