Chronische Schmerzen, insbesondere chronische Nervenschmerzen, können das Leben erheblich beeinträchtigen. Sie wirken in alle Lebensbereiche hinein und können den Alltag sehr belasten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über chronische Nervenschmerzen, ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und verschiedene Behandlungsansätze. Dabei werden sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien sowie alternative Behandlungsmethoden beleuchtet, um Betroffenen einen ganzheitlichen Überblick zu verschaffen.
Was sind chronische Schmerzen?
Schmerzen sind ein häufiger Grund für Arztbesuche. Von chronischen Schmerzen spricht man meist, wenn sie länger als 3 Monate anhalten oder nach einer Verletzung oder Gewebsschädigung bestehen bleiben, obwohl die Ursache abgeheilt ist. Chronische Schmerzen können als Dauerschmerz bestehen oder wiederkehrend auftreten. Sie werden individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen und können durch soziale und psychische Faktoren beeinflusst werden. Menschen mit chronischen Schmerzen entwickeln häufiger Ängste, depressive Verstimmungen oder Schlafstörungen, was das Schmerzempfinden und die Schmerzverarbeitung negativ beeinflussen und die Schmerzen weiter verschlimmern kann. Daher ist eine Therapie, die neben Medikamenten auch die psychische und soziale Situation der betroffenen Person berücksichtigt, am wirksamsten. Eine wirksame Behandlung akuter Schmerzen kann der Entstehung chronischer Schmerzen vorbeugen.
Wie machen sich chronische Schmerzen bemerkbar?
Schmerzen äußern sich sehr unterschiedlich. Schmerzen an inneren Organen fühlen sich eher dumpf, tiefliegend oder krampfartig an, wobei die genaue Lokalisation oft schwer zu bestimmen ist. Schmerzen des Bewegungsapparats sind oft stechend, ziehend oder brennend und lassen sich besser lokalisieren. Schmerzen, die durch Schäden an den Nerven entstehen, können einschießen, anfallsartig auftreten und mit Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder einer Überempfindlichkeit einhergehen. Besonders ältere Menschen haben manchmal Schwierigkeiten, ihre Schmerzen zu beschreiben, und sprechen oft von „unangenehmen“ Gefühlen oder Beschwerden. Menschen mit Erkrankungen wie Demenz können Schmerzen oft gar nicht in Worte fassen.
Ursachen chronischer Schmerzen
Chronische Schmerzen können verschiedene Ursachen haben, darunter eine Fehlfunktion des Nervensystems, eine gestörte Schmerzverarbeitung oder chronische Entzündungen. Erkrankungen, die häufig mit chronischen Schmerzen einhergehen, sind beispielsweise Arthrose, Rückenprobleme, rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie und Diabetes mellitus. Unterschiedliche Ursachen können grundsätzlich verschiedene Arten von Schmerz erzeugen:
- Schmerz durch Reizung von Schmerzrezeptoren: Nervenenden, die der Schmerzwahrnehmung dienen, vermitteln das Schmerzsignal. Solche Schmerzrezeptoren werden beispielsweise bei Verletzungen, Verbrennungen, Nierensteinen oder einem Herzinfarkt aktiviert.
- Entzündlicher Schmerz: Er ist Folge einer Entzündung im Gewebe, da Entzündungsbotenstoffe ebenfalls die Schmerzrezeptoren reizen. Auslöser sind Infektionen oder Autoimmunerkrankungen, bei denen Antikörper gegen körpereigene Zellen zu einer Entzündung führen.
- Neuropathischer Schmerz: Er resultiert aus einer direkten Schädigung der Nerven. Auslöser sind Verletzungen von Nerven, Schädigungen der Nervenwurzeln, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Zellgifte wie Alkohol oder viral bedingte Erkrankungen wie Gürtelrose.
- Zentraler Schmerz: Er entsteht durch eine veränderte Schmerzverarbeitung im Gehirn oder Rückenmark. Das Gehirn erzeugt dann eine Schmerzwahrnehmung, die sich von der ursprünglichen körperlichen Schmerzursache losgelöst hat. Eine Schmerzwahrnehmung kann auch entstehen, ohne dass ein körperlicher Schaden vorliegt. Zentrale Schmerzen treten beispielsweise auf bei Fibromyalgie, Reizdarm oder chronischen Schmerzen im Becken.
Schmerzsignale können sich verselbstständigen. Schmerzen bleiben dann bestehen, obwohl der eigentliche Auslöser gar nicht mehr da ist. Außerdem können langanhaltende Schmerzen Nerven empfindlicher machen, sodass sie Schmerzreize früher und schneller weiterleiten. Durch neue Nervenverknüpfungen im Rückenmark und Gehirn kann dann ein „Schmerzgedächtnis“ entstehen.
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Faktoren, die chronische Schmerzen begünstigen
Es gibt einige Faktoren, die das Risiko für chronische Schmerzen erhöhen. Dazu gehören unter anderem:
- Unzureichende Behandlung der Schmerzen zu Erkrankungsbeginn
- Bekannte Angststörung oder depressive Störung in der Anamnese des Patienten
- Hohe psychische Anspannung
- Chronische Schmerzerkrankung bei anderen Familienmitgliedern
- Konflikte innerhalb der Familie oder am Arbeitsplatz
- Erkrankung geht mit Vorteilen für den Patienten einher (z.B. mehr Fürsorge, Frührente usw.)
- Schonverhalten, Vermeidung körperlicher Bewegung
- „Katastrophendenken“
Folgen chronischer Schmerzen
Nur in wenigen Fällen gelingt es, dass chronische Schmerzen durch eine Behandlung vollständig verschwinden. Die Therapie zielt vor allem darauf ab, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern.
Die begrenzte Wirksamkeit von Schmerzmitteln kann bei chronischem Schmerz dazu verleiten, die Dosierung immer weiter zu steigern oder verschiedene Schmerzmittel gleichzeitig einzunehmen. Dann besteht eine erhöhte Gefahr für Nebenwirkungen. Paracetamol kann beispielsweise zu schweren Leberschäden führen. Über längere Zeiträume eingenommen, können durch Paracetamol zudem Nierenschäden auftreten. Bei einer regelmäßigen Einnahme von starken Schmerzmitteln wie Opioiden kann es zu einer Medikamentenabhängigkeit kommen. Bei einer Überdosierung mit Opioiden kann ein Atemstillstand eintreten.
Vorbeugung chronischer Schmerzen
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung chronischer Schmerzen ist die wirksame Behandlung akuter Schmerzen. Dabei ist es wichtig, offen und vertrauensvoll über Schmerzen sprechen zu können.
Diagnose chronischer Schmerzen
Grundsätzlich ist es zunächst wichtig, die genaue Ursache für Schmerzen zu finden. Dazu dienen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Auch bestimmte Blutwerte geben Hinweise auf die Ursache. Manchmal werden Nervenblockaden oder Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit zur Diagnose eingesetzt. Allerdings lässt sich selbst bei starken Schmerzen nicht immer ein Auslöser finden.
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Für die Behandlung ist es wesentlich, die Schmerzen genau lokalisieren und einschätzen zu können. Dafür wird die Ärztin oder der Arzt gezielte Fragen stellen, zum Beispiel:
- Wann und wo sind die Schmerzen aufgetreten?
- Wie fühlen sich die Schmerzen an?
- Wie stark sind die Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10?
- Wie wirken sich die Schmerzen auf Alltagsaktivitäten aus?
In einer körperlichen Untersuchung können Ärztinnen und Ärzte mögliche Einschränkungen der Körperfunktionen feststellen.
Behandlung chronischer Schmerzen
Wann immer möglich, sollten chronische Schmerzen multimodal behandelt werden - also nicht nur auf ärztlicher Ebene, sondern auch im Bereich der Psycho-, Physio- und Ergotherapie. Ideal ist es, wenn die Behandlung bei Expertinnen und Experten für Schmerztherapie erfolgt.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
- Körperliche Aktivität und Bewegungsübungen
- Physiotherapie, Physikalische Therapie, Ergotherapie
- Verhaltenstherapie, Training zur Stressbewältigung
- Unterstützende Maßnahmen wie Akupunktur, manuelle Therapie oder periphere Nervenstimulation
- Ernährungsberatung und Gewichtsabnahme, wenn Übergewicht den Schmerz verursacht oder begünstigt
- Hilfsmittel wie zum Beispiel Gehhilfen, Schienen oder orthopädische Schuhe bei schweren orthopädischen Beeinträchtigungen
Unabhängig von verordneten Maßnahmen können ergänzend auch Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelrelaxation oder Wärme- und Kälteanwendungen selbständig zu Hause durchgeführt werden.
Medikamentöse Therapien
- Bei lokalen Schmerzen können Salben und Gele mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln angewendet werden.
- Bei Gelenkschmerzen oder einem Bandscheibenvorfall können Schmerzmittel oder entzündungshemmendes Kortison auch mithilfe einer Spritze örtlich angewendet werden.
- Antidepressiva können die Schmerzempfindung beeinflussen, auch wenn keine Depression vorliegt. Je nach Medikament kann es sein, dass sich eine Schmerzlinderung erst nach einigen Wochen bemerkbar macht.
- Epilepsie-Medikamente (Antiepileptika) werden bei Nervenschmerzen angewendet, die bei einer Schädigung der Nerven entstehen.
- Muskelentspannende Medikamente kommen zum Einsatz, wenn Schmerzen im Zusammenhang mit Muskelverkrampfungen auftreten.
- Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Paracetamol sollten nur bei akutem Aufflackern der Schmerzsymptome eingenommen werden.
- Es kann sinnvoll sein, verschiedene Schmerzmittel auszuprobieren, da sie individuell unterschiedlich gut wirken.
- In den meisten Situationen sollte man starke Schmerzmittel wie Opioide nur vorübergehend einnehmen.
Eine Langzeittherapie mit Opioiden ist nur in Betracht zu ziehen, wenn sich organische Schmerzursachen nicht beseitigen lassen und alle bisherigen Behandlungen nicht erfolgreich waren.
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Weitere Behandlungsoptionen
- Radiofrequenzablation (RFA): Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Wärme eingesetzt wird, um Schmerzsignale an der Quelle zu unterbrechen. RFA kann zur Behandlung von Schmerzen im Rücken, in den Hüften, Knien, Schultern, Füßen und im Nacken eingesetzt werden und über Monate oder sogar Jahre Linderung verschaffen.
- Rückenmarkstimulation (SCS): Die SCS-Therapie kann dazu beitragen, chronische Schmerzen im unteren Rücken und in den Gliedmaßen zu lindern, indem sie mit leichten elektrischen Impulsen Schmerzsignale unterbricht.
- Chirurgische Behandlungen: Laminektomie und Wirbelsäulenversteifung können erforderlich sein, wenn strukturelle Probleme innerhalb der Wirbelsäule auftreten. Pumpen geben Schmerzmittel direkt in den Raum um das Rückenmark ab. Einige chirurgische Verfahren, wie neurolytische Blockaden mit Phenol und Alkohol oder die Kordotomie, werden oft als letztes Mittel eingesetzt, wenn andere Therapien versagen. Phenol und Alkohol sowie die Kordotomie zerstören dauerhaft Nerven und Gewebe, die den Schmerz leiten.
- Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Ein schonendes Verfahren, bei dem mithilfe einer Spule ein pulsierendes Magnetfeld erzeugt wird, das im darunter liegenden Hirngewebe elektrische Ströme bis zu einer Tiefe von drei Zentimetern induziert. Diese Ströme stimulieren die Nervenzellen am Stimulationsort und so auch die mit ihnen verbundenen neuronalen Netzwerke, wodurch deren Aktivität langfristig beeinflusst werden kann. Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) hat sich in den letzten Jahren als wirksame und gut verträgliche Methode zur Behandlung chronischer neuropathischer Schmerzen etabliert.
Multimodale Schmerztherapie
Die multimodale Schmerztherapie ist ein umfassender Ansatz, der verschiedene medizinische Fachrichtungen eng miteinander verbindet. Ziel ist es, herauszufinden, was akuter und was chronischer Schmerz ist und wie die passende Therapie aussieht. Bei einer multimodalen Therapie können medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, manuelle Therapie, Massagen, Psychotherapie, Ergotherapie und Entspannungstherapien wie Meditation oder Progressive Muskelentspannung zum Einsatz kommen. Führt eine ambulante Therapie nicht zum Erfolg, kann der stationäre Aufenthalt in einer Schmerzklinik sinnvoll sein.
Besonders wichtig ist das körperliche Training, vor allem bei Gelenkerkrankungen oder Muskelverspannungen. Es sollte an die individuelle Leistungsfähigkeit des Einzelnen angepasst sein. Dabei gilt es, neben der Beweglichkeit auch Kraft und Ausdauer sowie Koordination und Gleichgewicht zu trainieren. Psychologische Maßnahmen, wie zum Beispiel Entspannungsverfahren, Gesprächstherapien und Hilfen zur Bewältigung des Schmerzes, unterstützen die Therapie. Wichtig ist, zu verstehen, wie der Schmerz entsteht. Dieses Konzept nennt sich Edukation. Die Patientinnen und Patienten lernen: Was passiert beim Schmerz im Körper, was passiert mit der Psyche? Welche ungesunde Körperhaltung verstärkt den Schmerz? In welchen Situationen nimmt man beispielsweise eine Schonhaltung ein? Und: Wie motiviere ich mich zur Bewegung, zum regelmäßigen Training gegen den Schmerz?
Zur Edukation gehört auch, möglicherweise mit einem Teil der Schmerzen leben zu lernen. Dabei sollte man sich bewusst machen, was man selbst tun kann. Stichwort: Selbstwirksamkeit. Allein die Möglichkeit, selbst gegen die Schmerzen angehen zu können, stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper.
Umgang mit chronischen Schmerzen im Alltag
Chronische Schmerzen erfordern eine langfristige Therapie. Oft werden sie zeitweise besser und flammen hin und wieder auf. Kann keine eindeutige Ursache für die Schmerzen gefunden werden, ist das für Betroffene oft frustrierend. Es kann hilfreich sein, besser zu verstehen, was bei chronischen Schmerzen im Körper passiert. Auch das berufliche und private Umfeld kann leichter Verständnis aufbringen, wenn es über die Mechanismen chronischer Schmerzen gut informiert ist.
Für Menschen mit chronischen Schmerzen ist es wichtig, zu erfahren, wie sie ihre Schmerzen selbst beeinflussen können. Wege zu einer guten Lebensqualität trotz Schmerz können ebenfalls hilfreich sein.
Was sind neuropathische Schmerzen?
Chronische neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Fehlfunktion des Nervensystems. Sie äußern sich oft als anhaltendes Brennen, Stechen oder Kribbeln und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Da neuropathische Schmerzen häufig schwer behandelbar sind, erfordert die Therapie oft einen multimodalen Ansatz.
Ursachen neuropathischer Schmerzen
- Diabetes: Diabetes ist eine der häufigsten Ursachen für neuropathische Schmerzen, da der hohe Blutzuckerspiegel die peripheren Nerven schädigen kann. Diese Form wird als diabetische Neuropathie bezeichnet.
- Nervenverletzungen: Verletzungen, wie etwa durch Unfälle, Operationen oder Knochenschäden, können Nerven dauerhaft schädigen und neuropathische Schmerzen verursachen.
- Infektionen: Einige Infektionen wie Herpes Zoster (Gürtelrose) können nach der Abheilung lang anhaltende, brennende Schmerzen hinterlassen, bekannt als postherpetische Neuralgie.
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems: Multiple Sklerose, Schlaganfälle und Rückenmarksverletzungen können neuropathische Schmerzen hervorrufen, wenn Nervenbahnen beschädigt werden.
- Tumore und Krebs: Tumore oder deren Behandlung (z. B. durch Bestrahlung oder Chemotherapie) können Nerven schädigen und neuropathische Schmerzen auslösen.
- Alkoholmissbrauch: Chronischer Alkoholkonsum kann eine periphere Neuropathie verursachen und neuropathische Schmerzen hervorrufen.
- Genetische Erkrankungen: Einige genetische Störungen wie die hereditäre sensorische und autonome Neuropathie (HSAN) können ebenfalls neuropathische Schmerzen verursachen.
Symptome neuropathischer Schmerzen
- Brennende oder stechende Schmerzen: Die Schmerzen können wie ein Brennen oder Stechen empfunden werden, was typisch für neuropathische Schmerzen ist.
- Elektrisierende Empfindungen: Ein elektrisierendes oder schießendes Gefühl entlang eines Nervs tritt häufig auf.
- Taubheit oder Kribbeln: Die betroffene Region kann sich taub oder kribbelnd anfühlen (Parästhesien).
- Überempfindlichkeit: Schon leichte Berührungen oder Reize können starke Schmerzen verursachen (Allodynie).
- Schmerzen bei Kälte oder Hitze: Manche Menschen empfinden eine abnormale Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Wärme.
Behandlungsmöglichkeiten für neuropathische Schmerzen
- Medikamentöse Therapie: Antidepressiva (wie Amitriptylin oder Duloxetin) und Antikonvulsiva (wie Gabapentin oder Pregabalin) haben nachweislich schmerzlindernde Effekte auf Nervenschmerzen. Opioide werden nur in Ausnahmefällen empfohlen, da ihre Wirksamkeit begrenzt und das Risiko für Nebenwirkungen hoch ist. Cremes oder Pflaster mit Wirkstoffen wie Lidocain oder Capsaicin können direkt auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden, um Schmerzen lokal zu lindern.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Gezieltes Bewegungstraining sowie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Meditation.
- Psychologische Therapie: Kognitive Verhaltenstherapie, um den Umgang mit chronischen Schmerzen zu verbessern.
- Neuromodulation: Spinal Cord Stimulation (SCS), periphere Nervenstimulation, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS).
- Alternative Therapien: Akupunktur, Entspannungstechniken (Progressive Muskelentspannung und Yoga).
Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie (IMST)
Die Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie (IMST) ist der Goldstandard der Therapie von Patienten mit schweren chronischen Schmerzen. Die Therapie ist national und international anerkannt. Die IMST ist die gleichzeitige und in der Vorgehensweise aufeinander abgestimmte Behandlung, in der verschiedene somatische, körperlich und psychologisch übende und psychotherapeutische Verfahren nach vorgegebenem Behandlungsplan mit unter den Therapeuten abgesprochenem Therapieziel eingebunden sind. Die IMST kann in der Regel nur tagesklinisch oder vollstationär in Kliniken mit speziellen Abteilungen angeboten werden. Die Behandlungsdauer liegt je nach Klinik zwischen 7 Tagen und 4 Wochen.
Selbstmanagement bei chronischen Schmerzen
Ein gutes Selbstmanagement kann entscheidend dafür sein, die Schmerzen in den Griff zu bekommen und den Gesundheitszustand dauerhaft zu verbessern. Selbstmanagement bedeutet, dass Betroffene aktiv an der Besserung ihrer Beschwerden mitarbeiten. Selbstmanagement hilft Patienten dabei, selbst Einfluss auf die Schmerzintensität zu nehmen und reduziert das Gefühl von Hilflosigkeit, Ängsten und depressiven Symptomen, die häufig mit chronischen Schmerzen einhergehen. Wichtig sind eine ausführliche Schmerzdiagnose und das Festlegen von individuellen und realistischen Zielen für die Schmerzbehandlung. Je nachdem, welche Beschwerden, Ziele und Möglichkeiten Betroffene haben, können verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen helfen.
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