Ohrakupunktur bei Parkinson: Kosten, Anwendung und Wirksamkeit

Die Ohrakupunktur ist eine spezielle Form der Akupunktur, die sich auf die Behandlung von Beschwerden durch das Setzen von Nadeln an bestimmten Punkten des Ohrs konzentriert. Sie basiert auf der Vorstellung, dass verschiedene Bereiche des Ohrs mit bestimmten Organen und Körperteilen verbunden sind. Diese Methode wird auch bei Patienten mit Morbus Parkinson eingesetzt.

Grundlagen der Akupunktur

Akupunktur ist eine zentrale Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die auf einem 5000 Jahre alten Wissen basiert. Dabei werden feine Nadeln in bestimmte Akupunkturpunkte des Körpers gestochen, um heilende oder lindernde Wirkungen zu erzielen. Die „Nadelung“ soll Störungen im Energiefluss beheben und Blockaden lösen.

Die Akupunkt Meridian Massage (AMM) ist eine energetische und körperliche Behandlungsform, die westliche und östliche Praktiken kombiniert. Meridiane sind Energiebahnen, durch die Energieströme (Qi) fließen. Sie bilden den Energiekreislauf und versorgen den gesamten Körper. Die rund 360 Akupunkturpunkte liegen direkt auf den Meridianen und funktionieren wie ein Lichtschalter. Bei der AMM & TCM wird ohne Nadeln behandelt, sondern mit einem kleinen speziellen Metallstab. Der Therapeut aktiviert damit die Akupunkturpunkte und massiert bzw. zieht Striche auf dem gesamten Meridianverlauf. Alternativ wird auch das Schröpfen, Schaben und Wärme angewandt.

Wirkungsweise der Akupunktur

Die genauen naturwissenschaftlichen Prinzipien hinter der Akupunkturwirkung sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch Indizien dafür, dass Akupunkturbehandlungen vielfältige Wirkungen haben. Eine Nadelung kann Schmerzen lindern, die Muskelspannung regulieren, das Immun- und vegetative Nervensystem sowie die Hormonkreisläufe beeinflussen, die Durchblutung fördern und die Psyche ausgleichen. All diese Aspekte spielen auch bei Parkinson eine Rolle, entweder als Hauptsymptome oder als Nebenwirkungen der Erkrankung.

Ablauf einer Akupunkturbehandlung

Nach einer Anamnese wählt der Akupunkteur die Punkte aus und legt die Häufigkeit der Therapie fest. Meist werden ein bis zwei Serien von je zehn bis zwölf Behandlungen in ein bis zwei Sitzungen pro Woche durchgeführt. Die Behandlung findet im Liegen statt, um eine größtmögliche Entspannung zu gewährleisten. Sterile Einmalnadeln werden verwendet, selten wiederverwertbare Gold-, Silber- oder Stahlnadeln. Die Nadeln sind 0,2 bis 0,4 Millimeter dick und ein bis zehn Zentimeter lang. Der Einstich ist in der Regel schmerzarm bis schmerzfrei. Die Tiefe des Einstichs hängt von der anatomischen Beschaffenheit des Punktes ab. Manchmal stimuliert der Akupunkteur die Punkte zusätzlich durch Drehen der Nadel oder durch leichten Strom. Zwischen zehn und zwanzig Nadeln werden je nach körperlicher und seelischer Verfassung des Patienten gesetzt und verbleiben zehn bis dreißig Minuten in der Haut. Nach dem Einstich können unterschiedliche Empfindungen auftreten, die den korrekten Sitz der Nadeln anzeigen, wie dumpfer Druck, Kribbeln, Taubheits- oder Schweregefühl sowie Wärme oder Kälte am Einstichpunkt. Dies wird als „De-Qi-Gefühl“ bezeichnet.

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Ohrakupunktur als spezielle Methode

Vergleichbar mit der Schädelakupunktur nach Yamamoto und der Fußsohlen-Akupunktur gilt die Ohrakupunktur als eigenständige Methode. Sie basiert auf der Vorstellung, dass die verschiedenen Körperorgane bestimmten Regionen am Ohr zugeordnet sind. Daher lässt sich über das Setzen von Nadeln am Ohr der gesamte Körper beeinflussen. Die Ohrakupunktur wurde in den 1950er Jahren in Frankreich entwickelt und kam verschiedentlich bei Parkinsonkranken zum Einsatz.

Implantat-Akupunktur

Die Implantat-Akupunktur ist eine spezielle Form der Ohrakupunktur, bei der kleine Nadeln aus medizinischem Rein-Titan an Ohr-Akupunkturpunkte gesetzt und implantiert werden. In China ist diese Methode seit über 1500 Jahren bekannt. Chinesische Ärzte setzten bei chronischen Schmerzpatienten sowie bei schwer heilbaren neurologischen Erkrankungen resorbierbare Kollagenfasern aus Darmsaiten an vordefinierte Ohr-Akupunkturpunkte.

Eine aktuelle Langzeitbeobachtung deutet darauf hin, dass die Implantat-Akupunktur bei Morbus Parkinson Symptome nachhaltig reduzieren und den Verlauf positiv beeinflussen kann. Viele Patientinnen und Patienten berichten über eine spürbare Verbesserung ihrer Beweglichkeit, Schlafqualität und allgemeinen Lebenszufriedenheit.

Ablauf der Implantat-Ohr-Akupunktur

Die Implantat-Ohr-Akupunktur wird seit wenigen Jahren bei neurologischen Erkrankungen in Deutschland eingesetzt. Hierbei wird immer wieder über eine Verbesserung der Symptome und Lebensqualität bei Patienten mit Morbus Parkinson berichtet. Systematische Anwendungsbeobachtungen aus der Praxis fehlen jedoch.

Am Anfang jeder Behandlung steht ein ausführliches Informations- und Aufklärungsgespräch. Jeder Therapeut entscheidet nach der genauen Diagnose, wie der individuelle Behandlungsablauf am wirksamsten erfolgen sollte. Die Behandlung erfolgt ambulant. Beide Ohren werden ausreichend desinfiziert. Nach der Desinfektion werden die Nadeln an die entsprechenden Punkte gesetzt. die Nadel am Zielpunkt freigesetzt und implantiert. Es gilt der Grundsatz: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. erhält der Patient einen genauen Dokumentationsbogen. welche Punkte zur Behandlung einer bestimmten Krankheit akupunktiert wurden. Nach Abschluss der Behandlung erhält der Patient einen Patientenpass. Patientenpass werden die Implantate nochmals dokumentiert. sollten den Patientenpass ständig bei sich tragen. in Anspruch nehmen. beim behandelnden Arzt einzuplanen. des Patienten und der Anzahl der zu setzenden Nadeln. einem qualifizierten Therapeuten. werden. Behandlung in der Regel leider nicht.

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Eine prospektive und konsekutive Verlaufsbeobachtung untersuchte 79 Patienten über einen Zeitraum von 6 Monaten nach der Implantation per Interview. Die Implantat-Ohr-Akupunktur kann das Behandlungsspektrum bei Morbus Parkinson erweitern.

Ergebnisse einer Studie zur Implantat-Ohr-Akupunktur

82 Patienten mit Morbus Parkinson wurden konsekutiv von Januar 2005 bis Dezember 2006 in einer Parkinson-Sprechstunde für eine Studie erfasst. Alle Patienten unterschrieben vor der Behandlung eine Einverständniserklärung über den geplanten Eingriff sowie der telefonischen Nachsorge. Während der Behandlung wurden kleine Nadeln aus medizinischem Rein-Titan (IMPLAX" / Firma Lametec) an französische und chinesische Ohr-Akupunkturpunkte gesetzt und implantiert. Alle Punkte wurden mit dem RAC (Reflexe auriculocardiaque) sowie der Very-Point-Technik (nach Gleditsch) ermittelt. Es wurden nur Titan-Nadeln gesetzt, wenn übereinstimmend nach RAC und Very-Point-Technik aktive Punkte gefunden wurden. Alle 82 Patienten wurden vom selben Untersucher behandelt und ausgewertet. Vom Stichtag der Implantation wurden alle Patienten im Abstand von 4, 8 und 16 und 24 Wochen nach der Implantation telefonisch interviewt, ggf. auch persönlich nachuntersucht. Hierzu wurde ein differenzierter Befundbogen prospektiv angelegt.

Nach Prüfung der Ein- und Ausschlusskriterien konnten 79 Patienten vollständig ausgewertet werden. Für diese Patienten wurden jeweils 2 Endpunkte (158 Hauptgründe für Implantation) vor der Behandlung definiert. Zusätzlich wurde erfasst, ob durch die Behandlung mit den eingesetzten Implantaten eine Reduzierung der bisher eingenommen Parkinson-Medikation erreicht werden konnte. Die Auswertung erfolgte mittels eines standardisierten Beantwortungsbogens. Dieser wurde per Telefoninterview im Abstand von 4, 8, 16 und 24 Wochen nach der Implantation abgefragt. Alle Endpunkte wurden von den Patienten wie folgt gewertet. Zusätzlich wurden alle Studienteilnehmer 6 Monaten (24 Wochen) nach der Implantation zu einer Gesamtbeurteilung der Wirksamkeit dieser Methode (I-O-A) befragt. Alle Patienten wurden gebeten die Parkinson-Medikation möglichst konstant zu halten, damit das Ergebniss nicht durch eine Umstellung der Medikation beeinträchtigt wurde. Ebenfalls wurden zusätzliche komplementäre Anwendungen, welche ggf.

79 Patienten erhielten im Schnitt 11,2 Nadeln (Range 3 - 37). Hierbei wurden die folgenden Ohr-Akupunkturpunkte ausgewählt. 4 Wochen nach der Implantation berichteten 51% der Patienten von einer signifikanten Verbesserung zum Ausgangsbefund. 8 Wochen nach der Implantation war diese Zahl auf 62 % der Patienten angestiegen. In der Endpunktauswertung ergab sich 24 Wochen nach der Implantat-Ohr-Akupunktur (I-O-A) das folgende Ergebniss. Bei der Untersuchung der Nebenendpunkte (Nebengrund für Implantation) konnte eine Reduzierung der Medikamente in 21% aller Patienten erreicht werden. Bei 7 von 11 Patienten war eine Obstipation (Verstopfung) rückläufig. Alle anderen Nebenendpunkte waren nicht signifikant bzw. die Fallzahl zu gering.

Alle vier Endpunkte (Tremor, Rigor, Bewegungsverlangsamung und Schmerzen) wurden von den Patienten nach über 6 Monaten als Verbesserung zum Ausgangsbefund bewertet. In allen Subanalysen zeigte sich eine Verbesserung der jeweiligen Befunde von über 60%.

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Weitere Aspekte der Akupunktur bei Parkinson

Akupunktur spaltet Ärzte als auch Patienten. Noch bis in die 90er Jahre wurde die chinesische Akupunktur als Außenseitermethode betrachtet. Heute ist sie in der Schmerztherapie bereits als fester Bestandteil innerhalb der Schulmedizin integriert worden. Auch in anderen Indikationen, wie z.B.

Die Implantat-Ohr-Akupunktur (I-O-A) ist demgegenüber noch weitgehend unbekannt. In Deutschland wird die Methode bisher nur vereinzelt von spezialisierten Ärzten und anderen Therapeuten angeboten. Für die betroffenen Patienten ist daher die Qualifikation des Arztes sowie die individuelle Beratung über die mögliche Prognose von immenser Bedeutung. Die Ergebnisse dieser Auswertung geben Anlass diese Methode noch intensiver zu untersuchen.

Sicherlich wäre es in Zukunft wünschenswert die Daten objektiver zu präsentieren. Daher sollte neben einer Patientenbefragung zukünftig regelmäßig der Parkinson's Disease Questionnaire (PDQ 39) durchgeführt werden. Dieser Test fragt nach diversen Alltagstätigkeiten, die für die betroffenen Patienten nur noch mit Mühe oder deutlich verlangsamt durchgeführt werden können. Insbesondere der motorische Teil des Tests (UPDRS) könnte indirekt darüber Aufschluss geben, ob durch die eingesetzten Implantate dem zentralen Nervensystem (ZNS) wieder vermehrt Dopamin und dopaminähnliche Botenstoffe zur Verfügung gestellt werden können. Somit könnte der Einsatz der Implantate gerade in der Frühphase der Erkrankung die Gabe von Dopamin weiter hinauszögern.

Jede Form der Akupunktur hat einen indirekten Einfluss auf das vegetative Nervensystem sowie auf die Regulation verschiedener hormoneller Systeme. Eine Freisetzung von Endorphinen nach Akupunktur konnte in verschiedenen Tiermodellen und beim Menschen bestätigt werden. Besonders interessant ist die Beobachtung, dass verschiedene Arten der Akupunktur zu einer unterschiedlichen Ausschüttung von Endorphinen führen können. Beschrieben sind Freisetzungen von B-Endorphin, Met-Enkephalin, Dynorphin und Endomorphin sowie auch von Serotonin, Noradrenalin, Substanz P, Calcitonin Generelated Peptide und GABA.

Hierzu könnte eine relativ neue Untersuchung, die DATSCAN-Methode einen wertvollen Beitrag liefern. Hierbei handelt es sich um eine nuklearmedizinische Untersuchung bei der ein Radiopharmakon (I-123-FP-CIT) injiziert wird, welches sich mit Molekülen verbindet, die Dopamin innerhalb des ZNS transportieren. Diese Methode visualisiert daher indirekt den Dopaminumsatz im zentralen Nervensystem und kann daher feststellen, ob sich Unterschiede zum Ausgangsbefund evaluieren lassen. Auch das Ausmaß der Erkrankung kann hiermit dokumentiert werden und ggf. In diesem Zusammenhang zeigte sich in den letzten Jahren, dass auch zunehmend Patienten mit Restless-Legs-Syndrom von der I-O-A profitierten. Aufgrund der Wirksamkeit dopaminerger Substanzen in dieser Indikation ist von einer Ursache im dopaminergen System auszugehen, wobei diesbezüglich durchgeführte bildmorphologische Studien widersprüchliche Ergebnisse über die postsynaptische dopaminerge Funktion in den Basalganglien erbrachten.

Für die korrekte Durchführung und Vergleichbarkeit müssen bestimmte Richtlinien bei der Anwendung der Implantat-Ohr-Akupunktur (I-O-A) beachtet werden. Im Sinne einer ganzheitlichen Beratung und Aufklärung der Patienten sollten auch zusätzliche Maßnahmen erwähnt werden. Entgiftung des Körpers von Schadstoffen (z.B. Verbesserung der Gehirndurchblutung (z.B. Sicherlich dürfen diese Maßnahmen nicht überbewertet werden, weil sie nicht kausal für die Entstehungsgeschichte des Morbus Parkinson verantwortlich zu machen sind. Evtl. können sie aber die Folgeerscheinungen durch die Grunderkrankung lindern. Die intensive Zuwendung zu den Patienten während dieser Verlaufskontrolle ergab zudem die Beobachtung, dass sehr häufig seelische Verletzungen und Traumata für die Auslösung eines Morbus Parkinson verantwortlich sein können. Die durchweg positiven Ergebnisse dieser Verlaufsbeobachtung geben Anlass die Methode der Implantat-Ohr-Akupunktur (I-O-A) weiter zu untersuchen. Alle vier Zielkriterien - Tremor, Rigor, Bewegungsverlangsamung und Schmerzen wurden von den Patienten überwiegend als Verbesserung zum Ausgangsbefund vor der Implantation bewertet.

Akupunktur bei neuropsychiatrischen Symptomen von Parkinson

Viele Parkinsonpatienten leiden an schwer behandelbaren neuropsychiatrischen Symptomen. Eine Therapieoption könnte die Akupunktur bieten. Eine Studie zeigte, dass Akupunktur die Schlafqualität signifikant verbesserte. Auch die Ergebnisse in der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS), der Epworth Sleepiness Scale (ESS) und im Parkinson’s Disease Questionnaire-39 (PDQ-39) sprachen für einen positiven Effekt. Akupunktur kann neben dem Schlaf auch psychische Störungen, auffälliges Verhalten sowie den Gesamtzustand des Patienten günstig beeinflussen.

Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA)

Die Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA) ist eine Sonderform der Akupunkturtherapie. In diesem Mikrosystem gibt es eine Zone, durch deren Akupunktur die Hormone im Gehirn beeinflusst werden können, die sogenannten Neurotransmitter. Der wichtigste dieser Botenstoffe bei Morbus Parkinson ist das Dopamin. Bei der ersten Behandlung wird eine gründliche schulmedizinische und komplementärmedizinische Anamnese durchgeführt und der Medikamentenplan angeschaut. Dann wird der Kopf auf die genannten Verquellungen abgetastet. Die Nadeln - bei der ersten Behandlung maximal fünf - werden platziert. Der Patient ruht bequem mit den Nadeln für 25 Minuten in ruhiger entspannter Atmosphäre. Die Kosten müssen privat abgerechnet werden.

Kosten und Erstattung

Die Kosten für Akupunkturbehandlungen variieren je nach Art der Akupunktur und dem behandelnden Therapeuten. Die Kostenabrechnung erfolgt entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Ob und in welchem Umfang die Krankenkasse die Kosten für eine Akupunkturbehandlung übernimmt, sollte im Vorfeld geklärt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte bereits 2003 eine Indikationsliste für den Einsatz von Akupunktur. Heute wird „das Nadeln“ als Therapieform immerhin von etlichen Krankenkassen bei einigen Diagnosen verlässlich abgerechnet, insbesondere bei chronischen Lendenwirbelsäulen-, Rücken- oder Kniebeschwerden. Kosten werden meist für zehn Anwendungen übernommen, sofern dafür ein qualifizierter Behandler bereitsteht. Mittlerweile tragen auch viele private Krankenversicherer die Kosten einer Akupunktur-Behandlung.

Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer klassischen Körperakupunktur, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Akupunktur ist Kassenleistung bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, wenn die Schmerzen seit mindestens 6 Monaten bestehen. Als Patient:in haben Sie in der Regel Anspruch auf bis zu 10 Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall. Die Sitzungen können Sie innerhalb von maximal 6 Wochen wahrnehmen. In begründeten Ausnahmefällen übernehmen die Krankenkasse auch bis zu 15 Sitzungen innerhalb von 12 Wochen. Wichtig ist, dass während jeder Sitzung die Nadeln mindestens 20 Minuten in der Haut bleiben sollten. Eine erneute Behandlung ist frühestens nach 12 Monaten möglich, nachdem Sie die vorherige Behandlung abgeschlossen haben.

Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von qualifizierten Ärztinnen oder Ärzten durchgeführt wird. Das bedeutet, dass zum Beispiel Internist:innen oder Orthopäd:innen Akupunkturbehandlungen nur durchführen dürfen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem eine Ausbildung zur Akupunktur und vertiefte Kenntnisse in den Bereichen der Schmerztherapie und Psychosomatik. Zudem müssen Ärztinnen und Ärzte eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung haben.

Fehlen die erforderlichen fachlichen Voraussetzungen und die Genehmigung, dürfen Ärzt:innen die Leistung bei gesetzlich Versicherten nicht einfach privat abrechnen. Stattdessen müssen sie Sie als Patient:in auf Ihren Kassenanspruch hinweisen. Zudem müssen sie Sie an eine andere Ärztin oder einen anderen Arzt überweisen, die die Genehmigung haben.Sitzungen bei Heilpraktiker:innen müssen Sie aus eigener Tasche zahlen.

Viele Krankenkassen bezahlen oder bezuschussen Akupunktur auch bei anderen Erkrankungen oder bei der Geburtsvorbereitung. Dies ist dann eine sogenannte freiwillige Satzungsleistung oder geschieht im Rahmen von Bonusprogrammen. Akupunktur ist also keineswegs immer eine kostenpflichtige IGeL. Fragen Sie am besten vor Behandlungsbeginn bei Ihrer Kasse nach.

Was Patienten beachten sollten

Bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden, fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin nach dem möglichen Nutzen dieser alternativen Heilmethode im Vergleich zu anderen Therapieformen.

Bietet Ihnen die Praxis eine kostenpflichtige Akupunktur an, klären Sie vorab, ob die Krankenkasse bei Ihrer Erkrankung die Kosten übernimmt oder einen Zuschuss zahlt. Wenn Sie eine Krankenzusatzversicherung haben, sollten Sie sich vorab auch dort erkundigen, ob sie die Kosten übernimmt.

Vergewissern Sie sich vor Behandlungsbeginn, dass die Praxis die Akupunktur als Kassenleistung tatsächlich abrechnen darf. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Ihres Bundeslandes erfahren Sie, welche Praxen in Ihrer Nähe die erforderlichen Voraussetzungen haben.

Sofern Sie die Akupunktur selbst bezahlen müssen, lassen Sie sich im Vorfeld schriftlich über die Kosten pro Sitzung aufklären und fragen Sie, wie viele Sitzungen nötig sind. Achten Sie darauf, dass erfahrene Therapeut:innen die Akupunktur vornehmen.

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