Rehabilitation nach Spinalkanalstenose-Operation: Ein umfassender Leitfaden

Die Spinalkanalstenose, eine Verengung des Wirbelkanals, kann erhebliche Schmerzen, Taubheitsgefühle und motorische Störungen verursachen. Glücklicherweise gibt es sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Rehabilitation nach einer Dekompressionsoperation bei Spinalkanalstenose und bietet einen detaillierten Überblick über den Genesungsprozess.

Unmittelbar nach der Operation

Nach der Entlastungsoperation bei engem Wirbelkanal (Dekompression bei Spinalkanalstenose) wachen Sie im Aufwachraum auf. In dieser Zeit sollten Sie auf dem Rücken liegen bleiben. Sobald sich Ihr Kreislauf stabilisiert hat, dürfen Sie mit Unterstützung einer Schwester oder eines Pflegers aufstehen und zur Toilette gehen. Danach sollten Sie sich wieder ins Bett legen.

Am Tag nach der Operation wird Ihnen von der zuständigen Schwester, dem zuständigen Pfleger oder Ihrem behandelnden Arzt gezeigt, wie Sie rückengerecht aufstehen. Dabei drehen Sie sich zur Seite, rutschen an die Bettkante und richten sich dann auf, um sich an die Bettkante zu setzen.

Bewegung und Mobilisierung

Bereits am Tag nach der Operation sollten Sie wieder beginnen, sich möglichst normal zu bewegen. Stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie zunächst kurze Strecken. Diese Strecken sollten allmählich länger werden. In den ersten Tagen nach der Operation kann es hilfreich sein, einen Gehwagen (Rollator) zu benutzen.

Wenn während der Operation auch die Bandscheibe behandelt wurde, sollten Sie eine Woche lang nicht sitzen, um Schmerzen durch zu langes Sitzen zu vermeiden. Eine Ausnahme gilt selbstverständlich für den Toilettengang.

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Krankengymnastik im Krankenhaus

In den Tagen nach der Operation erhalten Sie bereits im Krankenhaus Krankengymnastik. Diese dient dazu, die Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.

Rehabilitation: Ambulant oder Stationär?

Nach der Operation stehen zwei Formen der Rehabilitation zur Verfügung:

  • Ambulante Rehabilitation: Sie wohnen zu Hause und besuchen werktags ein Reha-Zentrum in Ihrer Nähe. Dort wird ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm durchgeführt. Am Abend kehren Sie nach Hause zurück.
  • Stationäre Rehabilitation: Sie werden für etwa 3 bis 4 Wochen in einem Rehabilitationskrankenhaus stationär aufgenommen. Das Rehabilitationsprogramm wird im Rahmen dieses stationären Aufenthalts durchgeführt.

Die Wahl zwischen ambulanter und stationärer Rehabilitation hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Umständen ab. Eine stationäre Reha ist besonders sinnvoll, wenn Sie nach der Operation auf fremde Hilfe angewiesen sind, da im stationären Bereich eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleistet ist.

Ambulante Krankengymnastik nach der Entlassung

Unabhängig von der gewählten Reha-Form erhalten Sie bei der Entlassung eine Verordnung über 6 Einheiten Krankengymnastik, die Sie in der Nähe Ihres Wohnortes 2x pro Woche durchführen können.

Abschlussuntersuchung und Arbeitsunfähigkeit

Nach der Rehabilitationsbehandlung oder der ambulanten Krankengymnastik ist eine Abschlussuntersuchung bei Ihrem behandelnden Arzt vorgesehen. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit wird gemeinsam mit Ihrem Arzt festgelegt. Üblicherweise ist eine Arbeitsunfähigkeit von 4 bis 6 Wochen erforderlich. Es ist wichtig, Ihrem Arzt bereits zu Beginn des stationären Aufenthalts mitzuteilen, ob Sie eine Krankmeldung benötigen oder nicht.

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Ziele und Inhalte der Rehabilitation

Ziel der Reha ist primär die langfristige Linderung von Beschwerden und der körperliche Aufbau, beispielsweise nach einer Operation. Die Wiedereingliederung in den Alltag und den Beruf steht ebenfalls im Mittelpunkt. Die Rehabilitation nach einer Spinalkanalstenose-Operation besteht aus verschiedenen Therapie-Bausteinen, die individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Die vier Säulen der Rehabilitation sind:

  1. Körperlicher Aufbau: Nach der Operation ist Ihr Körper geschwächt und instabil. Durch gezieltes Training und Physiotherapie wird Ihre körperliche Leistungsfähigkeit wiederhergestellt.
  2. Schulung im Umgang mit der Erkrankung: Im Rahmen von Gruppenschulungen lernen Sie, einen positiven Umgang mit Schmerzen zu erlernen und Ihre innere Widerstandsfähigkeit zu stärken.
  3. Psychische Heilung: Eine Operation und die damit verbundenen Schmerzen können psychische Belastungen verursachen. Psychologische Unterstützung kann Ihnen helfen, neuen Mut und neue Kraft zu schöpfen.
  4. Integration in den Alltag (auch beruflich): Um Sie bei der Rückkehr in den Alltag bestmöglich zu unterstützen, erhalten Sie umfangreiche Beratungen und Schulungen, z.B. zum richtigen Umgang mit Medikamenten oder Hilfsmitteln.

Zu den Therapiemethoden, die im Rahmen der Rehabilitation eingesetzt werden können, gehören:

  • Physiotherapie (gezielte Übungen zur Stärkung der Wirbelsäule und Verbesserung der Beweglichkeit)
  • Schmerztherapie (medikamentöse Behandlung, Akupunktur, Naturheilverfahren)
  • Bäderanwendungen
  • Wärmetherapie
  • Ergotherapie
  • Rückenschule
  • Psychotherapie

Übungen für zu Hause

Neben den professionellen Therapien ist es wichtig, auch zu Hause aktiv zu bleiben und Übungen durchzuführen, die die Wirbelsäule entlasten und die Muskulatur stärken. Eine einfache Übung für eine Stenose im Bereich der Lendenwirbelsäule ist folgende:

  1. Legen Sie sich auf den Rücken.
  2. Legen Sie Ihre Beine auf eine Erhöhung, sodass sie im rechten Winkel sind.
  3. Schieben Sie das Becken nach vorne, sodass kein Hohlkreuz entsteht.
  4. Halten Sie diese Position für 30 bis 60 Sekunden und wiederholen Sie diese Übung drei Mal.

Sport und Bewegung

Grundsätzlich sind bei einer Spinalkanalstenose sanfte Sportarten wie Wassergymnastik, Radfahren, Stretching oder Pilates sinnvoll. Belastungsintensive Übungen wie Laufen, Springen und Klettern sollten vermieden werden.

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In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie schweres Heben (< 5 kg), ruckartige Bewegungen, Sitzen über längere Zeit und Autofahren vermeiden. Sportarten mit Stoßbelastung (z. B. Joggen) sind für rund 8 Wochen tabu.

Auswahl der richtigen Rehaklinik

Die Deutsche Rentenversicherung Bund misst die Qualität fast aller deutschen Rehabilitationseinrichtungen. Dabei werden die Patienten nach ihrer Rehabilitation befragt, ob es ihnen nach dem Klinikaufenthalt besser geht und wie zufrieden sie mit dem Behandlungsprogramm sind. Außerdem wird geprüft, ob die jeweilige Reha-Einrichtung Therapiestandards für Krankheitsbilder einhält und welches Behandlungsprogramm die Patienten erhalten haben. Zusätzlich lesen externe Ärztinnen und Ärzte anonymisierte Entlassungsberichte der Klinik und geben Rückmeldung, ob die Patientinnen und Patienten aus ihrer Sicht optimal behandelt wurden.

Eine gute Rehaklinik verfügt über ein spezialisiertes Team und ausgezeichnete Fachkenntnisse im Bereich der Orthopädie. Achten Sie auf Zertifikate und positive Patientenbewertungen. Menschen im höheren Lebensalter sollten auf langjährige Erfahrung bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Mehrfacherkrankungen achten. Ein interdisziplinärer und ganzheitlicher Behandlungsansatz stellt sicher, dass nicht nur die akute körperliche Verfassung des Rehabilitanden im Fokus steht, sondern auch die seelische Gesundheit.

Erfahrungen von Patienten

"Ich war früher begeisterter Läufer, konnte aber vor einigen Jahren kaum noch 500 Meter Gehen. Die Diagnose: lumbale Spinalkanalstenose. Da ich Vorerkrankungen hatte, zögerte ich, die Operation durchführen zu lassen. Aber mit ständigen Schmerzen leben wollte ich auch nicht. Heute bin ich froh, die Entscheidung getroffen zu haben. Mittlerweile kann ich mich wieder schmerzfrei bewegen." So der Erfahrungsbericht eines Patienten nach seiner Spinalkanalstenose-OP.

Nach der OP der Spinalkanalstenose sind die Beinschmerzen bei etwa 80 Prozent der Patientinnen und Patienten sofort verschwunden. Insgesamt berichten viele Patienten von einer länger möglichen Gehstrecke und einer erhöhten Lebensqualität. Langfristig profitieren die Patientinnen und Patienten von einer verbesserten Mobilität und Schmerzfreiheit. Rückfälle sind selten, insbesondere wenn begleitende Reha-Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.

Minimalinvasive Operationsmethoden

Moderne minimalinvasive Verfahren ermöglichen eine schonendere Operation mit geringerem Risiko. In der Munich Airport Clinic wird die Spinalkanalstenose an der Lendenwirbelsäule (LWS) mit der sogenannten endoskopischen Dekompression behandelt. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren der modernen Wirbelsäulenchirurgie.

Vorteile dieser Methode sind:

  • Gewebeschonender Zugang: Der minimalinvasive Zugang schont Muskeln, Bänder, Knochen und Nervenstrukturen.
  • Moderne bildgebende Verfahren: Eine hochauflösende 4K-Kamera liefert gestochen scharfe Bilder aus dem Operationsfeld.
  • Schneller fit dank kurzer OP-Zeit: Die Eingriffe sind kürzer als bei herkömmlichen Verfahren.
  • Auch bei vielen Vorerkrankungen geeignet: Da der Eingriff schonend ist, können auch Patienten mit Vorerkrankungen relativ sicher behandelt werden.

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