Zahndruck, der auf den Nerv wirkt, kann sehr unangenehm sein und verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die möglichen Auslöser zu kennen, um die richtige Behandlung zu finden und langfristige Schäden zu vermeiden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Zahndruck, die Symptome, die auf eine Nervenreizung hindeuten, und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.
Mögliche Ursachen für Druck im Zahn
Druckgefühle im Zahn können vielfältige Ursachen haben, die nicht immer mit Schmerzen verbunden sein müssen. Hier sind einige der häufigsten Gründe:
Nicht optimal sitzende Füllungen oder Kronen: Wenn eine Zahnfüllung oder Krone nicht perfekt an den Zahn angepasst ist, kann dies zu einem Druckgefühl führen. Oft ist die Aufbisshöhe minimal zu hoch oder der Zahnersatz belastet den Zahn. Eine schnelle Anpassung durch den Zahnarzt kann hier Abhilfe schaffen.
Reizung der Zahnwurzel: Auch ohne Schmerzen kann die Zahnwurzel gereizt sein. Dies kann durch feine Risse im Zahn, eine beginnende Entzündung oder Überbelastung durch starkes Kauen entstehen. Symptome sind Druck beim Beißen oder Kauen und das Gefühl, dass der Zahn „arbeitet“.
Fehlbelastungen des Kiefers (Bruxismus): Zähneknirschen oder starkes Pressen der Zähne, besonders nachts, führt zu einer Überlastung des Zahnapparates. Dies verursacht Druckgefühle, die tagsüber spürbar sind. Eine maßgefertigte Zahnschiene kann helfen, die Zähne zu entlasten und das Druckgefühl zu reduzieren.
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Beginnende Zahnprobleme: Manchmal deutet Druck im Zahn auf frühe Zahnprobleme hin, die im Anfangsstadium noch schmerzlos sind. Dazu gehören Karies im Anfangsstadium und Entzündungen der Zahnnerven. Ein Zahnarzt kann mit speziellen Tests feststellen, ob eine Behandlung nötig ist.
Vorbereitung auf einen Stiftzahn oder Zahnersatz: Wenn ein Zahn bereits geschwächt ist oder ein Stiftzahn geplant wird, kann es zu Druckgefühlen kommen.
Der Zahnnerv und seine Bedeutung
Der Zahnnerv, auch Zahnpulpa genannt, spielt eine zentrale Rolle bei der Gesundheit und dem Schmerzempfinden des Zahns. Die Zahnpulpa ist das weiche Gewebe im Inneren des Zahns, das Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäße sowie Nervenfasern enthält. Diese Nervenfasern ziehen sich durch winzige Kanäle, die Dentinkanälchen, und ermöglichen die Versorgung des Zahns sowie die Weiterleitung von Empfindungen.
Normalerweise ist der Zahnnerv durch eine Schmelzschicht geschützt, die bis zum Zahnfleisch reicht. Die tiefer liegenden Zahnhälse werden durch das umgebende Gewebe vor Temperaturschwankungen bewahrt. Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, liegen die empfindlichen Stellen frei und reagieren auf Temperaturreize, Süßes und Saures.
Wie man den Zahnnerv schützt
Um den Zahnnerv zu schützen und Reizungen zu vermeiden, gibt es verschiedene Maßnahmen:
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Regelmäßige professionelle Zahnreinigung: Diese hilft, Zahnfleischtaschen und bakterielle Ansiedlungen zu vermeiden, die den pH-Wert im Mund in einen sauren Bereich bringen können.
Gutes Zähneputzen: Regelmäßiges Zähneputzen entfernt Zahnbelag, sollte aber nicht zu heftig sein, um das Zahnfleisch nicht zu beschädigen. Es empfiehlt sich, weiche Zahnbürsten und kreisende Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin zu verwenden.
Verwendung von Produkten auf Kaliumnitratbasis: Diese können bei Beschwerden mit dem Zahnnerv helfen.
Die Rolle von Karies und Entzündungen
Karies ist eine der Hauptursachen für Zahnschmerzen und Zahnnerventzündungen. Besonders bei kleinen Kindern ist der Zahnschmelz noch dünn und das Dentin liegt näher am Zahninneren, wodurch eine Infektion schneller entstehen kann. Die Nervenzellen melden die Entzündung durch Zahnschmerzen, die dumpf und klopfend oder hell und stechend sein können.
Der Nerv kann auch durch Kälte, Hitze oder einen falschen Biss gereizt werden. In solchen Fällen reicht es oft, das Dentin zu härten und den Zahn zu versiegeln, um die inneren Nerven zu schützen.
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Symptome einer Zahnnerventzündung
Eine Entzündung des Zahnnervs, auch Pulpitis genannt, kann verschiedene Symptome verursachen:
- Starke Zahnschmerzen: Oft pochend und intensiv, in Wellen auftretend.
- Empfindlichkeit: Bei Temperaturveränderungen (heiß, kalt) oder beim Kauen.
- Eiterbildung: Bei einem vereiterten Zahnnerv kann sich Eiter ansammeln.
- Empfindlichkeit beim Berühren: Der Zahn kann beim Drücken oder Beklopfen empfindlich sein.
- Rötung und Schwellung: Im Bereich des Zahns kann es zu Rötungen und Schwellungen kommen.
Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnnerventzündungen
Die Behandlung einer Zahnnerventzündung hängt vom Schweregrad ab:
- Medikamentöse Behandlung: Spezielle Medikamente können den Zahnnerv beruhigen und Entzündungen lindern.
- Wurzelbehandlung: Bei schwerwiegenden Entzündungen oder abgestorbenem Nerv ist oft eine Wurzelbehandlung erforderlich, bei der der entzündete Nerv entfernt wird.
- Zahnfüllung oder Krone: Nach der Behandlung wird der Zahn meist mit einer Füllung oder Krone versehen, um die Funktion wiederherzustellen.
Die Bedeutung der Mundhygiene
Regelmäßige Mundhygiene ist entscheidend, um Zahnschmelz und Zahnfleisch zu schützen und somit den Zahnnerv gesund zu erhalten. Zahnmediziner empfehlen, die Zähne mindestens zweimal täglich zu putzen, um Beläge und Essensreste zu entfernen. Zusätzlich sollte einmal täglich Zahnseide oder Interdentalbürstchen verwendet werden, um die Zahnzwischenräume zu reinigen.
Weitere Tipps für gesunde Zähne:
- Verzicht auf stark zuckerhaltige Nahrungsmittel: Glukose ernährt die kariesbildenden Bakterien.
- Seltenes Naschen zwischen den Mahlzeiten: Um den Mundbakterien nicht permanent neue Nahrung zu liefern.
- Zahnärztliche Kontrolluntersuchungen: Zweimal jährlich, um beginnende Karies frühzeitig zu erkennen.
- Verwendung von fluoridhaltiger Zahncreme und Zahnpflegekaugummis mit Xylit: Diese hemmen das Wachstum der Karies-Bakterien und stärken den Zahnschmelz.
Überempfindliche Zähne und ihre Ursachen
Überempfindliche Zähne reagieren oft auf kalte, warme, süße oder saure Speisen und Getränke mit einem kurzen, heftigen Schmerz. Dies liegt meist an freiliegenden Zahnhälsen mit ungeschützten Dentinkanälchen, etwa infolge von Parodontitis.
Weitere Ursachen für überempfindliche Zähne können sein:
- Abgenutzte Kauflächen durch Zähneknirschen oder Alterungsprozesse.
- Häufige Säureeinwirkung durch Erbrechen, Refluxkrankheit oder saure Nahrungsmittel.
- Zu viel Druck beim Zähneputzen.
- Zahnärztliche Behandlungen wie Bleaching oder Abschleifen der Zähne.
- Angeborene Zahnbildungsstörungen.
- Zahnspangen oder schlecht sitzende Prothesen.
Andere Ursachen für Zahnschmerzen
Nicht immer sind Zahnschmerzen direkt auf Zahnprobleme zurückzuführen. Manchmal können auch Erkrankungen in anderen Körperregionen die Ursache sein, wie:
- Herzinfarkt und Angina pectoris: Schmerzen können bis in den Unterkiefer ausstrahlen.
- Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis): Entzündung kann sich bis in die Zahnwurzel ausbreiten.
- Gürtelrose (Herpes zoster): Ausschlag kann im Mundraum starke Schmerzen verursachen.
- Kopfschmerzen und Migräne: Manchmal werden Kopfschmerzen von Zahnschmerzen begleitet.
- Phantomzahnschmerzen (atypische Odontalgie): Schmerzen treten auf, obwohl ein kranker Zahn bereits gezogen wurde.
- Trigeminusneuralgie: Entzündung des Gesichtsnervs führt zu starken Zahnschmerzen.
- Ohrenschmerzen: Erkrankungen der Ohren können bis in den Kiefer und die Zähne ausstrahlen.
- Zysten: Im Bereich des Kiefers können Zysten Zahnschmerzen auslösen.
- Medikamente und Bestrahlung: Bestimmte Medikamente und Bestrahlungen des Kieferknochens können Zahnschmerzen verursachen.
- Zähneknirschen und Zähnepressen (Bruxismus): Kann zu Schmerzen durch Abnutzung der Zähne sowie Kopf- und Gesichtsschmerzen führen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Es ist wichtig, Zahnschmerzen immer vom Zahnarzt abklären zu lassen, besonders bei:
- Anhaltenden Zahnschmerzen.
- Plötzlich nachts auftretenden oder schlimmer werdenden Zahnschmerzen.
- Zahnbeschwerden mit geschwollenem Zahnfleisch, Schwellungen im Mundraum oder im Gesicht, möglicherweise begleitet von Fieber.
- Häufig blutendem, gerötetem Zahnfleisch.
- Zahnschmerzen beim Kauen.
Diagnostik beim Zahnarzt
Der Zahnarzt wird zunächst Fragen zur Art der Schmerzen und möglichen Begleitsymptomen stellen. Anschließend erfolgt eine Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches. Bei Bedarf werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um versteckte Zahnschäden aufzudecken.
Zahnschmerzen und neurologische Ursachen
Die Abgrenzung zwischen zahnbedingten Schmerzen und neurologischen Ursachen kann herausfordernd sein. Die Trigeminusneuralgie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu plötzlich auftretenden, heftigen Gesichtsschmerzen kommt. Diese Schmerzen betreffen den Nervus trigeminus und treten typischerweise im Bereich der zweiten (Oberkiefer) oder dritten (Unterkiefer) Nervenäste auf.