Verstärktes Taubheitsgefühl nach Myelon MRT: Ursachen und Erklärungen

Ein verstärktes Taubheitsgefühl nach einem Myelon MRT (Magnetresonanztomographie des Rückenmarks) kann verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die möglichen Gründe zu verstehen, um die geeigneten diagnostischen und therapeutischen Schritte einzuleiten. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit verstärktem Taubheitsgefühl nach einem Myelon MRT.

Einführung

Das Myelon MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Aufnahmen des Rückenmarks liefert. Es wird häufig eingesetzt, um Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, Entzündungen oder Tumore zu diagnostizieren. Obwohl das MRT selbst nicht-invasiv ist, können die Umstände der Untersuchung und die zugrunde liegenden Erkrankungen zu vorübergehenden oder anhaltenden Beschwerden führen.

Mögliche Ursachen für verstärktes Taubheitsgefühl nach Myelon MRT

Vorbestehende Erkrankungen

Häufig liegt die Ursache für das Taubheitsgefühl nicht direkt am MRT, sondern an bereits vorhandenen Erkrankungen, die durch die Untersuchung aufgedeckt oder beeinflusst werden.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die die motorischen Nervenzellen im Rückenmark, Hirnstamm und der motorischen Hirnrinde zerstört. Dies führt zu zunehmenden Lähmungen verschiedener Muskelgruppen.

Symptome:* Beginn: Oft ein Gefühl der Unbeholfenheit in einer Hand oder einem Unterarm.

  • Fortschreiten: Schwierigkeiten bei feinen Fingerbewegungen, Steifheit, Faszikulationen (Muskelzittern) und Krämpfe.
  • Weitere Symptome: Muskelschwund, Schwäche, Schwierigkeiten beim Gehen, Sprech- und Schluckstörungen, Atemnot.

Spinalkanalstenose

Die Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Wirbelkanals, die Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben kann. Dies kann zu Schmerzen, Taubheit und Schwäche führen.

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Ursachen: Altersbedingte Verschleißerscheinungen, Bandscheibenvorfälle, Verdickung der Bänder, Knochenanbauten.

Symptome: Schmerzen im Rücken und Beinen, Kribbeln, Taubheit, Schwäche, Claudicatio spinalis (Schmerzen beim Gehen, die sich beim Vorbeugen bessern).

Spondylose und Spondylarthrose

Die Spondylose ist ein Verschleiß der Wirbelsäule, der zu chronischen Rückenschmerzen führen kann. Die Spondylarthrose betrifft die Zwischenwirbelgelenke und führt ebenfalls zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Ursachen: Altersbedingter Verschleiß, Fehlhaltungen, Verletzungen, erbliche Veranlagung.

Symptome: Belastungsabhängige Rückenschmerzen, Dauerschmerzen, neurologische Symptome (Missempfindungen, Kribbeln, Gehstörungen).

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Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der Gallertkern der Bandscheibe austritt und auf Nervenwurzeln drückt.

Symptome: Starke Schmerzen, Taubheit, Kribbeln, Muskelschwäche, Ausstrahlung in Arme oder Beine.

Zervikale Sponylotische Myelopathie

Ein Fall von Zervikale spondylotische Myelopathie liegt vor, wenn der BSV (Bandscheibenvorfall) das GG (Ganglion Geniculi) drückt nun nicht mehr so deutlich auf den NK (Nervenknoten) lt. MRT, das Lhermitt ist ca. 50% besser.

Direkte Auswirkungen des MRT

Lage und Dauer der Untersuchung

Die Positionierung während des MRTs, insbesondere bei längeren Untersuchungen, kann Druck auf Nerven ausüben und vorübergehend Taubheitsgefühle verursachen. Dies ist besonders relevant, wenn bereits Vorerkrankungen der Wirbelsäule bestehen.

Kontrastmittel

In einigen Fällen wird ein Kontrastmittel (Gadolinium) verwendet, um die Bildqualität zu verbessern. Obwohl selten, können allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen des Kontrastmittels neurologische Symptome wie Taubheitsgefühl auslösen oder verstärken.

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Neuroforamenstenose

Die osteodiskogene Neuroforamenstenose ist eine Verengung der Nervenaustrittskanäle zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule.

Symptome: Brennende Haut an den Körperregionen, wo die jeweiligen Spinalnerven aus der Wirbelsäule hinführen. Unbehandelt kann es zu Lähmungen und irreversiblen Nervenschäden führen.

Differentialdiagnosen

Es ist wichtig, andere mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle auszuschließen:

  • Polyneuropathie: Erkrankung vieler Nerven, z.B. durch Diabetes mellitus.
  • Gürtelrose (Herpes Zoster): Nervenschmerzen durch eine Nervenentzündung.
  • Nervenkompressionssyndrome: z.B. Karpaltunnelsyndrom.
  • Engpass-Syndrome (Kompressions-Syndrome): Klemmungen von Nerven und Gefäßen.
  • Thoracic Outlet Syndrom (TOS): Ein Engpass im Bereich des Schultergürtels führt dazu, dass bei erhobenem Arm die Schlagader (Arterie) und die dort verlaufenden Nervenbündel (Plexus) eingeklemmt werden.
  • Poplitealen Entrapment Syndrom (PAES): Die Schlagader (Arterie) und die Vene in der Kniekehle eingeklemmt.

Diagnostische Maßnahmen

Um die Ursache des verstärkten Taubheitsgefühls zu ermitteln, können verschiedene diagnostische Maßnahmen eingesetzt werden:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Detaillierte Erfassung der Symptome, Krankheitsgeschichte und neurologische Untersuchung.
  • MRT-Befundung: Überprüfung der MRT-Bilder auf Veränderungen im Rückenmark, den Nervenwurzeln oder anderen Strukturen.
  • Elektromyografie (EMG) und Elektroneurografie (ENG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um Nervenschädigungen festzustellen.
  • Quantitative sensorische Testung (QST): Prüfung der Hautempfindlichkeit.
  • Somatosensibel evozierte Potenziale (SEP): Prüfung der gesamten Gefühlsbahn von der Haut über das Rückenmark bis ins Gehirn.
  • Blutuntersuchungen: Ausschluss anderer Erkrankungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache des Taubheitsgefühls.

Konservative Behandlungen

  • Physiotherapie: Kräftigung der Muskulatur, Verbesserung der Haltung und Beweglichkeit.
  • Schmerzmittel: Entzündungshemmende Medikamente (z.B. Diclofenac), Nervenschmerzmittel.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Linderung von Schmerzen und Muskelverspannungen.
  • Ergotherapie: Anpassung des Arbeitsplatzes und der Alltagsaktivitäten, um die Wirbelsäule zu schonen.
  • Injektionen: Kortikosteroide zur Entzündungshemmung.
  • Akupunktur und Yoga: Schmerzlinderung und Verbesserung der Flexibilität.
  • Hilfsmaßnahmen: Mechanische Hilfsmittel wie Rollstühle, Rampen und Treppenlifte. Eine Nackenstütze lindert die Beschwerden, die durch Schwierigkeiten beim Schlucken von Speichel entstehen.

Medikamentöse Therapie bei ALS

Zur Behandlung von Muskelfunktionsstörungen (Lähmungen, Schwäche) bei ALS ist ein Medikament namens Riluzol zugelassen, das das Fortschreiten der Beschwerden besonders zu Krankheitsbeginn etwas verlangsamen kann.

Operative Behandlungen

  • Dekompression: Erweiterung des Spinalkanals oder der Nervenaustrittskanäle, um den Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln zu reduzieren.
  • Stabilisierung: Versteifung von Wirbelsäulensegmenten, um die Stabilität zu verbessern.
  • Bypass-Operation: Bei Gefäßverschlüssen.
  • Resektion der ersten Rippe: Beim Thoracic Outlet Syndrom.

Weitere Maßnahmen

  • Psychologische Betreuung: Bei chronischen Schmerzen und psychischen Belastungen.
  • Patientenverfügung: Festlegung medizinischer Maßnahmen am Lebensende.
  • Palliative Versorgung: Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität bei fortschreitenden Erkrankungen.

Prävention

Einige Maßnahmen können helfen, Kompressionssyndromen vorzubeugen:

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Richtige Monitorpositionierung, Tastatur und Maus.
  • Regelmäßige Pausen: Entlastung der Muskulatur.
  • Bewusste Haltung: Gerade Körperhaltung beim Sitzen und Stehen.
  • Ausgewogene Ernährung: Hoher Anteil an Obst und Gemüse.
  • Vermeidung repetitiver Bewegungen: Reduzierung von Überbeanspruchung.
  • Rauchstopp: Verbesserung der Blutzirkulation.
  • Sport: Sport bei einer solchen Erkrankung sogar hilfreich, sofern es sich um rückenschonende Sportarten wie Yoga, Pilates oder Schwimmen handelt.

Fallbeispiele und Erfahrungen

Ein Patient berichtete, dass er nach einem Myelon MRT ein verstärktes Hautbrennen an Händen und Unterarmen verspürte. Die Diagnose ergab eine osteodiskogene Neuroforamenstenose, die bereits auf früheren MRT-Aufnahmen erkennbar war, aber möglicherweise übersehen wurde. Durch gezielte Physiotherapie und Schmerzmittel konnte das Hautbrennen reduziert werden.

Ein anderer Patient mit einem Bandscheibenvorfall zwischen den Halswirbeln C5 und C6 erlebte nach dem MRT eine Zunahme von Taubheitsgefühlen und Schmerzen. Nach einer Operation zur Dekompression der Nervenwurzeln verbesserten sich die Symptome deutlich.

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