In jüngster Zeit haben mehrere prominente Künstler aus verschiedenen Gründen ihre Tourneen abgesagt oder ihre Karriere als tourende Musiker beendet. Diese Entscheidungen werfen ein Schlaglicht auf die vielfältigen gesundheitlichen Herausforderungen, denen sich Künstler im Laufe ihrer Karriere stellen müssen, und lenken die Aufmerksamkeit auf Krankheiten wie Alzheimer, Lewy-Körper-Demenz, Multisystematrophie und Normaldruckhydrozephalus (NPH).
Neurodegenerative Erkrankungen als Karrierestopp
Ein besonders bewegendes Beispiel ist der Fall von Jack Russell, dem ehemaligen Sänger der Rockband Great White. Russell gab im Mai 2024 bekannt, dass er an Lewy-Körper-Demenz und Multisystematrophie leidet. Beide Krankheiten sind neurodegenerativ und weisen ähnliche Symptome wie Alzheimer oder Parkinson auf. Aufgrund dieser Erkrankungen sah sich der 63-Jährige nicht mehr in der Lage, auf dem Niveau aufzutreten, das er sich wünschte und das sein Publikum verdiente.
Die Diagnose von Lewy-Körper-Demenz und Multisystematrophie bedeutet für Russell das Ende seiner Karriere als tourender Musiker. Er hatte bereits in der Vergangenheit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, darunter eine Darmperforation und ein gebrochenes Becken im Jahr 2011, die ihn zum Verlassen von Great White zwangen. Seit seinem endgültigen Ausstieg war er mit seiner eigenen Band Jack Russell's Great White unterwegs.
Alzheimer-Diagnose und ihre Auswirkungen
Auch wenn im Zusammenhang mit Tourneeabsagen nicht immer direkt von Alzheimer die Rede ist, so ist diese Krankheit doch ein wichtiger Faktor, der die Entscheidungen von Künstlern beeinflussen kann. Alzheimer ist eine der häufigsten Ursachen für Demenz, einer Erkrankung, die durch Abbauprozesse des Gehirns gekennzeichnet ist.
Die Alzheimer-Krankheit manifestiert sich durch verschiedene Symptome, die im Laufe der Zeit fortschreiten. Zu den frühen Anzeichen gehören Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, Schwierigkeiten beim Denken und Nachlassen der Sprachpräzision. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Betroffenen zunehmend von fremder Hilfe abhängig, verlieren die Orientierung und haben Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen.
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Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. In einigen Fällen spielen genetische Faktoren eine Rolle, während in anderen Fällen die Krankheit durch fehlerhafte Verarbeitung von Amyloid-Vorläuferprotein und Tau-Protein verursacht wird. Diese fehlerhaften Proteine lagern sich im Gehirn ab und führen zur Zerstörung von Nervenzellen und Nervenzellkontakten.
Neue Therapieansätze bei Alzheimer
In den letzten Jahren gab es bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Lecanemab (Handelsname Leqembi) und Donanemab (Handelsname Kisunla) sind zwei neue Antikörper, die in der EU zugelassen wurden. Diese Medikamente zielen auf die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn ab, die mit dem Absterben von Nervenzellen in Verbindung gebracht werden. Studien deuten darauf hin, dass Donanemab den Krankheitsverlauf um bis zu 30 Prozent verlangsamen kann.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Medikamente nur für einen kleinen Teil der Betroffenen geeignet sind, nämlich für Patienten im frühen Stadium der Krankheit mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Zudem können sie schwere Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen und Blutungen verursachen.
Normaldruckhydrozephalus (NPH) als mögliche Ursache für Beschwerden
Neben Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen kann auch der Normaldruckhydrozephalus (NPH) eine Ursache für gesundheitliche Probleme sein, die Künstler zur Absage von Tourneen zwingen. NPH ist eine Erkrankung des Gehirns, die durch eine übermäßige Ansammlung von Gehirnflüssigkeit ausgelöst wird.
Die Symptome von NPH ähneln denen von Alzheimer und Parkinson, was oft zu Fehldiagnosen führt. Zu den häufigsten Symptomen gehören Schwierigkeiten beim Aufstehen aus einem tiefen Sessel, kognitive Einschränkungen und Probleme mit dem Gleichgewicht.
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NPH kann durch eine Lumbalpunktion diagnostiziert werden, bei der Flüssigkeit aus dem Rücken entnommen wird, um zu prüfen, ob sich der Zustand des Patienten verbessert. Wenn eine Lumbalpunktion zu einer NPH-Diagnose führt, kann eine Operation namens Ventrikulärshunt durchgeführt werden, um die übermäßige Flüssigkeit abzuleiten.
Weitere Gründe für Tourneeabsagen
Neben gesundheitlichen Problemen können auch andere Faktoren zu Tourneeabsagen führen. Dazu gehören:
- Unerwartete Ereignisse: Die Dt. Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e. V. Selbsthilfe Demenz kann Veranstaltungen absagen, wenn Gründe vorliegen, die wir nicht zu vertreten haben, z. B. Ausfall des Referierenden, geringe Teilnehmendenanzahl.
- Erkrankung eines Bandmitglieds: Die amerikanische Rockband Guns 'n' Roses hat ihre geplante Europa-Tournee mit drei Konzerten in Deutschland abgesagt. Der Grund für die überraschende Absage der 14 ausverkauften Auftritte ist offenbar eine schwere Erkrankung eines Band-Mitglieds.
- Gesundheitliche Probleme eines Crew-Mitglieds: Die Nasa muss eine Crew aus medizinischen Gründen vorzeitig zurück zur Erde holen.
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