Yorkshire Terrier Hirntumor: Symptome und Behandlung

Ein Hirntumor bei einem Yorkshire Terrier kann eine besorgniserregende Diagnose sein. Es ist wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und die verfügbaren Behandlungsoptionen zu kennen, um die Lebensqualität Ihres Hundes bestmöglich zu erhalten.

Was sind Hirntumoren?

Hirntumoren sind unkontrolliertes Zellwachstum im Gehirn oder in den umgebenden Strukturen. Im engeren Sinne gehen Hirntumoren unmittelbar vom Nervengewebe des Gehirns aus. Im weiteren Sinne werden auch alle Massen innerhalb des Hirnschädels als Hirntumoren bezeichnet, die durch unkontrolliertes Zellwachstum entstehen. Diese Tumoren können von verschiedenen Zelltypen ausgehen und unterschiedliche Aggressivität aufweisen.

Arten von Hirntumoren

  • Meningiome: Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen. Sie sind die häufigsten Hirntumoren bei Hunden und gelten formal als gutartig. Da sie jedoch infiltrativ wachsen, Hirngewebe verdrängen und Druck ausüben können, sind diese Hirntumoren im weiteren Sinne oft sehr problematisch.
  • Gliome (Astrozytome): Tumoren, die von den Gliazellen (Stützgewebe des Gehirns) ausgehen. Sie sind die zweithäufigsten Hirntumoren beim Hund.
  • Hypophysentumoren: Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die in gutartige Adenome und bösartige Karzinome unterteilt werden.
  • Andere Tumoren: Seltener können auch histiozytäre Sarkome, Lymphome und Plasmozytome im Gehirn auftreten.

Symptome von Hirntumoren beim Yorkshire Terrier

Hirntumoren können von außen nicht gesehen werden, daher ist es wichtig, auf klinische Auffälligkeiten zu achten. Die Symptome hängen von der Lage und Größe des Tumors ab. Es ist wichtig, jede neurologische Veränderung abzuklären.

Hunde mit Hirntumoren werden häufig mit folgenden Symptomen vorgestellt:

  • Krampfanfälle: Insbesondere bei Tumoren im Bereich des Großhirns.
  • Antriebslosigkeit: Apathie und vermindertes Interesse an der Umgebung.
  • Unkoordinierte Bewegungen: Gangstörungen und Schwierigkeiten beim Balancieren.
  • Gangstörungen: Unsicherer Gang oder Torkeln.
  • Starren ins Leere: Abwesenheit und fehlende Reaktion auf Reize.
  • Erblindung: Insbesondere bei Tumoren, die auf die Sehbahn drücken oder die Hypophyse betreffen.
  • Deutlich vermehrte Wasseraufnahme: Oft in Verbindung mit vermehrtem Harnabsatz, insbesondere bei Hypophysentumoren, die das Cushing-Syndrom verursachen.
  • Muskelschwund: Abbau der Muskulatur, oft im Zusammenhang mit dem Cushing-Syndrom.

Ein Tumor im Bereich des Hirnstamms oder des Kleinhirns kann mit Gangstörungen und unkoordinierten Bewegungen einhergehen. Ein hypophysäres Adenom kann aktiv sein, dann zeigen die Patienten typische Symptome eines gestörten Hormonhaushaltes, z.B. Hyperadrenokortizismus was auch als Cushing-Syndrom bezeichnet wird. Typisch sind dann vermehrtes Trinken, verbunden mit vermehrtem Harnabsatz, Abbau der Muskulatur und schlechte Fellqualität. Das Adenom kann aber auch inaktiv sein. In diesem Fall werden die Patienten häufig mit Müdigkeit (Apathie), vermindertem Appetit oder im fortgeschrittenen Stadium mit Erblindung vorgestellt.

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Diagnose von Hirntumoren

Die Diagnose eines Hirntumors erfordert eine Kombination aus neurologischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren.

  • Neurologische Untersuchung: Der Tierarzt untersucht die Reflexe, das Verhalten und die Koordination des Hundes, um Hinweise auf eine neurologische Erkrankung zu erhalten.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT ist das Mittel der Wahl, um das Hirngewebe mit sehr gutem Kontrast darzustellen. Der Tumor selbst wird deutlich sichtbar und zusätzlich kann die Verschiebung des Hirngewebes durch einen Verdrängungseffekt der Raumforderung beurteilt werden. Um den Hirntumor herum ist oft eine zusätzliche Schwellung zu erkennen, die als Ödem bezeichnet wird.
  • Computertomographie (CT): Die CT kann als Alternative zur MRT eingesetzt werden, wenn keine MRT zur Verfügung steht. Allerdings ist hier der Kontrast deutlich schlechter und die Diagnosestellung und Differenzierung in einigen Fällen deutlich erschwert.

Bei Hirntumorpatienten, insbesondere bei Tieren, die bereits einen Krampfanfall erlitten haben, muss ein Anstieg des intrakraniellen Drucks vermieden werden. Stress und übermäßige Belastung sind zu vermeiden. Optimal ist es, wenn der Kopf auch im Liegen leicht erhöht ist.

Eine definitive Diagnose durch eine Probeentnahme (Biopsie) wird heute in der Veterinärmedizin nur selten durchgeführt, manchmal ist aber die Punktion von Liquor (Gehirnwasser) hilfreich.

Behandlung von Hirntumoren

Die Behandlung von Hirntumoren hängt von der Art, Größe und Lage des Tumors ab, sowie vom Allgemeinzustand des Hundes.

  • Operation: Je nach Lokalisation können Gehirntumoren zwar operiert werden, allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass die Mehrheit der Gehirntumoren ein infiltratives Wachstum zeigt. Diese Infiltration wird durch die Operation nicht behandelt, der Tumor kann also in vielen Fällen nicht vollständig entfernt werden. Bei diesen Fällen ist es eine Frage der Zeit, bis die übrig gebliebenen Zellen eine neue Masse bilden. Zusätzlich sind Operationen am Gehirn sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Komplikationsrisiko verbunden.
  • Strahlentherapie: In Gegensatz dazu ist die Strahlentherapie heutzutage technisch in diesen Lokalisationen sehr gut und sicher durchführbar. Der infiltrative Teil des Tumors wird dabei mitbehandelt, die Patienten zeigen in den meisten Fällen eine schnelle klinische Besserung und die publizierten Strahlentherapie-Protokolle haben selten deutliche Nebenwirkungen. Bei Equinox Healthcare werden Gehirntumoren mit 20 Sitzungen oder alternativ mit 10 Sitzungen bestrahlt. Die Strahlentherapie findet dabei täglich über vier bzw. zwei Wochen statt.Damit ein Gehirntumor bestrahlt werden kann, ist eine Computertomographie als Planungs-CT notwendig. Es wird dabei eine spezielle Lagerungshilfe mit Beißblock, einem Gebissabdruck und einer Vakuummatratze hergestellt. Auf den Schnittbildern wird in einem speziellen computerbasierten Planungssystem ein individueller Bestrahlungsplan erstellt. Dieses Vorgehen ermöglicht es den Tumor mit einer hohen Dosis zu bestrahlt, während das umliegende Normalgewebe geschont wird.Für die genaue und präzise Bestrahlung von Gehirntumoren setzen wir individuelle Lagerungshilfen wie Vakuummatratzen, Gebissabdrücke und Beißkeile ein. Kunststoffmasken kommen bei EQUINOX HEALTHCARE nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, da sie die Genauigkeit nur selten verbessern.
  • Medikamentöse Therapie: Medikamente können eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern, wie z.B. Kortikosteroide zur Reduktion von Hirnödemen oder Antiepileptika zur Kontrolle von Krampfanfällen.

Prognose bei Hirntumoren

Je früher ein Hirntumor diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf eine lange Tumorkontrolle. Mit einer Strahlentherapie ist eine durchschnittliche Tumorkontrolle von zwei Jahren bei sehr guter Lebensqualität möglich. Dabei muss der Tumor nicht unbedingt verschwinden.

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Ein Gehirntumor ist immer eine problematische Erkrankung, da er raumfordernd auf das Gehirngewebe drückt und, falls der Patienten unbehandelt bleibt, in der Regel nach wenigen Monaten zum Tod führt.

Cushing-Syndrom als Begleiterkrankung

Ein hypophysäres Adenom kann aktiv sein, dann zeigen die Patienten typische Symptome eines gestörten Hormonhaushaltes, z.B. Hyperadrenokortizismus was auch als Cushing-Syndrom bezeichnet wird. Typisch sind dann vermehrtes Trinken, verbunden mit vermehrtem Harnabsatz, Abbau der Muskulatur und schlechte Fellqualität. Das Adenom kann aber auch inaktiv sein. In diesem Fall werden die Patienten häufig mit Müdigkeit (Apathie), vermindertem Appetit oder im fortgeschrittenen Stadium mit Erblindung vorgestellt.

Das Cushing-Syndrom ist eine hormonelle Erkrankung, die durch eine übermäßige Produktion des Stresshormons Cortisol in den Nebennieren verursacht wird.

Ursachen des Cushing-Syndroms

Die Hauptursachen für das Cushing-Syndrom sind Tumore in der Hypophyse oder in den Nebennieren.

  • Hypophysäres Cushing (PDH): Die Ursache ist ein gutartiger Tumor in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse). Typisch sind kleine Hunderassen.
  • Adrenales Cushing (ADH): Die Ursache ist ein Tumor in einer der beiden Nebennieren. Typisch sind eher größere Hunderassen.
  • Iatrogenes Cushing: Durch langfristige Gabe von Glukokortikoiden. Betroffene Hunde haben oft eine Grunderkrankung.

Symptome des Cushing-Syndroms

Das Cushing-Syndrom entwickelt sich oft schleichend über Monate oder Jahre, sodass viele Hundebesitzer die ersten Anzeichen nicht sofort bemerken.

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  • Vermehrtes Trinken (Polydipsie)
  • Vermehrtes Harnlassen (Polyurie)
  • Heißhunger (Polyphagie)
  • Haarausfall (Alopezie), insbesondere am Rumpf
  • Muskelabbau
  • Hängebauch

Diagnose des Cushing-Syndroms

Die Diagnose von Cushing ist nicht einfach, da viele Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Ein Bluttest allein reicht nicht aus - erst spezielle Hormon-Tests wie der ACTH-Stimulationstest oder der Low-Dose-Dexamethason-Test können Cushing sicher nachweisen.

Wann sind CT oder MRT sinnvoll?

  • Wenn der Verdacht auf einen Nebennierentumor besteht.
  • Falls ein Hypophysentumor vermutet wird (z. B. bei neurologischen Symptomen).

Behandlung des Cushing-Syndroms

Die Behandlung des Cushing-Syndroms hängt von der Ursache der Erkrankung ab.

  • Medikamentelle Therapie: Medikamente wie Trilostan sind die Standardtherapie. Es hemmt ein Enzym in der Nebennierenrinde, das für die Bildung von Cortisol notwendig ist.
  • Operation: Bei Nebennierentumoren kann eine OP infrage kommen.
  • Pflanzliche Ansätze: Melatonin & Lignane können unterstützend eingesetzt werden.

Leben mit einem Cushing-Hund

Das Leben mit einem Cushing-Hund erfordert Geduld und Anpassungen, aber mit der richtigen Therapie, Ernährung und Pflege kann dein Hund trotz der Erkrankung eine gute Lebensqualität genießen.

  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Wichtig, um die Therapie anzupassen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
  • Angepasste Ernährung: Spezielles Futter kann helfen, die Symptome zu lindern.
  • Sorgfältige Hautpflege: Hunde mit Cushing neigen zu Hautproblemen. Sanfte Shampoos und regelmäßiges Bürsten können helfen.

Rassedisposition

Es gibt keine deutliche Rasse- oder Geschlechtsprädisposition für einen Gehirntumor. Bei kurznasigen, sogenannten brachycephalen Rassen kommen intraaxiale Tumoren häufiger vor als bei anderen Hunderassen. Laut einer britischen Studie sind auch Bichon Frisé, Border Terrier, Zwergschnauzer, Lhasa Apso, Yorkshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Jack Russell Terrier überdurchschnittlich oft betroffen. Golden Retriever, Labrador Retriever, Border Collies und Cocker Spaniel zeigten hingegen ein deutlich geringeres Risiko. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle: Hunde mit überdurchschnittlichem Gewicht haben ein rund 1,4-fach erhöhtes Risiko. Die Wahrscheinlichkeit für Cushing steigt deutlich mit dem Alter: Hunde ab 9 Jahren haben das höchste Risiko. Ein Zusammenhang wurde auch zwischen chronischen Vorerkrankungen und der Diagnose Cushing festgestellt - insbesondere bei Vierbeinern mit wiederkehrenden Hautproblemen oder Harnwegsinfektionen. Besonders häufig betroffen von einer Diagnose sind Hunde mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von über 12 Jahren - Cushing scheint eine typische Erkrankung von langlebigen, kleinen Hunderassen zu sein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Hirntumoren sind mit etwa 2-4,5 % der Hundepopulation gar nicht so selten.
  • Frühe Anzeichen richtig deuten und rechtzeitig einen Tierarzt aufsuchen.
  • Eine wichtige Rolle bei der Eingrenzung der Diagnose spielt die neurologische Untersuchung.
  • Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) kann das Hirngewebe mit sehr gutem Kontrast dargestellt werden.
  • Je früher ein Hirntumor diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf eine lange Tumorkontrolle.
  • Mit einer Strahlentherapie ist eine durchschnittliche Tumorkontrolle von zwei Jahren bei sehr guter Lebensqualität möglich.
  • Das Cushing-Syndrom ist eine ernsthafte Hormonstörung, die meist durch einen Hypophysentumor oder einen Tumor in der Nebenniere verursacht wird.
  • Das Cushing-Syndrom entwickelt sich oft schleichend über Monate oder Jahre, sodass viele Hundebesitzer die ersten Anzeichen nicht sofort bemerken.
  • Die Diagnose von Cushing ist nicht einfach, da viele Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können.
  • Das Leben mit einem Cushing-Hund erfordert Geduld und Anpassungen, aber mit der richtigen Therapie, Ernährung und Pflege kann dein Hund trotz der Erkrankung eine gute Lebensqualität genießen.

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