Alzheimer Gesellschaft Norderstedt: Informationen und Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung, die durch einen allmählichen Verlust der geistigen und seelischen Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Dieser Verlust der kognitiven Leistungsfähigkeit wird als Demenz bezeichnet. Es gibt verschiedene Ursachen für Demenz, wobei die Alzheimer-Krankheit mit etwa zwei Dritteln der Fälle die häufigste ist. Im Verlauf der Alzheimer-Krankheit sterben Nervenzellen im Gehirn ab und Nervenleitbahnen werden zerstört. Betroffene haben zunehmend Schwierigkeiten, sich zu erinnern und neue Informationen aufzunehmen. Das Ausmaß des Gedächtnis- und Merkfähigkeitsverlusts geht dabei über die normale Altersvergesslichkeit hinaus. Auch das logische Denken und das sprachliche Ausdrucksvermögen verschlechtern sich. Erkrankte können sich räumlich und sozial schlechter orientieren. Der Verlust praktischer Fähigkeiten erschwert die Bewältigung des Alltags.

Das Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein

Das Kompetenzzentrum Demenz hat den Auftrag, die Versorgungsstrukturen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Schleswig-Holstein auszuweiten, zu verbessern und qualitätsgesichert zu erhalten. Es trägt dazu bei, die Vernetzung der beteiligten Akteure im Bundesland voranzutreiben und auszubauen. Neben ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen werden Wohlfahrtsverbände, niedergelassene Ärzte, Betreuer, Sozialarbeiter, ehrenamtliche Helfer und andere Akteure in den einzelnen Kommunen eingebunden und als Multiplikatoren aktiviert.

Seit 2011 leistet das Kompetenzzentrum Öffentlichkeitsarbeit, gestaltet Fortbildungen, wirkt als gefragter Partner in Gremien mit und initiiert vielfältige Projekte zum Thema Demenz in Schleswig-Holstein mit diversen Kooperationspartnern. Dabei setzt das Zentrum auf Zuverlässigkeit, Fachlichkeit, Herzblut und frische Ideen. Austausch und aktive Teilhabe sind ausdrücklich erwünscht.

Die Musterwohnung in Norderstedt: Wohnraumgestaltung bei Demenz

Wenn sich durch das Alter oder eine Demenz Einschränkungen im Alltag bemerkbar machen, rückt auch die Wohnraumsituation in den Fokus. Ist das Leben zu Hause noch sicher genug? Wie kann der Wohnraum praktisch und komfortabel gestaltet werden? Die Musterwohnung des Kompetenzzentrums Demenz in Norderstedt zeigt anhand vieler Beispiele, was hinderlich oder gefährlich sein kann und welche sinnvollen Anschaffungen und Möglichkeiten zur Umgestaltung es gibt.

Bei einer Führung vor Ort lassen sich Positiv- und Negativbeispiele anschaulicher erleben: Dinge können angefasst und ausprobiert werden, und individuelle Fragen können geklärt werden. Einzelpersonen können sich rechtzeitig zu einem der offenen Führungstermine anmelden. Für Gruppen ab fünf Personen ist auch eine individuelle Terminvereinbarung möglich. Die Kosten betragen 5,00 EUR pro Person und werden vor Ort bezahlt.

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Spezielle Angebote für Einrichtungen und Verbände

Einrichtungen und Verbände können spezielle Führungen und darauf aufbauende Fortbildungen vereinbaren. Der Fokus liegt dann häufig auf dem Grundlagenwissen Demenz, herausforderndem Verhalten, Kommunikation, Perspektivwechsel mithilfe des Demenzparcours und des Alterssimulators oder Biographiearbeit gepaart mit modernen Entspannungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Umfang und die Kosten für diese Veranstaltungen variieren.

Kontakt und Anmeldung

Informationen und Anmeldung beim Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein unter: infodemenz-sh.de oder 040 - 238 304 40.

Hintergrundinformationen zum Kompetenzzentrum Demenz

Das Kompetenzzentrum Demenz ist ein Projekt der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. / Selbsthilfe Demenz. Es bietet Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit und Fortbildungen an. Seit 2011 und bis 2027 fördern das Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein und der Spitzenverband der Pflegekassen das Kompetenzzentrum.

Detaillierte Betrachtung der Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit Demenz

Um die Thematik Demenz umfassender zu beleuchten, ist es wichtig, tiefer in die Herausforderungen einzutauchen, mit denen Betroffene und ihre Angehörigen konfrontiert sind, sowie die verschiedenen Lösungsansätze und Unterstützungsangebote zu betrachten.

Herausforderungen im Alltag mit Demenz

Der Alltag mit Demenz ist von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Diese betreffen nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern auch die Angehörigen, die oft eine immense Belastung tragen.

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  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedächtnisverlust, Orientierungsschwierigkeiten, Sprachprobleme und Schwierigkeiten beim logischen Denken erschweren die Bewältigung alltäglicher Aufgaben.
  • Verhaltensänderungen: Demenz kann zu Verhaltensänderungen wie Unruhe, Aggression, Angstzuständen, Depressionen oder sozialer Rückzug führen.
  • Verlust der Selbstständigkeit: Mit fortschreitender Erkrankung verlieren Betroffene zunehmend ihre Selbstständigkeit und benötigen Unterstützung bei der Körperpflege, beim Anziehen, Essen und anderen grundlegenden Bedürfnissen.
  • Kommunikationsprobleme: Die Kommunikation mit Menschen mit Demenz kann schwierig sein, da sie sich oft nicht mehr richtig ausdrücken oder Gesagtes verstehen können.
  • Belastung der Angehörigen: Die Betreuung von Menschen mit Demenz ist zeitaufwendig und emotional belastend. Angehörige müssen oft ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen und stoßen an ihre Grenzen.
  • Finanzielle Belastung: Die Kosten für Pflege und Betreuung können erheblich sein und stellen eine zusätzliche Belastung für die Familie dar.
  • Stigmatisierung: Demenz ist in der Gesellschaft immer noch mit Stigmatisierung verbunden, was dazu führen kann, dass Betroffene und ihre Angehörigen sich isoliert fühlen.

Lösungsansätze und Unterstützungsangebote

Um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern, ist es wichtig, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und die verschiedenen Unterstützungsangebote zu nutzen.

  • Frühzeitige Diagnose: Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, die Erkrankung besser zu verstehen, die Symptome zu behandeln und die Lebensplanung anzupassen.
  • Medikamentöse Behandlung: Es gibt Medikamente, die die Symptome der Alzheimer-Krankheit lindern und den Krankheitsverlauf verlangsamen können.
  • Nicht-medikamentöse Therapien: Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Musiktherapie und andere nicht-medikamentöse Therapien können dazu beitragen, die kognitiven und körperlichen Fähigkeiten zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Psychosoziale Unterstützung: Psychologische Beratung und Unterstützung können helfen, mit den emotionalen Belastungen der Erkrankung umzugehen.
  • Beratung und Schulung für Angehörige: Angehörige benötigen Informationen, Schulungen und Unterstützung, um die Erkrankung besser zu verstehen und die Betreuung zu bewältigen.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen in Selbsthilfegruppen kann sehr hilfreich sein.
  • Tagespflege: Tagespflegeeinrichtungen bieten Menschen mit Demenz tagsüber Betreuung und Beschäftigung und entlasten so die Angehörigen.
  • Ambulante Pflege: Ambulante Pflegedienste unterstützen bei der Körperpflege, der Medikamenteneinnahme und anderen Aufgaben im häuslichen Umfeld.
  • Stationäre Pflege: Wenn die Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist, kann ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig sein.
  • Wohnraumanpassung: Eine Anpassung des Wohnraums kann dazu beitragen, die Sicherheit und Selbstständigkeit von Menschen mit Demenz zu erhöhen.
  • Technische Hilfsmittel: Es gibt verschiedene technische Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern können, z.B. Notrufsysteme, Ortungsgeräte oder spezielle Telefone.
  • Demenzfreundliche Kommune: Eine demenzfreundliche Kommune setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Demenz am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Die Rolle der Alzheimer Gesellschaften

Die Alzheimer Gesellschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Sie bieten Beratung, Informationen, Schulungen, Selbsthilfegruppen und andere Unterstützungsangebote an. Zudem setzen sie sich für die Interessen von Menschen mit Demenz ein und tragen zur Aufklärung der Öffentlichkeit bei.

Forschung und Prävention

Die Forschung im Bereich Demenz ist von großer Bedeutung, um die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen, neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln und Präventionsstrategien zu erarbeiten. Es gibt Hinweise darauf, dass ein gesunder Lebensstil, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und soziale Aktivität das Risiko, an Demenz zu erkranken, verringern können.

Das Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein als wichtiger Ansprechpartner

Das Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Ansprechpartner für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Fachkräfte. Es bietet umfassende Informationen, Beratung und Unterstützung zu allen Fragen rund um das Thema Demenz. Durch seine Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen und Projekte trägt das Zentrum dazu bei, das Wissen über Demenz zu verbreiten, die Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern und eine demenzfreundliche Gesellschaft zu fördern. Die Musterwohnung in Norderstedt ist ein konkretes Beispiel für die praxisnahe Unterstützung, die das Kompetenzzentrum bietet, um den Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu erleichtern.

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