Migräne Kissen Test: Finden Sie das Richtige für Ihren Schlaf

Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, oft verursacht durch mangelnde Bewegung am Arbeitsplatz, falsche Haltung oder ungünstige Schlafpositionen. Nackenstützkissen können hier Abhilfe schaffen, indem sie Verspannungen lösen oder deren Entstehung verhindern. Bei der Wahl des richtigen Nackenkissens spielen die bevorzugte Schlafposition, die Matratzenhärte und der Körperbau eine entscheidende Rolle.

Was ist ein Nackenkissen und wozu dient es?

Nackenstützkissen unterscheiden sich von herkömmlichen Kissen in ihrer Form und Funktion. Sie sind so konzipiert, dass sie Nacken und Kopf optimal unterstützen und eine ergonomische Schlafposition fördern. Eine ergonomische Schlafposition liegt dann vor, wenn die Wirbelsäule, insbesondere die Halswirbelsäule, möglichst gerade ausgerichtet ist. Nur so können sich die umliegenden Muskeln entspannen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Kissen sind Nackenstützkissen in der Regel höher und haben oft eine abgeschrägte Form, um eine gerade Ausrichtung der Wirbelsäule zu unterstützen. Viele Nackenstützkissen haben eine ausgeprägte Formgebung und eine Füllung aus viskoelastischem Schaumstoff oder Latex.

Verschiedene Formen von Nackenkissen

Nackenstützkissen gibt es in verschiedenen Formen und Designs, die alle den Anspruch erheben, Nacken und Wirbelsäule während des Schlafs optimal zu unterstützen. Zu den gängigsten Formen gehören:

  • Wellenförmige Nackenstützkissen: Diese Kissen haben eine wellenförmige oder geschwungene Silhouette, die den Nacken in einer natürlichen, leicht gebogenen Position halten soll.
  • Kontur- oder orthopädische Nackenstützkissen: Diese Kissen haben eine ergonomische Form und sind oft mit einer Vertiefung in der Mitte versehen.
  • Rollenförmige Nackenstützkissen: Wie der Name schon sagt, haben diese Kissen die Form einer Rolle.
  • Keilförmige Nackenstützkissen: Diese Kissen haben eine Keilform und sind oft dicker an der unteren Seite und dünner an der oberen Seite.
  • U-förmige Nackenstützkissen: Sie haben die Form eines "U" und werden oft als Reisekissen oder für Menschen verwendet, die gerne auf der Seite schlafen.

Materialien von Nackenkissen

Die Füllmaterialien von Nackenkissen variieren ebenfalls und haben unterschiedliche Eigenschaften:

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  • Viskoelastischer Schaum: Dieser Schaum besteht aus Polyurethan (PU) und ist ein beliebtes Füllmaterial für Nackenstützkissen, da er sehr haltbar ist und sich der Form des Kopfes und des Nackens anpasst. Einige Kissen enthalten viskoelastischen Schaum mit Gel-Infusion.
  • Latex: Nackenstützkissen aus Latex sind ebenfalls lange haltbar und formstabil. Sie bieten eine gute Stützwirkung und können den Kopf im Sommer abkühlen. Allerdings ist Latex relativ schwer, und es kann etwas dauern, bis sich das Kissen an die individuelle Kopf- und Nackenform anpasst.
  • Federkern: Nackenstützkissen mit Federkern sind sehr weich und anschmiegsam. Sie passen sich gut an die individuelle Kopf- und Nackenform an und sind in der Regel sehr langlebig.
  • Mikroperlen: Nackenstützkissen mit Mikroperlen sind leicht und anschmiegsam. Allerdings sind Mikroperlen als Füllmaterial nicht so langlebig wie Schaum oder Latex, da sie mit der Zeit ihre Form und somit auch ihre Stützfunktion verlieren können.
  • Naturmaterialien: Federn, Daunen oder Wolle sind sehr weich, anschmiegsam und in der Regel atmungsaktiv.

Wie wählt man das richtige Nackenkissen aus?

Da kein Mensch gleich gebaut ist und jeder eine andere Schlafposition und Matratzenhärte bevorzugt, ist die Wahl des richtigen Nackenkissens keine leichte, aber eine sehr wichtige Entscheidung.

  • Anpassbarkeit an die Matratze: Nackenkissen sollten sich an unterschiedliche Matratzen anpassen lassen. Auf einer weichen Matratze sinkt der Oberkörper tiefer ein, sodass ein zu hohes Nackenkissen den Kopf abknicken könnte. Hier sollte das Kissen nicht ganz so hoch sein. Bei härteren Matratzen hingegen sinkt der Körper weniger ein, sodass ein höheres Kissen benötigt wird.
  • Entnehmbare Schichten: Ein gutes Nackenstützkissen sollte bestenfalls aus entnehmbaren Schichten bestehen, um Kissen, Matratze, Nacken und Kopf ideal einzustellen.
  • Herstellerhinweise: Ein gutes Nackenkissen zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Hersteller Hinweise zur richtigen Positionierung und Eignung des Kissens gibt.

Ermittlung der richtigen Abstützhöhe

Die Abstützhöhe ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines geeigneten Nackenkissens. In Seitenlage ist die Schulterbreite ausschlaggebend für die Abstützhöhe des Kissens. In Rückenlage ermittelt man den Stützbedarf, indem man sich mit den Schulterblättern an die Wand stellt, ohne den Kopf anzulehnen. Der Blick sollte geradeaus gerichtet sein. Dann misst man den Abstand zwischen Hinterkopf und Wand. Beträgt er nur zwei bis drei Zentimeter, hat man einen niedrigeren Stützbedarf.

Probeliegen und Testen

Es ist ratsam, ein Nackenstützkissen drei bis vier Wochen auszuprobieren, um zu überprüfen, ob sich damit die Schmerzen legen und ein Nackenstützkissen überhaupt notwendig ist. Wenn sich die Schmerzen auch mit dem Nackenkissen nicht legen, könnten sie auch medizinische Ursachen haben. Wer mit einem Nackenstützkissen nicht zurechtkommt, sollte sich auch nicht weiter damit quälen.

Tipps vor dem Kauf

  • Fachhandel: Gehen Sie, wenn möglich, vor dem Kauf eines Nackenstützkissens in den Fachhandel und probieren Sie die Kissen möglichst auf einer Matratze mit ähnlichem Härtegrad wie zu Hause aus. Lassen Sie sich von Fachhändlern beraten.
  • Matratzenhärte beachten: Als Seitenschläfer messen Sie die Schulterbreite, als Rückenschläfer den Abstand zwischen Hinterkopf und Wand in aufrechter Haltung. So ermitteln Sie die richtige Stützhöhe des Kissens. Wichtig ist, die Matratzenhärte ebenfalls zu beachten.

Getestete Nackenkissen und ihre Eigenschaften

Im Folgenden werden einige der im Test der Stiftung Warentest (2025) untersuchten Nackenkissen und ihre Eigenschaften vorgestellt:

  • Paradies Revita Ergonomic: Dieses Kissen zeichnet sich durch seine gute Anpassbarkeit und optimale Stützfunktion aus. Es lässt sich gut an unterschiedliche Körper, Schlaftypen und Matratzenhärten anpassen. Besonders positiv hervorzuheben sind die Anpassungs- und Liegehinweise, die dem Kissen beiliegen. Das Kissen besteht aus einem ergonomisch geformten Stützkern mit Wellenschnitten und zwei unterschiedlich ausgeprägten Nackenrollen aus Polyurethan (PU). Der Bezug besteht zu 70 Prozent aus Polyester (davon sind 60 Prozent recycelt) sowie 30 Prozent Lyocell.
  • Blackroll Recovery Pillow: Dieses Kissen ist der perfekte Begleiter für unterwegs. Wegen der unterschiedlichen Seiten ist es für alle Schlafpositionen geeignet. Eine Seite stützt den Nacken etwas weniger, die andere Seite bietet mehr Stützkraft. Das Kissen wird in Deutschland produziert und kommt in einer wasserabweisenden Reisetasche. Der Memoryschaum-Kern besteht zu 100 Prozent aus Polyurethan.
  • Centa-Star NeckProtect Air: Dieses Kissen ist super weich und gut zum Mitnehmen geeignet. Es hat einen Slow-Memory-Effekt und passt sich langsam an, um dann in ergonomisch optimaler Form zu bleiben.

Ergebnisse des Nackenkissen-Tests der Stiftung Warentest (2025)

Die Stiftung Warentest hat 2025 insgesamt 14 Nackenkissen untersucht. Alle Kissen bestehen aus Schaumstoff, zwei beinhalten Latex. Die Kissen wurden im Frühjahr 2025 erworben und die Preise beim Anbieter erfragt. Zwei Personen in Rückenlage und zwei in Seitenlage ermittelten die Abstützeigenschaften.

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  • Emma Nackenkissen: Dieses Kissen erhielt die Note "Gut (1,7)" und wurde für seine Anleitung zur Anpassung der Höhen, viele Kombinationsmöglichkeiten und den höchsten Komfort gelobt.
  • Ikea Nackenkissen: Dieses Kissen ist ebenfalls höhenverstellbar und hat sogar einen kühlenden Effekt auf einer Seite.
  • Blackroll Recovery Pillow: Dieses Kissen schnitt eher mittelmäßig ab, ist aber problemlos verstaubar und transportierbar.

Keines der 14 getesteten Kissen fiel im Test durch. Allerdings schnitten auch nur fünf in ihrer wichtigsten Funktion sehr gut oder gut ab: der Abstützeigenschaft.

Weitere getestete Nackenkissen

  • Cloudpillo: Dieses Kissen sticht durch seine einzigartige Form hervor und kann auch gegen das Kopfende des Bettes gelehnt werden, um nicht nur den Nacken, sondern auch den Oberkörper zu stützen. Die Härte und Dicke des Kissens lassen sich individuell einstellen.
  • Lamb Memory Foam Kissen: Dieses Kissen ist der Preistipp und bietet individuelle Einstellungsmöglichkeiten der Kissenhöhe.
  • Cloudpillo Plus: Dieses Kissen ist besonders für Seitenschläfer geeignet, da es sich durch seine geschwungene Form besser anpasst und Nacken und Schulter stützt.
  • Blumtal Memory Foam Nackenkissen: Dieses Wellenkissen ist in der Höhe verstellbar, indem Memory-Foam-Schichten entfernt werden.
  • Donama Memory Schaumkissen: Dieses Schmetterlingskissen ist für verschiedene Schlafpositionen geeignet, kann aber auf Dauer den Liegekomfort beeinträchtigen.
  • Paradies ReVita Ergonomic Nackenstützkissen: Dieses Kissen enttäuschte im Test mit einem starken chemischen Geruch.
  • Theraline Schlaf- und Nackenstützkissen: Dieses Kissen enttäuschte mit einer ungleichmäßigen Füllung aus Mikroperlen.
  • "Die Welle" von Grüne Erde: Dieses Kissen setzt als einziges Nackenstützkissen im Test auf 100 Prozent Naturlatex für den Memory Foam und 100 Prozent Baumwolle für die Bezüge.

Kopfschmerzen und Nackenkissen

Viele Kopfschmerzen können durch das Schlafen auf einem falschen Kissen verursacht werden. Ein passendes Kissen soll die Halswirbelsäule während des Schlafs in natürlich gerader Position stützen. Studien zeigen, dass eine richtige Nackenunterstützung während des Schlafs dazu beiträgt, Muskelspannungen und Kopfschmerzen zu reduzieren und ihnen sogar vorzubeugen.

Personen, die unter Kopfschmerzen leiden, sollten idealerweise in Rückenlage schlafen, da diese Position Kopf, Nacken und Wirbelsäule entlastet und Verspannungen vorbeugt.

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