Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen stellen eine wachsende Herausforderung für Betroffene, Angehörige und die Gesellschaft dar. In diesem Kontext spielen Helferkreise der Alzheimer Gesellschaft eine wichtige Rolle bei der Unterstützung und Entlastung von Betroffenen und ihren Familien. Dieser Artikel beleuchtet die Aufgaben und Bedeutung dieser Helferkreise, ihre Arbeitsweise und die vielfältigen Angebote, die sie bereitstellen.
Einführung in die Alzheimer Gesellschaft und ihre Arbeit
Die Alzheimer Gesellschaft ist eine Organisation, die sich der Aufklärung, Beratung und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen widmet. Sie setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen ein und fördert die Forschung im Bereich der Demenzerkrankungen. Die Alzheimer Gesellschaft Region Harz e.V. ist ein lokaler Ableger dieser Bewegung, der sich speziell in der Harzregion engagiert. Durch Mitgliedschaften und Spenden kann die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft unterstützt werden. Mitglieder erhalten regelmäßige Informationen und Fachkenntnisse zu verschiedenen Aspekten von Demenzerkrankungen und können sich aktiv an der Vereinsarbeit beteiligen.
Was sind Helferkreise?
Helferkreise sind ein wichtiger Bestandteil der Unterstützungsangebote der Alzheimer Gesellschaft. Sie bestehen aus ehrenamtlichen Helfern, die stundenweise Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz anbieten. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu entlasten und den Betroffenen Abwechslung und soziale Interaktion zu ermöglichen.
Grundsätze und Ziele der Helferkreise
Die Arbeit der Helferkreise basiert auf Freiwilligkeit, Solidarität und Wertschätzung. Die Helferinnen und Helfer respektieren die Individualität der Betroffenen und orientieren sich an ihren vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten. Sie leisten keine pflegerischen oder hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, sondern konzentrieren sich auf die soziale Betreuung und Begleitung.
Aufgaben der Helferinnen und Helfer
Die Aufgaben der Helferinnen und Helfer sind vielfältig und richten sich nach den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen. Dazu gehören:
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- Begleitung bei Spaziergängen und Ausflügen: Gemeinsame Unternehmungen in der Natur oder zu kulturellen Veranstaltungen.
- Gespräche und Vorlesen: Anregung der Kommunikation und des Gedächtnisses durch Gespräche, Vorlesen von Geschichten oder Gedichten.
- Spiele und Musikhören: Aktivierung der Sinne und Förderung der Freude durch gemeinsame Spiele oder das Hören von Musik.
- Erzählen: Erinnerungen wecken und das Gefühl der Zugehörigkeit stärken.
Vorbereitung und Unterstützung der Helfer
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer werden sorgfältig auf ihre Aufgabe vorbereitet und erhalten kontinuierliche fachliche Unterstützung. Dies umfasst Schulungen, in denen sie Wissen über Demenzerkrankungen, Kommunikationstechniken und den Umgang mit schwierigen Situationen erlernen. Vor dem ersten Einsatz lernen sich Helfer, Menschen mit Demenz und deren Angehörige kennen, um gegenseitige Akzeptanz und Sympathie zu gewährleisten.
Die Bedeutung der Helferkreise für Angehörige
Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz stehen oft unter enormem Druck. Die Betreuung und Pflege erfordert viel Zeit, Energie und emotionale Stärke. Viele Angehörige vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse und ihre Gesundheit. Helferkreise bieten hier eine wichtige Entlastung.
Entlastung im Alltag
Durch die stundenweise Betreuung der Betroffenen durch Helfer können Angehörige Zeit für sich gewinnen, um eigenen Interessen nachzugehen, dringende Besorgungen zu erledigen oder einfach nur auszuruhen. Diese Entlastung kann dazu beitragen, die körperliche und seelische Gesundheit der Angehörigen zu erhalten und Überlastung vorzubeugen.
Unterstützung bei der Bewältigung der Pflege
Die Helferkreise bieten nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch emotionale Unterstützung und Beratung für Angehörige. Durch den Austausch mit anderen Betroffenen und Fachkräften können sie ihre Sorgen und Ängste teilen, neue Strategien zur Bewältigung der Pflege entwickeln und sich gegenseitig Mut zusprechen.
Förderung der Lebensqualität der Betroffenen
Die Betreuung durch Helfer kann auch die Lebensqualität der Menschen mit Demenz verbessern. Durch die soziale Interaktion, die Anregung ihrer Fähigkeiten und die Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten können sie ihre Selbstständigkeit und ihr Wohlbefinden erhalten.
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Finanzierung und Organisation der Helferkreise
Die Helferkreise werden in der Regel von den Alzheimer Gesellschaften oder anderen Wohlfahrtsverbänden organisiert und koordiniert. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und öffentliche Fördermittel.
Kosten und Fördermöglichkeiten
Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Helferkreises sind in der Regel gering und betragen etwa 10,00 bis 15,00 € pro Stunde. In vielen Fällen können diese Kosten über den „Entlastungsbetrag“ der Pflegeversicherung erstattet werden, wenn eine Einstufung in einen Pflegegrad vorliegt.
Koordination und Vermittlung
Die Einsätze der Helferkreise werden von der Geschäftsstelle der Alzheimer Gesellschaft koordiniert. Dort erhalten Interessierte Informationen über die Angebote und können den Einsatz einer Helferin oder eines Helfers für ihre Angehörigen beantragen. Die Geschäftsstelle vermittelt dann einen passenden Helfer, der die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen berücksichtigt.
Weitere Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen
Neben den Helferkreisen gibt es eine Vielzahl weiterer Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Dazu gehören:
Ambulante Pflegedienste
Ambulante Pflegedienste bieten professionelle Hilfe im Haushalt und bei der Grundpflege. Sie können auch die häusliche Krankenpflege übernehmen, wie z.B. die Verabreichung von Medikamenten oder die Versorgung von Wunden.
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Betreuungsgruppen
Betreuungsgruppen sind ein niedrigschwelliges Angebot, bei dem Menschen mit Demenz für einige Stunden am Tag in Gruppen betreut werden. Dort werden sie durch geschulte Helfer aktiviert und beschäftigt.
Angehörigen- und Selbsthilfegruppen
Angehörigen- und Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen in ähnlichen Pflegesituationen auszutauschen und gegenseitig Unterstützung zu geben.
Tagespflegeeinrichtungen
Tagespflegeeinrichtungen sind teilstationäre Angebote, die eine aktivierende und rehabilitative Betreuung in einem strukturierten Tagesablauf bieten.
Kurzzeitpflege
Die Kurzzeitpflege ermöglicht es, den erkrankten Angehörigen für einen begrenzten Zeitraum in einer stationären Pflegeeinrichtung unterzubringen, z.B. während des Urlaubs der Pflegeperson.
Urlaubs- und Verhinderungspflege
Die Urlaubs- und Verhinderungspflege ermöglicht es, die erkrankte Person zu Hause versorgen zu lassen, wenn die Hauptpflegeperson verhindert ist.
Demenzwegweiser und Beratungsstellen
Der Demenzwegweiser bietet eine kompakte Übersicht über Anlaufstellen, Unterstützungsmöglichkeiten und Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Beratungsstellen stehen für Fragen und Informationen zur Verfügung.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Trotz der vielfältigen Unterstützungsangebote gibt es noch immer große Versorgungslücken, insbesondere in ländlichen Regionen. Es ist daher wichtig, neue wohnortnahe und niedrigschwellige Versorgungsstrukturen aufzubauen.
Ausbau der Helferkreise
Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Versorgung ist der Ausbau der Helferkreise. Durch die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Helfer und die Schaffung neuer Helferkreise können mehr Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen erreicht werden.
Förderung des Ehrenamts
Die Arbeit der Helferkreise basiert auf dem Engagement ehrenamtlicher Helfer. Es ist daher wichtig, das Ehrenamt zu fördern und die Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Tätigkeit zu verbessern.
Vernetzung und Kooperation
Eine gute Vernetzung und Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren im Bereich der Demenzversorgung ist entscheidend für eine umfassende und bedarfsgerechte Versorgung.
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