Wie stirbt man an einem Gehirntumor: Ein umfassender Überblick

Ein Gehirntumor kann eine verheerende Diagnose sein, die viele Fragen und Ängste aufwirft, insbesondere die Frage nach dem Sterbeprozess. Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte des Sterbens an einem Gehirntumor geben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Glioblastom, der häufigsten und aggressivsten Form von Hirntumoren bei Erwachsenen. Es werden die Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und die damit verbundene Prognose beleuchtet, um Betroffenen und ihren Angehörigen ein besseres Verständnis zu ermöglichen.

Einführung

Hirntumoren sind Wucherungen im Gehirn, die gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein können. Sie entstehen entweder im Gehirngewebe oder den Hirnhäuten (primäre Hirntumoren) oder durch Metastasen von Krebszellen aus anderen Körperregionen (sekundäre Hirntumoren). Die Symptome, der Verlauf und die Lebenserwartung bei einem Hirntumor hängen stark vom Zelltyp, dem Grad der Bösartigkeit und der Lage des Tumors ab.

Was ist ein Glioblastom?

Das Glioblastom (GBM), auch Glioblastoma multiforme genannt, ist ein besonders aggressiver primärer Hirntumor, der von den Gliazellen, den Stützzellen des Gehirns, ausgeht. Es ist der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grad-IV-Tumor eingestuft, dem höchsten Malignitätsgrad. Glioblastome zeichnen sich durch schnelles Wachstum und Infiltration in das umliegende gesunde Gewebe aus, was eine vollständige Entfernung in der Regel unmöglich macht.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Glioblastoms sind noch weitgehend unklar. Allerdings gibt es einige Risikofaktoren, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht werden:

  • Alter: Das Risiko, an einem Glioblastom zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Die meisten Fälle treten zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr auf.
  • Ionisierende Strahlung: Eine Exposition gegenüber ionisierender Strahlung, wie sie bei Strahlentherapien des Gehirns eingesetzt wird, kann das Risiko für die Entwicklung eines Glioblastoms erhöhen.
  • Erbliche Krankheitsbilder: Seltene genetische Erkrankungen wie das Li-Fraumeni-Syndrom, das Lynch-Syndrom, Neurofibromatose, Tuberöse Sklerose und das Turcot-Syndrom können die Entstehung von Glioblastomen begünstigen.
  • Radiofrequenzfelder: Es gibt Hinweise darauf, dass Radiofrequenzfelder, wie sie in der mobilen Kommunikation verwendet werden, möglicherweise das Risiko für die Entwicklung von Gliomen erhöhen könnten, aber die Beweislage ist noch nicht eindeutig.

Symptome

Die Symptome eines Glioblastoms sind vielfältig und hängen von der Lage, Größe und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab. Da Glioblastome schnell wachsen, verursachen sie oft frühzeitig Symptome durch Druck auf das Gehirn. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Neu auftretende epileptische Anfälle: Oft das erste Symptom eines Hirntumors.
  • Kopfschmerzen: Vor allem nachts und am frühen Morgen, die im Laufe der Zeit immer heftiger werden und sich durch Medikamente kaum lindern lassen.
  • Übelkeit und Erbrechen: Besonders morgens.
  • Neurologische Ausfälle: Je nach Lage des Tumors und der Schädigung von gesundem Hirngewebe, z. B. Taubheitsgefühl, Lähmungen, verschwommene Sicht, Doppelbilder, Sprachstörungen, Gleichgewichtsstörungen.
  • Bewusstseinsstörungen: Wie Benommenheit, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen.
  • Wesensveränderungen: Veränderungen der Persönlichkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Depressionen oder Angstgefühle.

Diagnose

Die Diagnose eines Glioblastoms erfolgt in der Regel durch Neurologen und Neurochirurgen. Sie umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und ausführliche Befragung nach Symptomen, deren Verlauf und Vorerkrankungen.
  2. Neurologische Untersuchung: Überprüfung von Sehen, Hören, Riechen, Augenbewegungen, Gesichtsmuskulatur, Koordination, Kraft, Sensibilität, Reflexen und Gleichgewicht.
  3. Bildgebende Verfahren:
    • Magnetresonanztomographie (MRT): Das wichtigste diagnostische Verfahren, um das Innere des Gehirns sichtbar zu machen und feinste Veränderungen zu erkennen.
    • Computertomographie (CT): Kann als Alternative zur MRT verwendet werden, wenn diese nicht möglich ist.
    • Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Zur Darstellung von Bereichen mit erhöhter Stoffwechselrate, wie sie für Hirntumoren charakteristisch ist.
  4. Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen und molekularpathologischen Untersuchung, um den Tumortyp, den WHO-Grad und genetische Marker (z. B. IDH-Status, MGMT-Promotor-Methylierung) zu bestimmen.

Behandlung

Die Behandlung eines Glioblastoms ist komplex und erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Ziel der Behandlung ist es, das Tumorwachstum zu verlangsamen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Heilung ist nach aktuellem Stand der Medizin in der Regel nicht möglich.

Die Standardtherapie umfasst in der Regel:

  1. Operation (Resektion): Entfernung des Tumors, so viel wie möglich, ohne das umliegende gesunde Hirngewebe zu schädigen. Eine vollständige Entfernung ist aufgrund der infiltrativen Natur des Glioblastoms in der Regel nicht möglich.
  2. Strahlentherapie: Gezielte Bestrahlung des Tumors, um verbliebene Tumorzellen abzutöten.
  3. Chemotherapie: Einsatz von Medikamenten, die das Wachstum von Krebszellen hemmen. Temozolomid ist ein häufig verwendetes Chemotherapeutikum bei Glioblastomen.
  4. Tumortherapiefelder (TTF): Elektrische Felder, die die Zellteilung der Tumorzellen stören.
  5. Gezielte Therapie: Einsatz von Medikamenten, die spezifische Veränderungen im Erbgut des Tumors angreifen.
  6. Stereotaktische Strahlentherapie: Bei kleineren Tumoren können strahlende Teilchen (Seeds) in den Tumor gesetzt werden, die diesen langsam von innen heraus behandeln (interstitielle Strahlentherapie).

Zusätzlich zur tumorgerichteten Therapie werden supportive Maßnahmen eingesetzt, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören:

  • Medikamente zur Behandlung von epileptischen Anfällen.
  • Kortison zur Reduzierung von Hirnschwellungen.
  • Schmerzmittel.
  • Physiotherapie und Ergotherapie zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten.
  • Logopädie zur Behandlung von Sprachstörungen.
  • Psychologische Unterstützung.
  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Menschen mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen und begrenzter Lebenserwartung.

Prognose und Sterbeprozess

Die Prognose für Patienten mit einem Glioblastom ist trotzFortschritten in der Behandlung weiterhin schlecht. Die durchschnittliche Überlebenszeit nach der Diagnose beträgt in der Regel 15 bis 18 Monate. Einige Patienten überleben jedoch länger als fünf Jahre, insbesondere wenn sie an einer besonderen Unterart des Glioblastoms leiden oder eine guteResponse auf die Therapie zeigen.

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Der Sterbeprozess bei einem Glioblastom kann sehr unterschiedlich verlaufen und hängt von der Lage des Tumors, seiner Wachstumsgeschwindigkeit und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. In vielen Fällen kommt es zu einer fortschreitenden Verschlechterung der neurologischen Funktionen, die zu Koma und schließlich zum Tod führt.

Einige mögliche Todesursachen bei einem Glioblastom sind:

  • Erhöhter Hirndruck: Durch das Wachstum des Tumors und die Bildung von Hirnödemen kann der Hirndruck so stark ansteigen, dass lebenswichtige Funktionen beeinträchtigt werden.
  • Einklemmung des Hirnstamms: Wenn der Tumor auf den Hirnstamm drückt, können lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Herzschlag ausfallen.
  • Epileptische Anfälle: Häufige oder anhaltende epileptische Anfälle können zu Hirnschäden und zum Tod führen.
  • Lungenentzündung: Aufgrund von Schluckstörungen und Immobilität kann es zu einer Aspirationspneumonie kommen, die lebensbedrohlich sein kann.
  • Thrombose und Lungenembolie: Immobilität kann das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöhen, die zu einer Lungenembolie führen können.
  • Ausfall lebenswichtiger Organe: In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kann es zu einem Ausfall lebenswichtiger Organe kommen.

Es ist wichtig zu betonen, dass der Sterbeprozess bei einem Glioblastom nicht immer mit Schmerzen und Leid verbunden sein muss. Durch eine gutePalliativversorgung können die Symptome kontrolliert und die Lebensqualität bis zumEnde erhalten werden.

Umgang mit der Diagnose und Unterstützung

Die Diagnose eines Glioblastoms ist für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Belastung. Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe und Unterstützung zu suchen, um mit den emotionalen, psychischen und sozialen Herausforderungen umzugehen.

Folgende Anlaufstellen können hilfreich sein:

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  • Ärzte und Pflegepersonal: Sie können medizinische Informationen liefern, die Behandlung koordinieren und bei der Symptomkontrolle helfen.
  • Psychoonkologen: Sie können bei der Bewältigung von Ängsten, Depressionen und anderen psychischen Problemen helfen.
  • Sozialarbeiter: Sie können bei finanziellen und sozialen Fragen beraten und Unterstützung vermitteln.
  • Selbsthilfegruppen: Sie bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen.
  • Patientenorganisationen: Sie bieten Informationen, Beratung und Unterstützung für Patienten und ihre Angehörigen.
  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV): Sie bieten eine umfassende Betreuung zu Hause, um die Lebensqualität bis zum Ende zu erhalten.

Eigene Erfahrungen und Perspektiven

Die Auseinandersetzung mit der Diagnose eines Glioblastoms ist ein sehr persönlicher Prozess. Viele Betroffene berichten von Gefühlen der Wut, Trauer, Verzweiflung und Unsicherheit. Es ist wichtig, diese Gefühle anzuerkennen und sich Zeit zu nehmen, um sie zu verarbeiten.

Einige Betroffene finden Trost und Kraft in ihrem Glauben, in der Natur oder in kreativen Aktivitäten. Andere engagieren sich in Selbsthilfegruppen oder setzen sich für die Forschung und Behandlung von Hirntumoren ein.

Es ist auch wichtig, sich realistische Ziele zu setzen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man noch beeinflussen kann. Dazu gehört zum Beispiel, die Lebensqualität zu verbessern, Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen und die eigenen Angelegenheiten zu regeln.

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