Parkinson-Schmerzen: Arten, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem das motorische System betrifft. Menschen mit Parkinson leiden unter einer Vielzahl von Symptomen, darunter Zittern, verlangsamte Bewegungen (Bradykinese), Muskelsteifheit (Rigor) und Gleichgewichtsstörungen. Neben diesen klassischen motorischen Symptomen leiden viele Betroffene auch unter Schmerzen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Arten von Schmerzen bei Parkinson, ihre Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste und bekannteste Bewegungsstörung. Im deutschsprachigen Raum wird Parkinson auch als Schüttellähmung bezeichnet. Das Krankheitsrisiko steigt mit fortschreitendem Alter. Bei der Parkinson-Krankheit sind bestimmte Hirnregionen erkrankt. Dadurch ist die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin gestört, der zur Steuerung von Bewegungen nötig ist. Das verlangsamt Bewegungs- und Denkabläufe. Parkinson ist eine degenerative Erkrankung, was bedeutet, dass Gewebe oder Funktionen verloren gehen. Neben der Parkinson-Krankheit zählen das Restless-Legs-Syndrom (krankhaft unruhige Beine) und der essenzielle Tremor (Zittern als eigenständige Erkrankung) zu den häufigsten Bewegungsstörungen. Auch wenn Parkinson nicht heilbar ist, können geeignete Therapien zu einer hohen Lebensqualität auch im Alter beitragen. Mit einer optimalen Behandlung haben Parkinson-Patienten heute annähernd die gleiche Lebenserwartung wie nicht-erkrankte Personen.

Frühe Symptome und Hauptsymptome von Parkinson

Parkinson entwickelt sich langsam und schleichend, wobei die Symptome zu Beginn meist nur auf einer Körperseite auftreten. Zu den frühen Symptomen gehören:

  • Geruchsstörungen
  • Stimmungsprobleme
  • Gestörtes Farbensehen
  • Verändertes Schlafverhalten
  • Schmerzen und Missempfindungen

Die vier Hauptsymptome bei Parkinson sind:

  1. Muskelstarre (Rigor): Rigor bedeutet die Steifheit der Muskeln. Diese sind bei Parkinsonkranken dauerhaft angespannt, auch im Ruhezustand. Symptome wie ein Ziehen im betroffenen Bereich oder das Gefühl, bei jeder Bewegung gegen einen zähen Widerstand anzukämpfen sind typisch. Hauptsächlich betroffen sind die Nacken- und Schultermuskeln. Der Arzt kann die Muskelsteifheit anhand des Zahnradphänomens feststellen: Beim Bewegen von Extremitäten wie der Arme treten Widerstände auf und verschwinden wieder. Die Bewegung ist ruckartig, als würde sich ein Zahnrad bewegen.
  2. Bradykinese: Parkinson-Patienten mit einer Bradykinese bewegen sich langsamer. Sie gehen langsam und in kleinen Schritten und häufig nach vorne gebeugt. Es fällt ihnen schwer, eine Bewegung überhaupt zu starten. Auch Gestik und Mimik verändern sich bei der Bradykinese, das Gesicht wirkt maskenhaft. Die Betroffenen sprechen leise, monoton und undeutlich. Feinmotorische Fähigkeiten nehmen ab, so wird beispielsweise die Handschrift kleiner und unleserlich. Mit fortschreitender Krankheit kann es zu einer Akinese kommen, bei der die Bewegungen extrem verlangsamt sind oder der Betroffene teilweise völlig bewegungslos ist.
  3. Parkinson-Tremor (Muskelzittern): Typisch für die Parkinson-Krankheit ist das Zittern, das in Ruhe-Situationen auftritt (Ruhe-Tremor). Deshalb wird sie umgangssprachlich auch „Schüttel-Lähmung“ genannt. Meist fängt es in den Armen und Händen an, im späteren Verlauf zittern auch die Beine und Füße.
  4. Instabile Körperhaltung mit Neigung zu Stürzen: Bei Parkinson sind die Stell- und Haltereflexe gestört. Betroffenen fällt es schwer, sich stabil aufrecht zu halten. Sie sind unsicher beim Gehen und stürzen leichter.

Andere Anzeichen von Parkinson wie Stürze, Denk- und Gedankenstörungen zeigen sich hingegen verstärkt, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist.

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Nicht-motorische Symptome von Parkinson

Neben den sichtbaren Anzeichen treten normalerweise auch nicht-sichtbare Parkinson-Symptome auf. Diese werden in vier Gruppen zusammengefasst:

  • Neuropsychiatrische Störungen: Antriebsarmut, depressive Verstimmungen, Störungen der Impulskontrolle, des Denkens (etwa eine Verlangsamung) und der Gedanken (beispielsweise inhaltliche Einschränkungen, quälendes Grübeln). 35 bis 45 Prozent der Betroffenen leiden unter einer Depression, die damit ein wichtiges neuropsychiatrisches Symptom der Parkinson-Krankheit ist.
  • Schlafstörungen: Häufiges Erwachen, oft als Folge erhöhter Müdigkeit während des Tages.
  • Autonome Funktionsstörungen: Dadurch kann der Blutdruck schwanken oder die Patient*innen verlieren die Kontrolle über ihre Blase und den Darm.
  • Sinnesstörungen: Etwa eine verminderte Fähigkeit, zu riechen und Farben wahrzunehmen, sowie Schmerzen.

Schmerzen bei Parkinson: Eine Übersicht

Viele Parkinson-Patienten gehen zunächst wegen Schmerzen oder Missempfindungen, häufig des Rückens und der oberen Extremitäten zu einem Arzt oder einer Ärztin. Schmerzen bei der Parkinson-Krankheit werden häufig als krampfartig-ziehender Muskelschmerz wahrgenommen. Schmerzen können ein frühes Symptom der Parkinson-Krankheit sein oder im Laufe der Erkrankung auftreten. Sie können verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern. Es ist wichtig, die verschiedenen Arten von Schmerzen zu kennen, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten.

Arten von Schmerzen bei Parkinson

Schmerzen bei Parkinson können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, basierend auf ihrer Ursache und ihren Eigenschaften:

  1. Muskuloskelettale Schmerzen:
    • Ursache: Diese Schmerzen entstehen durch Muskelsteifheit (Rigor), Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen, die typisch für Parkinson sind. Die dauerhafte Muskelspannung führt zu Verspannungen und Schmerzen, insbesondere im Nacken, in den Schultern und im Rücken. Die mitunter schmerzhaften Muskelversteifungen werden oft als rheumatische Beschwerden fehlinterpretiert. In den meisten Fällen manifestieren sich diese in der Schulter-Arm- bzw. in der Becken-Oberschenkel-Region. Die Kraft der Muskeln bleibt dabei voll erhalten. Körpernahe Muskeln (Schultern, Arme, Oberschenkel) sind von der Muskelsteifigkeit meistens stärker betroffen als körperferne Muskelgruppen.
    • Symptome: Krampfartige, ziehende Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen.
    • Diagnose: Klinische Untersuchung, Beurteilung der Muskelspannung und Beweglichkeit.
    • Behandlung: Physiotherapie, Dehnübungen, Muskelrelaxantien, Schmerzmittel.
  2. Dystonie-bedingte Schmerzen:
    • Ursache: Dystonien sind unwillkürliche, anhaltende Muskelkontraktionen, die zu verdrehten oder wiederholten Bewegungen oder abnormalen Körperhaltungen führen. Bei Parkinson treten Dystonien häufig in den Füßen, Zehen, Händen oder im Nacken auf. Zusätzlich entwickelt etwa ein Drittel der betroffenen Patienten schmerzhafte Dystonien (Verkrampfungen) der distalen Extremitäten, insbesondere einseitige Zehen-, Fuß- und Wadenkrämpfe. Sie treten vor allem in der zweiten Nachthälfte bzw. in den frühen Morgenstunden nach dem einnahmefreien Intervall der Nacht auf (sog. Off-Phasen-Dystonie).
    • Symptome: Schmerzhafte Krämpfe, Verdrehungen, unwillkürliche Bewegungen, z.B. krampfartige Schmerzen in Zehen, Füßen und Waden, vor allem morgens.
    • Diagnose: Klinische Untersuchung, Beobachtung der Muskelkontraktionen.
    • Behandlung: Botulinumtoxin-Injektionen, Medikamente zur Muskelentspannung, Tiefe Hirnstimulation (DBS).
  3. Neuropathische Schmerzen:
    • Ursache: Diese Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Funktionsstörungen des Nervensystems. Bei Parkinson können neuropathische Schmerzen durch die Erkrankung selbst oder durch Medikamente verursacht werden.
    • Symptome: Brennende, stechende, einschießende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Allodynie (Schmerzen bei Berührung).
    • Diagnose: Neurologische Untersuchung, Nervenleitgeschwindigkeitsmessung, Quantitative sensorische Testung (QST).
    • Behandlung: Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Duloxetin), Antikonvulsiva (z.B. Gabapentin, Pregabalin), Opioide (in schweren Fällen).
  4. Akathisie-bedingte Schmerzen:
    • Ursache: Akathisie ist ein Zustand innerer Unruhe und Bewegungsdrang, der oft durch Medikamente, insbesondere Dopaminagonisten, ausgelöst wird.
    • Symptome: Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu liegen, inneres Zittern, Bewegungsdrang, Unruhe in den Beinen.
    • Diagnose: Klinische Beurteilung, Beobachtung des Verhaltens.
    • Behandlung: Dosisreduktion oder Wechsel des Medikaments, Betablocker, Benzodiazepine.
  5. Zentrale Schmerzen:
    • Ursache: Diese Schmerzen entstehen durch Veränderungen in der Schmerzwahrnehmung im Gehirn. Sie sind direkt mit der Parkinson-Krankheit verbunden und nicht auf periphere Ursachen zurückzuführen.
    • Symptome: Diffuse, schwer zu lokalisierende Schmerzen, oft begleitet von Depressionen und Angstzuständen.
    • Diagnose: Ausschluss anderer Schmerzursachen, neurologische Untersuchung.
    • Behandlung: Antidepressiva, Schmerzmittel, Psychotherapie.
  6. Schmerzen im Zusammenhang mit "Off"-Phasen:
    • Ursache: "Off"-Phasen sind Perioden, in denen die Parkinson-Medikamente nicht mehr ausreichend wirken und die Symptome wiederkehren. Dies kann zu Muskelsteifheit, Krämpfen und Schmerzen führen.
    • Symptome: Zunahme der Muskelsteifheit, Krämpfe, Schmerzen, Bewegungsverlangsamung.
    • Diagnose: Beobachtung des zeitlichen Zusammenhangs mit der Medikamenteneinnahme.
    • Behandlung: Anpassung der Medikamentendosis oder -einnahmezeiten, zusätzliche Medikamente.

Ursachen von Schmerzen bei Parkinson

Die Ursachen für Schmerzen bei Parkinson sind vielfältig und oft komplex. Sie können direkt mit der Erkrankung selbst, mit den Begleiterscheinungen der Erkrankung oder mit den Medikamenten zusammenhängen.

  • Dopaminmangel: Der Dopaminmangel im Gehirn führt nicht nur zu motorischen Symptomen, sondern beeinflusst auch die Schmerzwahrnehmung.
  • Muskelsteifheit und Fehlhaltungen: Die Muskelsteifheit (Rigor) und die daraus resultierenden Fehlhaltungen führen zu Verspannungen und Schmerzen im Muskel-Skelett-System.
  • Dystonien: Unwillkürliche Muskelkontraktionen verursachen schmerzhafte Krämpfe und Verdrehungen.
  • Neuropathische Schäden: Schädigungen des Nervensystems können neuropathische Schmerzen verursachen.
  • Medikamente: Einige Parkinson-Medikamente können Nebenwirkungen wie Akathisie oder Dystonien verursachen, die mit Schmerzen verbunden sind.
  • Begleiterkrankungen: Parkinson-Patienten leiden häufig unter Begleiterkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose, die ebenfalls Schmerzen verursachen können.
  • Depressionen und Angstzustände: Psychische Erkrankungen können die Schmerzwahrnehmung verstärken und zu chronischen Schmerzen beitragen.

Diagnose von Schmerzen bei Parkinson

Die Diagnose von Schmerzen bei Parkinson erfordert eine sorgfältige Anamnese, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen.

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  • Anamnese: Der Arzt erfragt die Art, Lokalisation, Intensität und den zeitlichen Verlauf der Schmerzen. Es ist wichtig, auch Begleitsymptome und mögliche Auslöser zu erfragen. Damit der Arzt das kann, sollte der Patient ein Schmerztagebuch führen.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Muskelspannung, Beweglichkeit und Reflexe. Er achtet auf Fehlhaltungen und Anzeichen von Dystonien. Das Zahnradphänomen ermöglicht als typisches Parkinson-Anzeichen eine Methode, um einen Rigor im fortgeschrittenen Stadium zu erkennen. Hierbei versuchen Ärzte den Arm der Patientinnen und Patienten zu bewegen, zum Beispiel an Ellenbogen oder Handgelenk. Durch den Rigor ist dies nur ruckartig und in kleinen Abständen möglich, als könnte die Bewegung jeweils nur bis zum Einrasten des Gelenks in der nächsten Kerbe eines imaginären Zahnrads ausgeführt werden.
  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt überprüft die Funktion des Nervensystems, um neuropathische Schmerzen zu erkennen.
  • Weitere diagnostische Maßnahmen:
    • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, CT oder MRT können helfen, andere Ursachen für die Schmerzen auszuschließen. Eine Bildgebung des Hirns mit CT oder MRT dient dazu, Parkinson-Syndrome z.B. aufgrund eines Normaldruckhydrozephalus einer spezifischen Behandlung zuführen zu können.
    • Nervenleitgeschwindigkeitsmessung: Diese Untersuchung kann helfen, neuropathische Schäden zu erkennen.
    • Quantitative sensorische Testung (QST): Diese Untersuchung misst die Schmerzempfindlichkeit und kann helfen, neuropathische Schmerzen zu charakterisieren.
    • Psychologische Tests: Diese Tests können helfen, Depressionen und Angstzustände zu erkennen, die die Schmerzwahrnehmung beeinflussen können.

Behandlung von Schmerzen bei Parkinson

Die Behandlung von Schmerzen bei Parkinson ist multimodal und umfasst verschiedene Therapieansätze. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und dieFunktionsfähigkeit zu erhalten.

  1. Medikamentöse Therapie:
    • Schmerzmittel: Nicht-opioide Schmerzmittel (z.B. Paracetamol, Ibuprofen) können bei leichten bis mäßigen Schmerzen helfen. Opioide Schmerzmittel (z.B. Tramadol, Oxycodon) werden bei starken Schmerzen eingesetzt, sollten aber aufgrund des Suchtpotenzials nur kurzfristig und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
    • Antidepressiva: Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Duloxetin) können bei neuropathischen Schmerzen und Depressionen helfen.
    • Antikonvulsiva: Antikonvulsiva (z.B. Gabapentin, Pregabalin) werden bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt.
    • Muskelrelaxantien: Muskelrelaxantien (z.B. Baclofen, Tizanidin) können bei Muskelsteifheit und Dystonien helfen.
    • Botulinumtoxin-Injektionen: Botulinumtoxin-Injektionen werden bei Dystonien eingesetzt, um die Muskelkontraktionen zu reduzieren.
    • Parkinson-Medikamente: Eine Anpassung der Parkinson-Medikamente kann helfen, "Off"-Phasen und Dystonien zu reduzieren.
    • Medizinisches Cannabis: Medizinisches Cannabis kann für die Behandlung von parkinsontypischen Begleitsymptomen wie Zittern, Schmerzen, Schlafstörungen und psychischen Beschwerden in Frage kommen. Zwar kann medizinisches Cannabis nicht den Krankheitsverlauf bei Parkinson aufhalten, aber unter Umständen einige Symptome und Nebenwirkungen der Parkinson-Medikamente lindern.
  2. Nicht-medikamentöse Therapie:
    • Physiotherapie: Krankengymnastik und Physiotherapie sind die wichtigsten Bestandteile der Parkinson-Behandlung. Dabei sollen Beschwerden gelindert werden, die Bewegungsverhalten und die Haltung der Betroffenen beeinträchtigen wie Steifheit (Rigor) Zittern (Tremor) Bewegungsarmut (Hypokinese).
    • Ergotherapie: Ergotherapie unterstützt Parkinson-Patienten dabei, Alltagsfunktionen zu erhalten und zu verbessern. Ergotherapeuten beraten Betroffene auch in Bezug auf ihr Wohn- und Arbeitsumfeld und überdenken zusammen mit den Patient*innen tägliche Abläufe neu. Dazu gehört es etwa, Stolperfallen wie Teppiche und Schwellen zu entfernen und Haltegriffe im Bad, bei der Toilette oder vor Türen anzubringen.
    • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, Depressionen, Angstzustände und chronische Schmerzen zu bewältigen.
    • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga können helfen, Muskelverspannungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
    • Akupunktur: Akupunktur kann bei einigen Parkinson-Patienten Schmerzen lindern.
    • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme- und Kälteanwendungen können bei Muskelverspannungen und Schmerzen helfen.
    • Bewegungstherapie: Regelmäßige Bewegung kann helfen, die Muskelkraft und Beweglichkeit zu erhalten und Schmerzen zu lindern.
    • Logopädie: Bei Schluckstörungen sollte in Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin logopädische Unterstützung gesucht werden. Mit dem Logopäden lernen Sie beispielsweise Übungen für mehr Kraft und Beweglichkeit der Zunge. Sie bekommen Tipps, um das Schlucken beispielsweise durch eine Haltungsänderung zu fördern. Zusätzlich kann eine individuell angepasste Kost das Schlucken erleichtern und es sicherer machen, etwa mit weichen Speisen und angedickten Flüssigkeiten.
  3. Tiefe Hirnstimulation (DBS):
    • In den letzten Jahren wird neben der medikamentösen Behandlung immer häufiger ein operatives Therapieverfahren namens Tiefe Hirnstimulation eingesetzt. Hierbei regt man drei ausgewählte Hirnregionen über Elektroden an. Dazu kommt ein Schrittmacher, der unter die Haut implantiert wird und den der Patient oder die Patientin von außen steuern kann. Die Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson zeigt eine gute bis sehr gute Wirksamkeit mit vertretbaren Nebenwirkungen (neben den typischen Begleiterscheinungen eines chirurgischen Eingriffs). Die Tiefe Hirnstimulation eignet sich für Parkinson-Patienten, die bereits längere Zeit behandelt werden und bei denen die Therapie Komplikationen hervorruft, die sich nicht ausreichend mit Medikamenten verbessern lassen.

Weitere Behandlungselemente bei Parkinson

Ergänzend zur Behandlung mit Medikamenten sind Krankengymnastik und Physiotherapie die wichtigsten Bestandteile der Parkinson-Behandlung. Ergotherapie unterstützt Parkinson-Patienten dabei, Alltagsfunktionen zu erhalten und zu verbessern. Ergotherapeuten beraten Betroffene auch in Bezug auf ihr Wohn- und Arbeitsumfeld und überdenken zusammen mit den Patient*innen tägliche Abläufe neu. Dazu gehört es etwa, Stolperfallen wie Teppiche und Schwellen zu entfernen und Haltegriffe im Bad, bei der Toilette oder vor Türen anzubringen.

Risikofaktoren und Ursachen für Parkinson

Das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung steigt mit dem Lebensalter: Nur etwa vier Prozent der Betroffenen sind jünger als 51 Jahre. In der Altersgruppe über 65 Jahren leiden dagegen etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung daran. Wie entscheidend der Risikofaktor Alter ist, zeigt sich daran, dass bei Menschen über 50 Jahren das Risiko, an Parkinson zu erkranken, mit jedem Jahr um neun Prozent wächst. Bei bis zu 30 Prozent der Parkinsonkranken spielt eine genetische, also familiäre Vorbelastung eine Rolle. Auslöser einer Parkinson-Erkrankung ist eine Schädigung von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin ausschütten. Dadurch kommt es zu einem Dopamin-Mangel. Dieser Botenstoff ist an der Steuerung von Bewegungen beteiligt: Er überträgt Signale aus dem Gehirn auf andere Nervenzellen, die Bewegungen aktivieren oder hemmen. Bei den meisten Parkinson-Erkrankten ist die Ursache für die Zellschädigung im Gehirn unbekannt.

Diagnose einer Parkinson-Erkrankung

Um die Diagnose Parkinson zu stellen, betrachtet der Arzt im Wesentlichen die klassischen erkennbaren Symptome wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und Gleichgewichtsstörungen. Verschiedene Untersuchungen können bereits in der frühen Phase der Erkrankung dazu beitragen, die Diagnose zu sichern. Dazu zählt insbesondere das bildgebende Verfahren DAT-Scan. Damit lassen sich Störungen im Dopamin-Stoffwechsel zeigen. Weiterführende Untersuchungen sind:

  • Geruchstest
  • Ergänzende neuropsychologische Untersuchungen wie Hirnleistungstests
  • Schlafdiagnostik
  • Elektrophysiologische Messungen der Nervenfunktion
  • Laboruntersuchungen
  • Zusätzliche bildgebende Verfahren
  • L-Dopa-Test: Dabei erhält der Patient oder die Patientin versuchsweise das Medikament L-Dopa, das den Botenstoff Dopamin ersetzt.

Neben den sichtbaren Anzeichen muss der Arzt auch die nicht-sichtbaren Symptome im Blick haben, um die Diagnose Parkinson zu stellen - also Geruchsstörungen, Stimmungsprobleme, gestörtes Farbensehen und ein verändertes Schlafverhalten. Eine wichtige Rolle spielt bei der Diagnostik die Feststellung einer möglichen Depression, die in Verbindung mit einer Parkinson-Erkrankung auftreten kann. Depressionen gehören zu den Faktoren, die die Lebensqualität von Parkinson-Patienten am stärksten beeinträchtigen. Dabei ist oft weder den Betroffenen noch den Angehörigen bewusst, dass bei Stimmungsschwankungen eine Depression vorliegt. Erschwert wird die Diagnosestellung dadurch, dass sich Symptome der Depression mit denen der Parkinson-Erkrankung überschneiden. Es ist daher für eine erfolgreiche Parkinson-Therapie besonders wichtig, die Symptome sicher zu erkennen, zuzuordnen und zu behandeln.

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