Akupunktur bei Glioblastom: Studienlage und Perspektiven

Das Glioblastom ist ein bösartiger Hirntumor, der zu den häufigsten und aggressivsten Formen gehört. Trotz operativer Entfernung, Strahlentherapie und Chemotherapie ist die Prognose oft schlecht. Die Suche nach ergänzenden oder alternativen Behandlungsansätzen ist daher von großer Bedeutung. In diesem Kontext rückt die Akupunktur als potenziell unterstützende Therapie in den Fokus.

Was ist ein Glioblastom?

Das Glioblastom ist ein Hirntumor, der von den Gliazellen ausgeht, die das Nervensystem unterstützen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft es als Grad 4 ein, den höchsten Schweregrad. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Meist bildet sich der Tumor in einer Großhirnhälfte und wächst schnell über den Balken in die andere Gehirnhemisphäre ein.

Primäres und sekundäres Glioblastom

Es wird zwischen primärem und sekundärem Glioblastom unterschieden:

  • Primäres Glioblastom: Entsteht direkt aus gesunden Gliazellen und betrifft vorwiegend ältere Personen.
  • Sekundäres Glioblastom: Entwickelt sich aus einem Hirntumor niedrigeren Grades und betrifft jüngere Menschen.

Die frühere Einteilung in "Glioblastom, IDH-Wildtyp" und "Glioblastom, IDH-mutiert" gilt nicht mehr. Nach der aktuellen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation gibt es nur noch eine Hirntumorvariante, die formal als Glioblastom bezeichnet wird.

Häufigkeit und Prognose

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Jährlich erkranken etwa drei von 100.000 Personen. Die Prognose ist schlecht, die Überlebenszeit schwankt zwischen wenigen Monaten und einigen Jahren. Die Standardtherapie umfasst Operation, Chemo- und Strahlentherapie.

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Symptome

Die Symptome sind vielfältig und hängen von der Lage des Tumors ab. Häufige Symptome sind:

  • Kopfschmerzen (vor allem nachts und morgens)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sprachstörungen
  • Epileptische Anfälle
  • Wesensveränderungen
  • Müdigkeit (Fatigue)

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen sind unklar. Risikofaktoren sind:

  • Ionisierende Strahlen (z.B. Strahlentherapie)
  • Erbliche Krankheitsbilder (z.B. Neurofibromatose, Tuberöse Sklerose)
  • Radiofrequenzfelder (möglicherweise)

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch:

  • Neurologische Untersuchung
  • Bildgebende Verfahren (MRT, CT, PET)
  • Biopsie

Akupunktur als komplementäre Therapie bei Krebs

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet mit der Akupunktur eine Möglichkeit, Beschwerden von Krebspatienten zu lindern. Akupunktur kann als unterstützende Therapie während und nach der Krebsbehandlung eingesetzt werden, um Nebenwirkungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Vorteile der Traditionellen Chinesischen Medizin als Begleittherapie

Qi, F. et al. (2015) betonen die Vorteile der TCM als Begleittherapie während der gesamten Krebsbehandlung, nicht nur im Endstadium. Die Akupunktur zielt darauf ab, energetische Blockaden in den Meridianen zu lösen und den Körper mit bestimmten Frequenzen zu unterstützen.

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Akupunktur bei Fatigue

Fatigue ist ein häufiges Symptom bei Krebspatienten. Zhang, Y. et al. (2018) zeigten in einer Meta-Analyse, dass Akupunktur die Fatigue bei Krebspatienten reduzieren kann. Auch Xu, Y. et al. (2020) berichten über die Reduktion von Fatigue bei Krebsüberlebenden durch Renshen Yangrong Tang Herbal Extract Granules.

Akupunktur bei Schmerzen

Yang, J. et al. (2021) untersuchten die Akupunktur zur palliativen Schmerzbehandlung bei Krebs und kamen zu dem Schluss, dass sie eine wirksame Option sein kann. Zhang, T. et al. (2006) forschten über die Kombination einer Rezeptur zur Stärkung von Yin und zur Freilegung von Meridianen mit Opioid-Analgetika in der Schmerzbehandlung bei Krebs.

Akupunktur bei Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie (CIPN)

Schloss, J., Colosimo, M. & Vitetta, L. (2016) untersuchten Präventions- und Behandlungsoptionen für Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie. Akupunktur könnte hier eine Rolle spielen, obwohl weitere Forschung notwendig ist.

Akupunktur bei vasomotorischen Symptomen

Guo, PP. et al. (2019) gaben einen Überblick über systematische Reviews und Meta-Analysen zu komplementärer und alternativer Medizin bei natürlichen und behandlungsbedingten vasomotorischen Symptomen. Chien, TJ. et al. (2017) untersuchten die Wirkung von Akupunktur auf Hitzewallungen und Menopause-Symptome bei Brustkrebs.

Akupunktur bei Glioblastom: Spezifische Studien

Obwohl es vielversprechend ist, gibt es derzeit nur begrenzte spezifische Forschungsergebnisse zur Akupunktur bei Glioblastomen. Die meisten Studien konzentrieren sich auf die allgemeine Anwendung von Akupunktur zur Linderung von Krebssymptomen und Nebenwirkungen der Krebsbehandlung.

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Fallbeispiele und anekdotische Evidenz

Es gibt Fallbeispiele und anekdotische Evidenz, die darauf hindeuten, dass Akupunktur bei Glioblastom-Patienten helfen kann, Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit zu lindern. Diese Berichte sind jedoch nicht ausreichend, um allgemeine Empfehlungen auszusprechen.

Mögliche Wirkmechanismen

Die genauen Wirkmechanismen der Akupunktur sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass Akupunktur die Freisetzung von Endorphinen und anderen Neurotransmittern stimuliert, die schmerzlindernd und entspannend wirken können. Darüber hinaus könnte Akupunktur die Durchblutung verbessern und das Immunsystem stärken.

Ergänzende Therapien

Es gibt auch andere ergänzende Therapien, die bei Glioblastom-Patienten in Betracht gezogen werden können, wie z.B. Bewegung und nicht-medikamentöse Interventionen zur Behandlung von Fatigue (Hilfiker, R. et al., 2018).

Tumortherapiefelder (TTF) als Behandlungsalternative

Neben den etablierten Behandlungsmethoden wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie gibt es auch die Möglichkeit der Tumortherapiefelder (TTF). Diese Methode wurde zusätzlich zur Standardbehandlung untersucht und kann bei Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom eingesetzt werden, wenn nach Abschluss der Radiochemotherapie keine frühe Krankheitsprogression nachgewiesen wurde.

Die Methode TTF wurde am 20.03.2020 in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen.

Fallbeispiel: Akupunktur bei einer Patientin mit Lungenerkrankung

Eine 31-jährige Patientin, Mutter von drei Kindern, litt unter Unruhe, Anspannung und Reizbarkeit. Die Symptome deuteten auf eine Anpassungsstörung hin. Durch Achtsamkeitsübungen und den liebevollen Kontakt zu ihrem Körper konnte sie innere Ruhe und Wohlbefinden spüren.

Die Anspannung und nervöse Reizbarkeit sanken deutlich. Der therapeutische Auftrag verlagerte sich hin zur Beziehung mit ihrem Mann und der Klärung ihrer Lebenssituation.

Akupunktur bei Tieren

Auch bei Tieren kann Akupunktur eingesetzt werden, um energetische Blockaden zu lösen und den Körper zu unterstützen. So wurde beispielsweise eine 19-jährige Ponystute mit unklarer Lahmheit der Vorhand erfolgreich mit Akupunktur behandelt.

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