Neurochirurgisches Behandlungsspektrum an der Uniklinik Gießen: Fortschritt und Expertise im Fokus

Die Neurochirurgie an der Uniklinik Gießen bietet ein umfassendes Spektrum an Behandlungen für Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven. Mit einem erfahrenen Team und modernster Technologie werden jährlich rund 2.000 Operationen durchgeführt, wobei der individuelle Patient und seine Bedürfnisse stets im Mittelpunkt stehen. Die Klinik orientiert sich an international gültigen, evidenzbasierten Leitlinien, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Umfassendes Behandlungsspektrum

Die Klinik für Neurochirurgie deckt ein breites Spektrum an Erkrankungen ab, darunter:

  • Erkrankungen des Gehirns: Hirntumore, Gefäßerkrankungen (Aneurysmen, Angiome), Schädel-Hirn-Traumata.
  • Erkrankungen des Rückenmarks: Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, Tumore, Verletzungen.
  • Erkrankungen der peripheren Nerven: Karpaltunnelsyndrom, Ulnarisrinnensyndrom, Nervenkompressionen.
  • Wirbelsäulenerkrankungen: Degenerative Veränderungen, Bandscheibenvorfälle, Wirbelkörperfrakturen, Instabilitäten.

Moderne Medizin und individuelle Betreuung

Die Neurochirurgie in Gießen setzt auf moderne, minimalinvasive Techniken, um die Belastung für die Patienten so gering wie möglich zu halten. Dazu gehören endoskopische und endoskopisch-assistierte Operationen von Hirntumoren und der Schädelbasis sowie minimalinvasive Eingriffe an den Gefäßen des Gehirns und des Rückenmarks.

Die Patienten werden von einem kompetenten und freundlichen Team aus Ärzten und Pflegekräften betreut. Die Unterbringung erfolgt vorwiegend in Einzel- oder Doppelzimmern, und die Aufenthaltsdauer wird individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.

Expertise in der Wirbelsäulenchirurgie

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik liegt auf der Wirbelsäulenchirurgie. Hier kommt seit April 2023 Herr Andar Ivan Sihombing als Sektionsleiter der Wirbelsäulenchirurgie zum Einsatz. Seit April 2024 hat er zusätzlich die Praxis für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie von Herrn Dr. Kuhn im benachbarten Fachärztzentrum übernommen. Mit seiner umfassenden internationalen Erfahrung und der Behandlung von jährlich über 4.500 Patient:innen in seiner ambulanten Sprechstunde profitieren die Patienten in besonderem Maße von seiner Expertise.

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Herr Sihombing verfügt über langjährige Erfahrung in verantwortungsvollen Positionen, unter anderem als leitender Oberarzt in Delmenhorst, Schaumburg und Suhl. Er ist spezialisiert auf die Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie und beherrscht das gesamte Spektrum der Wirbelsäulenchirurgie von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Zu seinen Schwerpunkten gehören mikrochirurgische Eingriffe, intraoperatives Neuromonitoring sowie die Behandlung degenerativer Veränderungen, Bandscheibenvorfälle und sonstiger Erkrankungen der Wirbelsäule.

Operative Erfahrung von Herrn Sihombing:

  • Bis 2002: Assistenzarzt der christlichen Universität Jakarta
  • 2003 - 2009: Assistenzarzt und Facharztausbildung Evangelisches Krankenhaus Oldenburg
  • Bis 2014: Oberarzt der Neurochirurgie AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUS Bad Pyrmont
  • 2014 - 2017: Leitender Oberarzt der Neurochirurgie St. Josef-Stift Delmenhorst
  • 2017 - 2023: Sektionsleiter Wirbelsäulenchirurgie, Leitung Neurotraumatologie AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUS Bad Pyrmont

Einsatz von Robotik in der Wirbelsäulenchirurgie

Am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt wurde erstmals eine Wirbelsäulenoperation mit einem innovativen Roboterarm durchgeführt. Dieser Roboterarm ermöglicht es, Instrumente zielgenau zu steuern und Schrauben millimetergenau zu platzieren. Dies ist besonders bei minimalinvasiven Operationen von Vorteil.

"Der Roboter lässt sich sehr zielgenau positionieren und steuern, was für eine ruhige und stabile Durchführung der Operation sorgt", erklärt Privatdozent Dr. Albrecht Waschke, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt. Der Roboterarm ergänzt die bisher eingesetzte Navigationssystemtechnik und ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu präziseren, sichereren und effektiveren Operationen.

Der Roboterarm ermöglicht eine extrem akkurate und zeitsparende Instrumentenführung, die es den Chirurgen erlaubt, komplexe Bewegungsbahnen mit höchster Genauigkeit anzusteuern. Im Vergleich zu traditionellen Freihandtechniken bietet der Roboter eine stabilere Fixierung, was vor allem bei der Platzierung von Implantaten wie Schrauben von Vorteil ist. Dadurch können weniger invasive Verfahren angewendet werden, die nicht nur mehr Halt bieten, sondern auch das Risiko von Fehllagen erheblich reduzieren.

Forschung in der Wirbelsäulenchirurgie

Die Klinik für Neurochirurgie in Gießen betreibt aktive Forschung im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie. Ziel ist es, die Behandlungsmethoden kontinuierlich zu verbessern und die Patientenversorgung auf dem neuesten Stand der medizinischen Forschung zu gewährleisten. Zu den aktuellen Forschungsprojekten gehören:

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  • RADEX-Studie: Vergleich von konventioneller Fluoroskopie und 3D Fluoroskopie-basierter Navigation bei minimal-invasiven Stabilisierungsoperationen der Lendenwirbelsäule.
  • Studie: Experimentelle Untersuchungen zur Strahlenexposition in der spinalen Neurochirurgie
  • Studie: Strahlenbelastung des Chirurgen und des Patienten bei der Kyphoplastie
  • Studie: Das Upright MRT in der Diagnostik der Recessus-Stenose an der Lendenwirbelsäule
  • Studie: Verletzung des kranialen Facettengelenks bei minimal-invasiver lumbaler Pedikelschrauben-Implantation - Vergleich von konventioneller Fluoroskopie und intraoperativer dreidimensionaler Navigation
  • Studie: Die Test-Retest-Reliabilität von Patienten-ausgefüllten Fragebögen für die retrospektive Bewertung der Funktionseinschränkung, Lebensqualität, von Schmerz sowie Angst und Depression bei Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen
  • Studie: Minimal invasive Instrumentation bei destruierender thorakolumbaler Spondylodiszitis - eine prospektive Multizenterstudie
  • Studie: Minimal-invasive Resektion spinaler und paraspinaler benigner Nervenscheidentumoren
  • Studie: Minimal-invasive transforaminale lumbale interkorporelle Fusion (MIS TLIF): peri- und postoperative Komplikationen bei über 80-Jährigen
  • Studie: Navigationsgesteuerte Radiofrequenz-Kyphoplastie für die Sakroplastie bei sakralen Insuffizienzfrakturen.

Diese Studien tragen dazu bei, die Sicherheit und Effektivität der neurochirurgischen Eingriffe zu verbessern und die Strahlenbelastung für Patienten und Chirurgen zu minimieren.

Kooperationen und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Klinik für Neurochirurgie arbeitet eng mit anderen Fachbereichen des Universitätsklinikums zusammen, um eine umfassende und interdisziplinäre Patientenversorgung zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem die Klinik für Neurologie, die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, die Klinik für Strahlentherapie und die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin.

Die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie ermöglicht eine optimale Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen. Patienten mit operativ behandlungsbedürftigen Erkrankungen können in die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie oder Neurochirurgie verlegt werden.

Neurochirurgische Versorgung außerhalb der Uniklinik Gießen

Neben der Uniklinik Gießen gibt es auch andere Einrichtungen in der Region, die neurochirurgische Leistungen anbieten. So hat beispielsweise das St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung in Gießen im Dezember 2021 eine Sektion für Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie unter der Leitung von Dr. med. Hassan Taha eröffnet. Dr. Taha verfügt über langjährige Erfahrung als Chefarzt in der Neurochirurgischen Abteilung der Werner Wicker Klinik Bad Wildungen und bietet ein breites Spektrum an Behandlungen im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie an.

Die Sprechzeiten von Dr. Taha finden in der Praxis Neurochirurgicum Mittelhessen im Gesundheitszentrum Martinshof statt.

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