Die ambulante neurochirurgische Versorgung deckt ein breites Spektrum an Erkrankungen und Behandlungen ab, von der pädiatrischen Neurochirurgie bis zur Behandlung von muskuloskelettalen Tumoren. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene Schwerpunkte und Sprechstunden in diesem Bereich.
Kinderneurochirurgie: Spezialisierte Versorgung für junge Patienten
Die Abteilung für Kinderneurochirurgie kümmert sich um die Diagnose und Behandlung aller Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der umgebenden Strukturen vom Frühgeborenen bis zum jungen Erwachsenen. Viele Einrichtungen in Deutschland sind auf Neurochirurgie bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert - deswegen kann man sich auf die große Erfahrung des Teams verlassen. Dr. C. Hagemann ist Träger des Personenzertifikats „Pädiatrische Neurochirurgie“ der Neurochirurgischen Akademie (NCA) und hat die Anforderungen des Zertifizierungsverfahrens CERT 2022 7634 erfüllt.
Besonderheiten in der Kinderneurochirurgie
Es ist sehr wichtig, dass Patienten und ihre Eltern alle Fragen stellen können und gut und ausführlich beraten werden - denn natürlich können Erkrankungen des Nervensystems erstmal Angst und viele Fragen verursachen. Für die Diagnose und Therapieplanung wird mit allen Abteilungen des Altonaer Kinderkrankenhauses zusammengearbeitet. Nach einem Unfall am Kopf oder der Wirbelsäule werden Patienten rund um die Uhr gemeinsam mit Kinderunfallchirurgen und Kinderintensivmedizinern behandelt. Mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie können die Verletzungen zuverlässig diagnostiziert werden, ohne die Patienten einer Strahlenbelastung auszusetzen.
Wirbelsäulenzentrum für Kinder und Jugendliche
Besonders eng kooperiert die Kinderneurochirurgie mit der Orthopädie: Im Wirbelsäulenzentrum werden Patienten versorgt, wenn sie unter einer Fehlbildung der Wirbelsäule oder Erkrankungen leiden, die das Wachstum der Wirbelsäule beeinflussen. Da sich die Wirbelsäule bei Kindern und Jugendlichen noch im Wachstum befindet, sind hierfür besondere Verfahren und große Erfahrung nötig - beides findet man in diesem Wirbelsäulenzentrum.
Weitere Themenschwerpunkte
Ein weiterer Themenschwerpunkt der Abteilung bilden Bewegungsstörungen der Arme und Beine (der Mediziner sagt hierzu „obere und untere Extremitäten“), zum Beispiel durch Spastik (dauerhafter Spannungszustand der Muskulatur) oder Paresen (Teil-Lähmungen). Auch Fehlbildungen des Schädels und des Übergangs zwischen Schädel und Hals (kraniozervikaler Übergang) werden versorgt. Hierzu gehören z.B. Synostosen (vorzeitige knöcherne Verbindung zwischen Schädelknochen) oder Chiari-Malformationen (eine Gruppe von Entwicklungsstörungen, bei der Teile des Kleinhirns durch das Hinterhauptloch in den Spinalkanal verschoben sind). Patienten mit diesen Erkrankungen müssen häufig auch nicht operiert, sondern langfristig ambulant begleitet werden.
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Schonende Operationsverfahren
Besonders schonende neuroendoskopische Operationsverfahren, bei denen über ein Röhrchen eine kleine Kamera, eine Lichtquelle und sehr feine Instrumente in das Operationsgebiet gebracht werden, werden z.B. bei Arachnoidalzysten oder bioptischen Fragestellungen oder bei Kindern mit Hydrocephalus („Wasserkopf“) genutzt. Außerdem werden regelmäßig Kinder mit Neubildungen in allen Bereichen des Nervensystems betreut.
Muskuloskelettale Tumorchirurgie: Spezialsprechstunde und umfassende Therapie
Die Muskuloskelettale Tumorchirurgie ist Teil des Sarkomzentrums des Universitären Cancer Center Hamburgs (UCCH) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Klinik ist Teil des Sarkomzentrums des Universitären Cancer Center Hamburgs (UCCH, Hubertus Wald Tumorzentrum) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Das Sarkomzentrum ist eines der größten in Deutschland. Die Deutsche Krebshilfe e.V. hat das UCCH im Jahr 2016 nach einer umfangreichen Begutachtung durch internationale Experten wie auch schon in den Jahren 2009 und 2013 erneut zum onkologischen Spitzenzentrum ernannt. Dies ist eine Auszeichnung, die nur sehr wenigen Zentren in Deutschland zuteil wird.
Spezialsprechstunde für muskuloskelettale Tumoren
Bei muskuloskelettalen Tumoren handelt es sich um sehr seltene Erkrankungen, deren Diagnostik und Therapie einer großen Erfahrung bedarf. Aus diesem Grunde wird eine Spezialsprechstunde für Patienten mit muskuloskelettalen Tumoren angeboten. Die Spezialsprechstunde für Tumoren der Weichteile und des Knochens findet jeden Montag von 14.00 bis 16.00 Uhr in den Räumen des Hubertus Wald Tumorzentrums (Gebäude O24, EG rechts, Raum 23) statt. Einen Termin erhält man unter der Telefonnummer +49 (0) 40 741055692 . In dringenden Fällen kann auch eine Vorstellung über die Poliklinik für Unfallchirurgie erfolgen. Die Sprechstunde findet täglich von 8-13 Uhr in den Räumen des Neuen Klinikums (Gebäude O10, EG, Gang 1, Tresen Nr.: 5) statt. Einen Termin erhält man unter der Telefonnummer +49 (0) 40 7410 56120 .
Diagnostik und Therapie
Nach der Erhebung der Krankengeschichte und Durchführung der klinischen Untersuchung erfolgt die Sichtung und ggf. Ergänzung der Bildgebung. Sollte die Diagnosestellung nach erfolgter bildgebender Diagnostik nicht sicher möglich sein oder der Verdacht auf einen bösartigen Tumor bestehen, würde eine Gewebeprobe von dem Tumor entnommen. Diese sogenannte Biopsie muss den Zugangsweg für einen möglichen späteren Eingriff berücksichtigen und sollte daher in einem spezialisierten Zentrum und nach Möglichkeit vom späteren Operateur durchgeführt werden.
Die Diagnose wird dann durch einen auf muskuloskelettale Tumoren spezialisierten Pathologen gesichert. Anschließend erfolgt eine individuelle Therapieempfehlung unter Berücksichtigung der aktuellsten Studienlage und nach interdisziplinärer Falldiskussion. Patient:innen mit gesicherten Sarkomen werden in unserem Sarkom-Tumorboard vorgestellt.
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Die Therapieempfehlung kann direkt durch die spezialisierten Kliniken umgesetzt werden. Somit kann allen Patient:innen eine vollständige Therapie angeboten werden. Selbstverständlich werden auch Empfehlungen für eine externe Therapie ausgesprochen. In der Rehabilitationsphase stehen sowohl Physiotherapeut:innen als auch Orthopädietechniker:innen zur Seite. Ziel ist es, nach erfolgter operativ-onkologischer Behandlung ein Höchstmaß an Funktion und damit Mobilität für die Patient:innen zu erreichen. Bei bösartigen Tumoren ist eine Nachsorge von 5 Jahren erforderlich.
Leistungsspektrum
Das Leistungsspektrum umfasst:
- Entnahme einer Biopsie aus allen Tumorlokalisationen unter Berücksichtigung des Zugangsweges für einen möglichen späteren Eingriff
- CT-gesteuerte Biopsieverfahren bei schwer zugänglichen Tumoren
- Minimal-invasive Ablation bei Osteoidosteomen
- Endovaskuläre Embolisation zuführender Arterien bei großen inoperablen Tumoren, z.B. großen aneurysmatischen Knochenzysten oder Riesenzelltumoren des Beckens
- Arthroskopische und arthroskopisch-assistierte Operationsverfahren an Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenken
- Resektion oder Kürettage sämtlicher gutartiger und semimaligner Tumoren und ggf. Auffüllung des Defektes mit autologer Spongiosa oder Zement
- Biologische Rekonstruktion von Knochen und Gelenken nach Tumorresektion
- Behandlung aller bösartigen Knochentumoren nach international anerkannten Studienprotokollen und Operationsverfahren (Osteosarkom, Ewing-Sarkom, Chondrosarkom u.a.)
- Verwendung modernster osteosynthetischer Verfahren und Implantate (diverse Marknägel, winkelstabile Plattensysteme)
- Rekonstruktion von Knochen und Gelenken durch modernste Tumor-Endoprothesen
- Rekonstruktion unter Verwendung Computer-unterstützter Hexapod-Ringfixateure
- Resektion von Tumoren im Beckenbereich
- Resektion sämtlicher gutartiger und bösartiger Weichteiltumoren mit ggf.
Weitere Spezialsprechstunden und Ambulante Angebote
Neben den oben genannten Schwerpunkten gibt es eine Vielzahl weiterer Spezialsprechstunden und ambulanter Angebote in der Neurochirurgie:
- Neuroonkologische Sprechstunde: Beratung über mögliche Therapiemaßnahmen bei Tumorleiden des Gehirns und seiner Häute. Ein spezieller Aspekt sind hier die komplexen Tumoren der Schädelbasis.
- Epilepsiechirurgische Sprechstunde: Erläuterung der operativen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei Epilepsie und die Kontrollen nach erfolgten Operationen.
- Sprechstunde für Tiefe Hirnstimulation: Beratung und ggfs. Vorbereitung auf eine geplante Tiefe Hirnstimulation.
- Neurologische Poliklinik: Ambulante Patientenversorgung im vollen Spektrum der neurologischen Erkrankungen, in enger Kooperation mit dem neurologischen MVZ. Schwerpunkte sind Multiple Sklerose und andere neurologische Erkrankungen.
Moderne Techniken und Verfahren
Die Neurochirurgische Universitätsklinik Düsseldorf ist eines der größten neurochirurgischen Zentren Europas. Zu dem Spektrum gehören alle Bereiche der Hirntumorchirurgie, der Chirurgie der Hirngefäße, der Wirbelsäulenchirurgie, der Behandlung von Bewegungsstörungen und Schmerzen sowie der Kinderneurochirurgie. Eine optimale medizinische und pflegerische Therapie steht für das Team aus Ärzten, Arztassistenten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Logopäden und Psychologen im Vordergrund. Derzeit werden jährlich 7500 ambulante Patient:innen versorgt sowie 3500 Prozeduren an Kopf und Wirbelsäule bei Erwachsenen und Kindern durchgeführt. Minimalinvasive Verfahren mit modernsten Techniken, wie der intraoperativen Bildgebung mit Computertomographie und MRT-gestützter Neuronavigation, Ultraschall und fluoreszenzgestützter Markierung von Hirntumoren ermöglichen eine sichere und effektive Behandlung.
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