Neurotransmitter und Neurohormone spielen eine entscheidende Rolle für unser emotionales und körperliches Wohlbefinden. Sie beeinflussen unsere Stimmung, Motivation, Stressbewältigung und soziale Interaktionen. Zu diesen wichtigen Botenstoffen gehören Adrenalin und Dopamin, die oft im Zusammenhang mit Stress und Belohnung genannt werden. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden Substanzen und erklärt ihre spezifischen Funktionen im Körper.
Was ist Dopamin?
Dopamin ist ein Monoamin, das als Neurotransmitter im Gehirn wirkt. Es ist ein Vorläufer von Noradrenalin und Adrenalin. Dopamin beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen, darunter:
- Immunsystem: Dopamin wirkt auf verschiedene Immunzellen wie B-Lymphozyten, T-Lymphozyten, natürliche Killerzellen, dendritische Zellen, Makrophagen und Gliazellen.
- Schlaf-Wach-Rhythmus: Dopamin ist an der Regulation von Wachheit und Schlaf beteiligt und beeinflusst den circadianen Rhythmus. Es wird rhythmisch in den Amakrinzellen der Retina des Auges produziert und wirkt auf den suprachiasmatischen Kern, der die biologische Hauptuhr darstellt. Dopamin und Melatonin hemmen sich gegenseitig.
- Belohnung und Motivation: Dopamin ist stark in die Prozesse involviert, die unsere Motivation und unser Verhalten steuern. Es wird in Momenten freigesetzt, in denen wir eine Belohnung erwarten oder erhalten, sei es durch Essen, soziale Interaktionen oder das Erreichen eines Ziels. Dieses Hormon verstärkt das Gefühl der Zufriedenheit, das wir erleben, wenn wir eine Aufgabe erfolgreich abgeschlossen haben, und motiviert uns, ähnliche Verhaltensweisen in der Zukunft zu wiederholen.
- Entzündungsregulierung: Dopamin ist an der Entzündungsregulierung beteiligt.
- Nichtdopaminerge Signalübertragung: Dopamin moduliert die nichtdopaminerge Signalübertragung.
- Myopie-Risiko: ADHS-Betroffene, die ADHS-Medikamente nehmen, haben ein um 39 % verringertes Myopie-Risiko.
Dopamin und Stress
Grundsätzlich erhöht sich die Feuerrate dopaminerger Nervenzellen bei erwarteter Belohnung. Akuter Stress erhöht Dopamin- und Noradrenalin auch bei parallel bestehendem chronischem Stress. Jedenfalls wurden bei rein akutem Stress erhöhte Werte von Dopamin (+ 54 %) und Noradrenalin (+ 50 %) im mPFC gefunden. Bei bestehendem chronischem Stress erhöhte hinzutretender akuter Stress Dopamin um 42 % und Noradrenalin um 92 %. Diazepam verringerte den Anstieg nur bei rein akutem Stress bei Dopamin auf + 17 % und bei Noradrenalin auf + 42 %. Bei bestehendem chronischem Stress verringerte Diazepam die Dopamin- und Noradrenalin-Veränderungen auf hinzutretenden akuten Stress nicht. Anmerkung: Als “chronischer Stress” diente in dieser Untersuchung eine Kälteaussetzung von drei bis vier Wochen.
Dopamin in der Retina
Dopamin wird rhythmisch in den Amakrinzellen der Netzhaut (Retina) produziert. Die Netzhaut wird durch Dopamin ebenso wie von Melatonin gesteuert. Die Netzhaut leitet Lichtinformationen an den suprachiasmatischen Kern, der die biologische Hauptuhr darstellt. Der suprachiasmatische Kern sendet Timing-Informationen zur rhythmischen Regulation von dopaminergen Gehirnregionen und des durch diese gesteuerte Verhaltensweisen (Fortbewegung, Motivation). Die intrinsisch photosensitiven retinalen Ganglienzellen (ipRGCs) vom M1-Typ (die mit den Amakrinzellen verbunden sind modulieren neben dem Pupillenreflex auch die Melatonin- und Dopaminausschüttung. Anders als die Stäbchen- und Zapfen-Photorezeptorzellen in der Netzhaut, die für das Nacht- und Farbensehen zuständig sind, sind die ipRGCs für die nicht-bildgebende Wahrnehmung der Lichtintensität verantwortlich. Ein Dopaminmangel (wie er für ADHS typisch ist) könnte daher tagsüber eine zu geringe Melatoninhemmung bewirken. Dies könnte möglicherweise die bei von manchen ADHS-Betroffenen berichtete starke Tagesmüdigkeit mit erklären.
Was ist Adrenalin?
Adrenalin, auch bekannt als Epinephrin, ist ein Hormon und Neurotransmitter, das hauptsächlich in Stresssituationen ausgeschüttet wird. Es bereitet den Körper auf "Kampf oder Flucht" vor, indem es:
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- Herzschlag und Atmung beschleunigt: Dies führt zu einer schnelleren Sauerstoffversorgung des Körpers.
- Blutdruck erhöht: Dies sorgt für eine bessere Durchblutung der Muskeln und des Gehirns.
- Energiereserven mobilisiert: Adrenalin setzt Glukose aus den Speichern frei, um den Muskeln und dem Gehirn schnell Energie zur Verfügung zu stellen.
Adrenalin und Stress
Adrenalin ist das kurzzeitige Stresshormon, welches dich aktiviert und dafür sorgt, dass du dich konzentrieren kannst. Ursprünglich hatte Adrenalin die Aufgabe, dich in Gefahrensituationen auf den Kampf bzw. die Flucht vorzubereiten. Heute befinden wir uns zum Glück seltener in gefährlichen Situationen als noch in der Steinzeit. Doch auch anspruchsvolle und stressige Situationen im Job oder beim Sport gehen meistens mit einer Handlungsnotwendigkeit einher, die uns schnell aktiviert und uns viel abverlangt. Auf biochemischer Ebene hat sich seit Jahrtausenden wenig verändert: Adrenalin ist immer noch das wichtigste Hormon, wenn es um die kurzfristige Aktivierung geht. Wenn Adrenalin ausgeschüttet wird, dann werden alle Reserven deines Körpers mobilisiert und du bist einfach wach und voll da. Auch auf sportlicher Ebene ist Adrenalin ein wichtiger Aktivator, denn er sorgt beispielsweise dafür, dass deinen Muskeln Energie in Form von Glukose zur Verfügung gestellt wird. Früher war das vor allem wichtig, um sich auf körperlich gefährliche Situationen vorbereiten zu können. Heute nutzt man diesen positiven Effekt des Adrenalins, um sportliche Leistungen erbringen zu können. Du merkst das Adrenalin in deinem Körper aber zum Beispiel auch, wenn du einen Bungee-Jump machst oder in einer Achterbahn sitzt. Es handelt sich hier um ein aktivierendes und positives Gefühl, wonach Menschen sogar süchtig werden können. Schon mal von Adrenalin-Junkies gehört?
Noradrenalin
Der zweite Mitspieler von Adrenalin ist Noradrenalin. Dies ist nämlich der eigentliche Neurotransmitter, der im zentralen Nervensystem gebildet wird und in deinem Gehirn die dann folgende Reaktionskette auslöst. Noradrenalin ist ein Neurotransmitter, der deinen Sympathikus bei stressigen Situationen aktiviert. Dies sorgt wiederum für die Ausschüttung von Adrenalin. Dein gesamter Kreislauf, Herzschlag und Atmung werden durch diese beiden Hormone/Neurotransmitter aktiviert − und zwar in kürzester Zeit!
Der Unterschied zwischen Adrenalin und Dopamin
Obwohl sowohl Adrenalin als auch Dopamin wichtige Funktionen im Körper erfüllen, gibt es wesentliche Unterschiede:
- Funktion: Adrenalin ist hauptsächlich für die kurzfristige Stressreaktion zuständig, während Dopamin eine größere Bandbreite an Funktionen hat, darunter Belohnung, Motivation, Bewegung und Schlaf-Wach-Regulation.
- Ausschüttung: Adrenalin wird hauptsächlich in Stresssituationen ausgeschüttet, während Dopamin bei erwarteten oder erhaltenen Belohnungen freigesetzt wird.
- Wirkung: Adrenalin wirkt aktivierend und bereitet den Körper auf "Kampf oder Flucht" vor, während Dopamin eher motivierend und belohnend wirkt.
Glückshormone: Serotonin, Dopamin, Endorphine und Oxytocin
Glückshormone sind chemische Botenstoffe in unserem Gehirn, die unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen. Diese Hormone, darunter Serotonin, Dopamin, Endorphine und Oxytocin, spielen eine zentrale Rolle in der Regulierung unserer Stimmung, Motivation und sozialen Bindungen.
- Serotonin: Serotonin ist eines der bekanntesten Glückshormone und spielt eine zentrale Rolle in der Regulierung unserer Stimmung. Serotonin trägt wesentlich dazu bei, wie wir uns fühlen. Serotonin ist auch an der Regulation unseres Schlafzyklus beteiligt. Dieses Hormon spielt eine Rolle bei der Regulierung unseres Appetits. Niedrige Serotoninspiegel werden oft mit Depressionen in Verbindung gebracht. Serotonin beeinflusst auch das Angstniveau. Das emotionale Gleichgewicht wird stark von der Verfügbarkeit und Wirkung von Serotonin im Gehirn bestimmt. Serotonin spielt auch eine Rolle in unserem Sozialverhalten.
- Endorphine: Endorphine sind körpereigene Chemikalien, die als natürliche Schmerzmittel wirken. Sie werden insbesondere in Situationen freigesetzt, die unser Wohlbefinden gefährden könnten, wie zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, Stress oder Verletzungen. Endorphine blockieren die Schmerzrezeptoren im Gehirn und reduzieren so das Schmerzempfinden. Ein klassisches Beispiel für die Wirkung von Endorphinen ist das sogenannte „Runner’s High“, das viele nach intensiver körperlicher Betätigung erleben. Endorphine tragen auch dazu bei, Stress abzubauen.
- Oxytocin: Oxytocin wird oft als „Bindungshormon“ bezeichnet, da es eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von engen zwischenmenschlichen Beziehungen spielt. Oxytocin wird freigesetzt, wenn wir körperliche Nähe zu anderen Menschen erleben, sei es durch Umarmungen, Küsse oder andere Formen von Zärtlichkeit. Ein besonders wichtiger Bereich, in dem Oxytocin wirkt, ist die Bindung zwischen Eltern und Kind. Oxytocin hat auch einen positiven Einfluss auf soziale Interaktionen im Allgemeinen.
Die Balance der Glückshormone
Die Balance der Glückshormone ist entscheidend für unser emotionales und körperliches Wohlbefinden. Unsere Lebensgewohnheiten haben einen direkten Einfluss auf die Produktion und Regulation der Glückshormone.
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- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann die Produktion von Glückshormonen erheblich beeinflussen. Bestimmte Nährstoffe wie Tryptophan, das in Lebensmitteln wie Nüssen, Samen und Bananen enthalten ist, sind Vorläufer von Serotonin und können dessen Produktion unterstützen.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität ist einer der effektivsten Wege, um die Produktion von Endorphinen und Dopamin zu steigern. Bewegung, insbesondere Ausdauersportarten wie Laufen oder Schwimmen, führt zu einer erhöhten Ausschüttung dieser Hormone, was zu einem besseren Wohlbefinden und einer gesteigerten Motivation führt.
- Schlaf: Ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf ist für die Regulation der Glückshormone unerlässlich. Während des Schlafs regeneriert sich das Gehirn und stellt die Balance der Neurotransmitter wieder her.
- Achtsamkeit und Meditation: Praktiken wie Meditation und Achtsamkeitstraining haben nachweislich positive Effekte auf die Hormonproduktion, insbesondere auf Serotonin und Endorphine.
- Soziale Interaktionen: Der Kontakt zu anderen Menschen, insbesondere zu engen Freund*innen und Familienmitgliedern, fördert die Freisetzung von Oxytocin, was das Gefühl von Verbundenheit und Sicherheit stärkt.
Manchmal reicht eine gesunde Lebensweise allein nicht aus, um ein hormonelles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, insbesondere wenn eine Person unter chronischem Stress, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leidet. Eine Therapie, sei es durch Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie oder medikamentöse Behandlung, kann helfen, die Hormonbalance wiederherzustellen. Antidepressiva beispielsweise wirken häufig auf das Serotoninsystem und können so das emotionale Gleichgewicht unterstützen.
Dopamin und Serotonin: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Serotonin und Dopamin haben unterschiedliche, aber ergänzende Wirkungen auf das Gehirn. Serotonin ist hauptsächlich für die Regulierung der Stimmung, des Schlafs und des Appetits verantwortlich. Es sorgt dafür, dass wir uns emotional stabil und ausgeglichen fühlen. Dopamin hingegen ist eng mit dem Belohnungssystem des Gehirns verbunden und beeinflusst unsere Motivation und Antriebskraft. Während Serotonin eher beruhigend wirkt und für Zufriedenheit sorgt, fördert Dopamin die Aktivität und das Streben nach Zielen.
Noradrenalin: Ein wichtiger Botenstoff
Noradrenalin, auch Arterenol, Levanterenol oder Norepinephrin genannt, nimmt Einfluss auf zahlreiche lebenswichtige Funktionen des menschlichen Körpers, wie zum Beispiel den Blutdruck, die Atmung und den Stoffwechsel. Noradrenalin, eng verwandt mit dem Adrenalin, ist der wichtigste anregende Botenstoff unseres Nervensystems. Er gehört zusammen mit Adrenalin und Dopamin zur Gruppe der Katecholamine. Die Bildung von Noradrenalin findet im Nebennierenmark, in verschiedenen Hirnzellen und in bestimmten Nervenzellen des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) statt. Noradrenalin ist dafür zuständig, den Körper bei psychischen und physischen Belastungen entsprechend zu aktivieren und Körperfunktionen anzupassen. Der Neurotransmitter leitet Stresssignale besonders schnell zum Gehirn und regt die Bildung und Freisetzung von Adrenalin über eine Aktivitätssteigerung des Sympathikus an. Folge daraus ist eine erhöhte Aufmerksamkeit - was dazu führt, dass wir in stressigen Situationen schnell handeln. Noradrenalin steuert interaktiv die Reaktionskette der Stresshormone und Neurotransmitter. Wenn Belastungen zu hoch werden, kann die Reaktionskette aus dem Gleichgewicht geraten. Bei dauerhafter Stressbelastung ist der Noradrenalin-Wert langfristig erhöht. Dieses Level bzw. das gesteigerte Noradrenalin-Adrenalin-Verhältnis kann auf Dauer nicht gehalten werden. So sinkt der Noradrenalin-Wert bei zunehmender Erschöpfung des Körpers durch Stress signifikant. Weil der Neurotransmitter Noradrenalin bei Bedarf ausgeschüttet wird, lässt sich die Konzentration des Noradrenalins am besten mit dem zweiten Morgenurin ermitteln, denn in diesem sind zudem die bereits aufgetretenen Tagesbelastungen enthalten. Medikamente wie Antidepressiva können den Noradrenalin-Spiegel verfälschen und müssen berücksichtigt werden. Noradrenalin wird in der Notfallmedizin verwendet. Das Medikament steht auf der Doping-Liste und ist somit im Leistungssport verboten. Verabreicht wird das Medikament, indem es über einen Perfusor in eine Vene injiziert wird. Nebenwirkungen von Noradrenalin können sehr unterschiedlich sein, weil jeder Körper anders auf Medikamente reagiert. Treten Nebenwirkungen auf, weist dies meist auf eine zu hohe Dosierung oder zu rasche Injektion in die Vene hin. Dies kann zu starkem Blutdruckanstieg und somit zu einem Herabsetzen des Herzschlags und Herzrhythmusstörungen führen. Bei einem Einsatz des Neurotransmitters in der Schwangerschaft sind keine Auswirkungen auf das Ungeborene zu erwarten. Das Medikament erreicht möglicherweise aber den Mutterkuchen und kann dort zu einer verminderten Durchblutung führen. Außerdem können Krämpfe und eine herabgesetzte Durchblutung der Gebärmutter auftreten. Die Gabe von Noradrenalin in der Schwangerschaft sollte daher nur nach einer ausreichenden Abwägung durch ÄrztInnen erfolgen. Noradrenalin geht zwar in die Muttermilch über, bleibt aber nur eine geringe Zeit im Körper, da sich der Wirkstoff schnell abbaut. Noradrenalin steht in Zusammenhang mit Krankheiten wie ADHS und Depressionen. Primärer Grund für das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS) ist ein Defizit der Dopaminausschüttung. Wahrscheinlich ist, dass hier ebenfalls eine herabgesetzte Adrenalin- und Noradrenalinausschüttung eine Rolle spielt. Weil Noradrenalin unter anderem für die Regulation von Emotionen verantwortlich ist, wirkt sich eine Verringerung der Konzentration negativ auf unseren Körper und unsere Seele aus.
Dopaminwerte: Was sie bedeuten
Dopaminwerte lassen sich im Blut (Plasma) und im Urin (24-Stunden-Sammelurin) bestimmen. Oft werden dabei auch andere Katecholamine wie Adrenalin gemessen. Sowohl Blut- als auch Urinuntersuchungen haben Vor- und Nachteile. Blutuntersuchungen liefern eine Momentaufnahme der Dopaminwerte, während Messungen im Sammelurin einen Überblick über den Dopamin-Stoffwechsel über einen längeren Zeitraum bieten. Bei Blut- und Urinuntersuchungen wird peripheres Dopamin gemessen. Diese Messwerte spiegeln nicht immer die zentralen Dopaminwerte oder die Aktivität von Dopamin im Gehirn genau wider!
Normwerte für Dopamin im Blut: Die Normwerte für Dopamin im Blut können je nach Labor und Messmethode leicht unterschiedlich ausfallen. Normalerweise aber beträgt die Dopamin-Konzentration im Blutplasma weniger als 85 ng/l (Nanogramm pro Liter).
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Normwerte für Dopamin im Urin: Die Normwerte für Dopamin im 24-Stunden-Sammelurin schwanken stark von Labor zu Labor, abhängig von der Messmethode. Im Einzelfall gelten immer die auf dem jeweiligen Laborbefund angegebenen Normwerte.
Dopamin ist kein Routine-Laborparameter. Seinen Spiegel messen Mediziner also nur aus bestimmten Anlässen - beispielsweise bei Verdacht auf eine Erkrankung, die mit veränderten Dopaminwerten verbunden ist (z.B. Phäochromozytom, Neuroblastom, Bluthochdruck). Außerdem nutzt man Dopamin manchmal zur Diagnose und Überwachung bestimmter Erkrankungen wie Parkinson. Die Messung hilft auch, die Wirksamkeit von Medikamenten zu bewerten, die sich auf die Dopaminspiegel auswirken.
Faktoren, die den Dopaminspiegel beeinflussen
Dopaminspiegel im Körper werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, etwa von der Genetik und dem Lebensstil (einschließlich der Ernährung). Auch andere Faktoren wie emotionale Zustände, Stress, Schlaf und das Nachgehen von belohnenden Aktivitäten wie Sport, Hobbys oder sozialen Interaktionen wirken sich auf die Dopaminspiegel aus. Auch der Konsum illegaler Drogen (wie Kokain oder Amphetamine) wirkt sich stark auf den Dopaminspiegel aus. Diese Substanzen verursachen eine schnelle Freisetzung des Botenstoffes aus den Nervenzellen im Gehirn, sodass es seine Wirkung entfalten kann, und blockieren dessen Wiederaufnahme in diese Zellen, womit seine Wirkung endet.
Erhöhter und niedriger Dopaminwert
Weitere mögliche Ursachen für erhöhte Dopamin-Werte sind zum Beispiel:
- Phäochromozytom: Das ist ein seltener und meist gutartiger Tumor der Nebennierenrinde, der Dopamin und andere sogenannte Katecholamine produziert. Dieser Hormonüberschuss ruft Bluthochdruck, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwitzen und Angstzustände hervor.
- Neuroblastom: Diese seltene Krebserkrankung des Nervensystems tritt vor allem bei Kindern auf. Sie beeinflusst ebenfalls die Produktion von Dopamin (und anderen Katecholaminen), ist also eine weitere mögliche Erklärung, wenn der Dopamin-Wert zu hoch ist. Welche Symptome auftreten, hängt davon ab, wo der Tumor genau sitzt und in welchem Stadium er sich befindet.
- Schizophrenie: Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei schizophrenen Psychosen manche Hirnregionen zu viel Dopamin aufweisen, während in einer anderen Region zu wenig von dem Botenstoff vorhanden ist.
- Medikamente: Manche Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika, Parkinson-Medikamente und Aufputschmittel können die Dopaminwerte erhöhen.
Auch für niedrige Dopaminwerte im Körper kann es sowohl natürliche (physiologische) als auch krankhafte (pathologische) Gründe geben. Natürlicherweise ist der Dopaminspiegel zum Beispiel im Schlaf erniedrigt. Erkrankungen, die mit Dopaminmangel einhergehen, sind zum Beispiel Parkinson und Restless Legs.
Cortisol: Das langfristige Stresshormon
Cortisol ist dein eher langfristiges Stresshormon, was dafür sorgt, dass du auch über einen großen Zeitraum hinweg leistungsfähig bist. Cortisol wird ausgeschüttet, wenn die Anforderungen an deine Leistungsfähigkeit nicht nachlassen. Dein Gehirn signalisiert eine konstante Freisetzung von Glutamat, wodurch von Adrenalin auf Cortisol umgewechselt wird. Dieser Prozess läuft bereits nach 10−15 Minuten ab. Das Cortisol sorgt dafür, dass du auf eine lange Zeit vorbereitet wirst, in der du dich gewissermaßen im Ausnahmezustand befindest. Da du unter Stress mehr Energie benötigst, die dann deinem Gehirn zur Verfügung gestellt werden kann, wird an anderen Stellen zwangsläufig eingespart. Das ist durchaus ein negativer Effekt des Cortisols, doch es ist auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass Cortisol grundsätzlich eine positive Funktion hat. Es macht dich für einen längeren Zeitraum aktiv und stellt dir Energie zur Verfügung. Problematisch wird es erst dann, wenn du dich über einen längeren Zeitraum in diesem Stresszustand befindest, also wenn der Stress chronisch wird. Dann tritt der Fall ein, dass wichtige Funktionen deines Körpers darunter leiden. Vor allem besteht das Problem darin, dass für diesen chronischen Stresszustand viel Energie benötigt wird.
Die Rolle von Ko-Faktoren bei der Neurotransmitterbildung
Für jedes Enzym gibt es einen oder mehrere optimale Ko-Faktoren. Oder anders gesagt, für jedes Schloss gibt es den passenden Schlüssel. Nun gibt es auch nicht-optimale Ko-Faktoren, die eine Stoffwechselschritt verlangsamen oder sogar blockieren können. Optimale und nicht-optimale Ko-Faktoren konkurrieren um die Bindungsstelle am Enzym. Je nachdem wie diese Ko-Faktoren, optimale und nicht-optimale, in einem quantitativen Gleichgewicht zu einander stehen, läuft der Stoffwechselweg aller Enzyme desselben Typs in Summe schneller oder langsamer. Hieraus wird deutlich, dass Ko-Faktoren eine wichtige Regulierungsfunktion für Stoffwechselwege haben. Diese Zusammenhänge haben vor dem Hintergrund der unkontrollierten Zufuhr von freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln eine erhebliche Bedeutung.
Genetische und epigenetische Einflüsse
Gene können in ihrer Funktion an- und abgeschaltet werden. Die Faktoren, die das bewirken sind unter anderem “epigenetische Faktoren“. Epigenetik bedeutet vereinfacht “beim Gen“. Die Epigenetik ist ein verhältnismäßige neues Wissenschaftsgebiet. Bei der Regulierung des Herz- Kreislaufsystem durch aktivierende Neurotransmitter spielen epigenetische Einflussgrößen ebenfalls eine wichtige Rolle. Nach unseren Erfahrungen in Verbindung mit systematischen wissenschaftlichen Erkenntnissen haben hier z.B. Vitamin D induziert die Bildung des Enzyms Tyrosin-Hydroxylase (Umwandlung von Tyrosin in L-Dopa). Testosteron induziert genetisch die vermehrte Bildung der Catechol-O-Methytransferase (COMT) und Monoaminooxidase (MAO), was wiederum einem beschleunigten Abbau aktivierenden Neurotransmitter verbunden ist.
Neurotransmitter und Rezeptoren
Wir ein aktivierender Neurotransmitter durch ein Signal aus dem Signal-sendenden Nerv freigesetzt, dann befindet er sich zunächst im Zwischenraum zwischen 2 Nerven, dem sog. synaptischen Spalt. Er dockt dann, gemäß dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an spezifische Rezeptoren auf der Signal-empfangenden Zelle an. Rezeptoren werden selber durch Gene gebildet und werden selber durch spezifische epigenetische Faktoren und zum Teil über Rezeptor-spezifisch Ko-faktoren reguliert. Wenn ein Rezeptor vermittelt durch einen Neurotransmitter ein Signal in die Signal-empfangenden Zelle übertragen hat, dann ist er danach für eine bestimmte Zeit inaktiv, d.h. er steht für eine erneute Signalübertragung nicht zur Verfügung. War das gesendete Signal aller Signal-sendenden Nerven quantitativ sehr stark, dann kann im Sinne einer Erschöpfung der ganze Signalweg für eine bestimmte Zeit blockiert sein. Neurotransmitter und Rezeptor sind im Sinne des Schlüssel-Schloss-Prinzips spezifisch füreinander optimal passend. Ähnlich wie bei den Ko-Faktoren der Enzyme kann aber eine nicht-optimal passende Substanz den Rezeptor für den optimal passenden Neurotransmitter und damit die Wirkung desselben blockieren. Diese Blockade kann kompetitiv sein, d.h. die Signalübertragung wird durch das quantitative Verhältnis von optimal-wirkenden Neurotransmittern zu blockierenden Substanzen bestimmt.
Abbau und Wiederaufnahme von Neurotransmittern
In den meisten Fällen werden die freien Neurotransmitter allerdings über einen Wiederaufnahmekanal erneut in den Signal-sendenden Nerv aufgenommen. Bei Wiederaufnahmekanälen handelt es sich um Eiweißstrukturen, die ebenfalls auf der Grundlage von Genen gebildet werden. Die Funktion von Wiederaufnahmekanälen wird bei den aktivierenden Neurotransmittern auch therapeutisch genutzt. So verwenden wir bei der Behandlung von Depression die sog. Serotonin-bzw. die Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer. In der Regel speichert der Signal-sendenden Nerv die Neurotransmitter nach ihrer Wiederaufnahme. Dieses geschieht in kleinen Speicherbläschen, sog. Speichervesikeln. Um in ein Speichervesikel zu gelangen, muss der Neurotransmitter erneut einen Transporter-Kanal, der ebenfalls aus Proteinen besteht, passieren. In den Vesikeln sind die Neurotransmitter vor den abbauenden Enzymen, die innerhalb der Zelle, aber außerhalb der Vesikel liegen, geschützt. Wir nutzen die Funktion eines Vesikel-Transporters auch therapeutisch. Der Blockade des Transporters VMAT2, z.B. durch Reserpin kann bei zu starker neurovegetativer Aktivierung z.B. zur Behandlung des Bluthochdrucks oder bei innerer Unruhe und Angstzuständen therapeutisch eingesetzt werden. Der Abbau von aktivierenden Neurotransmittern erfolgt überwiegend innerhalb des Signal-sendenden Nervs. Ebenso wie bei der Bildung von Neurotransmittern spielen bei ihrem Abbau Enzyme eine entscheidende Rolle. Von hervorgehobener Bedeutung sind hier die Enzyme Catechol-O-Methytransferase (COMT) und die Monoaminooxidasen (MAO).