Taubheitsgefühl im zweiten Zeh: Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Ein Taubheitsgefühl im zweiten Zeh kann beunruhigend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Es ist wichtig, die möglichen Ursachen zu verstehen, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für Taubheitsgefühle im zweiten Zeh, die Diagnoseverfahren und die verfügbaren Behandlungsoptionen.

Einführung

Taube Zehen sind ein häufiges Symptom, das viele Menschen betrifft. Es kann verschiedene Ursachen haben, von harmlosen vorübergehenden Zuständen bis hin zu ernsteren Erkrankungen. Ein Taubheitsgefühl im zweiten Zeh kann besonders störend sein, da es das Gehen und Stehen beeinträchtigen kann.

Ursachen für Taubheitsgefühle im zweiten Zeh

Falsches Schuhwerk

Eine der häufigsten Ursachen für Taubheitsgefühle in den Zehen ist falsches Schuhwerk. Hohe Schuhe oder Schuhe mit einem engen Zehenbereich können Druck auf die Nerven im Fuß ausüben und so Taubheitsgefühle verursachen. Oft wird der große Zeh aufgrund von zu engem, schmalem Schuhwerk taub.

Vitamin-B12-Mangel

Ein Mangel an Vitamin B12 kann ebenfalls Taubheitsgefühle und Missempfindungen verursachen. Vitamin B12 ist wichtig für die Gesundheit der Nerven, da es die Myelinscheiden schützt, die die Nerven umhüllen. Ein langanhaltender Mangel kann zu dauerhaften Nervenschäden führen. Vitamin B12 kommt hauptsächlich in tierischen Produkten wie Fisch, Fleisch, Milch und Käse vor.

Diabetes

Diabetes ist eine häufige Ursache für Taubheitsgefühle in den Zehen. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die Nerven schädigen, was als diabetische Neuropathie bezeichnet wird. Diese Nervenschädigung kann zu Kribbeln, Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühlen führen. Zusätzliche Faktoren wie Nikotin, Alkohol, ungesunde Ernährung oder erhöhte Fettwerte können das Risiko einer diabetischen Nervenstörung erhöhen.

Lesen Sie auch: Die Prognose nach einem zweiten Schlaganfall

Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule kann Druck auf die Nerven ausüben, die die Beine und Füße versorgen. Dies kann zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln und Empfindungsstörungen in den Zehen führen. Typischerweise treten diese Symptome zusammen mit Rückenschmerzen auf.

Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen in den Beinen, oft verursacht durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), können ebenfalls Taubheitsgefühle in den Zehen verursachen. Risikofaktoren für Arteriosklerose sind unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen und mangelnde Bewegung.

Alkohol- und Drogenmissbrauch

Langfristiger Alkohol- und Drogenmissbrauch kann Nervenschäden verursachen und zu Taubheitsgefühlen in den Zehen führen.

Chemotherapie

Bestimmte Chemotherapeutika können die peripheren Nerven schädigen und eine Polyneuropathie auslösen. Diese macht sich meist zuerst an den Füßen bemerkbar und führt zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Brennen oder Schmerzen in den Zehen.

Morton Neurom

Das Morton Neurom ist eine Verdickung der Nerven im Mittelfuß, genauer gesagt der bindegewebigen Anteile. Dieses gutartige Nervengewebswachstum kann neben brennenden und stechenden Schmerzen im Mittelfuß auch zu tauben Zehen führen. Es tritt häufiger bei Frauen auf und ist oft Folge einer Spreizfuß-Fehlstellung.

Lesen Sie auch: Zweiter Schlaganfall: Was Sie wissen sollten

Fußfehlstellungen

Fußfehlstellungen können ebenfalls eine Ursache für taube Zehen sein. Sie üben oft Druck auf die Nerven im Fuß aus, was ein Taubheitsgefühl hervorrufen kann. Treten diese Beschwerden vermehrt beim Gehen auf, ist es ratsam, das Gangbild in einer orthopädischen Praxis überprüfen zu lassen.

Operationen

Nerven können während einer Fußoperation gereizt und gedehnt werden. Taubheitsgefühle im Fuß und in den Zehen sind als Folge möglich. Auch eine postoperative Blutung kann Nerven abklemmen und dadurch das taube Gefühl auslösen.

Multiple Sklerose (MS)

Bei MS greift das Immunsystem die Schutzhülle der Nervenfasern an. Störungen in der Reizweiterleitung sind die Folge. Taube Zehen können ein Symptom von MS sein.

Spinalkanalstenose

Taube Zehen können auf Spinalkanalstenosen hindeuten, die außerdem auch gleichzeitig mit Bandscheibenvorfällen vorliegen können.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

Lesen Sie auch: Schlaganfall-Prävention

  • Taubheit plötzlich ohne erkennbaren Grund einsetzt.
  • Taube Zehen über einen längeren Zeitraum anhalten.
  • Zusätzliche Symptome auftreten (z. B. Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Schmerzen).
  • Sich die Taubheit über eine gesamte Körperhälfte ausbreitet.

Diagnose

Die Diagnose von Taubheitsgefühlen im zweiten Zeh umfasst in der Regel die folgenden Schritte:

  1. Anamnese: Der Arzt wird Fragen zu den Symptomen, Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten stellen.
  2. Klinische Untersuchung: Der Arzt wird den Fuß untersuchen, um mögliche Ursachen wie Fehlstellungen, Druckstellen oder Entzündungen zu identifizieren.
  3. Neurologische Untersuchung: Der Arzt wird die Sensibilität, Reflexe und Muskelkraft in den Füßen und Beinen prüfen, um Nervenschäden festzustellen.
  4. Weitere Untersuchungen: Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen wie Bluttests (z. B. zur Überprüfung des Vitamin-B12-Spiegels oder des Blutzuckers), Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen, MRT oder Röntgenaufnahmen erforderlich sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Taubheitsgefühlen im zweiten Zeh richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige allgemeine Maßnahmen und spezifische Behandlungen sind:

  • Geeignetes Schuhwerk: Tragen Sie bequeme Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen. Vermeiden Sie hohe Schuhe und Schuhe mit engem Zehenbereich. Zusätzlich können Einlegesohlen verwendet werden, die den Fuß im Schuh stützen und fehlerhafte Belastungen besser ausgleichen.
  • Vitamin-B12-Supplementierung: Bei einem Vitamin-B12-Mangel kann eine Supplementierung erforderlich sein, entweder in Form von Tabletten oder Injektionen.
  • Diabetesmanagement: Eine gute Blutzuckerkontrolle ist entscheidend, um Nervenschäden bei Diabetes zu verhindern oder zu verlangsamen. Dies kann durch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Medikamente erreicht werden.
  • Physiotherapie: Bei Nervenschäden oder mechanischen Problemen kann Physiotherapie helfen, die Nerven zu entlasten und die Durchblutung zu fördern.
  • Schmerzmittel: Bei Schmerzen können Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) oder Antidepressiva mit selektiver Hemmung der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme (SSNRI) wie Duloxetin (Cymbalta®) in Betracht gezogen werden.
  • Injektionen: Beim Morton Neurom können Injektionen mit örtlichen Betäubungsmitteln und Kortikosteroiden die Entzündung reduzieren und die Schmerzen lindern.
  • Operation: In einigen Fällen, wie bei einem Bandscheibenvorfall oder einem fortgeschrittenen Morton Neurom, kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf die Nerven zu entlasten oder das geschädigte Gewebe zu entfernen. Bei dem Morton-Neurom kann der Nerv im Rahmen einer kleinen ambulanten Operation entfernt werden. Nach der Operation kann der Fuß zunächst für 10 Tage nicht belastet werden.
  • Fußpflege: Regelmäßige Pflege der Füße und Zehen ist wichtig. Zu lange Nägel können zum Beispiel zu einer Veränderung der Belastung auf den Fuß führen, wodurch es zu Nervenstörungen kommen kann. Hier sollten Diabetespatienten besonders aufmerksam sein. Ein kleiner Schnitt in das Nagelbett kann schnell zu einer Entzündung werden.
  • Massagen: Regelmäßige Massagen an Fuß und Zehen sind empfehlenswert. Mögliche kleinere Verspannungen können so gelöst werden. In Kombination mit einem wohltuenden Fußbad sind Ihre Füße gut versorgt.
  • Mehr Bewegung: Bewegung ist gesund, auch für Ihre Füße. Kurze Wege zu Fuß erledigen oder Rad fahren, sorgen für eine gesunde Durchblutung und unterstützt den Körper dabei fit zu bleiben.

Prävention

Einige Maßnahmen zur Vorbeugung von Taubheitsgefühlen im zweiten Zeh sind:

  • Tragen Sie gut sitzendes Schuhwerk.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um einen Vitamin-B12-Mangel zu vermeiden.
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker, wenn Sie Diabetes haben.
  • Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum und Drogenmissbrauch.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Durchblutung zu fördern.
  • Lassen Sie Fußfehlstellungen frühzeitig behandeln.

Morton Neurom: Detaillierte Betrachtung

Das Morton Neurom ist eine spezifische Ursache für Taubheitsgefühle in den Zehen, die eine detailliertere Betrachtung verdient.

Ursachen und Entstehung

Das Morton Neurom entsteht durch eine Verdickung des Mittelfußnerven, meist zwischen dem 3. und 4. Zeh. Es ist oft Folge einer Spreizfußfehlstellung, bei der das vordere Fußgewölbe durchgetreten ist. Dadurch werden die Mittelfußknochen verlagert und üben einen stärkeren Druck auf die Nerven an der Fußsohle aus. Die ständige Reizung führt zu einer Entzündung und Schwellung der bindegewebigen Hülle des Nerven.

Symptome

Typische Symptome des Morton Neuroms sind:

  • Brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß, die bis in die Zehen ausstrahlen können.
  • Taubheitsgefühle oder Missempfindungen in den benachbarten Kleinzehen.
  • Das Gefühl, einen Fremdkörper im Schuh zu haben.
  • Schmerzen, die sich beim Tragen von Schuhen verschlimmern und beim Ausziehen bessern.

Diagnose

Die Diagnose des Morton Neuroms erfolgt in der Regel durch:

  • Klinische Untersuchung: Der Arzt kann das Morton Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen (Mulder-Zeichen).
  • Testinjektion: Eine Injektion mit einem örtlichen Betäubungsmittel an den erkrankten Nerv kann die Schmerzen vorübergehend lindern und die Diagnose bestätigen.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Eine MRT kann die Nervenschwellung darstellen und andere Ursachen für die Schmerzen ausschließen.

Behandlung

Die Behandlung des Morton Neuroms zielt darauf ab, den Druck auf den Nerv zu verringern und die Entzündung zu reduzieren. Mögliche Behandlungen sind:

  • Konservative Therapie:
    • Weite Schuhe: Tragen Sie Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und einem niedrigen Absatz.
    • Einlagen: Spezielle Einlagen können das Quergewölbe unterstützen und den Druck auf die Nerven entlasten.
    • Injektionen: Injektionen mit Kortikosteroiden können die Entzündung reduzieren und die Schmerzen lindern.
    • Physiotherapie: Fußgymnastik und Dehnübungen können die Fußmuskulatur stärken und die Fehlstellung korrigieren.
  • Operative Therapie:
    • Nervenentlastung (Neurolyse): Bei diesem Eingriff wird das Band zwischen den Mittelfußknochen geweitet, um den Druck auf den Nerv zu verringern.
    • Nervenentfernung (Neurektomie): In schweren Fällen kann der Nerv operativ entfernt werden. Dies führt jedoch zu einem dauerhaften Taubheitsgefühl in den betroffenen Zehen.
    • Umstellung der Mittelfußknochen (Osteotomie): Bei einer ausgeprägten Spreizfußfehlstellung kann eine Umstellung der Mittelfußknochen erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu verringern.

Fußübungen bei Morton Neurom

Es gibt verschiedene Fußübungen, die bei Morton Neurom helfen können:

  1. Übung zur Mobilisation des Quergewölbes:
    • Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder einem Stuhl.
    • Durchführung: Üben Sie einen sanften Druck in der Mitte der Fußsohle aus.
    • Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal rhythmisch und leicht.
  2. Übung zur Kräftigung der Fußmuskeln:
    • Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder Stuhl.
    • Durchführung: Versuchen Sie, mit den Fußmuskeln das Quergewölbe aufrecht zu halten.
    • Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal.
  3. Übung zur Aktivierung des Quergewölbes:
    • Ausgangsstellung: Stand, der betroffene Fuß steht weit hinten.
    • Durchführung: Schnellen Sie mit dem Fuß nach vorne.
    • Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 15-mal.

tags: #zweiter #zeh #taubheitsgefuhl