Wäscheklammern gegen Migräne: Erfahrungen und alternative Behandlungsansätze

Das Leben mit Migräne stellt Betroffene vor viele Herausforderungen und kann zu einem Gefühl von geringerer Lebensqualität führen. Manchmal sind es jedoch einfache Dinge, die helfen, der Migräne-Spirale zu entkommen. Es gibt eine Vielzahl von Ansätzen, um Migräneattacken vorzubeugen oder im Akutfall bestmöglich darauf zu reagieren. Dieser Artikel beleuchtet sowohl alternative Methoden wie die Akupressur mit Wäscheklammern als auch bewährte Strategien zur Migräneprävention und -behandlung.

Achtsamkeit und Dokumentation

Gehen Sie achtsam durch Ihr Leben. Wenn Sie Ihren Alltag bewusst und wohlwollend beobachten, können Sie viel über sich selbst und die Migräne lernen. Diese Erfahrung kann Ihnen helfen, Migräne-Anzeigen zu erkennen, Migräneattacken vorzubeugen oder im Akutfall bestmöglich darauf zu reagieren.

In einem Migränetagebuch können Sie neben der Dauer und Stärke einer Attacke auch Maßnahmen festhalten, die ihnen geholfen haben. Notieren Sie auch andere Details. Vielleicht finden Sie in der Ernährung, beim Wetter, in Arbeitssituationen oder im Zwischenmenschlichen bestimmte Migräne-Trigger. Es ist wichtig, sich auch die positiven Dinge im Leben zu vergegenwärtigen. Deshalb sollten Sie auch schmerzfreie Tage dokumentieren. Notieren Sie, wie Sie sich fühlen, was Ihren Tag bereichert hat und was besonders schön war. Meist ist es hilfreich, das Schreiben des Tagebuchs als Routine in Ihren Alltag zu integrieren. Ob Sie lieber ein klassisches Tagebuch führen oder eine digitale Alternative wie eine App nutzen, ist reine Geschmackssache.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Eine gesunde Ernährung kann sich bei Betroffenen positiv auf die Migräne auswirken. Vor allem magnesiumreiche Zutaten sind empfehlenswert, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Magnesiummangel die Ursache von Migräneattacken sein kann.

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört auch, ausreichend zu trinken. Eine gute Tagesmenge liegt normalerweise bei 1,5 - 2 Litern Flüssigkeit. Trinken Sie vor allem Wasser, Früchte- und Kräutertee oder verdünnte Fruchtschorlen! Achten Sie darauf, dass Sie bei der Arbeit vor allem gesundes und nahrhaftes Essen konsumieren. Trinken Sie viel Wasser! Hunger und Austrocknung kann Migräne auslösen. Haben Sie immer Trinkwasser oder Tee griffbereit und sorgen Sie dafür, dass Sie den ganzen Tag über damit versorgt sind.

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Bewegung und Sport

Etwas Sport macht nicht nur den Kopf frei und entspannt den Geist, leichter Ausdauersport kann auch Migränebeschwerden lindern. Bewegung kann eine wesentliche Rolle für die Frequenz und Intensität der Migräne spielen. Zur Vorbeugung von Migräne eignen sich besonders Sportarten wie Joggen, Walken, Wandern, Radfahren oder Schwimmen. Sie können auch einen Aktivitäts-Tracker nutzen. Nutzen Sie einen Aktivitäts-Tracker. Das hilft, um sich zu regelmäßiger Bewegung zu motivieren. Denn auch zu langes Stehen kann zu Migräneanfällen beitragen.

Entspannungstechniken

Entspannungstechniken gehören zu den wichtigsten nichtmedikamentösen Vorsorgemaßnahmen bei Migräne. Durch gezielte Übungen, wie bei der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training, kann sich die Muskulatur entspannen und Stress wird abgebaut. Entspannungstechniken sind vor allem dann effektiv, wenn Sie regelmäßig üben. Suchen Sie nach einer für Sie passenden Technik und planen Sie etwas Zeit dafür in Ihrem Alltag ein. Das Angebot an Entspannungstechniken ist groß: Yoga, Atemübungen, Meditation, Faszien-Training, Qi Gong, Tai Chi und vieles mehr. Für manche sorgt die Joggingrunde am Morgen, entspannte Gartenarbeit oder das Malen eines Bildes für Entspannung. Lassen Sie auch Zeit für entspannten Müßiggang in Ihrem Alltag. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, tun Sie einfach mal nichts. Oder hören Sie Musik, lesen Sie ein Buch oder genießen Sie einen Spaziergang. Geben Sie den Dingen, die Sie gerne tun, ausreichend Raum.

Stressmanagement und Achtsamkeit im Alltag

Nobody is perfect! Sie müssen nicht alles ganz besonders toll machen und sich immer wieder selbst übertrumpfen! Treten Sie Ihrem Alltag gelassen entgegen und nehmen Sie Druck raus. Bleiben Sie entspannt und flexibel, vor allem wenn mal etwas nicht so läuft, wie Sie es sich gewünscht haben. Es hilft selten, sich darüber zu ärgern, dass eine Situation ist, wie sie gerade ist und nicht wie Sie sie wollen. Atmen Sie tief durch und treten Sie mental einen Schritt zurück. Überlegen Sie, was Ihnen die Situation bietet, anstatt sich auf das zu konzentrieren, was gerade nicht geht. Wenn Plan A nicht funktioniert, gibt es immer noch Plan B bis Plan Z. Versuchen Sie jeden Tag sorglos in den Tag zu starten und nicht unnötig zu grübeln. Sicher gibt es auch in Ihrem Leben Herausforderungen und eine Migräneattacke kann Sie wieder treffen. Das sollte die schmerzfreie Zeit aber nicht trüben. Die Angst vor einem Migräneschub kann so belastend sein, dass sie selbst zum Auslöser wird. Finden Sie Freizeitbeschäftigungen, die Sie vom Alltag ablenken.

Licht- und Geräuschmanagement

Streichen Sie die Wände Ihrer Wohnung in dunklen satten Farbtönen, die Sie mögen. Diese Farben können dazu beitragen, helles Licht zu reduzieren. Nutzen Sie für den neuen Anstrich eine geruchsarme Farbe. Lichtempfindlichkeit ist ein häufiges Symptom bei Migräne. Installieren Sie deshalb Vorrichtungen, mit denen Sie grelles Licht bei Bedarf aus der Wohnung verbannen können. Zum Beispiel helfen Vorhänge das Sonnenlicht auszuschließen. Bestimmt helfen Vorhänge, die das Sonnenlicht komplett ausschließen. Muss es schnell gehen, werfen Sie ein großes Badetuch oder anderen dunklen Stoff über das Fenster und befestigen Sie die provisorische Lösung mit Wäscheklammern oder anderen Clips. Indirekte Beleuchtung, die gedimmt werden kann, wirkt entspannend. Ersetzen Sie ihre Lampen durch ein programmierbares Lampensystem, das sich über eine App steuern lässt. Je nach Stimmungslage, bzw. Migränegrad, können Sie das vorprogrammierte Licht ganz rasch anpassen. Es kann hilfreich sein, Ihre Lampen durch ein programmierbares Lampensystem zu ersetzen, das sich über eine App steuern lässt. Je nach Stimmungslage, bzw. Schaffen Sie sich einen Raum, in dem Sie sich wohlfühlen. Dieser kann Ihnen bei einer Migräneattacke als Rückzugsort dienen oder eine Oase der Entspannung in Ihrem Alltag sein.

Tragen Sie bei Bedarf Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, um Lärm und Ablenkung zu reduzieren. Laute, störende Geräusche können Migräne auslösen oder die Symptome verstärken. Tragen Sie Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, um Lärm und Ablenkung zu reduzieren. Laute, störende Geräusche können Migräne auslösen oder die Symptome verstärken.

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Tragen Sie bei stärkerer Sonneneinstrahlung oder einfach wenn es Ihnen zu hell ist eine Sonnenbrille. Sonnenbrillen können dazu beitragen, die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht zu reduzieren. Übrigens: Es gibt auch spezielle Sonnenbrillen für Menschen mit Migräne. Tragen Sie bei stärkerer Sonneneinstrahlung oder wenn es einfach nur gefühlt sehr "hell" ist eine Sonnenbrille. Es gibt spezielle Sonnenbrillen für Menschen mit Migräne.

Schlafhygiene

Erholsamer Schlaf ist wichtig. Versuchen Sie Alltagssorgen nicht mit in die Nacht zu nehmen. Es kann hilfreich sein, vor dem Zubettgehen Erlebtes aufzuschreiben.

Akupressur mit Wäscheklammern: Ein viraler Trend

Eine Amerikanerin teilte einen Trick, um Migräne zu lindern und landete damit einen viralen Hit. Während einer besonders heftigen Attacke, gegen die Schmerzmittel & Co. nicht mehr halfen, googelte sie verzweifelt nach Hausmitteln, um den Schmerz zu lindern. Sie fand einen Eintrag, in dem es um Akupressur ging. Druck auf den Punkt zwischen Daumen und Mittelfinger solle helfen. Um diesen Druckpunkt gleichmäßig zu betätigen, nahm sie einen Clip, wie man ihn zum Verschließen von Chipstüten und ähnlichem verwendet. Eine Wäscheklammer* funktioniert allerdings genauso gut. Schon nach einer Minute habe Elizabeth leichte Besserung gespürt, nach zwanzig Minuten sei der Schmerz komplett verschwunden gewesen. Ein Tipp, den sie gerne an ihre Mitmenschen weitergeben wollte.

Die Idee hinter der Akupressur ist, dass durch Druck auf bestimmte Reflexzonen am Ohr oder andere Körperteile eine positive Wirkung auf verschiedene Organe und Körperteile erzielt werden kann. Das Ohr wird in verschiedene Reflexzonen unterteilt, die jeweils bestimmte Körperregionen repräsentieren. Zum Beispiel steht der Bereich der Helix in Verbindung mit den Gliedmaßen, einschließlich der Arme und Beine.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Reflexzonenmassage und Akupressur keine wissenschaftlich anerkannten medizinischen Behandlungen sind. Sie können jedoch als ergänzende Therapiemethoden zur Linderung von Beschwerden wie Kopfschmerzen, Stress oder Verspannungen eingesetzt werden.

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Haarklammern gegen Migräne? Die Meinung der Experten

Im Netz schwören viele User auf Haarklammern bei heftigen Kopfschmerzen. Die Idee: Man setzt zwei Haarklammern links und rechts an den Augenbrauen an. Der Druckpunkt soll angeblich Nerven stimulieren, die mit der Schmerzwahrnehmung zusammenhängen.

Neurologen sehen den Trick kritisch. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass Haarklammern an den Augenbrauen tatsächlich Migräne lindern. Agosti erklärt im Interview: Patientinnen und Patienten, die starke Schmerzen aushalten müssen, seien oft bereit, viel auszuprobieren. Mit den Haarklammern erzeugten Betroffene einen Gegenschmerz. Agosti fügte hinzu, dass sich in den Augenbrauen viele Nervenpunkte befänden, die auch bei einer Akupunktur oder Akupressur stimmuliert würden.

Du solltest dir aber keine künstlichen Schmerzen mit Haarklammern zufügen, sagt Agosti. Nerven in den Augenbrauen könnten dadurch verletzt werden und dadurch ein Dauerschmerz entstehen. Stattdessen gebe es unter anderem elektrische Stimmulatoren, die auf die Stirn geklebt werden. Eine neurologische Beratung sei dabei sinnvoll. Bevor du also Haarklammern ist Gesicht steckst, sprich besser mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber, was für dich infrage kommt.

Biofeedback-Therapie

Die Biofeedback-Therapie (nicht zu verwechseln mit der Bioresonanztherapie) zählt zu den Verhaltenstherapien. Dabei soll der Patient lernen, vegetative Reaktionen wie eine Blutdruckerhöhung zu kontrollieren. Über physiologische Messungen werden ansonsten unterschwellig ablaufende, physiologische Prozesse auf den Rechner übertragen und graphisch auf dem Monitor für den Patienten sichtbar und bewusst gemacht, wie z. B.:

  • Puls: der Puls wird mit einem Pulsoximeter gemessen. Der Sensor wird wie eine Wäscheklammer an einer Fingerkuppe befestigt. Ein hoher Puls bedeutet Stress, der Patient entspannt sich und konzentriert und sich darauf, die Herz-Frequenz zu senken. Der Pulsoximeter misst gleichzeitig denSauerstoffgehalt des Blutes. Auch auf diesen Parameter kann der Patient (in Grenzen) Einfluss nehmen.
  • Atemfrequenz: mit einem Bauchgurt wird die Atemtiefe und die Anzahl der Atemzüge pro Minute gemessen. Ziel ist neben der zu erlernenden Bauchatmung eine nicht zu tiefe Atmung mit langsameren Atemzügen.
  • Blutdruck: gemessen wird hier der Durchmesser der Schläfenarterie. Der Patient erkennt den Parameter an einem auf dem Bildschirm angezeigten Ring, der weiter oder enger wird. Kann der Kranke das Gefäß willentlich verengen, kann er eventuell auch eine Migräne-Attacke im Keim ersticken.
  • Gehirnströme: mit einer Visualisierung des EEGs lernt der Patient, seine Gehirnströme günstig zu beeinflussen. Welche Wellen zu fördern oder zu unterdrücken sind, hängt von der Erkrankung ab. So sollen bei ADS/ADHS und Gedächtnisschwäche die Theta-Wellen unterdrückt werden. Depressive Krankheitsbilder erfordern eine willentliche Verminderung der Theta- und eine Erhöhung der Alpha-Wellen. Patienten mit Schlafproblemen sollen den Anteil ihrer SMR-Wellen erhöhen.
  • Elektrischer Hautleitwert bzw. Hautwiderstand: der Wert wird mit Elektroden auf der Haut ermittelt. Eine hoher Wert (Schweiß ist ein guter elektrischer Leiter) ist ein Stresszeichen und sollte vom Patienten durch Konzentration reduziert werden.
  • Hauttemperatur: ein Sensor auf der Fingerkuppe misst die Hauttemperatur, die der Patient meditativ erhöhen soll. Eine niedrige Hauttemperatur ist ein Stresszeichen und soll zur Vorbeugung gegen Migräne-Attacken erhöht werden.
  • Muskelpotentiale: mit Elektroden auf der Haut wird die Muskelspannung gemessen (EMG: Elektromyogramm). Der Patient konzentriert sich auf die erzeugten Signal-Töne und soll die Spannung in den Muskeln dabei reduzieren lernen. Dies hilft bei allen Schmerzen, die durch Verspannungen verursacht werden wie einigen Arten von Kopfschmerzen und Rückenproblemen.

Der Patient erhält eine unmittelbare Rückmeldung, - das sogenannte Feedback -, und kann Verläufe beeinflussen oder sogar gezielt steuern. Patienten mit Rückenproblemen werden z. B. mit dem PC verbundene Sensoren auf bestimmte Muskelpartien gesetzt, die bei Anspannung elektrische Signale senden, welche von dem Programm optisch (oder auch akustisch) umgesetzt werden. Spannt ein Patient einen Muskel zu stark an, reagiert der Computer, indem er einen unangenehmen Ton produziert oder ein optisches Signal anzeigt: Eine Aufforderung an den Patienten, die Aktivität dieser Muskelregion mittels unterschiedlichster Strategien zu dämpfen und gleichzeitig am Bildschirm beobachten, ob sein Bemühen den gewünschten Erfolg zeigt.

Auf diese Weise trägt der Patient aktiv steuernd zur Verbesserung seiner chronischen Verfasstheit und deren Symptomen bei. Migränepatienten beobachten über ein Kurven-Diagramm Herzschlag, Körpertemperatur, die sogenannte Wohlfühllinie sowie die eigene Atemkurve. Messgeräte befinden sich hier an der Stirn und als eine Art Gürtel um den Bauch: Patienten erlernen die Bauchatmung, während sie gleichzeitig unmittelbare, entspannende Effekte mittels Pulsfrequenz-Kurve auf dem Monitor verzeichnen können. Eine weitere Möglichkeit: Die Anzeige des Durchmessers der während des Migräneanfalls erweiterten Adern, - der Patient lernt durch Übung, diesen Durchmesser zu verringern und die Übungen anschließend auch ohne den Blick auf den Bildschirm erfolgreich auszuführen.

Auf diese Weise kann der Patient nicht nur seine vegetativen Reaktionen gezielt manipulieren. Er lernt durch die Rückmeldung von den Sensoren auch, dass er zur Kontrolle von Körpertemperatur, Puls oder Blutdruck befähigt ist. Und er erkennt die seelischen Zustände, die über einen sonst unbewussten Weg körperliche Parameter bestimmen.

Üblicherweise dauert eine Behandlung nicht mehr als zehn Sitzungen, die eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Mindestens sind aber so viele Therapie-Einheiten erforderlich, bis der Patient gelernt hat, sein vegetatives Nervensystem zu beeinflussen. Dabei ist der Erfolg dann am größten, wenn auch der Anteil der vegetativen Komponenten am Entstehen der Beschwerden am größten ist. Wenn der Kranke die Fähigkeit zur Selbst-Kontrolle gelernt hat, kommt er ohne die Signale der Sensoren aus. Er kann die Methode dann auch alleine zu Hause durchführen. Dazu muss er allerdings regelmäßig üben, damit das erworbene Wissen nicht verloren geht.

Nicht nur bei chronischen Schmerzzuständen, sondern auch Erkrankungen wie Epilepsie, posttraumatischen Störungen und ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität) sowie Tinnitus verspricht die Biofeedback-Therapie gute Erfolge. Studien hinsichtlich chronischem Tinnitus ergaben, dass sich die Patienten weniger stark auf ihr Ohrgeräusch konzentrierten und daher auch insgesamt weniger an Verspannungen und Verkrampfungen litten.

Das Biofeedback-Training ist auch für alle Schmerzzustände geeignet, die von den Faszien ausgehen. Hilfe bietet die Methode auch Patienten mit Fibromyalgie und dem kraniomandibulären Syndrom (Störungen der Regulation des Kiefrgelenkes, verbunden mit Schmerzen) und psychosomatischen Schmerzen. Positiv reagieren auf die Methode auch Patienten mit einer allgemein erhöhten Sympathicus-Aktivität, bei der das vegetative Nervensystem im Dauerzustand der Erregung verharrt. Gelindert werden können auch Depressionen, Epilepsie, Burn-Out, Angst- und Schlafstörungen. Bei Morbus Raynaud (Durchblutungsstörungen der Finger) verspricht die Therapie ebenfalls Besserung. Daneben ist das Biofeedback-Training geeignet für Menschen, die Stress-Probleme bewältigen oder einfach nur weniger Schmerzmittel schlucken wollen. Desweiteren belegen Forschungen an der Universität Marburg, dass auch bei chronischer Obstipation (Verstopfung) und Reizdarm Verbesserungen des Patientenbefindens erreicht werden konnten.

Nach Aussage der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback (DGBfb) ist diese Behandlung bei bis zu 80 Prozent der Patienten mit chronischer Schmerzzuständen von Erfolg gekrönt. Das Biofeedback-Training ist gänzlich frei von Nebenwirkungen. Die Behandlung verläuft unblutig und ohne den Einsatz von Chemikalien oder riskanter Strahlung. Das Therapie-Angebot richtet sich auch an Patienten, die keine Analgetika einnehmen dürfen oder bei denen die Mittel nicht oder kaum wirken. Für werdende Mütter ist die Methode daher ebenfalls hervorragend geeignet. Nur bei Kindern, die jünger sind als 6 Jahre sind, kann das Biofeedback-Training nicht angewendet werden.

Der Bereich Biofeedback als Institution der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) existiert seit 2002 und bildet zum Biofeedbacktherapeuten bzw. Biofeedback-Trainer aus. Deutschlandweit bieten über 200 Ärzte und Psychotherapeuten, vorwiegend in den alten Bundesländern, die Biofeedback-Therapie an. Leistungen dieser Therapieform sind derzeit noch IGeL-Leistungen, für einen Termin müssen zwischen 9 und 20 Euro angesetzt werden. Die Biofeedback-Therapie wird trotz erwiesener Erfolge, die etwa bei der Behandlung von Kindern und Menschen mit Handicap nicht von der Hand zu weisen sind, leider nur in einzelnen Fällen, etwa im Rahmen einer umfassenderen Verhaltenstherapie, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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