Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, deren Ursachen vielfältig und komplex sind. Obwohl die genauen Auslöser des Zellverlustes in der Substantia nigra (Schwarze Substanz) noch nicht vollständig geklärt sind, deuten Forschungsergebnisse auf eine Kombination aus Alterung, genetischer Veranlagung, Stoffwechselfaktoren, Umweltfaktoren und oxidativem Stress hin. In diesem Artikel werden wir die Rolle von oxidativem Stress bei Parkinson, die potenziellen Vorteile von Wasserstoffperoxid und wasserstoffreichem Wasser sowie andere therapeutische Ansätze untersuchen.
Oxidativer und nitrosativer Stress bei Parkinson
Oxidativer und nitrosativer Stress entstehen, wenn das Gleichgewicht zwischen der Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und Stickstoffspezies (RNS) sowie der antioxidativen Abwehr des Körpers gestört ist. Dieser Zustand tritt auf, wenn die zelluläre antioxidative Kapazität nicht ausreicht, um die überschüssigen freien Radikale zu neutralisieren. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle, die durch ungepaarte Elektronen gekennzeichnet sind und dazu neigen, Elektronen von anderen Molekülen zu stehlen, was zu einer Kettenreaktion führt, in der immer mehr Radikale entstehen.
Ursachen von oxidativem Stress
Es gibt viele Faktoren, die zu oxidativem Stress beitragen können, darunter:
- Mitochondriale Atmung: Der größte Teil der ROS wird in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) während der Atmungskette gebildet.
- Entzündungen und Infektionen: Akute und chronische Entzündungen können die Produktion von ROS erhöhen.
- Umweltfaktoren: Tabakrauch, UV-Strahlung und Umweltgifte können ebenfalls zur Bildung freier Radikale beitragen.
- Medikamente: Einige Medikamente, wie z. B. Antibiotika und hormonelle Kontrazeptiva, können oxidativen Stress verstärken.
- Genetische Belastung: Eine genetische Individualität kann zu einer genetisch bedingten unterschiedlichen Ausstattung führen.
Auswirkungen von oxidativem Stress
Ein Ungleichgewicht zugunsten von ROS/RNS führt zu oxidativem bzw. nitrosativem Stress, was zu Schäden an Proteinen, Lipiden und DNA führen kann. Diese Schäden können zur Entstehung und zum Fortschreiten verschiedener Krankheiten beitragen, darunter auch Parkinson.
Antioxidantien als Schutzmechanismus
Antioxidantien spielen eine Schlüsselrolle bei der Neutralisierung von ROS und RNS und verhindern so die Schädigung zellulärer Strukturen. Zellen halten normalerweise ein Gleichgewicht zwischen der Produktion von ROS/RNS und ihrem Abbau durch antioxidative Mechanismen aufrecht.
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Wasserstoffperoxid und Parkinson
Wasserstoffperoxid (H2O2) ist eine chemische Verbindung, die sowohl schädliche als auch potenziell therapeutische Eigenschaften hat. Im Körper entsteht Wasserstoffperoxid als Nebenprodukt verschiedener Stoffwechselprozesse, einschließlich des Abbaus von Dopamin. Normalerweise wird H2O2 durch das Enzym Glutathionperoxidase in harmloses Wasser abgebaut. Bei Parkinson-Patienten ist die Aktivität dieses Enzyms jedoch oft reduziert, was zu einer Anreicherung von H2O2 und oxidativem Stress führen kann.
Die Rolle von Wasserstoffperoxid bei der Apoptose
Es wurde festgestellt, dass Wasserstoffperoxid in pharmakologischen Konzentrationen (7,5 - 50 g) Krebszellen abtötet, nicht aber gesunde Zellen. Der Mechanismus funktioniert über die Bildung von Wasserstoffperoxid, das den Tod von Krebszellen verursacht.
Wasserstoffreiches Wasser als Therapieansatz
Molekularer Wasserstoff (H2) hat in den letzten Jahren aufgrund seiner antioxidativen, entzündungshemmenden und gegen Zellstress gerichteten Wirkungen Aufmerksamkeit erregt. Studien haben gezeigt, dass das Trinken von wasserstoffreichem Wasser (H2-Wasser) oxidativen Stress reduzieren und Parkinson-Symptome in Tiermodellen verbessern kann.
Klinische Studien mit wasserstoffreichem Wasser
Eine placebokontrollierte, randomisierte, doppelblinde klinische Pilotstudie untersuchte die Wirksamkeit von H2-Wasser bei japanischen Parkinson-Patienten, die Levodopa als Medikament erhielten. Die Teilnehmer tranken 1 Liter H2-Wasser oder Placebo-Wasser pro Tag für 48 Wochen. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Gesamtwerte nach der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) in der H2-Wassergruppe verbesserten, während sich die UPDRS-Werte in der Placebogruppe verschlechterten. Dieser Unterschied war signifikant (P<0,05), was darauf hindeutet, dass das Trinken von H2-Wasser sicher und gut verträglich ist und eine signifikante Verbesserung der Gesamtwerte auf der UPDRS-Skala bewirken kann.
Wirkmechanismen von molekularem Wasserstoff
Molekularer Wasserstoff wirkt selektiv auf die gefährlichen Hydroxyl-Radikale und auf Peroxynitrit-Anionen und macht diese unschädlich. Er kann Membranen leicht durchdringen und gelangt so auch in den Zellkern. Wasserstoff führt z. B. dazu, dass Gene für antioxidative Enzyme verstärkt abgelesen werden. Außerdem reduziert Wasserstoff das Ablesen von Genen für proentzündliche Zellsignalstoffe und für Zellsignalstoffe, die einen Zelltod (Apoptose) auslösen.
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Möglichkeiten zur Einnahme von molekularem Wasserstoff
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, molekularen Wasserstoff einzunehmen, darunter:
- Wasserstoff-freisetzende Tabletten: Diese Tabletten setzen eine bestimmte Menge an Wasserstoff frei und sind online frei verkäuflich.
- Wasserionisierer oder tragbare pH-neutrale Elektrolysegeräte: Diese Geräte können verwendet werden, um selbst wasserstoffreiches Wasser zu erzeugen.
- Inhalation: Die Inhalation von Wasserstoff wird in wenigen spezialisierten Praxen angeboten.
- Infusion: Wasserstoffinfusionen gelten in den bisher vorliegenden Untersuchungen überwiegend als gut verträglich und können sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden eingesetzt werden.
Weitere therapeutische Ansätze bei Parkinson
Neben der Behandlung mit wasserstoffreichem Wasser gibt es weitere therapeutische Ansätze, die bei Parkinson eingesetzt werden können:
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und die Symptome der Krankheit zu lindern. Häufig verwendete Medikamente sind L-Dopa, Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer.
Infusionstherapie
Die Infusionstherapie kann zur Versorgung des Organismus mit Wasser, Vitalstoffen oder Medikamenten eingesetzt werden. Elektrolyttherapie, Flüssigkeitszufuhr, Volumenersatztherapie, medikamentöse Infusionstherapie und Vitalstofftherapie sind verschiedene Arten der Infusionstherapie.
Vitalstofftherapie
Die Vitalstofftherapie kann dazu beitragen, einen Vitalstoffmangel auszugleichen, der bei Parkinson-Patienten häufig vorkommt. Eine Vollblut-Analyse kann durchgeführt werden, um die individuellen Makro- und Mikronährstoff-Spiegel zu bestimmen. Anschließend können die fehlenden Vitalstoffe in Form von Vitalstoffinfusionen verabreicht werden.
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Hochdosierte intravenöse Vitamin-C-Infusionstherapie
Vitamin C ist ein essentieller Mikronährstoff, der eine wichtige Rolle bei der Neutralisierung freier Radikale spielt. Eine hochdosierte intravenöse Vitamin-C-Infusionstherapie kann bei Parkinson-Patienten sinnvoll sein, um oxidativen Stress zu reduzieren und die Immunabwehr zu stärken.
Neurotrophic Factors
Für das Überleben von Nervenzellen sind die so genannten neurotrophen Faktoren zuständig. Diese werden auch als Nervenwachstumsfaktoren bezeichnet. Es wird angenommen, dass diese Faktoren bei der Parkinson-Krankheit nicht oder nicht ausreichend produziert werden. Dies könnte einer der Mitverursacher der Parkinson-Krankheit sein. Die Forschung dieser Nervenwachstumsfaktoren ist sehr vielversprechend, weil diese Faktoren den weiteren Zelltod verhindern und sogar die Zellregeneration anregen könnten.
Umweltfaktoren und Parkinson
Zu den Umwelt-Schadstoffen, die zur Entstehung eines Parkinson-Syndroms beitragen könnten, zählen Kohlenmonoxid, Mangan, Zyanide, Halogenwasserstoffe, TaClo, 4-Phenylpyridin, Schwermetalle wie Blei, Lösungsmittel und bestimmte Pestizide (Paraquat, Diquat).
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