Liebe ist ein vielschichtiges Phänomen, das sich in unzähligen Redewendungen und Metaphern widerspiegelt. Von "blind vor Liebe" bis zu "sich gut riechen können" versuchen wir, das schwer fassbare Gefühl in Worte zu kleiden. Doch was steckt aus wissenschaftlicher Sicht hinter diesen romantischen Floskeln? Und wie beeinflusst die Liebe unser Gehirn und unseren Körper?
Liebe geht durch den Magen
Frisch Verliebte scheinen tatsächlich von Luft und Liebe leben zu können. Verantwortlich dafür ist das Hormon Phenylethylamin, das den Appetit zügeln kann. Studien zeigen jedoch, dass glückliche Paare tendenziell mehr wiegen als Singles, was möglicherweise auf den sinkenden Konkurrenzdruck in stabilen Beziehungen zurückzuführen ist.
Gerade am Valentinstag kann ein Hormonrausch zu einem regelrechten Chaos im Magen führen. Beim gemeinsamen Essen wird vermehrt Oxytocin ausgeschüttet, das sogenannte "Kuschelhormon", das ebenfalls den Appetit hemmen kann. Allerdings kann Oxytocin neuesten Erkenntnissen zufolge auch die Lust auf Süßes verstärken. In der Phase der Verliebtheit werden zudem die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen ausgeschüttet, was zu einem unruhigen Magen-Darm-Trakt führen kann. Das Stresshormon Adrenalin, das beim Anblick des geliebten Menschen freigesetzt wird, sorgt im Zusammenspiel mit Glückshormonen für das berühmte Kribbeln im Bauch.
Sich riechen können - Die Chemie der Anziehung
Ähnlich wie bei Organspenden ist es nicht immer einfach, den passenden Partner zu finden. In der Liebe scheint jedoch das Motto "je fremder, umso besser" zu gelten, zumindest wenn es um Immun-Gene geht. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern, und je unterschiedlicher der Genpool von Mutter und Vater ist, desto besser ist der Nachwuchs für möglichst viele Erreger gewappnet.
Es gibt Hinweise darauf, dass Moleküle auf Zelloberflächen, die bei der Erkennung des Immunsystems helfen, Duftkomponenten entstehen lassen, die zum Körpergeruch beitragen. Über die Luft gelangen diese Moleküle zu den Riechrezeptoren in der Nase, wo das Gehirn entscheidet, ob es "passt" oder nicht. Studien haben gezeigt, dass bereits der Geruch eines getragenen T-Shirts ausreicht, um einen Partner mit unterschiedlichen Immun-Genen auszuwählen. Interessanterweise scheint es ein Optimum für den genetischen Unterschied der Immunausstattung von Partnern zu geben. Zu viel Diversität kann zu autoaggressiven T-Zellen führen, die möglicherweise körpereigenes Gewebe angreifen und Autoimmunerkrankungen auslösen.
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Jemanden süß finden - Die Macht der Assoziation
"Schon als Kinder wissen wir, dass süß gut ist", erklärt Paul Pfluger, Leiter der Abteilung Neurobiologie des Diabetes am Helmholtz Zentrum München. Schokolade hat für viele einen Belohnungseffekt, einen "hedonistischen Wert". Daher wird der Begriff "süß" wohl auch in anderen Bereichen positiv besetzt verwendet.
Gleich und gleich gesellt sich gern vs. Gegensätze ziehen sich an
Gerade in langfristigen Beziehungen ähneln sich Partner oft sehr stark. Dies ist wichtig für das Zusammenleben: Eine introvertierte Person wird es schwer haben mit einer extrovertierten, eine Nachteule mit einem Frühaufsteher. Der Fachbegriff für die Ähnlichkeit von Partnern in Bezug auf sozioökonomischen Status oder Attraktivität ist Homogamie. Obwohl jeder einen besonders attraktiven Partner bevorzugen würde, gibt es einen "Marktaspekt": Die Attraktivsten finden sich, dann die Zweitattraktivsten und so weiter. Starke Unähnlichkeiten können Eifersucht bei den Partnern auslösen, die schlechter abschneiden.
Das Sprichwort "Gegensätze ziehen sich an" trifft seltener zu. Manchmal gibt es den "Romeo-und-Julia-Effekt", bei dem eine Beziehung kurzfristig gestärkt wird, wenn das Paar das Gefühl hat, von seinem Umfeld nicht akzeptiert zu werden. Bei Heterosexuellen unterscheiden sich Männer und Frauen teilweise in ihren Präferenzen bei der Partnerwahl. Männer achten stärker auf das Aussehen, während Frauen eher nach Status und Intelligenz suchen. Unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen können zu ausgewogeneren Sichtweisen und klügeren Handlungen führen. Dies ist ein wichtiges Argument für Diversität, auch in einer Partnerschaft. In der asiatischen Tradition stehen Yin und Yang für gegensätzliche, aber aufeinander bezogene Kräfte. Wie bei Yin und Yang ergeben unterschiedliche Sichtweisen in der Zusammenschau ein harmonisches und besseres Ganzes. Auch gegensätzliche Persönlichkeitseigenschaften, wie sich gerne führen lassen und gerne führen, passen gut zusammen.
Liebe macht blind - Dopamin und die rosarote Brille
Dopamin, ein Botenstoff im Gehirn, erzeugt das Gefühl der Verliebtheit. Thomas Loew, Leiter der UKR-Abteilung für Psychosomatische Medizin, vergleicht die Wirkung mit einer wahnhaften Störung. Verliebte sind überzeugt von ihrem Partner, ohne dass es weiterer Argumente bedarf. Dieser Zustand hält etwa sechs Wochen an, und nicht jeder im Umfeld teilt die uneingeschränkt positive Bewertung des Partners. Verliebte sind blind für die Fehler des Geliebten. Endorphine, die Glücksgefühle vermitteln, führen dazu, dass Liebende sich anfangs vollkommen ausreichen. Körperliche Berührung aktiviert zusätzlich Oxytocin, das auf Dauer eine Bindung entstehen lässt.
Alles miteinander teilen - Das Mikrobiom der Liebe
Umweltmediziner untersuchen, ob Partner mit der Zeit auch das Mikrobiom auf der Haut teilen. Dies kann Krankheitsbilder beeinflussen. So könnte bei Neurodermitis-Patienten durch die Mikroben des Partners ein Hautausschlag gefördert werden.
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Von Liebe infiziert - Ein kulturelles Konstrukt
Der Begriff "von Liebe infiziert" hat laut Medizinern eher einen kulturellen als einen wissenschaftlichen Hintergrund. Wie eine Infektionskrankheit kann Liebe Menschen so verändern, dass die Umgebung einen Verlust der Gesundheit oder des Verstandes annimmt. Amors Pfeil kann als Bild eines Infektionserregers gedeutet werden. Liebe ist ansteckend, tritt in Gruppen gehäuft auf und birgt Infektionsgefahren, von der Übertragung des Epstein-Barr-Virus bis zur HIV-Infektion.
Allergisch aufeinander reagieren - Wenn die Chemie nicht stimmt
Wenn es mit einem Gegenüber nicht passt, kann dies auch wissenschaftliche Gründe haben. Duftstoffallergien können jede Zweisamkeit verderben. Duftstoffe in Parfüms, Cremes oder Seifen können Allergien auslösen. In diesem Fall gilt: Je länger der Abstand, desto besser.
Urlaub fürs Gehirn - Die KIZ-Perspektive
Die Band K.I.Z. hat dem "Urlaub fürs Gehirn" einen Song gewidmet, der als poppigste Nummer des Albums und perfekte Single-Auskopplung gilt. Der Titel steht sinnbildlich für eine Auszeit vom Alltagsstress und den Anforderungen des Denkens.
Weitere Aspekte der Liebe und Beziehungen
Die Liebe und Beziehungen sind komplexe Themen, die in verschiedenen Kontexten betrachtet werden können:
- Die fünf Sprachen der Liebe: Ein Konzept aus der Paartherapie, das besagt, dass Menschen Liebe auf unterschiedliche Weise ausdrücken und empfangen.
- Die Bedeutung von Toleranz und Gewährenlassen: In einer Beziehung ist es wichtig, die Unterschiedlichkeiten des Partners zu akzeptieren und zu respektieren.
- Die Frage, ob Arbeit das Leben auffrisst: Ein Balanceakt zwischen beruflichen Verpflichtungen und persönlichen Bedürfnissen ist entscheidend für eine erfüllte Beziehung.
- Die Rolle von Kleidung als Ausdruck der Persönlichkeit: Unsere Garderobe kann unsere innere Welt widerspiegeln und unsere Individualität unterstreichen.
- Die Herausforderungen der modernen Welt: Pandemie, Inflation, Krieg und Klimawandel belasten Beziehungen und erfordern Resilienz und Zusammenhalt.
- Die Sehnsucht nach Normalität und zwischenmenschlicher Nähe: In Zeiten der Krise sehnen wir uns nach vertrauten Traditionen und dem geselligen Beisammensein mit Familie und Freunden.
- Die Bedeutung von Freundschaften: Freundschaften sind in schwierigen Zeiten besonders wichtig und können uns Halt und Unterstützung geben.
- Die Rolle von Musik und Kunst: Musik und Kunst können uns mit unseren Gefühlen verbinden und uns Trost und Inspiration spenden.
- Einsamkeit und soziale Isolation: Soziale Kontakte sind ein menschliches Grundbedürfnis, und Einsamkeit kann negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.
- Das Belohnungssystem im Gehirn: Das Belohnungssystem spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Liebe und Zuneigung, aber auch bei selbstlosem Verhalten und unserem Sinn für Gerechtigkeit.
Die Leipziger Pfeffermühle: "Urlaub vom Gehirn"
Das Kabarett Leipziger Pfeffermühle präsentiert das Programm "Urlaub vom Gehirn", das dazu einlädt, alte Gedanken und Meinungen neu zu betrachten und sich von den Blindgängern des Alltags zu befreien.
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