Die Alzheimer-Forschung in Bochum hat sich in den letzten Jahren als ein wichtiger Standort für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Ansätze etabliert. Insbesondere die Arbeiten von Prof. Dr. Klaus Gerwert an der Ruhr-Universität Bochum haben hier eine Vorreiterrolle eingenommen. Im Fokus steht dabei die Früherkennung der Alzheimer-Krankheit, die für eine erfolgreiche Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.
Die Notwendigkeit einer frühen Alzheimer-Diagnose
Studien mit neuen Wirkstoffen gegen die Alzheimer-Krankheit scheitern regelmäßig. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Erkrankung selbst bei Proband*innen in einem frühen Stadium schon zu weit fortgeschritten ist. Da Alzheimer bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten von Symptomen mit ersten Veränderungen im Gehirn beginnt, ist eine frühe Diagnose im symptomlosen Zustand von besonderer Bedeutung. Eine frühe Alzheimer-Diagnose ist unentbehrlich für eine Behandlung. Denn frühzeitige medikamentöse Behandlungen und Therapien können den Verlauf der Erkrankung hinauszögern. Bislang ist eine Frühdiagnose sehr aufwendig und führt oft zu keinem eindeutigen Ergebnis.
Der innovative Alzheimer-Bluttest aus Bochum
Prof. Klaus Gerwert von der Ruhr-Universität Bochum arbeitet gemeinsam mit seinem niederländischen Projektpartner Prof. Philip Scheltens vom University Medical Center Amsterdam an einem innovativen Alzheimer-Bluttest. Dieser Bluttest soll eine verlässliche Diagnose und Prognose in einer Frühphase der Erkrankung ermöglichen. Das Forschungsprojekt wird mit je 50.000 Euro von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. und der Organisation Alzheimer Nederland gefördert. Die Fördermittel wurden für Verbrauchmaterialien im Labor wie zum Beispiel Antikörper (49.000 Euro) sowie für Reisekosten (1.000 Euro) verwendet. Weitere 50.000 Euro erhielt Prof. Dr. Philip Scheltens von Alzheimer Nederland, dem Kooperationspartner der Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Vorgehensweise der Forschenden
Die Forschenden arbeiten mit Blutproben aus einer Studie mit 250 Proband*innen. Diese Versuchsteilnehmenden sind klinisch gesund. Ein Arzt würde bei ihnen keine Alzheimer-Diagnose stellen. Sie fühlen sich aber bereits über das normale Maß vergesslich. Diesen Zustand nennt man subjektiven kognitiven Verfall. Durch die Kombination zweier neuer diagnostischer Methoden versuchen die Forschenden nun anhand der Blutwerte vorherzusagen, welche Probanden tatsächlich erkranken werden und wann dies passieren wird.
Der Immuno-Infrarot Sensor
Zum einen kommt der in Bochum entwickelte Immuno-Infrarot Sensor zum Einsatz. Mit diesem können die Forscher die für Alzheimer charakteristische Fehlfaltung des Proteins Beta-Amyloid und des Tau Proteins im Blut messen. Der Immuno-Infrarot-Sensor, entwickelt in Bochum, erkennt fehlgefaltete Proteinbiomarker im Blut. Das bietet eine Chance, Alzheimer bereits im symptomfreien Zustand zu erkennen. Die Demenzerkrankung Morbus Alzheimer hat einen 15 bis 20 Jahre langen symptomfreien Verlauf, bevor erste klinische Symptome auftreten. Mithilfe eines in Bochum entwickelten Immuno-Infrarot-Sensors konnte ein Forschungsteam bis zu 17 Jahre vor Auftreten der ersten klinischen Symptome Anzeichen für die Alzheimer-Krankheit im Blut identifizieren. Der Sensor detektiert die Fehlfaltung des Proteinbiomarkers Amyloid-beta. „Unser Ziel ist es, noch bevor sich die toxischen Plaques im Gehirn ausbilden können, das Risiko, später an Alzheimer-Demenz zu erkranken, mit einer einfachen Blutuntersuchung zu bestimmen - damit eine Therapie rechtzeitig starten kann“, sagt Prof. Dr. Klaus Gerwert, Gründungsdirektor des Zentrums für Proteindiagnostik (PRODI) der Ruhr-Universität Bochum.
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Messung des Verhältnisses verschiedener Beta-Amyloid-Varianten
Zum anderen soll das Verhältnis verschiedener Beta-Amyloid-Varianten gemessen und die Genauigkeit des Bluttests deutlich verbessert werden. Durch die sogenannte Simoa-Technologie kann in Amsterdam das Verhältnis verschiedener Amyloid-Beta-Varianten zueinander bestimmt werden. Die Kombination der beiden Bluttests zu einem Panel mit weiteren Risikofaktoren soll die Genauigkeit erhöhen.
Ziel des Forschungsprojekts
Ziel ist eine möglichst frühe und präzise Alzheimer-Prognose zu geben. Diese ist für die Erprobung neuer Wirkstoffe sehr wichtig. Wenn ein neuer Wirkstoff tatsächlich auf den Markt käme, würde ein Bluttest als routinemäßiges Screening-Verfahren dringend benötigt.
Ergebnisse der Forschung
Der Blut-Test konnte verlässlich alle 22 Probandinnen, die im Laufe der Studie Alzheimer-Symptome entwickelten, richtig detektieren. Das heißt, die 22 Probandinnen wiesen zu Beginn der Studie eine Beta-Amyloid Fehlfaltung im Blutplasma auf, nahmen subjektiv auch kognitive Veränderungen wahr, waren klinisch aber noch gesund. Innerhalb von 6 Jahren entwickelten diese Probandinnen Symptome der Alzheimer-Krankheit. Die Probanden mit einer leichten Fehlfaltung entwickelten im Mittel nach 3,4 Jahren Symptome während die Probandinnen mit einer starken Fehlfaltung bereits nach 2,2 Jahren Symptome zeigten. Das heißt, umso stärker die Fehlfaltung von Beta-Amyloid, umso früher machten sich die ersten Symptome bemerkbar.
Das Forscher-Duo konnte aus diesen Daten einen Risiko-Faktor für die Alzheimer-Krankheit ableiten. Bei Versuchsteilnehmenden mit einer starken Beta-Amyloid Fehlfaltung, lag das Risiko innerhalb der nächsten 6 Jahre zu erkranken 19-fach höher als mit normaler Faltung. Probanden mit einer mittleren Fehlfaltung hatten ein 11-fach höheres Risiko. Des Weiteren wurde das Verhältnis der Beta-Amyloid Varianten 42 und 40 im Blutplasma gemessen. Durch die Kombination der beiden Plasma-Biomarker konnte die Genauigkeit des Tests verbessert werden. Für andere Plasma-Biomarker, wie die absolute Konzentration von Beta-Amyloid-42 oder von Tau, konnte kein Mehrwert beobachtet werden. Dieser Blut-Test kann bei klinisch gesunden Menschen vorhersagen, wer innerhalb der nächsten 6 Jahre Alzheimer-Symptome entwickeln wird. Um diese Hypothese zu bestätigen, werden die Versuchsteilnehmenden, die bisher keine Symptome zeigen, weiterhin beobachtet. Zusätzlich werden weitere Kombinationen von Plasma-Biomarkern untersucht, die eine hohe Vorhersage-Genauigkeit einer Alzheimer-Erkrankung ermöglichen könnten.
Ausblick auf die Zukunft
Eine Zulassung des Blut-Tests ist in den nächsten Jahren zu erwarten. Eine realistische Testung von gesunden Menschen kann aus ethischen Gründen allerdings erst dann erfolgen, wenn es ein Medikament zur Alzheimer-Vorbeugung gibt. Nach der Zulassung kann der Blut-Test durchaus auch als diagnostische Alternative zur Liquor-Untersuchung bei erkrankten Menschen eingesetzt werden.
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Weitere Forschungsprojekte zur Alzheimer-Krankheit
Neben dem Bluttest von Prof. Gerwert gibt es eine Vielzahl weiterer Forschungsprojekte, die sich mit der Alzheimer-Krankheit beschäftigen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) unterstützt die wissenschaftliche Forschung und schreibt für 2026 eine Summe von maximal 50.000 € für die Unterstützung eines Vorhabens im Bereich der Versorgungsforschung aus, dessen Ergebnisse zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen erkennbar beitragen. Gleichzeitig werden weitere 200.000 € für die Grundlagenforschung ausgeschrieben, die der DAlzG von der Förderstiftung Dierichs (www.foerderstiftung-dierichs.de) zur Verfügung gestellt werden. Dazu können zum Beispiel Forschungsprojekte gehören, die noch keine unmittelbare Anwendung am Menschen haben, jedoch auf dem Weg dazu sind.
Beispiele für geförderte Projekte
- Das Projekt „MIF als eine neuartige, therapierbare, molekulare Schnittstelle zwischen der sporadischen Alzheimer Demenz und externer, auslösender Faktoren“ von Prof. Dr. Carsten Korth an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhält von der Förderstiftung Dierichs 117.000,00 Euro.
- Mit 32.500 Euro wird das Projekt „Der Einfluss des oralen Mikrobioms auf die Pathophysiologie der Alzheimer-Krankheit“ am LVR-Klinikum Düsseldorf durch die Förderstiftung Dierichs gefördert.
- Das Projekt „Ein diagnostischer Test für die Alzheimer-Krankheit auf der Grundlage einer Stuhlanalyse“ rund um Prof. Dr. Gültekin Tamgüney von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhält in Kooperation mit der Förderstiftung Dierichs124.740,00 Euro.
- Für die „Neuentwicklung eines rekognitionsbasierten Testing the Limits-Paradigma zur Früherkennung bei Demenz“ an der Neurologischen Universitätsklinik Ulm erhalten Prof. Dr. Ingo Uttner und Dr. Olivia Küster eine Summe von 18.500 Euro aus Mitteln der Förderstiftung Dierichs.
- Eine Fördersumme von 126.144 € erhält das Projekt „Entwicklung eines Instrumentes für die differenzierte Erfassung von Alltagsbeeinträchtigungen aufgrund kognitiver Abbauprozesse - Ein Ansatz zur Verbesserung der Früherkennung und Diagnostik von Demenzen und deren Vorstufen Leichter Neurokognitiver Störungen in Forschung und Praxis“ des Instituts für Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und Versorgungsforschung (ISRV) & Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Nordhausen gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.
- Die Fördersumme von 61.560 € erhält das Forschungsvorhaben „Validierung der Checkliste für leichte Verhaltensbeeinträchtigungen (C-LVB)“ des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig.
- Die Fördersumme von 6.100 € erhält das Projekt „DemTect Eye+Ear - Kognitives Screening bei Menschen mit sensorischen Einschränkungen“ an der Universität Köln.
- Das Projekt „Zusammenhang zwischen einer Ernährungsintervention und Epigenetik zur Prävention von Demenzerkrankungen“ von Dr. med. Ayda Rostamzadeh und Lena Sannemann vom Universitätsklinikum Köln wird in Kooperation mit der Förderstiftung Dierichs mit 55.000 Euro gefördert.
- Mit 102.242 Euro fördert die DAlzG das Projekt „Demenzprävention durch Verbesserung der Hörgeräteversorgung - AD-HEARING“ der Universitätsmedizin Göttingen.
- Dr. Martin N. Dichter und Prof. Dr. Sascha Köpke von der Uniklinik Köln erhalten für ihr Projekt „Übersetzung, Evaluation und Dissemination des Dementia Isolation Toolkit (DIT-G)“72. 520,00 Euro.
- Eine Fördersumme von 75.548,00 Euro erhalten Dr. Marion Eisele und Dr. med Dagmar Lühmann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf für das Projekt „EMPOR - Entwicklung eines Leitfadens für Gespräche zwischen Pflegefachpersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz in Pflegeheimen zum sinnvollen und zielgerichteten Einbezug dieser in die Versorgung.“
- Die Summe von 138.456 Euro erhält das Projekt „Kognitive Stimulation in der stationären Langzeitpflege: Entwicklung und Pilotierung eines 24-Stunden Ansatzes im Rahmen einer Mixed-Methods-Studie“ der Universitätsmedizin Köln.
- Eine Fördersumme von 87.370 € erhält das Projekt „Sichere Orte? - Schutzkonzepte in Pflegeheimen für Demenzkranke“ an der Universität Hildesheim.
- Die Summe von 100.871 Euro erhält das Forschungsprojekt: „Optimierung der Medikation bei Heimbewohnern mit fortgeschrittener Demenz - eine Interventionsstudie zur Reduktion von Antipsychotika“ an der Technischen Universität München.
- „Harninkontinenz bei Demenzkranken in stationären Einrichtungen“ ist das Thema des Projekts von Gerrit Beyer und Rico Hampel, Diplompflegewirte im Städtischen Altenheim Glauchau, für das 3.000 Euro zur Verfügung gestellt wurden.
- Das Projekt von Christin Hinrichs und Julia Oswald, Diplom-Kauffrauen an der Universität Osnabrück, das 5.600 Euro erhielt, beschäftigt sich mit Risiko-Management in stationären Altenpflegeeinrichtungen.
- Der Architekt Jürgen Dettbarn-Reggentin vom Institut für sozialpolitische und gerontologische Studien (ISGOS) in Berlin untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Wohnformen auf Demenzkranke.
- 145.000 Euro erhalten Prof. Dr. med. Stefanie Schreiber, Dr. Katja Neumann, Prof. Dr. med. Daniel Behme, Dr. Hendrik Mattern, Marc Günther Pawlitzki und Prof. Dr. Dr. Sven Günther Meuth von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aus den Mitteln der Förderstiftung Dierichs. Mit ihrem Projekt „BB-DARS: Blut-Biomarker-DrAinage-Reserve-Score zur personalisierten Risikoabschätzung einer ARIA unter Aß-Immuntherapie“ wollen sie einen neuen und in der klinischen Praxis einfach und flächendeckend einzusetzenden Blut-basierten Biomarker identifizieren, der auf das Risiko von Hirnblutungen und -ödemen hinweist.
- Von der Förderstiftung Dierichs erhält das Projekt „MagDeburger DrAinage-Reserve-Score zur individualisierten, MRT-basierten Vorhersage der perivaskulären zerebralen Drainage bei Patienten entlang des Alzheimer-Kontinuums“ von Prof. Dr. Stefanie Schreiber, PD Dr. Daniel Behme und Dr. Hendrik Mattern von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eine Summe von 115.000,00 Euro.
Neue Therapieansätze und Medikamente
Die Klinik für Neurologie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum behandelt erstmals Patientinnen mit dem neuen Medikament gegen die Alzheimer-Demenz. Dies markiert einen wichtigen Schritt in der regionalen Versorgung von Menschen mit Alzheimer-Erkrankung. Seit November sind die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab als Medikamente gegen die Alzheimer-Demenz im sehr frühen Stadium zugelassen. Laut Studien kann das Fortschreiten der Erkrankung durch beide Medikamente verlangsamt werden - die Hoffnungen bei Patientinnen, Angehörigen und Klinikern sind hoch. „Wir freuen uns sehr, mit den neuen Therapien von Alzheimer-Demenz betroffene Patientinnen und Patienten nun ein Behandlungsangebot machen zu können - obwohl wir aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sehr genau und individuell prüfen müssen, für wen das Medikament in Frage kommt“, so Prof. Dr. Dr.
Lecanemab (LEQEMBI)
Hoffnung für Menschen mit beginnender Alzheimer-Erkrankung: Das St. Josef-Hospital Bochum, Universitätsklinik der RUB und Teil des Katholischen Klinikums, zählt zu den ersten Kliniken in Deutschland, die den neuen Antikörper-Wirkstoff „Lecanemab“ (Handelsname: LEQEMBI) einsetzen. „Diese moderne Therapie richtet sich gegen Amyloidablagerungen, die eine zentrale Rolle bei der Alzheimer-Demenz spielen. Sie kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und eröffnet damit neue Perspektiven für viele Betroffene. Entsprechend wurde bereits Anfang des Jahres mit der Geschäftsführung und Prof. Dr. Ralf Gold, Direktor der Klinik für Neurologie, der Ausbau der Kapazitäten unserer Gedächtnis- und Infusionsambulanz geplant“, erklärt Prof. Dr. „Leqembi kann Alzheimer nicht heilen, aber es verschafft den Betroffenen wertvolle Zeit“, erklärt Prof. Dr. Siegfried Muhlack, Oberarzt und Leiter des klinischen Forschungszentrums für Neurodegeneration des St. Josef-Hospitals. „Das Fortschreiten der Krankheit wird etwas verlangsamt, wodurch Alltagsfähigkeiten und Selbstständigkeit länger erhalten bleiben. Der Wirkstoff Lecanemab wurde im April in der EU zugelassen und ist seit September in Deutschland verfügbar. Die Therapie kommt für Patientinnen und Patienten infrage, die sich in einem frühen Stadium der Alzheimer-Erkrankung befinden und bereits leichte kognitive Störungen zeigen. Voraussetzung ist eine Amyloidpathologie per Liquorpunktion oder Amyolid-PET, hinweisend auf eine Alzheimer Krankheit.
LEQEMBI: Lecanemab ist ein Antikörper der gegen aggregierte lösliche und unlösliche Formen von Amyloid-beta gerichtet ist; eine Vorstufe der bei Alzheimer typischen Amyloid-beta-Protein-Plaques, die mit der Schädigung und dem Absterben von Nervenzellen im Gehirn in Verbindung stehen. Durch die Bindung aktiviert der Wirkstoff das körpereigene Immunsystem und die Amyloidablagerungen werden abgebaut. Für die Behandlung sind auch genetische Faktoren entscheidend: Erkrankte dürfen höchstens eine Kopie des sogenannten ApoE4-Gens tragen. Personen mit zwei Kopien sind aufgrund eines erhöhten Risikos für Nebenwirkungen (z.B.
Donanemab (Kisunla)
Erst kürzlich wurde mit Donanemab (Kisunla) ein weiterer Antiköper zugelassen. Die Markteinführung für diesen Antiköper gegen beta-Amyloid wird in den kommenden Wochen erwartet.
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betaSENSE: Ein Start-up für die Frühdiagnostik neurodegenerativer Erkrankungen
Die Frühdiagnostik neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer ist Geschäftszweck von betaSENSE. Das Start-up, gegründet von Professor Dr. Die betaSENSE GmbH möchte an diesem Standort die Belegschaft vergrößern und weitere Mitarbeitende gewinnen. „Ziel ist es, die Entwicklung, Kommerzialisierung und Internationalisierung von Diagnostikprodukten vom Standort Bochum aus zu steuern und in den kommenden Jahren eine selbstentwickelte Diagnostik für Alzheimer in den Markt zu bringen“, sagt Nela Novakovic, COO (Geschäftsführerin) von betaSENSE. So soll das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, in einem sehr frühen Stadium erkannt werden. Nur in einem sehr frühen Stadium sind die beiden in den USA bereits zugelassenen Medikamente wirksam.