Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist ein wichtiger Neurotransmitter im Gehirn, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung neuronaler Aktivitäten spielt. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Funktionen von GABA, seine Wirkung auf verschiedene Aspekte der Gesundheit und seine Bedeutung für die Hirnentwicklung.
Was ist GABA?
GABA, die Abkürzung für Gamma-Aminobuttersäure, ist der wichtigste beruhigende Neurotransmitter im zentralen Nervensystem. Genauer gesagt, steht GABA für gamma-Aminobutyric acid (deutsch: Gamma-Aminobuttersäure), wird jedoch meist als γ-Aminobuttersäure bezeichnet. Es ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden haben kann.
GABA wird aus Glutamat sowohl in der Bauchspeicheldrüse als auch im Gehirn gebildet. Da GABA die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann, muss es im Gehirn selbst produziert werden, um dort zu wirken.
Die vielfältigen Funktionen von GABA im Gehirn
GABA spielt eine entscheidende Rolle im zentralen Nervensystem und wirkt als einer der wichtigsten hemmenden Neurotransmitter im Gehirn. Der Neurotransmitter wirkt hauptsächlich hemmend auf die Nervenzellen und reduziert ihre Erregbarkeit. Die Aminosäure wird im Gehirn aus der Aminosäure Glutamat synthetisiert, und zwar durch das Enzym Glutamat-Decarboxylase (GAD).
GABA als hemmender Neurotransmitter
GABA ist der häufigste Neurotransmitter im Körper und beeinflusst viele wichtige Funktionen. Als hemmender Neurotransmitter ist GABA besonders im Gehirn aktiv. Bei Säugetieren und damit auch bei Menschen enthalten 25 - 50 % aller Synapsen GABA-Rezeptoren, d.h. ihre Reizweiterleitung kann von GABA gehemmt werden.
Lesen Sie auch: Die Rolle von GABA im Gehirn
GABA und die Blut-Hirn-Schranke
Forscher sind sich bis heute nicht sicher, ob GABA die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Erste Studien aus den 50er Jahren an Tieren wiesen darauf hin, dass GABA die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet. Dieses Ergebnis wurde seitdem von mehreren Forschungsgruppen bestätigt. In einer Reihe von Studien wurde jedoch auch berichtet, dass GABA diese Barriere doch überwinden kann, wenn auch in geringen Konzentrationen. Mehrere placebokontrollierte Studien haben gezeigt, dass die orale Einnahme von GABA einen positiven Effekt auf den Menschen hat. Dennoch ist nicht eindeutig geklärt, ob die Supplementierung von GABA in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke bei Menschen zu überwinden.
GABA in der frühen Hirnentwicklung
Wissenschaftler aus Jena und Tübingen haben die Funktion des Neurotransmitters GABA im lebenden Organismus gemessen und belegen, dass der im erwachsenen Gehirn hemmend wirkende Botenstoff die unreifen Nervenzellen in der frühen Hirnentwicklung aktiviert. Auf Netzwerkebene wirke GABA jedoch von Beginn an hemmend und schütze so das sich entwickelnde Gehirn vor überschießender Spontanaktivität.
Wie wirkt GABA?
Allgemein kann man sagen, dass GABA verschiedene Wirkungen hat. GABA kann beispielsweise positive Effekte auf die Bildung von Wachstumshormonen (HGH = Human Growth Hormone) haben. HGH sind für Sportler besonders wichtig, da sie zu den muskelaufbauenden Hormonen des menschlichen Körpers zählen. Am wichtigsten ist jedoch die beruhigende Wirkung von GABA als Neurotransmitter. Weil er entspannend und beruhigend wirken kann, zählt GABA zu den natürlichen Anti-Stress-Mitteln bzw. zu den besten natürlichen Mitteln für mentale Entspannung.
GABA und Schlaf
GABA kann eine hemmende und beruhigende Wirkung auf die Synapsen im Gehirn haben, da es Stresssignale daran hindert, zu den motorischen Zentren des Gehirns zu gelangen. Ein erholsamer Schlaf ist essentiell, um am nächsten Tag mental voll durchstarten zu können. GABA kann helfen, abends im Bett abzuschalten, schneller einzuschlafen und insgesamt eine ruhigere Nacht zu erleben.
GABA, Stress und Angst
Die Aminosäure hat eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn, was dazu beitragen kann, Stress und Angst zu reduzieren. Sie hilft, die neuronale Aktivität zu dämpfen und eine entspannende Wirkung zu erzielen. Bei Angst und Depression soll GABA ein angegriffenes Nervenkostüm stärken und zu innerer Ruhe verhelfen.
Lesen Sie auch: GABA-Rezeptoren: Wirkung und Funktion
GABA und Epilepsie
GABA spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der neuronalen Erregbarkeit und kann dazu beitragen, Krampfanfälle zu verhindern. Medikamente, die die GABA-Aktivität erhöhen (wie Benzodiazepine), werden häufig zur Behandlung dieser Zustände verwendet.
GABA-Mangel: Ursachen und Symptome
Wenn der Körper aufgrund zu vieler Reize nicht zur Ruhe kommt, dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass der GABA-Haushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Typische Symptome, die auf einen GABA Mangel hindeuten, sind:
- gesteigerte Nervosität und innere Unruhe
- Angstzustände oder Panikattacken
- Gereiztheit
- Stimmungsschwankungen
- mangelnde Konzentrationsfähigkeit
- Schlaflosigkeit
- Muskelschmerzen oder Muskelsteifheit
- Kopfschmerzen
- kalter Schweiß
- schwitzige Hände
- chronische Erschöpfung
Forscher sehen eine Korrelation zwischen verschiedenen neurologischen Erkrankungen und einem niedrigen GABA-Spiegel im Gehirn. Sie konnten eine verringerte GABA-Konzentration im Thalamus von Patienten mit Schizophrenie und Chorea Huntington feststellen.
Wie kann man die GABA-Produktion unterstützen?
GABA wird in der Regel vom Körper selbst produziert. Die körpereigene Produktion kann jedoch durch bestimmte Lebensmittel unterstützt werden, da der Körper Bausteine benötigt, um die Aminosäure zu produzieren.
Lesen Sie auch: Alles über GABA: Wirkung und Funktionen
Dazu gehören:
- Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse)
- Bananen
- Rinderleber
- Brokkoli
- Brauner Reis
- Heilbutt
- Linsen
- Vollkornprodukte
- Zitrusfrüchte
- Reiskleie
- Spinat
Eine koreanische Forschungsgruppe hat den Gehalt von Gamma-Aminobuttersäure verschiedener Lebensmittel in Trockengewicht (TW) bestimmt. Dabei erzielten folgende Lebensmittel die höchsten Werte in absteigender Reihenfolge: Brauner Reis (Keime), Spinat, Brauner Reis (Sprossen), Gersten-Sprossen, Bohnen (Sprossen), Bohnen, Mais, Gerste, Haselnüsse.
Nahrungsergänzungsmittel mit GABA
Die Einnahme von Ergänzungsmitteln als Kapseln, Tabletten oder Pulver mit Gamma-Aminobuttersäure als Inhalt kann je nach den individuellen Bedürfnissen und Zielen variieren. Die empfohlene Dosierung von GABA variiert, aber häufig werden Dosen zwischen 250 mg und 1000 mg pro Tag empfohlen. Es ist ratsam, mit einer niedrigeren Dosis zu beginnen und diese bei Bedarf zu erhöhen.
Es ist immer ratsam, vor der Einnahme von GABA oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln mit diesem Inhalt einen Arzt zu konsultieren, besonders wenn man andere Medikamente einnimmt oder gesundheitliche Bedenken hat.