3-SAT und die Neurologie der Sucht: Ein umfassender Überblick

Die Neurologie der Sucht ist ein komplexes Feld, das sich mit den Auswirkungen von Suchtmitteln auf das Gehirn und das Nervensystem befasst. Um dieses Thema vollständig zu verstehen, ist es hilfreich, auch verwandte neurologische Bereiche wie Demenz, psychische Erkrankungen und die Wirkung von Halluzinogenen zu betrachten.

Demenz: Das große Vergessen verstehen

In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz.

Was passiert im Gehirn bei Demenz?

Bei Demenz kommt es zu Veränderungen im Gehirn, die Nervenzellen schädigen und absterben lassen. Dies führt zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, des Denkens, der Sprache und der Orientierung. Die Super-Ager-Studie der Uni Magdeburg deutet darauf hin, dass Gehirntraining und Fitness bei der Prävention eine Rolle spielen könnten.

Diagnose und Leben mit Demenz

Dr. Eckart von Hirschhausen beleuchtet in seinen Forschungen, wie Demenz diagnostiziert werden kann und wie Betroffene ein gutes Leben mit der Krankheit führen können. Er selbst unterzieht sich Tests und trifft Menschen mit verschiedenen Formen von Demenz.

Transiente globale Amnesie (TGA)

Der Neurologe Magnus Heier erlebte eine transiente globale Amnesie (TGA), bei der sein Gedächtnis plötzlich aussetzte. Während einer TGA zeichnet das Gehirn bis zu 24 Stunden lang keine Erlebnisse auf. Dieser Vorfall war für ihn der Ausgangspunkt, um die Welt der Erinnerungen zu erforschen und zu verstehen, wie Erinnern und Vergessen funktionieren.

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Psychische Erkrankungen: Neurodiversität als Chance

Psychische Leiden wie Autismus, Schizophrenie oder eine bipolare Störung können nützlich sein. Die Forschung rückt die psychische Vielfalt in den Blick und untersucht, wie diese Potenziale genutzt werden können.

Evolutionärer Sinn psychischer Besonderheiten

Ein neuer Forschungsansatz in der Psychiatrie sucht nach dem evolutionären Sinn von psychischen Besonderheiten. Anstatt nach Fehlern in biologischen Prozessen des Gehirns zu suchen, wird untersucht, wie bestimmte psychische Leiden unter Umständen eine Bereicherung für die Gemeinschaft darstellen können.

Neurodiversitätsbewegung

Im gesellschaftlichen Diskurs formiert sich eine Neurodiversitätsbewegung, die einen offeneren Umgang mit der "Vielfalt im Gehirn" und dem Anderssein propagiert. Diese Bewegung setzt sich dafür ein, dass Menschen mit psychischen Besonderheiten nicht stigmatisiert werden und ihre Talente entfalten können.

Die Neurologie der Sucht: Wenn die tägliche Dosis das Leben beherrscht

Von Alkohol bis Crystal Meth ist die Liste der Stoffe, die Menschen süchtig machen können, lang. Schnell wird aus dem gelegentlichen Griff zu Flasche oder Pille eine Sucht, um die sich dann das ganze Leben dreht.

Ursachen und Auswege aus der Sucht

Warum greifen Menschen zu Drogen? Wie entkommt man diesem Teufelskreis? Und wie können wir unsere Angehörigen und Freunde beim Weg aus der Sucht unterstützen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit der Neurologie der Sucht.

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LSD und andere Halluzinogene: Eine Reise ins Gehirn

LSD (Lysergsäurediethylamid) ist eine Substanz, die das Gehirn beeinflusst und uns in einen traumartigen Zustand versetzt. Ursprünglich wurde LSD auf der Suche nach einem Kreislaufmittel entdeckt.

Wirkung von LSD auf das Gehirn

LSD ähnelt dem körpereigenen Neurotransmitter Serotonin und bewirkt, dass Hirnregionen miteinander kommunizieren, die normalerweise wenig miteinander zu tun haben. Wahrnehmungen, Gefühle und Gedanken werden intensiver, und Sinneseindrücke werden miteinander verknüpft.

Psychedelische Therapie

In den 1950er und 1960er-Jahren versuchten Psychotherapeuten und Psychiater, Depressionen, Angststörungen und Alkoholismus mit sogenannten psychedelischen Trips zu behandeln. Aktuelle Forschung untersucht, ob LSD und andere Halluzinogene bei Patienten mit psychischen Erkrankungen eingesetzt werden können.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Einnahme von LSD oder ähnlichen Substanzen kann auch Schäden hervorrufen. Die Diagnose "Hallucinogen Persisting Perception Disorder” (HPPD) beschreibt eine fortbestehende Wahrnehmungsstörung, die durch die Einnahme von Halluzinogenen verursacht wird.

Stille und ihre Bedeutung für das Gehirn

Unser Leben ist hektisch und laut. Unser Gehirn muss täglich eine Unmenge an Daten verarbeiten. Viele Menschen sehnen sich nach der Stille.

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Begrenzte Aufnahmefähigkeit des Gehirns

Prof. Dr. med. Volker Busch, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, veranschaulicht, warum unser Gehirn nur begrenzt aufnahmefähig ist und empfiehlt, jeden Tag wenigstens eine kurze Zeit in der Stille zu verbringen.

Erfahrungen mit der Stille

Der Schmidt Max erforscht die Stille in einem Schweigekloster und in einem schalltoten Laborraum. Er besucht ein gehörloses Ehepaar mit hörenden Kindern und trifft einen Astronauten. Diese Begegnungen zeigen, wie unterschiedlich Menschen Stille erleben und wie wichtig sie für unser Wohlbefinden sein kann.

Anorexia Nervosa: Eine neurologische Perspektive

Anorexia Nervosa (Magersucht) ist die dritthäufigste chronische Erkrankung im Jugendalter und hat die höchste Sterblichkeit aller psychischen Erkrankungen. Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass die frühe Phase der Erkrankung, in der die Therapie am wirksamsten ist, zwischen einem und drei Jahren dauert. Danach sind die neuroprogressiven Veränderungen so ausgeprägt, dass Therapien weniger wirksam und schließlich wirkungslos sind.

Hirnveränderungen bei Anorexia Nervosa

Bei einem Teil der jugendlichen Patientinnen treten Hirnveränderungen auf, die möglicherweise irreversibel sind. Im Gegensatz zu früher weiß man heute, dass biologische Ursachen und Folgen des Hungerns für die Entstehung und den Verlauf der Magersucht eine wesentliche Rolle spielen.

Tierversuche zur Erforschung der Ursachen

Tierversuche werden eingesetzt, um die Mechanismen der Hirnveränderungen bei Anorexia Nervosa besser zu verstehen und wirksamere Therapieoptionen zu entwickeln. Dabei konnte festgestellt werden, dass es im Gehirn zu einem starken Verlust an Astrozyten kommt, die für die Ernährung der Nervenzellen wichtig sind.

Therapieansätze

Mögliche Verbesserungen der Therapie könnten in einer schnelleren Gewichtsrehabilitation und der Anwendung neuropsychologischer Verfahren liegen. Allerjüngste Arbeiten weisen darauf hin, dass die Anorexia nervosa nicht nur eine psychische, sondern auch eine Erkrankung des Stoffwechsels ist.

Integrierte Versorgung Depression

Die Integrierte Versorgung Depression (IV-Depression) bietet Menschen mit chronischen oder schwer zu behandelnden Depressionen eine langfristige, multimodale und störungsspezifische Behandlung.

Ziele der IV-Depression

Ziel der IV-Depression ist es, die Fähigkeit zur Selbstregulation zu stärken und stationäre Kriseninterventionen zu reduzieren. Die Behandlung umfasst engmaschige Einzel- und Gruppenpsychotherapie, ein individuelles Konzept zum Umgang mit Krisen, Psychopharmakotherapie, Sozialberatung und weitere Therapiebausteine.

Team und Leistungen

Das Team der IV-Depression besteht aus Psycholog:innen, Ärzt:innen und Sozialpädagog:innen. Es bietet eine intensive ambulante und im Notfall stationäre Behandlung an und ist innerhalb der Klinik mit Stationen und Ambulanzen vernetzt, sowie außerhalb der Klinik mit niedergelassenen Behandler:innen, Betreuer:innen und Institutionen.

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