Einführung
Der Zustand von Mund und Zähnen ist von entscheidender Bedeutung für unsere allgemeine Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung. Chronische Erkrankungen wie Parkinson nehmen rasant zu, und es gibt zunehmend Hinweise auf einen engen Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und der Entwicklung solcher Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Probleme im Zusammenhang mit Weisheitszähnen bei Parkinson-Patienten und stellt die biologische Zahnmedizin als einen ganzheitlichen Behandlungsansatz vor.
Die Rolle der biologischen Zahnmedizin
Die biologische Zahnmedizin betrachtet den Körper nicht als einen Baukasten, bei dem man Teile einfach austauschen kann. Stattdessen wird ein sanfter, ganzheitlicher Behandlungsansatz verfolgt, der auf biokompatiblen Materialien basiert und darauf abzielt, den gesamten Körper zu unterstützen, anstatt nur Symptome zu behandeln. Anstatt natürliche Strukturen unbedacht zu ersetzen, sollte man mit Demut und Respekt vorgehen und die natürlichen Fähigkeiten des Körpers zur Heilung unterstützen.
NICO/FDOK: Versteckte Entzündungen im Kiefer
Ein besonderes Augenmerk gilt der NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis), auch bekannt als FDOK (Fettige Degenerative Osteonekrose im Kieferknochen). Dabei handelt es sich um eine versteckte Entzündung im Kiefer, bei der der Kieferknochen nicht richtig verknöchert ist und sich nicht selbst regenerieren kann. Anstelle von festem Knochen findet man eine weiche, mit Fett durchsetzte Knochenmasse, die wenig durchblutet und mit vielen Nervenfasern durchzogen ist.
Diese fettigen Knochenbereiche produzieren Entzündungsbotenstoffe und verteilen diese meist völlig schmerzlos im ganzen Körper. Gleichzeitig können sich in dieser Masse auch Giftstoffe wie Quecksilber, Aluminium, Kadmium und Blei ansammeln. Da das Immunsystem diese Bereiche schlecht bis gar nicht erkennt, können die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht greifen.
Ursachen für NICO/FDOK
NICO/FDOK kann verschiedene Ursachen haben:
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- Mangelnde Nährstoffversorgung: Unsere heutige Nahrung enthält oft nicht mehr ausreichend Vitamine und Mineralien, die für die Bildung von gesunder Knochenmasse notwendig sind. Insbesondere in Wachstumsphasen oder nach Zahnentfernungen kann es zu einem Mangel an Baustoffen kommen, was die Entstehung von schlecht verknöcherten Kieferarealen begünstigt.
- Vitamin-D3-Mangel: Vitamin D3 ist entscheidend für das Knochenwachstum. Da wir uns nicht mehr genügend in der Sonne aufhalten, kann es zu einem Mangel kommen.
- Stress: Wenn dem Körper nach einer Zahnentfernung keine absolute Ruhe gegeben wird, kann Stress die Heilungsprozesse beeinträchtigen.
- Bakterielle Infektionen: Wenn ein Weisheitszahn teilweise oder vollständig in der Mundhöhle steht und nicht gänzlich von befestigtem Zahnfleisch umgeben ist, können Bakterien direkten Zugang zum Knochen erhalten und eine NICO/FDOK verursachen.
- Verbleibende Zahnwurzelfragmente: Nach einer Zahnentfernung können Zahnwurzelfragmente im Kiefer verbleiben.
Auswirkungen von NICO/FDOK auf die Gesundheit
Die in der NICO/FDOK produzierten Giftstoffe und Entzündungsbotenstoffe können über die Lymphe und die Blutbahn im ganzen Körper verteilt werden und chronische Entzündungen und Erkrankungen fördern. Dazu gehören:
- Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS)
- Energielosigkeit (Burnout)
- Herz-Kreislauf-Beschwerden
- Nebennieren-Schwäche
- Gewichtszunahme
- Allergien
- Hauterkrankungen
- Darmbeschwerden
- Autoimmunerkrankungen
- Borreliose
- Gelenkerkrankungen
- Multiple Chemikaliensensitivität (MCS)
- Melanomerkrankungen
- Brustkrebs
- Altersdemenz und Morbus Alzheimer
- Schlafstörungen
- Migräne
- Depression
Es gibt auch Hinweise auf Zusammenhänge mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson.
Weisheitszahnprobleme bei Parkinson-Patienten
Parkinson-Patienten können aufgrund ihrer Erkrankung und der damit verbundenen Einschränkungen anfälliger für Weisheitszahnprobleme und deren Folgeerscheinungen sein.
Erschwerte Mundhygiene
Die motorischen Einschränkungen bei Parkinson können die tägliche Mundhygiene erschweren. Zittern, Steifheit und langsame Bewegungen können es schwierig machen, die Zähne gründlich zu putzen und Zahnseide zu verwenden. Dies kann zu einer vermehrten Ansammlung von Plaque und Bakterien führen, was das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis erhöht.
Schluckstörungen und Speichelfluss
Schluckstörungen (Dysphagie) und vermehrter Speichelfluss (Sialorrhö) sind häufige Begleiterscheinungen von Parkinson. Schluckstörungen können dazu führen, dass Nahrungsreste im Mund verbleiben und das Wachstum von Bakterien fördern. Vermehrter Speichelfluss kann ebenfalls die Mundhygiene beeinträchtigen und das Risiko für Infektionen erhöhen.
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Medikamentenbedingte Nebenwirkungen
Einige Medikamente, die zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden, können Nebenwirkungen haben, die die Mundgesundheit beeinträchtigen. Dazu gehören Mundtrockenheit (Xerostomie), die das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen erhöht, sowie Geschmacksveränderungen, die die Ernährungsgewohnheiten beeinflussen können.
Erhöhtes Risiko für NICO/FDOK
Aufgrund der oben genannten Faktoren haben Parkinson-Patienten möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von NICO/FDOK im Zusammenhang mit Weisheitszähnen. Dies kann zu einer zusätzlichen Belastung des Immunsystems führen und die Symptome der Parkinson-Erkrankung möglicherweise verschlimmern.
Diagnose von NICO/FDOK
Die Diagnose von NICO/FDOK kann schwierig sein, da die Entzündungen oft versteckt sind und keine offensichtlichen Schmerzen verursachen.
Klinische Untersuchung
Eine gründliche Untersuchung der Mundhöhle, des Zahnfleisches und der Zähne ist der erste Schritt. Dabei wird auf Anzeichen von Entzündungen, Zahnfleischrückgang, Karies und das Vorhandensein von Weisheitszähnen geachtet.
Bildgebende Verfahren
Herkömmliche Panorama-Röntgenaufnahmen können im Idealfall eine NICO/FDOK nur vermuten lassen. Erst durch die Erstellung einer digitalen Volumentomographie (DVT) oder mittels einer Computertomographie (CT) können NICO/FDOK in Form und Ausdehnung sicher identifiziert werden. Das DVT hat den Vorteil der geringeren Strahlenbelastung, während das hochauflösende CT eine bessere Darstellbarkeit bietet.
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Blutuntersuchung
Eine Blutuntersuchung kann helfen, Entzündungsmediatoren wie RANTES im Blut nachzuweisen, die auf eine NICO/FDOK hindeuten können.
Kinesiologische Testverfahren
Mittels eines kinesiologischen Testverfahrens (ART-Testmethode nach Dr. Klinghardt) kann überprüft werden, ob bestimmte Areale des Kiefers sich als Störfelder erweisen.
Behandlung von NICO/FDOK
Die Behandlung von NICO/FDOK zielt darauf ab, die Entzündung im Kiefer zu beseitigen und die Knochenheilung zu fördern.
Vorbereitung auf den Eingriff
Im ersten Schritt wird der Körper optimal auf den Eingriff vorbereitet. Dazu gehört die Entfernung schädlicher Metalle aus dem Mund, insbesondere Amalgamfüllungen, die Quecksilber freisetzen können. Zudem ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien wichtig, um die Knochenheilung zu unterstützen. Besonders wichtig sind Vitamin D3, Vitamin K2, Vitamin C und Magnesium.
Chirurgischer Eingriff
In einem kleinen chirurgischen Eingriff wird der schadhafte, nicht richtig verknöcherte Bereich des Kieferknochens entfernt. Das Ergebnis wird mittels einer kinesiologischen Testung mit dem entnommenen Material überprüft, um sicherzustellen, dass das OP-Gebiet vollständig gereinigt wurde. Anschließend wird das OP-Gebiet mittels Ozon desinfiziert und eigene Wachstumsfaktoren in die Wunde eingesetzt, um die Heilung zu fördern. Falls Weisheitszähne vorhanden sind, die entfernt werden müssen, werden diese in diesem Eingriff gleich schonend mit entfernt. Zum Abschluss wird das OP-Gebiet mittels einer Naht verschlossen.
Heilungsphase
Nach dem Eingriff ist es entscheidend, dem Körper absolute Ruhe zu gönnen und ihn weiterhin mit allen benötigten Mineralien und Vitaminen zu versorgen. In den ersten Tagen sollten elektronische Geräte mit Funkstrahlung gemieden und auf aufregende Filme oder Computerspiele verzichtet werden.
Zahnmedizinische Behandlungen für Parkinson-Patienten
Neben der Behandlung von NICO/FDOK gibt es eine Reihe weiterer zahnmedizinischer Behandlungen, die für Parkinson-Patienten wichtig sein können:
- Regelmäßige professionelle Zahnreinigung: Eine professionelle Zahnreinigung hilft, Plaque und Zahnstein zu entfernen und das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen zu reduzieren.
- Fluoridbehandlungen: Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.
- Speichelersatzmittel: Bei Mundtrockenheit können Speichelersatzmittel helfen, den Mund feucht zu halten und das Risiko für Karies zu reduzieren.
- Anpassung von Zahnersatz: Wenn Parkinson-Patienten Zahnersatz tragen, ist es wichtig, dass dieser gut sitzt und keine Druckstellen verursacht. Regelmäßige Kontrollen und Anpassungen sind daher erforderlich.
- Schmerzfreie Behandlung: Angst vor Schmerzen kann dazu führen, dass Parkinson-Patienten Zahnarztbesuche vermeiden. Daher ist es wichtig, dass Zahnärzte schmerzfreie Behandlungsmethoden anbieten, wie z.B. Dämmerschlaf oder Vollnarkose.
Multiple Sklerose (MS) und NICO/FDOK
Es gibt auch Hinweise auf Zusammenhänge zwischen NICO/FDOK und Multipler Sklerose (MS). Bei MS-Patienten wurde häufig eine verminderte Knochendichte im Kiefer festgestellt, was auf eine chronische RANTES-Belastung hindeuten kann. Quecksilber aus Amalgamfüllungen und Zytokine aus NICO/FDOK-Störfeldern der Mundhöhle können ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung von MS-Symptomen spielen.
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