Die Wechseljahre sind eine bedeutende Umbruchphase im Leben einer Frau, die oft mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Neben den offensichtlichen körperlichen Veränderungen können auch subtilere Auswirkungen auf das Nervensystem auftreten, die zu einer Vielzahl von Beschwerden führen können. Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen den Wechseljahren, der Fehlsteuerung des Nervensystems und den daraus resultierenden Symptomen, um ein umfassendes Verständnis dieser Lebensphase zu ermöglichen.
Einführung in die Wechseljahre
Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, in der die Eierstöcke allmählich ihre Funktion einstellen und die Produktion von Östrogen und anderen Hormonen reduziert wird. Dieser Prozess beginnt meist Mitte der 40er oder Anfang der 50er Jahre und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Viele Frauen beschäftigen sich in dieser Zeit mit einer Neuordnung ihres Lebens: die Kinder sind aus dem Haus, es bleibt mehr Zeit für die Partnerschaft oder es ergeben sich noch einmal neue berufliche Perspektiven. Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders: Einige haben gar keine oder nur leichte Beschwerden. Bei anderen ist das körperliche und seelische Wohlbefinden stark eingeschränkt.
Hormonelle Veränderungen und ihre Auswirkungen
Der sinkende Östrogenspiegel ist eine der Hauptursachen für die vielfältigen Beschwerden, die während der Wechseljahre auftreten können. Östrogen beeinflusst nicht nur die Fortpflanzungsorgane, sondern auch das Gehirn, das Herz-Kreislauf-System, die Knochen und die Haut. Ein Mangel an Östrogen kann daher eine Vielzahl von Symptomen auslösen, darunter:
- Hitzewallungen: Diese können drei- bis 20mal am Tag auftreten. In der Regel dauern die Hitzeschübe einige Minuten an, manchmal auch länger. Dabei kommt es zu einer plötzlichen Weitung der Blutgefäße und einer erhöhten Durchblutung in den äußeren Körperregionen. Mediziner nehmen an, dass es durch den zunehmenden Östrogenmangel in den Wechseljahren zu einer Fehlsteuerung der zentralen Thermoregulation im Gehirn kommt. Dadurch wird suggeriert, dass die Körpertemperatur zu hoch sei. Aufgrund der Schweißproduktion bei einer Hitzewallung kühlt die Körperoberfläche ab.
- Schlafstörungen: Viele Frauen berichten, dass sie mitten in der Nacht aufwachen - hellwach, obwohl sie müde sind. In der Perimenopause verändert sich die Schlafarchitektur. Progesteron - das entspannende Hormon - sinkt.
- Stimmungsschwankungen: Östrogen beeinflusst Botenstoffe im Gehirn - Serotonin, Dopamin und GABA - die unsere Stimmung, Konzentration und Gelassenheit steuern.
- Gewichtszunahme: Sinkendes Östrogen führt dazu, dass der Körper schlechter auf Insulin reagiert und mehr Fett speichert - besonders am Bauch.
- Veränderungen der Libido und Scheidenflora: Sinkendes Östrogen führt zu dünneren Schleimhäuten, weniger Feuchtigkeit und verringerter Durchblutung.
- Veränderungen der Haut und Haare: Östrogen stimuliert die Kollagenproduktion und hält die Haut elastisch. Sinkt der Spiegel, verliert die Haut an Feuchtigkeit und Spannkraft. Die verschobene Hormonbalance kann zu Haarverlust führen.
Die Rolle des vegetativen Nervensystems
Das vegetative Nervensystem (VNS) steuert lebenswichtige Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Körpertemperatur. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem Sympathikus, der den Körper auf Aktivität und Stress vorbereitet, und dem Parasympathikus, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist.
In den Wechseljahren kann es aufgrund der hormonellen Veränderungen zu einer Fehlsteuerung des VNS kommen. Dies kann sich in einer Vielzahl von Symptomen äußern, die oft als vegetative Dystonie bezeichnet werden.
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Vegetative Dystonie in den Wechseljahren
Eine vegetative Dystonie bedeutet wörtlich eine "fehlregulierte Spannung (Dystonus) des vegetativen Nervensystems". Funktioniert das Zusammenspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus nicht richtig, werden die Symptome manchmal als vegetative Dystonie eingeordnet. Die Beschwerden richten sich danach, ob sich das Spannungsverhältnis zugunsten des Sympathikus oder des Parasympathikus verschoben hat: Menschen mit einer verstärkten Sympathikusaktivität (Sympathikotonie) neigen demnach zu Nervosität, Herzrasen, erhöhtem Blutdruck und Durchfall. Ist dagegen der Parasympathikus dominant (Vagotonie), geht dies eher mit einem niedrigen Blutdruck, kalten Händen und Füßen, Antriebslosigkeit und Verstopfung einher.
Mögliche Symptome einer vegetativen Dystonie sind:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Durchfall
- Verstopfung
- Schlafstörungen
- Krämpfe
- Vermehrtes Schwitzen
- Erhöhter oder erniedrigter Pulsschlag
- Leichtes Zittern der Hände
- Kribbeln in den Gliedmaßen
Weitere Symptome und Beschwerden in den Wechseljahren
Neben den bereits genannten Symptomen können in den Wechseljahren noch weitere Beschwerden auftreten, die das Wohlbefinden beeinträchtigen können. Dazu gehören:
- Von latenter Ängstlichkeit bis zu Panikattacken: Die hormonellen Veränderungen können Angstzustände auslösen. Aber auch Stress oder eine genetische Vorbelastung können eine Rolle spielen.
- Antriebslosigkeit: Testosteron fördert unsere Entschlussfähigkeit und Tatkraft. Ein Mangel kann dafür verantwortlich sein, dass du morgens fast nicht aus dem Bett kommst.
- Brustspannen: Durch das Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron können sich Wassereinlagerungen in der Brust bilden. Das löst Spannen, Berührungsempfindlichkeit, ein Hitzegefühl oder stechende Schmerzen aus. Dazu verändert sich der Aufbau der Brust - Drüsen bilden sich zurück, Bindegewebe vermehrt sich.
- Bluthochdruck: Östrogen schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wirkt blutdrucksenkend. Bis in die Wechseljahre leiden Frauen daher seltener unter Bluthochdruck als Männer. Danach gleicht sich das Risiko an: Mehr als die Hälfte der Frauen entwickeln in den ersten Jahren nach der Menopause Bluthochdruck.
- Depressive Verstimmungen: Eine seltsame Traurigkeit überfällt viele Frauen. Wenn Symptome wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit oder Gereiztheit länger als zwei Wochen andauern, wende dich bitte umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt.
- Erschöpfung: Abrupte Veränderungen des Energieniveaus, in denen du dich vollkommen entkräftet fühlst, können durch Hormonschwankungen ausgelöst werden. Aber auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder niedrige Eisenwerte können dahinterstecken.
- Gewichtszunahme: Die Fettverteilung am Körper verändert sich, der Anteil des Körperfetts steigt. Vor allem am Bauch lagert sich jetzt Fett an. Durchschnittlich nehmen Frauen in den Wechseljahren fünf bis sieben Kilo zu. Gründe: Verlust an Muskelmasse, sinkender Östrogenspiegel, der Körper wird sensibler gegenüber Zucker.
- Gelenkschmerzen: Vor allem in den Schultern, Beinen oder Fingern beginnen die Gelenke zu schmerzen. Das ist nicht unbedingt Verschleiß. Der sinkende Östrogenspiegel spielt eine wichtige Rolle.
- Harnwegsinfekte: Die weibliche Anatomie macht es Bakterien einfach, in die kurze Harnröhre einzudringen. Der sinkende Östrogenspiegel verschlimmert das Risiko: Das Gewebe verliert an Elastizität, Harnröhre und Blase werden schlaffer.
- Hitzewallungen: Die Wissenschaft nimmt an, dass das Absinken des Östrogenspiegels zu einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin führt und eine Fehlsteuerung der Thermoregulation im Gehirn verursacht.
- Herzrasen: Der normale Herzrhythmus liegt bei 60 bis 100 Schlägen pro Minute. In den Wechseljahren kann es zu Herzstolpern, Herzrasen, verlangsamtem Herzschlag oder Vorhofflimmern kommen.
- Haarausfall: Der Mangel an Östradiol verkürzt die Wachstumsphase der Haare. Dazu wachsen sie langsamer. Haare, die im natürlichen Zyklus verloren gehen, können nicht mehr ersetzt werden. Das Haupthaar dünnt aus.
- Hirsutismus: Während die weiblichen Hormone sinken, gewinnen männliche Hormone wie Testosteron die Oberhand.
- Inkontinenz: Östrogen und Gestagen haben auch auf Muskeln wie den Schließmuskel Einfluss. Sinken die Hormonspiegel, kommt es zu einer Absenkung von Blase und Gebärmutter.
- Konzentrationsstörungen: Die gute Nachricht: Konzentrationsprobleme verschwinden nach den Wechseljahren wieder. Die Ursache liegt im Hippocampus und im präfrontalen Cortex - beide Hirnregionen besitzen viele Östrogenrezeptoren.
- Kopfschmerzen: Während Östrogen die Blutgefäße erweitert, werden sie durch Progesteron verengt.
- Libidoverlust: Viele Frauen verlieren gerade am Anfang der Menopause die Lust am Sex. Durch das Sinken des Östrogenspiegels werden die Schamlippen und die Vaginalschleimhaut schlechter durchblutet. Sie wird trockener und weniger elastisch. Auch die Testosteronproduktion nimmt ab.
- Muskelschmerzen: Muskelschmerzen sind weit verbreitet. Östrogen fördert die Durchblutung und die Aufnahme von Flüssigkeit ins Gewebe. Fehlt das Hormon, verlieren die Muskeln an Elastizität. Abbauprodukte können schlechter abtransportiert werden, das führt zu Verhärtungen.
- Nächtliche Schweißausbrüche: Nächtliche Hitzewallungen werden als besonders schlimm empfunden, weil die Schlafqualität leidet.
- Nervosität: Östrogen hat für eine aufhellende Stimmung gesorgt und das zentrale Nervensystem aktiviert. Das plötzliche Fehlen kann Nervosität auslösen.
- Osteoporose: Für unsere Knochen ist die Menopause ein Wendepunkt. Der sinkende Östrogenspiegel hat negative Wirkung auf die Knochendichte. Frauen ab der Menopause haben ein deutlich höheres Osteoporoserisiko - sie erkranken fünfmal so oft daran wie Männer.
- Schilddrüsenerkrankungen: Morbus Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Symptome sind Gewichtszunahme, chronische Müdigkeit, häufiges Frieren, Verstopfung und Cholesterinstörungen. Die Krankheit tritt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr gehäuft auf.
- Unregelmäßiger Zyklus: Die Hormonproduktion sinkt generell, der Körper weiß noch nicht, wie er darauf reagieren soll.
- Schlafstörungen: Frauen brauchen rund eine halbe Stunde mehr Schlaf pro Nacht als Männer. Östrogen fördert die Tiefschlaf- und REM-Phasen. Durch das Sinken des Östrogenspiegels kommt es zu Ein- und Durchschlafstörungen.
- Scheidentrockenheit: Der Östrogenmangel führt dazu, dass die Schamlippen und Vaginalschleimhaut weniger durchblutet werden. Dieser Bereich wird trockener und weniger elastisch. Die Scheide wird sensibler, was zu Schmerzen, Brennen und Juckreiz führen kann.
- Schwindel: Östrogen und Progesteron haben maßgeblichen Einfluss auf das Kreislaufsystem und die Blutgefäße. Der ständige Umschwung der Hormone kann Schwindelgefühle auslösen.
- Trockene Haut: Östrogen sorgte bislang dafür, dass in der Haut reichlich Wasser gespeichert wurde und hatte positiven Einfluss auf die Kollagenbildung.
- Verdauungsprobleme: Auch die Darmflora wird von den Wechseljahren beeinflusst. Der Rückgang des Östrogenspiegels bewirkt eine höhere Konzentration des Stresshormons Cortisol. Dadurch kann Adrenalin leichter ausgeschüttet werden - und Adrenalin beeinträchtigt die Verdauung.
- Vergesslichkeit: Mit Demenz hat die wechselbedingte Vergesslichkeit zum Glück nichts zu tun. Gedächtnisprobleme treten häufig nach der letzten Monatsblutung auf.
- Vulvodynie: Die Rückbildung der Scheidenwand führt zu dünneren, empfindlicheren und trockeneren Schleimhäuten. In jüngeren Jahren sorgt Östrogen für feuchte Schleimhäute. Der Hormonrückgang führt dazu, dass es bei jeder Berührung brennt.
- Wassereinlagerungen: Weil der Progesteronspiegel schneller abnimmt als der des Östrogens, kann es zu einem Östrogenüberschuss kommen. Und weil Östrogen für Wassereinlagerungen verantwortlich ist, wird vermehrt Wasser im Gewebe eingelagert.
- Zyklusveränderungen: Die Veränderung der Periode ist eines der wichtigsten Anzeichen. In der Prämenopause wird die zweite Zyklushälfte oft unregelmäßig, weil der Progesteronspiegel fällt. Die Periode kann kürzer oder länger, die Blutung stärker oder schwächer ausfallen.
- Zwischenblutungen: Zwischenblutungen gehören zu den normalen Schwankungen im Zyklus. Nicht selten sind es Blutungen mit hellem Blut - die helle Farbe deutet auf niedrigen Östrogenspiegel hin. Schmierblutungen mit bräunlichem Blut können ebenfalls vorkommen.
Bewältigungsstrategien und Behandlungsmöglichkeiten
Auch oder gerade in den Wechseljahren möchten Frauen sich weiterhin wohl in ihrem Körper fühlen. Durch die neue hormonelle Situation beobachten viele Frauen Veränderungen an ihrem Körper: sie nehmen zu, ihre Haut wird trockener, die Haare können spröder und die Nägel brüchiger werden. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Strategien und Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, die Beschwerden der Wechseljahre zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Lebensstiländerungen
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährungsweise ist nun ganz besonders wichtig, um sich auch in den Wechseljahren vital und ausgeglichen zu fühlen. Da die Haut in den Wechseljahren trockener wird, sollten Sie viel trinken - idealerweise zwei bis drei Liter am Tag sein. Verzichten Sie auf Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin. Sie können Hitzewallungen begünstigen.
- Bewegung: Kaum eine Maßnahme ist dabei so vielseitig einsetzbar wie Sport und Bewegung. Körperliche Ertüchtigung ist für die allgemeine Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden sehr wichtig. Unterschiedliche Krankheiten lassen sich durch einen gesunden und aktiven Lebensstil vermeiden beziehungsweise das Risiko für die Erkrankungen kann dadurch sehr gut reduziert werden. Auch in den Wechseljahren hilft fit und aktiv bleiben dabei, Schmerzen zu lindern, den Kreislauf und Stoffwechsel in Gang zu halten, die Durchblutung zu fördern, Gewichtszunahmen zu vermeiden und den Muskelaufbau zu unterstützen. Zudem fühlen sich viele Frauen durch Sport und Bewegung (wieder) mobiler, aktiver und auch attraktiver. Laut Studien haben Frauen, die regelmäßig Sport treiben, in den Wechseljahren weniger mit Hitzewallungen zu kämpfen beziehungsweise treten die Hitzewallungen weniger intensiv auf. Durch Bewegung wird das vegetative Nervensystem positiv beeinflusst. Es wird ins natürliche Gleichgewicht gebracht und somit stabilisiert. Bewegung, die den Körper zum Schwitzen bringt, konditioniert den Körper darauf, bei Anstrengung die Temperatur hochzufahren und wirkt somit plötzlichen Hitzewallungen in alltäglichen Situationen oder in Ruhe entgegen. Allgemein wird der Organismus durch Sport „verjüngt“. Die Bewegung kurbelt die Stoffwechselprozesse an. Gewebe und Organe werden dadurch besser durchblutet und in ihrer speziellen Funktion unterstützt. Zudem werden Abfallstoffe schneller abtransportiert sowie Hormone und Botenstoffe freigesetzt. Nicht zuletzt: Sport hebt die Stimmung! Zahlreiche Frauen leiden aufgrund der Hormonschwankungen unter Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen. Bereits nach 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft sendet der Körper Dopamin aus, was uns wach, munter und aktiv hält. Auch Glückshormone wie Serotonin werden ausgeschüttet. Folglich fühlen wir uns besser und fröhlicher. Sport kann somit die typischen Stimmungsschwankungen während der Wechseljahre reduzieren. Regelmäßiger Sport hilft nicht nur bei akuten oder vorübergehenden Beschwerden, die mit den Wechseljahren auftreten können. Auch einigen Langzeitfolgen kann dadurch entgegengewirkt werden. So nimmt der sinkende Östrogenspiegel beispielsweise mit der Zeit Einfluss auf die Knochendichte und kann auf längere Sicht das Risiko für Osteoporose erhöhen. In den Knochen finden fortwährend Auf- und Abbauprozesse statt. Bei Osteoporose überwiegen dabei die Abbauprozesse, wodurch die Knochen porös und anfällig für Verletzungen werden. Mit Muskeltätigkeit werden die Knochen gestärkt. Ebenso nimmt in den Wechseljahren die Gefahr für Gefäßerkrankungen zu. Die erhöhten Blutfettwerte führen zu Ablagerungen, die die Gefäße verengen oder verstopfen können. Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung im Körper. Sport und Bewegung senken die Blutfettwerte und verringert somit das Risiko für Gefäßverengungen und Folgeerkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkte. Nebenher wird der Herzmuskel wie alle anderen Muskeln ebenfalls durch Sport gestärkt. Einige Frauen haben in den Wechseljahren mit Gewichtszunahmen zu kämpfen. Das resultiert daher, dass sich der Energiebedarf im Alter ändert und die Muskelmasse sich in der Regel reduziert. Aus diesen Gründen sollte die Ernährung entsprechend angepasst werden: Achten Sie auf eine abwechslungsreiche, gesunde und vitaminreiche Ernährung und reduzieren Sie die Kalorienzufuhr auf die Menge, die nun optimal ist. Dabei können Ihnen Ärzte oder Ernährungsberater helfen. Durch diese Anpassung vermeiden Sie bestmöglich eine unliebsame Gewichtszunahme. Wer zusätzlich Sport treibt, kann nicht nur mehr Energie beziehungsweise mehr Kalorien zu sich nehmen, sondern stärkt gleichzeitig die Muskeln. Ideal ist ein gut abgestimmtes Trainingsprogramm, das sowohl Ausdauer, Kraft und Balance trainiert. Wichtig ist jedoch vor allem, dass Sie am Ball bleiben und Spaß haben. Daher sollten Sie vor allem den Sport wählen, der Ihnen gefällt und durch den Sie sich gut fühlen. Mögliche Sportarten sind unter anderem Wandern, Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen. Auch Gymnastik, Pilates, Yoga oder Tanzen halten fit und können die persönliche Stimmung heben. Probieren Sie also gern auch etwas Neues aus - eventuell finden Sie Ihren neuen Lieblingssport. Zudem bleiben Sie durch regelmäßige Kurse in Kontakt mit anderen Menschen und schließen neue Bekanntschaften. Evenbtuell können Sie sich auch bezüglich der Wechseljahre austauschen.
- Entspannung: Neben Sport sind auch Ruhe und Erholung wichtig, damit sich der Körper als auch der Geist regenerieren können. Gönnen Sie sich gezielte Auszeiten. Viele Frauen berichten zudem positiv von Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Meditation.
Pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel
Für eine hormonelle Balance vertrauen immer mehr Frauen in den Wechseljahren auch auf die Kraft der sogenannten Phytohormone wie sie in der Yamswurzel, im Rotklee und in Soja zu finden sind. Zudem wird die wohltuende Kraft der Melisse in dieser Zeit hoch geschätzt. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
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Hormonersatztherapie (HRT)
Die Hormonersatztherapie (HRT) ist eine wirksame Behandlungsmöglichkeit zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden. Dabei werden dem Körper Östrogen und gegebenenfalls Gestagen zugeführt, um den Hormonmangel auszugleichen. Die HRT kann Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und andere Symptome deutlich reduzieren.
Psychotherapie
Ist eine rein körperliche, organische Ursache für die jeweiligen Symptome nach allen notwendigen medizinischen Untersuchungen ausschließbar, zieht der Arzt eine psychosomatische Ursache in Betracht. Körper und Psyche stehen in einem ständigen Wechselspiel miteinander. Und so ist es nicht ungewöhnlich, dass schwere seelische Belastungen sich auf verschiedene Körperfunktionen niederschlagen. Dazu zählen zum Beispiel permanenter Stress, Trauer, Sorgen und Ängste. Wer zum Beispiel einen geliebten Angehörigen verloren hat oder sich an seinem Arbeitsplatz sehr unglücklich fühlt, entwickelt oft durchaus langfristig körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder häufiges Zittern. Diese Beschwerden wertet der Arzt möglicherweise als vegetative Dystonie.
Die vegetative Dystonie lässt sich deshalb am besten mit psychotherapeutischen Maßnahmen behandeln. Sie versprechen die größte Aussicht auf Beschwerdefreiheit. Einige Psychotherapeuten sind auf somatoforme Störungen beziehungsweise vegetative Dystonie spezialisiert. Mit dieser Unterstützung lernen viele Betroffene, ihre Beschwerden besser einzuordnen und mit ihnen im Alltag umzugehen - dies geschieht zum Beispiel im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie. Besonders hilfreich ist es, die Gründe und Gefühle aufzuarbeiten, die hinter den Symptomen stehen. Sind belastende Empfindungen wie Stress, Sorgen oder Trauer aus der Welt zu schaffen oder anders zu verarbeiten, bessern sich auf Dauer meist auch die körperlichen Beschwerden.
Medikamente
Häufig mildern bereits diese Maßnahmen die Symptome mit der Zeit ab und helfen so gegen die vegetative Dystonie. Medikamente sind in den meisten Fällen nicht notwendig, werden bei großem Leidensdruck aber eingesetzt, um die Symptome zu behandeln. Dazu gehören zum Beispiel Schmerzmedikamente sowie verschiedene moderne Antidepressiva. Dabei bespricht der Arzt das Vorgehen genau mit seinem Patienten und stimmt die Medikation individuell auf den jeweiligen Fall ab. In der Regel behandelt der Arzt die vegetative Dystonie nicht dauerhaft, sondern nur vorübergehend mit Medikamenten.
MonaLisa Touch®
Insbesondere bei vulvovaginalen Wechseljahresbeschwerden - also Veränderungen im Intimbereich wie Scheidentrockenheit, Atrophie, Jucken, Brennen oder Schmerzen - gibt es gute Erfahrungen mit der schonenden Laserbehandlung mit MonaLisa Touch®. Durch die Stimulation des Gewebes wird dieses erneuert und regeneriert.
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Die chinesische Medizin als Alternative
Die Chinesische Medizin versteht die Wechseljahre nicht als Krankheit, sondern als Umbruchphase, in der sich die innere Balance neu organisiert. Wenn mit der Menopause die Monatsblutung aufhört, eröffnen sich sogar neue Möglichkeiten: Das Blut, das sonst jeden Monate „verloren“ ging, darf jetzt zum Herz wandern und die Frau weise und in sich gefestigt machen. Beschwerden entstehen, wenn diese Umstellung den Körper überfordert - die lang bestehenden Regulationsmechanismen, die bislang durch die ausreichende Produktion von Östrogen und Progesteron (z.T. auch Testosteron) kontrolliert wurden, funktionieren nicht mehr. Die Behandlung erfolgt sanft, individuell und angepasst an Ihre Konstitution.
Bedeutung von Stressdiagnostik
Die Symptome hormoneller Dysbalancen wie z. B. Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Libidoverlust, Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen, sind für viele Patienten schlecht greifbar. Häufig wird Stress als vage Beschreibung der Ursache genannt. In der Stressdiagnostik spielen Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin GABA und Glutamat sowie Cortisol und DHEA eine wichtige Rolle. Neben den beiden zuletzt genannten Markern unterliegen allerdings auch die Spiegel anderer Steroidhormone dem Einfluss einer anhaltenden Stressbelastung. Progesteron wird in den Fortpflanzungsorganen und - zu weit geringerem Anteil - in der Nebennierenrinde aus Cholesterin gebildet und ist eine wichtige Vorstufe zur Synthese weiterer Hormone wie Estradiol, Testosteron und Cortisol. Ein Mangel kann daher zu Störungen des gesamten Hormonstoffwechsels führen. Testosteron ist ein Sexualhormon, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen an der Regulation zahlreicher Stoffwechsel-Prozesse, der Entwicklung und Ausprägung körperlicher Merkmale sowie der Steuerung des Verhaltens beteiligt ist. Sein Wirkungsspektrum geht also weit über die Funktion als „männliches“ Sexualhormon hinaus. Im männlichen und weiblichen Körper fördert Testosteron die Knochendichte und regt die Bildung von Knorpelgewebe an. Daneben stimuliert es den Aufbau und die Trainierbarkeit der Muskulatur, steigert die Muskelkraft und die Produktion roter Blutkörperchen. Zahlreiche Veröffentlichungen weisen zudem positive Effekte auf den Glukose-Stoffwechsel und die Konzentration der Blutfette nach, die der Entstehung von Insulinresistenz bzw. Fettleibigkeit entgegenwirken können. Der Testosteronspiegel unterliegt einem circadianen Rhythmus; üblicherweise zeigt der Verlauf morgens sein Maximum. Die Effekte von Testosteron auf die Psyche werden gegenwärtig genauer erforscht. Fest steht, dass die Testosteron-Spiegel - sowohl bereits jene im Mutterleib auf den Fötus einwirkenden als auch die momentan vorhandenen - das Verhalten beider Geschlechter beeinflussen. Neueren Erkenntnissen zufolge ist Testosteron durchaus nicht einseitig mit aggressivem Verhalten, Dominanzstreben und Triebhaftigkeit konnotiert, sondern es fördert ebenfalls Eigenschaften wie Empathie, Aufmerksamkeit und Kognition und kann eine Schutzfunktion gegen Depressionen vermitteln. Zudem unterstützt es Wachheit, inneren Antrieb und Stressresistenz. Während Kraftsport und ausreichend Schlaf den Testosteron-Spiegel leicht anheben können, zeigen gestresste oder stark übergewichtige Personen häufig verminderte Konzentrationen. Das Steroidhormon Estriol gehört ebenfalls zu den Östrogenen. Es liegt in höheren Konzentrationen vor als Estradiol, hat jedoch eine weitaus schwächere Wirkung und nur geringen Einfluss auf den Ablauf des Zyklus.
Tipps für mehr Menopower
- Fang früh an. Beschäftige dich mit den Wechseljahren schon in der Perimenopause. Wer früh versteht, was im Körper passiert, kann gezielt vorbeugen.
- Verstehe, was wirklich passiert. Die Wechseljahre sind mehr als Hitzewallungen. Du legst jetzt die Basis für dein gesundes Altern - für Herz, Haut, Knochen und Gehirn.
- Lass deine Blutwerte checken. Vitamin D, Eisen, Schilddrüse und Hormone zeigen, was deinem Körper fehlt - und wo du ansetzen kannst.
- Denke präventiv, nicht problemorientiert. Kleine Routinen - Ernährung, Bewegung, Schlaf - wirken langfristig stärker als jede Wunderpille.
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