Dolormin Migräne: Verfügbarkeit, Alternativen und Wissenswertes

Immer wieder suchen Patienten in Apotheken nach Dolormin, insbesondere nach Dolormin Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Liefersituation, gibt alternative Behandlungsmöglichkeiten auf und informiert über die Wirkweise und Anwendung von Dolormin Migräne.

Aktuelle Liefersituation von Dolormin

Viele Apotheken können Dolormin-Produkte seit geraumer Zeit nicht mehr bestellen. Die Lager sind deutschlandweit leer. Ein Wirbelsturm in Texas im Jahr 2017, der eine der größten Ibuprofen-Fabriken beschädigte, war der Auslöser für den Lieferengpass. Da es weltweit nur wenige solcher Fabriken gibt, waren die Auswirkungen erheblich. Zahlreiche Ibuprofen-haltige Präparate, darunter auch Dolormin in seinen verschiedenen Varianten, waren von einem Lieferstopp betroffen.

Keine komplette Marktrücknahme

Entgegen mancher Befürchtungen wird Dolormin nicht komplett vom Markt genommen. Es handelt sich lediglich um ein zeitlich begrenztes Phänomen.

Auswirkungen der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat die ohnehin schwierige Liefersituation zusätzlich verschärft. Viele globale Lieferketten sind unterbrochen, und auch die Medikamentenproduktion ist beeinträchtigt. Wie stark der Corona-Crash die Lieferschwierigkeiten bei Dolormin verstärkt hat, lässt sich schwer beziffern. Fakt ist jedoch, dass Dolormin weiterhin in den Apotheken fehlt.

Engpass auch bei Naproxen-haltigen Dolormin-Produkten

Mittlerweile sind auch Dolormin GS und Dolormin für Frauen, die den Wirkstoff Naproxen enthalten, schwer erhältlich. Hintergrund ist die Schließung eines Produktionsstandortes in China im Jahr 2019. Der Hersteller Johnson & Johnson sucht nach neuen Produktionsstandorten. Bis diese gefunden sind, ist die Produktion vorerst eingestellt. Verschreibungspflichtige Naproxen-Präparate sind jedoch weiterhin gut verfügbar, da sie seltener verordnet werden und die Nachfrage geringer ist.

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Pharmazeutische Hinweise zu Dolormin Extra

Dolormin Extra ist ein Schmerzmittel mit entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften. Es gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Schmerzmittel (NSAR). Es hemmt das Enzym Cyclooxygenase (COX), das bei Schmerz- und Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielt.

Gesunde Erwachsene können im Akutfall 1-3 Tabletten täglich mit einem Glas Wasser einnehmen. Ohne ärztlichen Rat sollte die Anwendung jedoch auf einen kurzen Zeitraum begrenzt sein, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Sodbrennen und Magen-Darm-Blutungen. In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie das Stevens-Johnson-Syndrom auftreten.

Besonderheit des Wirkstoffs

Dolormin enthält Ibuprofen als DL-Lysinsalz. Diese Verbindung ermöglicht eine schnellere Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper, was zu einem schnelleren Wirkungseintritt führt. Dies kann besonders bei Kopf- oder Zahnschmerzpatienten von Vorteil sein. Die Kombination kann dazu beitragen, unnötig hohe Dosierungen zu vermeiden, da Patienten oft in der Hoffnung auf eine schnellere Wirkung gleich zwei Tabletten auf einmal einnehmen.

Dolormin Migräne

Auch Dolormin Migräne ist derzeit schwer erhältlich, da es ebenfalls 400 mg Ibuprofen (als DL-Lysinsalz) enthält. Der einzige Unterschied zu Dolormin Extra besteht in der Zulassung: Dolormin Migräne wird zur Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräne eingesetzt.

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Alternativen zu Dolormin

Da Dolormin derzeit nur schwer erhältlich ist, gibt es verschiedene Alternativen, auf die Patienten ausweichen können.

Dolormin-Präparate mit Naproxen

Dolormin bietet neben den Ibuprofen-haltigen Präparaten auch Produkte mit dem Wirkstoff Naproxen an (Dolormin GS und Dolormin Für Frauen). Dieser Wirkstoff hat einen ähnlichen Wirkmechanismus. Patienten sollten jedoch den Arzt oder Apotheker fragen, ob Naproxen-Tabletten als Alternative geeignet sind.

Ibuprofen-DL-Lysin-Alternativen

Es gibt weitere Schmerzmittel mit Ibuprofen-DL-Lysin, die nicht vom Lieferengpass betroffen sind und eine gleichwertige Wirkung haben.

Weitere Schmerzmittel gegen Migräne

Eine Vergleichsstudie hat gezeigt, dass einige Schmerzmittel bei der Behandlung von Migräne wirksamer sein können als Ibuprofen. Insbesondere die Wirkstoffklassen Triptane, Ergotika und Antiemetika sollen hier positiv herausgestochen haben.

Triptane

Triptane imitieren die Eigenschaften des körpereigenen Botenstoffes Serotonin, der die Weite der Blutgefäße reguliert. Sie verengen die Blutgefäße in den Hirnhäuten und unterbrechen so den Migräneanfall. Zudem hemmen sie die Freisetzung entzündlicher Eiweißstoffe im Gehirn und reduzieren die Fortleitung von Schmerzimpulsen. Laut Studie waren Triptane fünfmal wirksamer als Ibuprofen. Eletriptan, Zolmitriptan und Sumatriptan ragten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit besonders heraus.

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Ergotika

Ergotika waren in der Studie dreimal wirksamer als Ibuprofen.

Antiemetika

Antiemetika waren in der Studie zweieinhalbmal wirksamer als Ibuprofen.

Kombinationen

Eine Kombination von Aspirin, Paracetamol und Koffein erwies sich als um 69 Prozent wirksamer als Ibuprofen.

Wichtiger Hinweis

Patienten, die aufgrund von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestimmte Wirkstoffgruppen nicht einnehmen dürfen, sollten sich von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen, um eine geeignete Alternative zu finden.

Dolormin Migräne: Details und Anwendung

Dolormin Migräne ist ein rezeptfreies Medikament zur Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräne. Die Tabletten enthalten den schmerzlindernden Wirkstoff Ibuprofen und sind bereits für Kinder ab sechs Jahren geeignet.

Wirkung

Ibuprofen hemmt die Cyclooxygenasen (COX) im Körper, wodurch die Produktion von Prostaglandinen reduziert wird. Diese Gewebshormone spielen eine Rolle bei der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen. Durch die Hemmung der COX-Enzyme wirkt Ibuprofen schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.

Dolormin Migräne enthält Ibuprofen in Form seines Salzes der Aminosäure Lysin (Ibuprofen-Lysinat). Dadurch wird der Wirkstoff schneller vom Körper aufgenommen, und die Wirkung setzt rasch ein.

Dosierung und Einnahme

Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Wasser eingenommen. In der Regel kann das Medikament unabhängig vom Essen angewendet werden. Bei empfindlichem Magen empfiehlt es sich jedoch, Dolormin Migräne während einer Mahlzeit einzunehmen.

Die genaue Dosierung richtet sich nach dem Alter beziehungsweise dem Körpergewicht des Patienten:

  • Kinder zwischen sechs und neun Jahren (20 bis 29 Kilogramm) erhalten eine halbe Tablette. Bei Bedarf kann die Einnahme bis zu drei Mal pro Tag wiederholt werden. Die Tageshöchstdosis beträgt 1,5 Tabletten.
  • Kinder zwischen zehn und elf Jahren (30 bis 39 Kilogramm) nehmen pro Einzeldosis eine halbe Tablette ein. Sie dürfen pro Tag höchstens zwei Tabletten einnehmen.
  • Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene (über 40 Kilogramm): Die Einzeldosis beträgt eine halbe bis eine Tablette des Medikaments. Insgesamt sollte man pro Tag nicht mehr als drei Tabletten einnehmen.

Grundsätzlich gilt: Das Medikament sollte über einen möglichst kurzen Zeitraum eingenommen werden. Ohne ärztliche Rücksprache sollte man Dolormin Migräne nicht länger als drei Tage verwenden.

Wann ist ärztliche Rücksprache sinnvoll?

In einigen Fällen sollte man vor der Einnahme von Dolormin Migräne mit einem Arzt oder Apotheker sprechen. Dazu gehören unter anderem:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt, periphere arterielle Verschlusskrankheit oder Schlaganfall
  • Bypass-Operationen
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Magen-Darm-Geschwüre in der Vergangenheit
  • Ältere Patienten
  • Die gleichzeitige Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten, oralen Kortikosteroiden oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (u.a. bei Depressionen)
  • Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • Bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen wie zum Beispiel akute intermittierende Porphyrie oder manchen Autoimmunerkrankungen
  • Wassermangel des Körpers
  • Allergien, Nasenpolypen, Heuschnupfen, Asthma, oder dauerhafte Nasenschleimhautschwellungen
  • Operative Eingriffe

Bei stark geröteter Haut oder Hautausschlägen mit Blasenbildung sollte die Einnahme von Dolormin Migräne beendet und die Beschwerden umgehend ärztlich untersucht werden. Bessern sich die Beschwerden nach drei Tagen nicht oder verschlimmern sich sogar, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Sodbrennen. Zudem kann es zu leichten Blutungen im Magen-Darm-Bereich kommen.

Gelegentlich treten Hautausschläge, Verstärkung einer Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Mund- oder Magenschleimhautentzündung, Magen-Darm-Geschwüre, -Blutungen oder -Durchbrüche (die unter Umständen lebensbedrohlich sind), Kopfschmerzen, Schwindel, Reizbarkeit oder Erregung, Schlaflosigkeit oder Müdigkeit, Sehstörungen sowie allergische Reaktionen mit Hautausschlägen, Hautjucken, Asthmaanfällen oder Blutdruckabfall auf.

Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion sollte die Einnahme beendet und die Beschwerden sofort ärztlich untersucht werden.

Seltene Nebenwirkungen sind Ohrgeräusche wie Tinnitus, Nierenschädigungen oder erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Blut.

Sehr selten treten Symptome einer aseptischen Hirnhautentzündung, Verschlechterung der Entzündungen durch Infektionen, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, psychotische Reaktionen oder Depressionen, Herzklopfen, Herzmuskelschwäche oder ein Herzinfarkt, Bluthochdruck, Speiseröhren- oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Ausbildung von membranartigen Verengungen in Dünn- und Dickdarm, Leberfunktionsstörungen, Blutbildungsstörungen, schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung, Haarausfall, verringerte Harnausscheidung und vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme), nephrotisches Syndrom, entzündliche Nierenerkrankung oder akute Nierenfunktionsstörungen auf.

Bei Auftreten von Nebenwirkungen (auch solchen, die nicht im Beipackzettel genannt sind) sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Wann hilft Dolormin Migräne?

Das Medikament hilft in der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit oder ohne Aura. Dolormin Migräne ist bereits für Kinder ab sechs Jahren (oder 20 Kilogramm Körpergewicht) geeignet.

Häufige Fragen

  • Wie schnell wirkt Dolormin Migräne? Die Wirkung setzt meist innerhalb der ersten halben Stunde nach der Einnahme ein, kann aber je nach Patient variieren.
  • Ist Dolormin Migräne ein Triptan? Nein, Dolormin Migräne enthält den Wirkstoff Ibuprofen.
  • Wie oft darf man Dolormin Migräne einnehmen? Die Häufigkeit der Einnahme hängt vom Alter und Körpergewicht des Patienten ab. In der Regel kann die Einnahme mit einem Abstand von mindestens sechs Stunden wiederholt werden. Es ist wichtig, die entsprechende Tageshöchstdosis nicht zu überschreiten.

Was ist bei der Anwendung von Dolormin Migräne zu beachten?

Es gibt einige Umstände, bei denen von einer Anwendung von Dolormin Migräne abzuraten ist:

  • Immer: Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe, Blutbildungsstörungen, Geschwüre im Verdauungstrakt (auch in der Vorgeschichte), Blutungen im Magen-Darm-Trakt (auch in der Vorgeschichte), Magen-Darm-Durchbruch (in der Vorgeschichte in Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Arzneimittel), aktive Blutungen, stark eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion, schwere Herzschwäche, schwerer Flüssigkeitsmangel.
  • Unter Umständen (Rücksprache mit Arzt oder Apotheker): Magen-Darm-Beschwerden, entzündliche Darmerkrankungen (auch in der Vorgeschichte), Blutgerinnungsstörung, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, mögliche Gefahr einer Gefäßverengung am Herzen, Durchblutungsstörungen der Peripherie oder der Hirngefäße, Kollagenosen, Porphyrie, größere Operationen (kurz zuvor), Windpocken.
  • Altersgruppen: Kinder unter 6 Jahren oder unter 20 kg Körpergewicht sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden. Ältere Patienten ab 65 Jahren sollten die Behandlung gut mit ihrem Arzt abstimmen und sorgfältig überwachen lassen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft sollte vor der Anwendung ein Arzt konsultiert werden. Während der Stillzeit sollte ebenfalls ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden, um zu prüfen, ob und wie mit dem Stillen weitergemacht werden kann.

Weitere wichtige Hinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Vorsicht ist geboten bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder der Bedienung von Maschinen.
  • Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
  • Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen.
  • Vorsicht bei Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.
  • Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.

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