Nikotin, Adrenalin, Dopamin: Ein Vergleich ihrer Wirkungen auf den Körper

Nikotin, Adrenalin und Dopamin sind Substanzen, die eine wichtige Rolle im menschlichen Körper spielen, aber unterschiedliche Funktionen und Wirkungsweisen haben. Nikotin ist ein Nervengift, das hauptsächlich in der Tabakpflanze vorkommt. Adrenalin ist ein Hormon und Neurotransmitter, das in Stresssituationen freigesetzt wird. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für die Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen verantwortlich ist und eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungen, Emotionen und Motivation spielt.

Nikotin: Ein süchtig machendes Nervengift

Nikotin ist ein hochgradig süchtig machendes Nervengift, das komplexe Auswirkungen auf das Nervensystem hat. Es aktiviert nikotinische Acetylcholinrezeptoren und beeinflusst die Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter. Die Wirkung von Nikotin auf das Nervensystem ist vielschichtig und führt zu Veränderungen in Stimmung, Konzentration und Gedächtnis.

Die chemische Struktur und Wirkungsweise von Nikotin

Die chemische Struktur von Nikotin (C₁₀H₁₄N₂) ähnelt der von Acetylcholin (C₇H₁₆NO₂), was erklärt, warum Nikotin an Acetylcholinrezeptoren binden kann. Die Wirkung von Nikotin kann sowohl erregend als auch hemmend sein, abhängig von der Dosis und dem individuellen Zustand des Nervensystems.

Nikotin wirkt anregend, da es die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin stimuliert. Diese Neurotransmitter spielen eine Rolle bei der Steuerung von Stimmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Nikotin kann auch die Freisetzung von Adrenalin stimulieren, was zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks führt.

Langzeitfolgen von Nikotin

Die Langzeitfolgen von Nikotin auf das Gehirn sind erheblich und können zu Veränderungen in der Rezeptordichte und Neurotransmitterbalance führen. Die Frage, ob sich das Gehirn vom Rauchen erholt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Dauer und Intensität des Nikotinkonsums. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Beteiligung verschiedener Neurotransmitter am Nikotinprozess die Komplexität der Wirkung von Nikotin im Körper unterstreicht.

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Die Rolle von Nikotin bei der Suchtentwicklung

Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen. Die Wirkung von Nikotin auf das Nervensystem beginnt bereits Sekunden nach der Aufnahme. Der Körper passt sich an, indem er mehr Rezeptoren bildet. Diese komplexen Wechselwirkungen erklären, warum Nikotin zu den am schnellsten süchtig machenden Substanzen zählt und welche tiefgreifenden Auswirkungen es auf unser Nervensystem hat.

Die Suchtwirkung von Nikotin beruht auf seiner Fähigkeit, das Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren. Nikotin stimuliert die Freisetzung von Dopamin, einem Neurotransmitter, der mit Vergnügen und Belohnung assoziiert ist. Diese Dopaminausschüttung führt zu einem Gefühl der Befriedigung, das den Konsumenten dazu veranlasst, Nikotin erneut zu konsumieren.

Nikotin und ADHS

Nikotin wirkt anregend und ist deshalb ein Stimulanz wie Methylphenidat oder Amphetaminmedikamente. Eine ADHS-HI-Betroffene berichtete, dass sie 4 Jahre zuvor mit dem Rauchen aufgehört habe und seither ihre aus ADHS resultierenden inneren Spannungszustände mit Nikotindragees beheben konnte. Eine 1-mg-Tablette wirkte dabei rund 2 Stunden. Etliche weitere Betroffene berichteten vergleichbare Wirkungen. Die Aktivität der Betroffenen habe sich signifikant erhöht. Nikotin erhöht mittelbar Dopamin, da Rauchen als Hemmer der Monoaminoxidase betrachtet wird. Monoaminoxidase baut Dopamin, Noradrenalin und Serotonin ab.

Adrenalin: Das Stresshormon

Adrenalin, auch Epinephrin genannt, ist ein Hormon und Neurotransmitter, das eine Schlüsselrolle in der "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion des Körpers spielt. Es wird in den Nebennieren produziert und bei Stress, Aufregung oder Gefahr freigesetzt.

Wirkungsweise von Adrenalin

Adrenalin wirkt auf verschiedene Organe und Gewebe im Körper. Es erhöht die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Atemfrequenz. Es erweitert die Bronchien, um die Sauerstoffaufnahme zu verbessern, und erhöht den Blutzuckerspiegel, um Energie bereitzustellen. Adrenalin lenkt auch die Durchblutung von weniger wichtigen Organen wie dem Verdauungstrakt zu den Muskeln und dem Gehirn um, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern.

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Adrenalin in Notfallsituationen

Adrenalin wird in Notfallsituationen wie anaphylaktischen Schocks eingesetzt, um die Atemwege zu öffnen und den Blutdruck zu erhöhen. Es kann auch bei Herzstillstand verwendet werden, um das Herz wiederzubeleben.

Auswirkungen von chronischem Stress auf den Adrenalinspiegel

Chronischer Stress kann zu einer dauerhaften Erhöhung des Adrenalinspiegels führen, was negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Ein erhöhter Adrenalinspiegel kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Angstzuständen, Schlafstörungen und einem geschwächten Immunsystem führen.

Dopamin: Der Glücksbotenstoff

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungen, Emotionen und Motivation spielt. Es wird in verschiedenen Bereichen des Gehirns produziert, darunter die Substantia nigra und der ventrale Tegmentalbereich (VTA).

Wirkungsweise von Dopamin

Dopamin wirkt, indem es an Dopaminrezeptoren auf Nervenzellen bindet. Diese Bindung löst eine Kaskade von Ereignissen aus, die die Aktivität der Nervenzelle verändern. Dopamin spielt eine Rolle bei der Steuerung von Bewegungen, indem es die Aktivität der Basalganglien beeinflusst, einer Gruppe von Gehirnstrukturen, die an der Bewegungsplanung und -ausführung beteiligt sind.

Dopamin ist auch an der Steuerung von Emotionen beteiligt. Es spielt eine Rolle bei der Entstehung von Freude, Vergnügen und Motivation. Dopamin wird freigesetzt, wenn wir belohnt werden, z. B. durch Essen, Trinken, Sex oder soziale Interaktion. Diese Dopaminausschüttung verstärkt das Verhalten, das zu der Belohnung geführt hat, und macht es wahrscheinlicher, dass wir dieses Verhalten in Zukunft wiederholen.

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Dopaminmangel und -überschuss

Ein Dopaminmangel kann zu einer Reihe von Problemen führen, darunter:

  • Parkinson-Krankheit: Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra gekennzeichnet ist. Dies führt zu Bewegungsstörungen wie Zittern, Steifheit und Bradykinese (verlangsamte Bewegungen).
  • Depression: Ein Dopaminmangel kann zu Depressionen, Antriebslosigkeit undInteresseverlust führen.
  • ADHS: ADHS wird mit einer veränderten Anzahl von Dopamintransportern in Verbindung gebracht.
  • Restless-Legs-Syndrom: Bei Parkinson handelt es sich um die sogenannte „Schüttelkrankheit“. Im Verlauf kommt es zum Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen, weshalb Parkinson auch zu den neurodegenerativen Erkrankungen gezählt wird. Symptomatisch fallen Muskelstarre (sog. Rigor), verlangsamte Bewegungen (sog. Bradykinese) bzw. Bewegungslosigkeit (sog. Akinese) und Muskelzittern (sog. Tremor) auf. Des Weiteren ist das sogenannte „Restless-Legs-Syndrom“ eine Folge der Erkrankung, bei der die Betroffenen einen Bewegungsdrang in den Beinen verspüren und diesem durch unwillkürliche Bewegungen Ausdruck verleihen.

Ein Dopaminüberschuss kann zu psychischer Stimulierung im Sinne eines Motivationsschubs, zum Gefühl geistiger Klarheit und Wachheit bzw. zum verstärkten Gefühl des Wohlbefindens führen. Eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen ist die Schizophrenie, welche mit einer Störung im Bereich der Wahrnehmung, der Denkweise, der Ich-Funktion, des Gefühls- und Gemütserlebnisses und des Antriebs verbunden ist. Das wohl charakteristischste Symptom sind wahnhafte Vorstellungen, die häufig mit dem Vorhandensein von Stimmen assoziiert sind. Auch bei dieser Krankheit besteht eine Verknüpfung zum Neurotransmitter Dopamin. So soll die erhöhte Synthese und Freisetzung von Dopamin in einem Teil des Gehirns, welches für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist (sog.

Medikamente, die den Dopaminspiegel beeinflussen

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die den Dopaminspiegel im Gehirn beeinflussen können. Dazu gehören:

  • Antidepressiva: Einige Antidepressiva, wie z. B. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), können den Dopaminspiegel erhöhen.
  • Antipsychotika: Antipsychotika werden zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Dopaminrezeptoren im Gehirn blockieren.
  • Stimulanzien: Stimulanzien, wie z. B. Methylphenidat (Ritalin), werden zur Behandlung von ADHS eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Freisetzung von Dopamin im Gehirn erhöhen.
  • Medikamente zur Behandlung von Parkinson: Bei der Behandlung von Fettleibigkeit werden ebenfalls Medikamente eingesetzt die eine Veränderung des Dopamin-Haushaltes bewirken. Da Dopamin im Zentralnervensystem nicht die sogenannte Blut-Hirn-Schranke passieren kann, wird ein inaktiver Stoff (sog. Prodrug) bei der Parkinson-Krankheit verabreicht. Hierbei handelt es sich um L-DOPA (sog. Levodopa), welches eine Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin darstellt.

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