Zentrales Fieber ist eine besondere Form des Fiebers, die durch eine Störung im zentralen Nervensystem (ZNS) ausgelöst wird. Anders als bei Fieber, das durch Infektionen oder Entzündungen entsteht, liegt die Ursache hier in einer Fehlregulation der Körpertemperatur im Gehirn. Diese Art von Fieber tritt vor allem bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen oder Verletzungen auf.
Was ist Zentrales Fieber?
Zentrales Fieber unterscheidet sich von herkömmlichem Fieber dadurch, dass es nicht durch äußere Einflüsse wie Viren oder Bakterien verursacht wird. Stattdessen ist die Thermoregulation im Gehirn gestört. Der Hypothalamus, der als Temperaturregler des Körpers fungiert, arbeitet nicht richtig.
Ursachen des Zentralen Fiebers
Zentrales Fieber wird durch eine Dysfunktion im Hypothalamus verursacht, dem Teil des Gehirns, der die Körpertemperatur reguliert. Es ist relativ selten und tritt hauptsächlich bei Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen oder Verletzungen auf. Häufige Auslöser sind:
- Schlaganfall
- Schädel-Hirn-Trauma
- Hirntumore
- Andere neurologische Erkrankungen
Da zentrales Fieber oft eine Komplikation von neurologischen Erkrankungen ist, liegt der Fokus der Prävention auf der frühzeitigen Erkennung und Behandlung dieser Erkrankungen.
Symptome des Zentralen Fiebers
Die Hauptsymptome von zentralem Fieber sind:
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- Erhöhte Körpertemperatur, die nicht auf fiebersenkende Medikamente anspricht
- Fehlen von Anzeichen einer Infektion
Weitere Symptome können sein:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Verwirrtheit
- In schweren Fällen Krampfanfälle
Diagnose des Zentralen Fiebers
Die Diagnose von zentralem Fieber erfordert eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Wichtig ist, andere Ursachen für das Fieber auszuschließen. Zu den diagnostischen Maßnahmen gehören:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte, insbesondere neurologische Vorerkrankungen
- Körperliche Untersuchung: Überprüfung der Vitalfunktionen und neurologischer Status
- Bildgebende Verfahren: CT oder MRT können helfen, strukturelle Veränderungen im Gehirn zu identifizieren.
- Blutuntersuchungen und Liquoranalysen: Diese werden durchgeführt, um infektiöse oder entzündliche Ursachen auszuschließen.
Behandlung des Zentralen Fiebers
Die Behandlung von zentralem Fieber konzentriert sich auf zwei Hauptziele:
- Kontrolle der Körpertemperatur:
- Kühlmaßnahmen wie Kühlmatten oder Ventilatoren können eingesetzt werden.
- In einigen Fällen können Medikamente, die die Temperaturregulation im Gehirn beeinflussen, hilfreich sein.
- Behandlung der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung: Die Therapie der Ursache ist entscheidend für die langfristige Kontrolle des Fiebers.
Prognose des Zentralen Fiebers
Die Prognose bei zentralem Fieber hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei erfolgreicher Behandlung der neurologischen Erkrankung kann sich das Fieber oft zurückbilden.
Abgrenzung zu anderen Fieberursachen
Es ist wichtig, zentrales Fieber von anderen Ursachen für Fieber zu unterscheiden. Hierzu gehören:
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- Infektiöses Fieber: Ausgelöst durch Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger.
- Entzündliches Fieber: Verursacht durch Entzündungen im Körper, z.B. bei Autoimmunerkrankungen.
- Arzneimittelfieber: Als Nebenwirkung von Medikamenten.
Fieber unbekannter Ursache (FUO)
In manchen Fällen kann der Arzt trotz eingehender Untersuchung zunächst keine Ursache für das Fieber feststellen. Bei Fieber ohne erkennbare Ursache von mehr als 3 Wochen Dauer mit Temperaturen über 38,3°C und erfolgloser Standard-Untersuchungen spricht man in der Fachsprache vom so genannten „Fieber unbekannter Ursache" („fever of unknown origin", FUO). Mediziner unterscheiden 4 Typen von Fieber unbekannter Ursache:
- Klassisches FUO
- Nosokomiales FUO
- FUO bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem durch eine Erniedrigung der weißen Blutkörperchen (neutropenisches FUO)
- FUO bei Menschen mit HIV
Die häufigsten Ursachen von FUO sind unentdeckte Infektionen, Tumorerkrankungen oder rheumatische Erkrankungen bzw. Autoimmunerkrankungen. Auch Medikamente können eine Erklärung für ein Fieber unbekannter Ursache sein, wenn der Körper überempfindlich auf bestimmte Wirkstoffe reagiert, wie sie z.B. in entwässernden Mitteln (Diuretika), Schmerzmitteln, Antibiotika, Anti-Allergika (Antihistaminika) oder Beruhigungs- oder Schlafmitteln enthalten sind. Diese „Überempfindlichkeitsreaktionen" äußern sich dann als Fieber.
Kardiologische Ursachen von Fieber
Fieber kann auch kardiologische Ursachen haben. Hierzu gehören:
- Postinfarkt-Fieber: Nach einem Herzinfarkt kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen, die Fieber verursacht.
- Endokarditis: Eine Entzündung der Herzinnenhaut, die oft mit Fieber einhergeht.
- Perikarditis: Eine Entzündung des Herzbeutels, die ebenfalls Fieber verursachen kann.
Fieber bei speziellen Patientengruppen
- Ältere Menschen: Bei älteren Menschen können Infektionen ohne Fieber ablaufen. Stattdessen zeigen sich öfter Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Unruhe. Manche Erkrankte sind geistig verwirrt.
- Kinder: Gerade jüngere Kinder schwitzen weniger und reagieren schneller mit hohem Fieber. Typische Anzeichen sind ein gerötetes Gesicht, glasige Augen, Blässe und eine heiße Stirn. Meist steckt auch hier ein harmloser Infekt dahinter. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Eltern den Kinderarzt aufsuchen, wenn Hautausschlag auftritt oder das Kind stark beeinträchtigt ist. Bei Neugeborenen bis drei Monate sollten Sie ebenfalls direkt zum Kinderarzt.
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