Alzheimer Cafés: Ein offener Treffpunkt für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Demenz verändert das Leben von Grund auf. Für Betroffene und ihre Familien ist diese Erkrankung mit vielen Fragen und großer Verunsicherung verbunden. Umso wichtiger ist es, Orte zu schaffen, an denen sich Betroffene und ihre Angehörigen austauschen, informieren und gegenseitig unterstützen können. Alzheimer Cafés sind solche Orte - offene Treffpunkte, die eine ungezwungene Atmosphäre bieten, um Kontakte zu knüpfen und sich gegenseitig zu stärken.

Was ist ein Alzheimer Café?

Ein Alzheimer Café ist ein regelmäßiges, offenes Treffen für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen, Freunde und andere Interessierte. Es bietet eine zwanglose und akzeptierende Umgebung, in der sich die Teilnehmer austauschen, informieren und gegenseitig unterstützen können. Im Mittelpunkt steht das soziale Miteinander, das durch Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und das Gefühl der Zugehörigkeit gefördert wird.

Ziele und Nutzen von Alzheimer Cafés

Alzheimer Cafés verfolgen verschiedene Ziele, die sich positiv auf das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen auswirken:

  • Soziale Teilhabe: Alzheimer Cafés bieten die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, der Vereinsamung entgegenzuwirken und das Gefühl der Zugehörigkeit zu stärken.
  • Information und Aufklärung: In den Cafés werden Informationen über Demenz, ihre Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten vermittelt. Experten stehen für Fragen zur Verfügung und bieten individuelle Beratung an.
  • Entlastung und Unterstützung: Angehörige finden in den Cafés ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Sie können sich mit anderen Betroffenen austauschen, Erfahrungen teilen und praktische Tipps erhalten.
  • Abbau von Stigmatisierung: Durch die offene Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz tragen die Cafés dazu bei, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für die Erkrankung in der Gesellschaft zu fördern.
  • Aktivierung und Förderung: Die Cafés bieten verschiedene Aktivitäten an, die die kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Teilnehmer anregen und fördern. Dazu gehören beispielsweise Gedächtnistrainings, Bewegungsübungen, Musiktherapie oder kreative Angebote.

Beispiele für Alzheimer Cafés und ähnliche Initiativen

Alzheimer Café Den Haag

Die Stadt Den Haag in den Niederlanden dient als ein sehr ausführliches konkretes Beispiel in einer Studie darüber, wie Gemeinden gezielt solche Treffpunkte fördern können.

Alzheimer Cafés im Landkreis Mühldorf a. Inn

Im Landkreis Mühldorf a. Inn gibt es ein aktives Demenz-Netzwerk, das verschiedene Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen bereithält. Dank Mitteln aus dem Bayerischen Demenzfonds können im Jahr 2025 Demenz-Cafés an verschiedenen Orten im Landkreis durchgeführt werden. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Demenz bei Kaffee und Kuchen zusammenzubringen und gemeinsam gesellige Stunden zu verbringen. Verschiedene spezifische Angebote runden die Nachmittage ab, zudem bietet sich bei diesen Cafés auch die Gelegenheit, die einzelnen Netzwerkpartner und ihre Einrichtungen kennenzulernen. Folgende Termine für Demenz-Cafés stehen bereits fest:

Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige

    1. Juni 2025 um 14 Uhr in der Tagespflege Stifter Platzerl in Mettenheim
    1. Juli 2025 um 14 Uhr im Annahospiz in Annabrunn
    1. September 2025 um 14 Uhr im Café Ratatouille im Caritas Zentrum Mühldorf a. Inn
    1. November 2025 um 14 Uhr in der Somitas Tagespflege in Neumarkt St. Veit

Weitere Initiativen im Landkreis Mühldorf a. Inn

Neben den Demenz-Cafés gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn weitere Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen:

  • Netzwerktreffen Demenz: Das Netzwerktreffen Demenz findet drei bis vier Mal jährlich statt und lädt ein zur Vernetzung und zum Informationsaustausch der Akteure des Landkreises Mühldorf a. Inn mit dem Ziel den Landkreis demenzfreundlich auszurichten.
  • Kompaktkurs Demenz: Der Kompaktkurs Demenz vermittelt Basiswissen zu Demenzerkrankungen, Tipps und Hinweise zum Umgang und zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz sowie mögliche Handlungsweisen, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen.
  • Demenzparcours: Der Hands-on Dementia Parcours ermöglicht an 13 Stationen, die einen typischen, geregelten Tagesablauf darstellen, die Symptome einer Demenz in alltäglichen Situationen selbst zu erleben.
  • Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz: Im Haus der Begegnung findet das Café Memory des Kooperationspartners Mobiler Familienservice (MOFA) statt und parallel dazu die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz (begleitet vom gerontopsychiatrischen Dienst Waldkraiburg).
  • Somitas Tagespflege Neumarkt St. Veit: Teilstationäre Tagespflege mit Betreuung und Körperpflege für Gäste mit Pflegegrad und Gäste mit dementiellen Veränderungen.
  • Caritas Tagespflege Miteinand: Ab Herbst 2022, 20 Plätze, Möglichkeit zur Teilnahme an MAKS-Therapie.
  • EdukationDemenz - Kurse: Kurse für Angehörige von ambulant versorgten Menschen mit Demenz.
  • Demenzpartner-Schulungen: Schulungen für interessierte Gruppen rund um den Umgang mit dementen Menschen im Alltag - Dauer 2h, Termine nach Absprache.
  • Unterstützung im Alltag: Demenzbegleitung.
  • Pflegestützpunkt des Landkreises Mühldorf a. Inn: Neutrale, unabhängige und kostenfreie Beratung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zu den Leistungen der Pflegeversicherung.
  • Gerontopsychiatrischer Dienst für den Landkreis Mühldorf a. Inn: Angeleitete Selbsthilfegruppe Angehöriger von Demenzerkrankten.
  • Offene und ambulante Angebote der Stiftung Ecksberg - Beratungsstelle Netzwerk 18: Beratung und Information rund um das Thema Demenz, Familienentlastender Dienst: Betreuung zur Entlastung Angehöriger.
  • Seniorenseelsorge im Landkreis Mühldorf a. Inn: Vergiss-mein-Nicht Gottesdienst für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige, IKS-Kurs für Angehörige von Menschen mit Demenz im Seniorenheim.
  • SoNNe e.V. Gars a. Inn: Entlastungsleistung der Pflegeversicherung nach §45b SGB XI und Privatleistung bei fehlendem Pflegegrad, soziale Betreuung von Menschen mit Demenz, die kaum soziale Bindungen haben, Erhaltung und Stärkung der Fähigkeiten der Demenzerkrankten, Einzelbetreuung.
  • Helferkreis: Stundenweise Betreuung und Beschäftigung durch Helferinnen und Helfer nach Absprache, Fachstelle für Pflegende Angehörige, Beratung rund um das Thema Demenz.
  • Mobiler Familienservice des AWO Ortsverein Mühldorf: Beratung rund um das Thema Demenz.
  • Krankenseelsorge im Landkreis Mühldorf a. Inn: Gesprächspartner und seelsorgerliche Begleitung im Rahmen der Klinikseelsorge.
  • Home Instead Inn Salzach: Demenzbetreuung, Entlastung von Familien, die mit der Betreuung des Erkrankten überfordert sind.
  • Anna Hospizverein im Landkreis Mühldorf a. Inn: Palliative Beratung/ Ehrenamtliche Hospizbegleitung sowie Trauerbegleitung und Information zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.
  • Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) am Inn: Ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit weit fortgeschrittener, unheilbarer Erkrankung und komplexen Beschwerdebildern durch das spezialisierte Palliativteam zu Hause und im Pflegeheim.

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

In vielen Regionen Deutschlands gibt es Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz, die sich für eine demenzfreundliche Gesellschaft einsetzen. Diese Allianzen bestehen aus verschiedenen Akteuren wie Kommunen, Vereinen, Organisationen und Einzelpersonen, die gemeinsam Projekte und Initiativen entwickeln, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern.

Weitere Beispiele

  • Offene Treffen im Café des Edeka-Marktes in Mühldorf: Alle 14 Tage gibt es ein offenes Treffen im Café des Edeka-Marktes in der Oderstraße in Mühldorf. An 10 Uhr kann jede*r kommen und bekommt sogar einen Kaffee gratis. Außerdem gibt es die Gelegenheit, mit anderen Menschen zu ratschen.
  • Seniorentreff in der Emil-Haag-Begegnungsstätte: Der Seniorentreff ist eine städtische Einrichtung, die von der Emil-Haag-Stiftung ermöglicht wurde. Er ist ein Ort, an dem sich ältere Menschen treffen und gemeinsam Zeit verbringen können, Kontakte knüpfen und pflegen und verschiedene Freizeitaktivitäten angeboten werden.
  • Netzwerk Gemeinsam für ein demenzfreundliches Bad Cannstatt: Dieses Netzwerk setzt sich seit zehn Jahren dafür ein, im Stadtviertel eine Umgebung zu schaffen, in der sich Menschen mit Demenz willkommen, sicher und unterstützt fühlen.

Wie man ein Alzheimer Café startet

Die Studie "Dritte Orte - Begegnungsräume in der altersfreundlichen Stadt" gibt gute Hinweise, wie man solche Begegnungsräume anfängt. Sie beschreibt konkrete Beispiele, wie etwa eine Stiftung in Hamburg oder die Stadt Hannover oder sehr ausführlich die Stadt Den Haag in den Niederlanden.

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