Demenzfreundliche Bestattung: Ein würdevoller Abschied für alle

Der Umgang mit Trauer und Verlust ist ein zutiefst persönlicher Prozess, der für Menschen mit Demenz besondere Herausforderungen birgt. Die Alzheimer Gesellschaft und Bestattungsunternehmen arbeiten zunehmend zusammen, um demenzfreundliche Bestattungen zu ermöglichen, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, die Bedeutung und die praktischen Aspekte dieser wichtigen Entwicklung.

Die wachsende Bedeutung demenzfreundlicher Bestattungen

Demenz verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend. Ein Sterbefall im engeren Familienkreis stellt unter diesen Umständen eine zusätzliche Belastung dar. Es ist wichtig zu erkennen, dass Menschen mit Demenz trotz ihrer kognitiven Einschränkungen ein Recht auf Teilhabe und einen würdevollen Abschied haben. Die Bewusstwerdung über Demenz in der Gesellschaft ist daher ein zentrales Anliegen der Alzheimer Gesellschaft.

Demenzkranke wollen dazugehören

Das Credo "Unsere demente Mutter bleibt daheim" ist überholt. Menschen mit Demenz wollen dazugehören und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dies gilt auch für Trauerfeiern und Bestattungen. Es ist wichtig, ihnen die Möglichkeit zu geben, Abschied zu nehmen und ihre Trauer auf ihre eigene Weise auszudrücken.

Pionierarbeit und Schulungen

Die demenzfreundliche Bestattungsberatung ist das Ergebnis jahrelanger Pionierarbeit. In den Niederlanden wurde die Terramor-Methode entwickelt und von Alzheimer Niederlande als erste demenzfreundliche Bestattungsmethode ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit Alzheimer Niederlande wurde das DeMensTraining® "Demenzfreundliche Bestattungsberatung" entwickelt. Seitdem wurden zahlreiche Bestatter und Trauerredner geschult, um Menschen mit Demenz in den Abschiedsprozess einzubeziehen.

Die Rolle der Alzheimer Gesellschaft

Die Alzheimer Gesellschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung demenzfreundlicher Bestattungen. Sie bietet nicht nur Schulungen für Bestatter und Trauerredner an, sondern informiert auch die Öffentlichkeit über die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz im Trauerfall.

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Fortbildung zur demenzfreundlichen Bestattung

Berater der Alzheimer Gesellschaft absolvieren Fortbildungen, in denen sie sich mit den verschiedenen Demenzformen und den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen auseinandersetzen. In Selbsterfahrungsübungen lernen sie, wie man Menschen mit Demenz am besten begegnet.

Unterstützung und Beratung

Die Alzheimer Gesellschaft bietet Betroffenen und ihren Angehörigen Unterstützung und Beratung in allen Fragen rund um das Thema Demenz. Sie hilft ihnen, den Alltag zu bewältigen und die bestmögliche Lebensqualität zu erhalten.

Spenden für die Alzheimer Gesellschaft

Viele Angehörige möchten im Sinne des Verstorbenen Gutes tun und die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft unterstützen. Anstelle von Blumen und Kränzen können Trauergäste um Spenden für die Alzheimer Gesellschaft bitten. Diese Spenden tragen dazu bei, die Informations- und Beratungsarbeit der Gesellschaft zu finanzieren und eine demenzfreundliche Gesellschaft zu gestalten.

Kondolenzspenden

Kondolenzspenden sind eine besondere Form der Anteilnahme. Sie helfen im Sinne des Verstorbenen mit, dass gemeinnütziges Engagement unterstützt und gefördert wird. Die Alzheimer Gesellschaft erstellt für die Angehörigen eine Liste aller Kondolenzspender mit dem Gesamtspendenbetrag. Alle Kondolenzspender erhalten eine Zuwendungsbestätigung.

Spendenkonto

Spenden können auf das folgende Spendenkonto der Deutschen Alzheimer Gesellschaft überwiesen werden:

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  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
  • IBAN: DE41 3702 0500 0003 3778 07
  • BIC: BFSWDE33 Bank für Sozialwirtschaft

Bitte geben Sie ein Kennwort an (zum Beispiel den Namen des Verstorbenen), damit die Spende zugeordnet werden kann.

Spendenaktionen

Neben Kondolenzspenden können auch Spendenaktionen zugunsten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft organisiert werden. Diese Aktionen tragen dazu bei, das Thema Demenz in die Öffentlichkeit zu bringen und die Arbeit der Gesellschaft zu unterstützen.

Nachlassplanung und Erbschaften

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft beteiligt sich an der Initiative "Mein Erbe tut Gutes". Sie ermutigt Menschen, ihren Nachlass zu planen und die Alzheimer Gesellschaft in ihrem Testament zu berücksichtigen.

Schenkungen zu Lebzeiten

Es ist auch möglich, bereits zu Lebzeiten Teile des Vermögens an die Alzheimer Gesellschaft zu verschenken. Ein Schenkungsversprechen sorgt dafür, dass die Schenkung erst mit dem Tod wirksam wird.

Steuerliche Vorteile

Gemeinnützige Organisationen sind im Falle einer Schenkung, eines Vermächtnisses oder eines Erbes von der Steuer befreit. Erben können einen Teil der Steuer sparen, wenn sie von ihrem Erbe an eine gemeinnützige Organisation weiterschenken.

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Praktische Aspekte demenzfreundlicher Bestattungen

Was bedeutet eine demenzfreundliche Bestattung in der Praxis? Hier einige wichtige Aspekte:

Die Trauerfeier

  • Klare und einfache Sprache: Verwenden Sie bei der Trauerrede und in allen anderen Mitteilungen eine klare und einfache Sprache, die auch für Menschen mit Demenz verständlich ist.
  • Vertraute Umgebung: Wählen Sie für die Trauerfeier einen Ort, der für den Menschen mit Demenz vertraut ist oder der eine beruhigende Atmosphäre bietet.
  • Weniger ist mehr: Vermeiden Sie eine Überfrachtung der Trauerfeier mit zu vielen Reden, Musikstücken oder anderen Programmpunkten.
  • Visuelle Hilfsmittel: Nutzen Sie Fotos, Videos oder andere visuelle Hilfsmittel, um Erinnerungen an den Verstorbenen wachzurufen.
  • Individuelle Rituale: Beziehen Sie den Menschen mit Demenz in die Gestaltung der Trauerfeier ein und ermöglichen Sie ihm, seine Trauer auf seine eigene Weise auszudrücken.
  • Flexibilität: Seien Sie flexibel und passen Sie den Ablauf der Trauerfeier an die Bedürfnisse des Menschen mit Demenz an.

Die Bestattung

  • Begleitung: Sorgen Sie dafür, dass der Mensch mit Demenz während der Bestattung begleitet wird und sich sicher und geborgen fühlt.
  • Kurze Wege: Wählen Sie einen Bestattungsort, der gut erreichbar ist und kurze Wege bietet.
  • Ruhe und Frieden: Achten Sie auf eine ruhige und friedliche Atmosphäre am Bestattungsort.
  • Zeit zum Abschiednehmen: Geben Sie dem Menschen mit Demenz ausreichend Zeit, sich vom Verstorbenen zu verabschieden.

Die Trauerbegleitung

  • Individuelle Unterstützung: Bieten Sie dem Menschen mit Demenz individuelle Unterstützung bei der Trauerbewältigung an.
  • Geduld und Verständnis: Zeigen Sie Geduld und Verständnis für seine Trauer.
  • Erinnerungen teilen: Teilen Sie Erinnerungen an den Verstorbenen und sprechen Sie über ihn.
  • Professionelle Hilfe: Ziehen Sie bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch.

Demenz Partner

Die Projektorganisation Demenz Partner schult die Gesellschaft im Umgang mit Menschen mit Demenz im Alltag. Sie ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Gesellschaft.

Kursanbietender Demenz Partner

Einige Bestattungsunternehmen sind kursanbietende Demenz Partner. Sie bieten Schulungen für ihre Mitarbeiter an und tragen so dazu bei, dass demenzfreundliche BestattungenRealität werden.

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