Die Alzheimer Gesellschaft für den Landkreis Kelheim engagiert sich auf vielfältige Weise, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen. Durch innovative Projekte, Beratungsangebote und Vernetzungsmöglichkeiten trägt die Gesellschaft dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und pflegende Angehörige zu entlasten.
Die "Gefühls-Werkstatt": Ein Online-Angebot zur Stärkung pflegender Angehöriger
Ein besonders erfolgreiches Projekt der Alzheimer Gesellschaft Kelheim in Kooperation mit der Gesundheitsregionplus Landkreis Kelheim ist die "Gefühls-Werkstatt". Dieses Online-Angebot richtet sich an pflegende Angehörige von Menschen mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen.
Inhalte und Ziele der "Gefühls-Werkstatt"
Die "Gefühls-Werkstatt" bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit ihren Emotionen auseinanderzusetzen und Strategien zu entwickeln, um die Herausforderungen der Pflege besser zu bewältigen. Im Fokus stehen der Umgang mit belastenden Gefühlen wie Wut, Schuld oder Angst. Ziel ist es, die emotionale Gesundheit der pflegenden Angehörigen zu stärken und ihnen mehr Gelassenheit im Umgang mit den Belastungen zu ermöglichen.
Positive Erfahrungen und Verlängerung des Angebots
Die "Gefühls-Werkstatt" erfreut sich großer Beliebtheit. Aufgrund der positiven Rückmeldungen und der hohen Nachfrage wurde das Projekt bis Ende Mai 2025 verlängert. Dies gibt interessierten Personen die Möglichkeit, sich anzumelden und von den wertvollen Inhalten zu profitieren.
Eine Teilnehmerin berichtet von ihren Erfahrungen: "Die Herausforderungen der Pflege meiner Mutter mit Alzheimer waren oft erdrückend und überfordernd. Das Training hat mir wertvolle Strategien an die Hand gegeben, um eigene Gefühle zu verstehen und besser mit der Belastung umzugehen."
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Informationsveranstaltungen und kostenfreie Teilnahme
Um Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich unverbindlich über das Training zu informieren, Fragen zu stellen und herauszufinden, ob das Angebot zur eigenen Situation passt, finden Online-Info-Veranstaltungen statt. Das Einzeltraining umfasst ein bis zwei Termine à 45-60 Minuten und ist dank Spendenmitteln kostenfrei.
Modellprojekt "Helfen und selber gesund bleiben"
Ein weiteres wichtiges Projekt der Alzheimer Gesellschaft Kelheim ist das Modellprojekt "Helfen und selber gesund bleiben". Dieses Projekt, das vom bayerischen Gesundheitsministerium unterstützt wird, zielt darauf ab, pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu entlasten.
Hintergrund und Notwendigkeit des Projekts
In Bayern leben derzeit über 230.000 Menschen mit Demenz. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl bis 2032 auf etwa 340.000 Erkrankte erhöhen wird. Die Pflege und Betreuung dieser Menschen stellt eine große Herausforderung für die Angehörigen dar.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml betont: "Die Diagnose Demenz ist sehr belastend. Für pflegende Angehörige kann die Situation zu Hause zu einer besonderen Herausforderung werden. Es ist deshalb wichtig, sie zu unterstützen."
Bausteine des Modellprojekts
Das Modellprojekt "Helfen und selber gesund bleiben" umfasst drei Bausteine:
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- Vermittlung von Kompetenzen und Handlungsstrategien: Ziel ist die langfristige Erhaltung der emotionalen Gesundheit pflegender Angehöriger.
- Abbau von Hemmschwellen bei der Inanspruchnahme von Hilfen von außen: Angehörige sollen ermutigt werden, Unterstützung anzunehmen.
- Informationen über Hilfsmöglichkeiten: Durch den Aufbau einer Informationsplattform soll Angehörigen ein schneller und unkomplizierter Zugriff auf benötigte Informationen ermöglicht werden.
Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird zur Qualitätssicherung wissenschaftlich begleitet.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG)
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) ist der Dachverband von mehr als 130 örtlichen Alzheimer-Gesellschaften und Landesverbänden, zu denen auch die Alzheimer Gesellschaft Kelheim gehört. Die DAlzG unterstützt das Engagement ihrer Mitgliedsgesellschaften vor Ort in vielfältiger Weise.
Unterstützungsangebote der DAlzG
Die DAlzG bietet ihren Mitgliedsgesellschaften unter anderem folgende Unterstützung:
- Informationen: Monatliche Rundschreiben, die Nachrichten der DAlzG (Alzheimer Info) und die Informations- und Austauschplattform INDAG bieten aktuelle Informationen zu verschiedenen Themen.
- Vernetzung und Austausch: INDAG ermöglicht den Mitgliedsgesellschaften eine schnelle und datengeschützte Vernetzung. Die DAlzG lädt regelmäßig zum (virtuellen) Erfahrungsaustausch ein.
- Politische Arbeit: Die DAlzG vertritt die politischen Anliegen der Mitgliedsgesellschaften auf Bundesebene und unterstützt sie bei der Ansprache von politisch Verantwortlichen.
- Fortbildungsmöglichkeiten: Die DAlzG bietet verschiedene Seminare und Schulungen für Mitarbeitende und Ehrenamtliche der Mitgliedsgesellschaften an.
- Öffentlichkeitsarbeit: Die Mitgliedsgesellschaften werden auf der Internetseite der DAlzG gelistet und können das DAlzG-Logo nutzen. Die DAlzG stellt Materialien zum Welt-Alzheimertag und Werbemittel zur Verfügung.
- Umsetzung von Schulungen und Veranstaltungen: Die von der DAlzG entwickelten Schulungsmaterialien "Hilfe beim Helfen" und die Materialien zur Umsetzung der Demenz Partner-Kurse stehen Mitgliedsgesellschaften kostenfrei zur Verfügung.
- Versicherung: Mitgliedsgesellschaften haben die Möglichkeit der Sammelhaftpflichtversicherung der DAlzG für ihre Mitarbeitenden und ehrenamtlich Aktiven beizutreten.
Mitgliedschaft in der DAlzG
Landesverbände, Alzheimer-Gesellschaften und Vereine, die sich den Zielen und Grundsätzen des Dachverbands verpflichten, können Mitglied der DAlzG werden. Einzelpersonen können nicht selbst Mitglied der DAlzG werden, dies jedoch durch eine Mitgliedschaft bei den örtlichen Alzheimer-Gesellschaften ausgleichen.
Herausforderungen und Belastungen pflegender Angehöriger
Die Pflege und Betreuung eines Angehörigen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz stellt viele pflegende Angehörige vor immense Herausforderungen. Oftmals sind sie psychisch und körperlich überlastet und sehen sich mit belastenden Gefühlen wie Wut, Schuld, Kränkung, Scham, Angst oder Niedergeschlagenheit konfrontiert.
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Landrat Martin Neumeyer betont die Bedeutung der Unterstützung für pflegende Angehörige: "In der ‚Gefühls-Werkstatt‘ lernen pflegende Zu- und Angehörige, gelassener mit ihren belastenden Emotionen, insbesondere Wut und Ärger, umzugehen."
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