Neuropathie, Neurodermitis, Diabetes und Lymphödeme können die Haut stark belasten. Trockenheit, Juckreiz und Entzündungen sind häufige Begleiterscheinungen. Eine sorgfältige Hautpflege mit parfümfreien Cremes kann helfen, die Symptome zu lindern und die Hautbarriere zu stärken. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Hautproblemen im Zusammenhang mit Neuropathie und anderen Erkrankungen, wobei der Fokus auf parfümfreien Cremes liegt.
Ursachen und Symptome von Hautproblemen bei Neuropathie und verwandten Erkrankungen
Neurodermitis: Eine erbliche Veranlagung
Für das Auftreten von Neurodermitis gibt es nach heutigem Forschungsstand mehr als nur einen entscheidenden Auslöser. Die Hautreizungen sind aber grundzusätzlich auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen, die dazu führt, dass der körpereigenen Hautbarriere bestimmte Eiweiße fehlen. Die Rötung und der Juckreiz der Haut stellen eine Überreaktion des Immunsystems auf diese Einflüsse dar. Häufig treten sie in Schüben auf. Erkrankte reagieren also zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich stark auf sie.
Diabetes: Stoffwechselstörung mit Hautfolgen
Hohe Blutzuckerwerte können zu Ablagerungen in den Gefäßen führen und damit zu einer verminderten Durchblutung der Haut. Das nennt man Mikroangiopathie. Diese wiederum bewirkt, dass die Nerven nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und dadurch geschädigt werden. Schweiß- und Talgdrüsen sind weniger aktiv, die Haut kann nicht mehr genug Wasser speichern und Fett produzieren. Sie wird trocken, rau und schuppig. Ursache für den Juckreiz ist die zunehmende Austrocknung der Haut, die eine Ekzembildung begünstigt. Dies gilt vor allem an stark beanspruchten Stellen wie den Füßen, an denen sich bei Diabetikern verstärkt Hornhaut bildet. Hier können Hühneraugen, Schrunden, Risse oder Verletzungen entstehen, die eine typische Eintrittspforte für Keime darstellen.
Lymphödem: Belastung für die Haut
Das Lymphödem selbst, aber auch die Lymphdrainage sind eine große Belastung für die Haut. Durch das ständige Tragen von Kompressionsverbänden kann sie zusätzlich austrocknen und zu jucken beginnen. Trockene Haut wiederum begünstigt Risse, die Bakterien als Eintrittspforte dienen. Schon kleine Verletzungen können so für Patienten zum Problem werden und die Entstehung von Infektionen begünstigen (zum Beispiel Wundrose). Zur Prävention ist eine gute Hautpflege daher unerlässlich.
Typische Hautprobleme
- Trockene, juckende Haut
- Rötungen und Entzündungen
- Schuppenbildung
- Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen (z.B. Wundrose, bakterielle Entzündungen)
- Ekzembildung
Die Bedeutung parfümfreier Cremes
Parfümstoffe können die Haut zusätzlich reizen und allergische Reaktionen auslösen. Daher sind parfümfreie Cremes besonders für Menschen mit empfindlicher, trockener oder geschädigter Haut geeignet. Sie minimieren das Risiko von Irritationen und unterstützen die natürliche Regeneration der Haut.
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Bausteine einer optimalen Hautpflege
Reinigung
- Keine Seifen verwenden, da diese den Säureschutzmantel der Haut angreifen.
- Stattdessen Waschlotionen mit leicht saurem pH-Wert (4,5-5) verwenden.
- Alternativ Duschöle mit rückfettenden Inhaltsstoffen nutzen.
- Nach der Reinigung die Haut gründlich abtrocknen, besonders in den Zehenzwischenräumen und Achselhöhlen.
Pflege
- Feuchtigkeitsspendende, rückfettende Cremes oder Lotionen verwenden.
- PH-neutrale und parfümfreie Produkte bevorzugen.
- Geeignete Inhaltsstoffe: Harnstoff (5 bis 10 %), Sheabutter, Ceramide, Linolsäure, Aloe vera, Allantoin, Milchsäure, Öle wie Mandelöl oder Erdnussöl.
Wundbehandlung
- Wunden und Hautrisse so schnell wie möglich desinfizieren.
- Anschließend betroffene Stellen antimikrobiell behandeln, z.B. mit Octenidin oder Clioquinol.
- Entnahme von Blut oder Injektionen soweit möglich vermeiden.
Auswahl geeigneter Produkte
Bei der Wahl der Pflegeprodukte gilt: So wenig Inhaltsstoffe wie nötig, um allergische Reaktionen zu vermeiden, und so viel feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe wie möglich. Besonders vor dem Anlegen von Kompressionsstrümpfen eigenen sich feuchtigkeitsspendende Schäume und Lotionen. Sie ziehen schnell ein, lindern Spannungsgefühle und sind mit Gestrick und Haftbändern verträglich.
Beispiele für Lotionen:
- Compressana Skin Protect eignet sich für die Pflege und Vorbeugung bei sehr trockenen, sensiblen, beanspruchten und gereizten Hautpartien - auch bei Venenerkrankungen, Lip- und Lymphödem.
- Compressana Derma Lotion - Intensivpflege und Hautregeneration
- Venotrain Lotion
- Sebamed
- Allergika
- Eubos
Zusätzliche Produkt-Tipps:
- Compressana Tonikum Spray - erfrischt und kann Durchblutung und Mikrozirkulation verbessern. Kann direkt auf die Strümpfe gesprüht werden.
- Compressana Vlies: Das im Pflegetuch enthaltene Fluid schützt sensible Haut vor Reizungen, lindert Juckreiz, spendet Feuchtigkeit und entfernt Hautschuppen. Hautirritationen wird vorgebeugt. Es sorgt außerdem für einen besseren Halt und Sitz von Stütz- und Kompressionsstrümpfen und beugt Rutschen vor.
- Compressana Hydro Lotion: Akutpflege bei Juckreiz und zum Schutz vor Irritationen
Beispiele für parfümfreie Serien mit Harnstoffzusatz:
- Sebamed Trockene Haut 10% Urea Akut Lotion
- Eubos Trockene Haut Urea 5% Hydro Lotion
- Dermasence Polaneth Lotion (mit 4 % Urea und 3 % Polidocanol zur Juckreizlinderung)
Beispiele für Reinigungsprodukte:
- Eubos Trockene Haut Urea 5% Waschlotion
- Sebamed Trockene Haut Waschemulsion
Anwendungshinweise und Tipps
- Idealerweise sollten Reinigung und Pflege zweimal täglich durchgeführt werden, am besten morgens und abends nach dem Abnehmen der Kompressionsverbände - das gilt natürlich nur für Patienten, die keine Nachtversorgung benötigen.
- Eine wichtige Grundregel für die Wahl der richtigen Pflege ist, dass sie an den Zustand der Haut sowie an den Tageszeitpunkt angepasst sein sollte.
- Bei trockener Haut werden am besten Cremes mit erhöhtem Fettgehalt (W/O-Emulsionen mit geringem Wasseranteil) oder Lipolotionen verwendet.
- Ist die Haut nicht trocken, steht die Hydratisierung im Vordergrund. Dazu werden Lotionen mit höherem Wasseranteil und Feuchthaltemittel verwendet.
- Nutzen Sie schnell einziehende, leichtere Cremes morgens und reichhaltigere am Abend.
- Pflegeprodukte sollten im Allgemeinen sparsam und sanft in Richtung des Körpers einmassiert werden, um den Lymphabfluss zu fördern.
- Kompressionsstrümpfe werden am besten täglich gewaschen, da sich Hautschuppen im Gestrick ansammeln. Deshalb gilt: Waschen mit der Innenseite nach außen - mit Wäschenetz ist das auch bei maximal 40 Grad Celsius mit Feinwaschmittel in der Waschmaschine möglich.
- Trinken Sie reichlich - am besten Wasser oder andere ungesüßte Getränke.
- Vermeiden Sie intensive Sonnenbäder und verwenden Sie Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor.
- Tragen Sie atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder Leinen.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
Spezielle Pflege bei Diabetes
Wichtigstes Ziel ist es, den Mangel an Feuchtigkeit und Fett auszugleichen und so die Barrierefunktion der Haut zu stärken, damit sie ihre Aufgabe (wieder) erfüllen kann: den Körper nach außen gegen eindringende Keime wie Pilze und Bakterien zu schützen.
Fußpflege bei Diabetes
Zur Pflege der Füße sind spezielle Cremes bzw. Cremeschäume gefragt. Welches Produkt verwendet wird, hängt von den Bedürfnissen ab. Es sollte nicht zu fett sein und die Haut nicht „überwärmen“ bzw. aufquellen. Ist die Haut an den Füßen sehr trocken? Dann sind Substanzen wie Urea (in der Regel 10 %) und Glycerin wichtig. Bei Hornhaut und Schrunden wirken Produkte mit einer höheren Urea-Konzentration (ab 15 %) hornlösend. Silber wirkt antibakteriell, wenn die Haut zu Infektionen neigt.
Hautschutz bei Infusionssets und Glukosesensoren
Bevor es zu Reizungen kommt, kann man ausprobieren, ob sich Reizungen der Haut vor dem Aufkleben des Pflasters durch eine besondere Vorbereitung vermeiden lassen. Dazu sprüht man zunächst das Desinfektionsspray auf die vorgesehene Stelle - das ist grundsätzlich wichtig, um Hautreaktionen und Komplikationen an der Einstichstelle der Kanüle zu vermeiden. Das Desinfektionsmittel muss völlig trocknen bzw. verdunsten, sonst kann es später unter dem Pflaster Reizungen verursachen. Generell sollte man ein nicht-rückfettendes Desinfektionsmittel (wie zum Beispiel Alkohol-Pads, Cutasept oder Kodan) verwenden, denn nur so kann die Klebeleistung des Pflasters garantiert werden. Bitte achte darauf, die Einführungsstelle nach dem Desinfizieren nicht mehr mit den Fingern zu berühren. Anschließend wird ein Hautschutz auf die Stelle aufgebracht. Bewährt haben sich Cavilon 3M Sprayfolie, Sensi-Care (Spray, Tücher oder Applikatoren) und SkinPrep Hautschutztücher. Wichtig auch hier: Vor dem Aufbringen des Pflasters muss die Haut vollständig trocken sein. Wenn die Mittel zum Hautschutz nichts helfen, kann man Folienpflaster wie Tegaderm oder OpSite ausprobieren. Es wird nach dem Desinfizieren auf die trockene Haut geklebt. Anschließend wird die Kanüle des Infusionssets oder Sensors durch die Folie in die Haut eingeführt. Bei stark schwitzender Haut empfiehlt es sich, vor Aufkleben des Pflasters ein Deo aufzusprühen. Gut haftende Pflaster haben den Vorteil, dass sie sich nicht versehentlich ablösen.
Behandlung von Neurodermitis
Cremes und Salben können bei der Behandlung von Neurodermitis in zweierlei Hinsicht helfen. Zum einen helfen sie zur Vorbeugung oder zum Hinauszögern eines Neurodermitis-Schubes und zum anderen sind sie ein bewährtes Mittel gegen Hautausschlag. Eine Creme ist besonders dann effektiv zur Vorbeugung von Hautreizungen, wenn es sich dabei um eine Öl-in-Wasser-Emulsion handelt, die die Feuchthaltestoffe Glycerin oder Harnstoff enthält. So bietet sich zum Beispiel die parfümfreie EXCIPIAL Repair Sensitive Creme für eine Behandlung Ihrer Neurodermitis an. Wenn Sie bereits unter einem neuen Schub leiden, empfehlen wir wirkstoffhaltige Präparate, wie die MIRFULAN Hydrolind Creme, die den natürlichen, entzündungshemmenden Wirkstoff Ectoin enthält. Aber auch Cortisonsalben oder gerbstoffhaltige Cremes können zu diesem Zweck verwendet werden. Zur Behandlung von Neurodermitis verwenden viele Neurodermitispatienten nicht nur Cremes, die in Apotheken erhältlich sind. Teilweise wird auch auf reine Öle, wie Nachtkerzen-, Fisch-, oder Borretschöl, zurückgegriffen, wovon Ärzte jedoch abraten. Als weiteres Naturheilmittel zur Linderung der Beschwerden kommen oftmals auch Schüssler Salze zum Einsatz. Während sich im Sommer wasserhaltige Cremes zur Behandlung Ihrer Neurodermitis eignen, kann Ihrer Haut in den kalten Wintermonaten auch eine fettbasierte Neurodermitis Salbe helfen. Die Wirksamkeit von Präparaten mit unterschiedlichem Fettgehalt hängt außerdem vom jeweiligen Hauttyp ab. Schnell einziehende Salben helfen vor allem, um Ihre Haut geschmeidig zu halten, während Sie während eines akuten Schubes eher auf fetthaltigere Cremes zurückgreifen sollten. Egal, ob Neurodermitis Creme oder Salbe - die Präparate sollten in jedem Fall frei von Parabenen sein. Es wird die paraben- sowie duftstofffreie LAVIAN dermal Creme empfohlen. Diese eignet sich nicht nur bei einer Neurodermitis, sondern auch zur vorsorglichen Behandlung von Schuppenflechte, Ekzemen und anderen Allergien.
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Weitere Produkte und Behandlungen
Neben den genannten Produkten gibt es eine Vielzahl weiterer parfümfreier Cremes und Lotionen, die speziell für empfindliche und problematische Haut entwickelt wurden. Dazu gehören beispielsweise:
- Eucerin Urea Repair Rich Nacht Gesichtscreme 5% (intensive Feuchtigkeitspflege für trockene bis sehr trockene Haut)
- Avène Thermalwasser (zur Beruhigung gereizter Haut)
- La Roche-Posay Toleriane-Serie (für überempfindliche Haut)
- Linola Hautmilch (zur Basispflege bei trockener Haut)
Zusätzlich zu Cremes und Lotionen können auch andere Behandlungen helfen, die Hautgesundheit zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise:
- Lichttherapie (bei Neurodermitis)
- Ernährungsumstellung (bei bestimmten Hauterkrankungen)
- Stressreduktion (zur Vorbeugung von Hautschüben)
- Professionelle Hautberatung (zur individuellen Anpassung der Pflege)
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