Glaukom, PEX-Syndrom und Migräne: Symptome und Unterschiede

Das Glaukom, oft auch als grüner Star bezeichnet, ist eine Augenerkrankung, die den Sehnerv schädigt und unbehandelt zur Erblindung führen kann. Das Pseudoexfoliationssyndrom (PEX) ist eine häufige Ursache für sekundäre Glaukome. Migräne hingegen ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke Kopfschmerzen und visuelle Aura äußern kann. Obwohl diese Erkrankungen unterschiedliche Ursachen haben, können sie ähnliche Symptome aufweisen oder miteinander in Verbindung stehen. Dieser Artikel beleuchtet die Symptome des Glaukoms und des PEX-Syndroms, ihre Unterschiede zur Migräne und die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose.

Glaukom: Ein schleichender Sehverlust

Das Glaukom ist ein Sammelbegriff für verschiedene Augenerkrankungen, bei denen es zu einer Schädigung des Sehnervs kommt. Diese Schädigung führt zu Gesichtsfeldausfällen und Veränderungen der Sehnervenpapille. Das Tückische am Glaukom ist, dass es sich über einen längeren Zeitraum schleichend und unbemerkt entwickelt. Schon während dieser Phase kommt es zu irreparablen Schäden am Sehnerv. Unbehandelt kann das Glaukom zum vollständigen Verlust des Sehvermögens führen.

Symptome des Glaukoms

Die mit einem Glaukom verbundene Minderung des Sehvermögens ist schleichend. Betroffene bemerken die Einschränkungen zumeist erst dann, wenn bereits beträchtliche Schäden an Netzhaut und/oder Sehnerv eingetreten sind. Typische Symptome des Glaukoms treten erst auf, wenn mehr als ein Drittel der Nervenfasern des Nervus opticus nicht mehr intakt sind.

Zu den Symptomen des Glaukoms gehören:

  • Gesichtsfeldausfälle (Skotome): Aufgrund des Verlaufes von Blutgefäßen und Nerven verengt sich das Gesichtsfeld des Auges bogenförmig von außen nach innen. Zunächst beschränken sich die Ausfälle auf den Randbereich des wahrgenommenen Bildes und treten meist punktuell oder bogenförmig auf. In einigen Verlaufsformen der Erkrankung sind auch Ausfälle im Zentrum des Sehbereichs möglich.
  • Eingeschränkte Wahrnehmung im Straßenverkehr: Die beginnenden Gesichtsfeldausfälle können zu einer Verschlechterung der Umgebungswahrnehmung führen, was sich beispielsweise durch vermehrte Stürze oder eine verminderte Tauglichkeit im Straßenverkehr äußern kann.
  • Erhöhter Augeninnendruck: Bei einigen Glaukomformen tritt gleichzeitig ein erhöhter Augeninnendruck auf, der weitere Symptome wie erweiterte Pupille und Lichtstarre (Pupille reagiert nicht auf Lichtreize) verursachen kann.
  • Allgemeine Symptome: In seltenen Fällen können auch körperliche Begleitsymptome wie Herzrhythmusstörungen oder Kollaps (bei Glaukomanfall) auftreten.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Glaukom in den Anfangsstadien oft keine spürbaren Symptome verursacht. Daher ist eine regelmäßige augenärztliche Untersuchung ab dem 40. Lebensjahr ratsam, um ein Glaukom frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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Risikofaktoren für ein Glaukom

Das Glaukomrisiko steigt abhängig von Vorerkrankungen ab dem 40. Lebensjahr. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an einem Glaukom zu erkranken:

  • Erhöhter oder schwankender Blutdruck: Patienten mit einem dauerhaft hohen oder schwankendem Blutdruck haben ein höheres Glaukomrisiko.
  • Glaukom in der Familie: Bei einem Glaukom in der Verwandtschaft ersten Grades (z.B. Mutter) besteht ein erhöhtes Glaukomrisiko.
  • Starke Kurzsichtigkeit: Hoch kurzsichtige Menschen (ab - 6 Dioptrien) sind anfälliger für ein Glaukom.
  • Weitere Erkrankungen: Patienten mit Migräne, nächtlichen Blutdruckabfällen, Schlafapnoe Syndrom und Schilddrüsenerkrankung sind häufiger von bestimmten Glaukomformen betroffen (Normaldruckglaukom).

Formen des Glaukoms

Es gibt verschiedene Formen des Glaukoms, die sich hinsichtlich ihrer Ursachen und des Verlaufs unterscheiden:

  • Primäres Offenwinkelglaukom: Diese Form ist durch einen offenen Kammerwinkel, glaukomtypische Gesichtsfeldausfälle, einen glaukomatösen Sehnervenschaden und einen erhöhten Augeninnendruck gekennzeichnet.
  • Normaldruckglaukom: Auch hier ist der Kammerwinkel offen, aber die Augeninnendruckwerte liegen unter oder gleich 21 mmHg.
  • Sekundäres Glaukom: Diese Form entsteht aufgrund von Vorerkrankungen oder äußeren Faktoren, die zu einem Glaukom führen können. Beispiele hierfür sind das Pseudoexfoliationssyndrom (PEX), das Pigmentdispersionssyndrom oder eine dauerhafte Kortisontherapie.
  • Engwinkelglaukom: Bei dieser Form ist die vordere Augenkammer so flach, dass die Regenbogenhaut (Iris) den Kammerwinkel stark verengt oder blockiert, was zu einer Abflussstörung des Kammerwassers führt.
  • Glaukomanfall: Ein Glaukomanfall ist ein augenärztlicher Notfall, bei dem es zu einer plötzlichen und hochgradigen Erhöhung des Augeninnendrucks kommt.
  • Angeborenes Glaukom: Diese Form tritt bereits während der Embryonalzeit oder im Kindesalter auf und ist auf eine Fehlentwicklung des Kammerwinkels zurückzuführen.

Pseudoexfoliationssyndrom (PEX): Eine häufige Ursache für sekundäre Glaukome

Das Pseudoexfoliationssyndrom (PEX) ist eine systemische Erkrankung, bei der es zu Ablagerungen von Eiweiß in verschiedenen Organen und Geweben kommt, darunter auch in den Augen. Diese Ablagerungen können den Abfluss des Kammerwassers behindern und zu einem sekundären Glaukom führen, dem sogenannten Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Glaukom). Das PEX-Glaukom stellt das häufigste aller sekundären Offenwinkelglaukome dar.

Ursachen und Symptome des PEX-Syndroms

Das PEX-Syndrom ist eine erbliche Störung der elastischen Bindegewebsfasern. Es kommt zu fein-fibrillären (faserigen) Ablagerungen auf allen Strukturen des vorderen Augenabschnittes, einschließlich der Augenlinse, des Pupillenrandes und des Kammerwinkels. Diese Ablagerungen können den Kammerwasserabfluss behindern, was zu einem Anstieg des Augeninnendrucks und Druckschwankungen im Augeninneren führen kann.

Bisherige Forschungen konnten noch nicht endgültig klären, aus welchen Materialien die Ablagerungen zusammengesetzt sind. Sicher ist bisher, dass das Linsenepithel für die Bildung der faserigen Anreicherungen verantwortlich ist und dass Ablagerungen des PEX-Syndroms nicht nur an den Augen entstehen können, sondern auch in anderen Organen des Körpers, wie Haut, Gefäße, Lunge, Leber oder Niere, auftreten.

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Viele Menschen mit PEX-Syndrom haben keine Symptome. Wenn Symptome auftreten, sind sie in der Regel mit dem Glaukom verbunden, das sich als Folge des PEX-Syndroms entwickelt.

Zusammenhang zwischen PEX-Syndrom und anderen Erkrankungen

Es gibt Hinweise darauf, dass das PEX-Syndrom mit anderen Erkrankungen in Verbindung stehen könnte, darunter Alzheimer. Einige Studien haben gezeigt, dass Menschen mit PEX-Syndrom ein erhöhtes Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Es ist jedoch noch unklar, ob es einen direkten kausalen Zusammenhang gibt oder ob beide Erkrankungen durch gemeinsame Risikofaktoren bedingt sind.

Migräne: Kopfschmerzen mit visuellen Begleiterscheinungen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke, oft einseitige Kopfschmerzen äußert. Viele Migränepatienten erleben auch visuelle Begleiterscheinungen, die als Aura bezeichnet werden.

Symptome der Migräne

Die Symptome der Migräne können vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Typische Symptome sind:

  • Starke Kopfschmerzen: Die Kopfschmerzen sind oft pulsierend und können von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit begleitet sein.
  • Visuelle Aura: Etwa 20-30 % der Migränepatienten erleben eine Aura, die sich durch visuelle Störungen wie Flimmern, Zickzack-Linien oder Gesichtsfeldausfälle äußern kann.
  • Weitere Symptome: Weitere mögliche Symptome sind Schwindel, Konzentrationsstörungen, Sprachstörungen und Taubheitsgefühle.

Unterschiede zwischen Migräne und Glaukom/PEX-Syndrom

Obwohl sowohl Migräne als auch Glaukom/PEX-Syndrom visuelle Symptome verursachen können, gibt es wichtige Unterschiede:

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  • Art der visuellen Symptome: Bei Migräne sind die visuellen Symptome in der Regel vorübergehend und reversibel. Sie treten als Aura vor oder während der Kopfschmerzen auf und verschwinden nach einiger Zeit wieder. Beim Glaukom hingegen sind die Gesichtsfeldausfälle in der Regel dauerhaft und fortschreitend.
  • Begleitsymptome: Migräne ist in der Regel von starken Kopfschmerzen und anderen neurologischen Symptomen begleitet, während das Glaukom oft keine Schmerzen verursacht.
  • Ursache: Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die auf einer Störung der Hirnfunktion beruht. Das Glaukom hingegen ist eine Augenerkrankung, die durch eine Schädigung des Sehnervs verursacht wird.

Diagnose und Behandlung

Diagnose des Glaukoms und des PEX-Syndroms

Die Diagnose des Glaukoms und des PEX-Syndroms erfolgt durch eine umfassende augenärztliche Untersuchung. Zu den wichtigsten diagnostischen Maßnahmen gehören:

  • Augeninnendruckmessung (Tonometrie): Der Druck im Augapfel wird gemessen, um festzustellen, ob er erhöht ist.
  • Augenspiegelung (Ophthalmoskopie): Der Zustand der Netzhaut und des Sehnervenkopfes wird beurteilt, um Schäden zu erkennen.
  • Spaltlampen-Untersuchung: Die vorderen Augenabschnitte werden untersucht, um Ablagerungen oder andere Veränderungen zu erkennen.
  • Perimetrie (Gesichtsfeldmessung): Das Gesichtsfeld wird überprüft, um Ausfälle zu erkennen.
  • Gonioskopie: Der Kammerwinkel wird untersucht, um festzustellen, ob er offen oder geschlossen ist.

Behandlung des Glaukoms und des PEX-Syndroms

Das zentrale Ziel der Glaukombehandlung ist es, den Augeninnendruck dauerhaft zu senken, um das Fortschreiten der Schädigung des Sehnervs zu verlangsamen oder zu stoppen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamentöse Therapie: Augentropfen mit verschiedenen Wirkstoffen werden eingesetzt, um die Produktion von Kammerwasser zu drosseln oder den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern.
  • Laserbehandlung: Verschiedene Laserverfahren können eingesetzt werden, um den Kammerwasserabfluss zu verbessern oder den Augeninnendruck zu senken.
  • Operation: In einigen Fällen ist eine Operation erforderlich, um den Kammerwasserabfluss zu verbessern oder den Augeninnendruck zu senken.

Die Behandlung des PEX-Syndroms zielt in erster Linie darauf ab, das Glaukom zu kontrollieren, das sich als Folge des Syndroms entwickelt.

Behandlung der Migräne

Die Behandlung der Migräne umfasst in der Regel:

  • Akutbehandlung: Schmerzmittel und andere Medikamente werden eingesetzt, um die Kopfschmerzen zu lindern.
  • Prophylaktische Behandlung: Medikamente und andere Maßnahmen werden eingesetzt, um die Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle zu reduzieren.

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